Sony WH-1000XM6 im Test: ANC-Kopfhörer überzeugt als Kreuzung aus XM4 und XM5

Frank Hüber
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Sony WH-1000XM6 im Test: ANC-Kopfhörer überzeugt als Kreuzung aus XM4 und XM5

Mit dem WH-1000XM6 bringt Sony den neuen ANC-Kopfhörer auf den Markt, der Kritikpunkte des WH-1000XM5 gezielt eliminiert. Mit Faltmechanismus, kleinerer Transporttasche, austauschbaren Ohrpolstern, dem Laden während der Wiedergabe und erneut verbesserten Funktionen können auch XM4-Nutzer umsteigen.

Der Vorgänger, der Sony WH-1000XM5 (Test), gilt weiterhin als einer der, wenn nicht der beste ANC-Kopfhörer auf dem Markt. Dennoch musste Sony vor drei Jahren auch einige Kritik für die Veränderungen am Kopfhörer einstecken. Sony verspricht, zugehört zu haben und will mit dem WH-1000XM6 Kritikpunkte des Vorgängers ausgemerzt und seine Stärken weiter verbessert haben. Hierfür hat Sony nicht nur neue Technik mit mehr Leistung und verbesserte Funktionen integriert, sondern der XM6 lässt sich Dank neuer Scharniere unter anderem wieder falten und so einfacher im Rucksack oder Handgepäck verstauen. Ob Sony es schafft, alle Vorzüge des XM5 auf den XM6 zu übertragen und gleichsam die Kritikpunkte zu eliminieren, verrät der ausführliche Test des neuen Sony WH-1000XM6.

Preis und Verfügbarkeit

Der Sony WH-1000XM6 ist ab sofort zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 449 Euro in den Farben Schwarz, Platin-Silber und Midnight Blue im Handel erhältlich*. Der WH-1000XM5 wies zur Markteinführung im Jahr 2022 einen UVP von 419 Euro auf, er ist aktuell schon ab 209 Euro erhältlich.

Der Lieferumfang des WH-1000XM6 bietet neben dem ANC-Kopfhörer eine Transporttasche, ein 3,5-mm-Audiokabel mit einer Länge von 1,2 Metern und ein USB-C-Ladekabel. Einen Flugzeugadapter liefert Sony wie schon beim WH-1000XM5 nicht mehr mit.

Sony WH-1000XM6: Trägt sich auch nach Stunden noch angenehm
Sony WH-1000XM6: Trägt sich auch nach Stunden noch angenehm

Die Unterschiede zwischen Sony WH-1000XM6 und WH-1000XM5

Wenn man sich die Unterschiede zwischen dem Sony WH-1000XM6 und WH-1000XM5 ansieht, wird deutlich, dass Sony auf das Feedback der Nutzer gehört und aufgetretene Probleme beim WH-1000XM5 genau verfolgt hat, um diese gezielt anzugehen und zu beseitigen.

Neues Design: WH-1000XM6 lässt sich falten

Mit dem WH-1000XM6 ändert Sony das Design des ANC-Kopfhörers erneut. Mit dem WH-1000XM5 hatte Sony eine stufenlose Kopfbandverstellung, ein neues Soft-Fit-Leder und den Übergang vom Kopfband zur Ohrmuschel neu gestaltet, was auch dazu führte, dass sich der Kopfhörer anders als die Vorgänger nicht mehr zusammenfalten ließ. Nur die Ohrmuscheln ließen sich noch um 90 Grad drehen, um den WH-1000XM5 flach ins Reiseetui legen zu können. Beim WH-1000XM6 ändert sich dies nun wieder und der Kopfhörer lässt sich wieder falten, um ihn auf Reisen platzsparender verstauen zu können. Hierfür wurde ein zusätzliche Scharnier im Kopfband untergebracht, so dass sich die Ohrmuscheln nun nicht mehr nur drehen, sondern wieder auch nach innen einklappen lassen.

Im Case des WH-1000XM6 herrscht Ordnung
Im Case des WH-1000XM6 herrscht Ordnung
Sony WH-1000XM6: Der Knick macht den Unterschied
Sony WH-1000XM6: Der Knick macht den Unterschied
Sony WH-1000XM6: Klein zusammengefaltet passt er in jeden Rucksack
Sony WH-1000XM6: Klein zusammengefaltet passt er in jeden Rucksack

Laut Sony sind die Scharniere aus Metall gefertigt und lediglich äußerlich mit Kunststoff abgedeckt. Wenn man genau hinsieht, sieht man sowohl das Metall als auch das innenliegende Kabel in den Scharnieren.

Sony WH-1000XM6: Im Inneren des Scharniers ist Metall
Sony WH-1000XM6: Im Inneren des Scharniers ist Metall
Sony WH-1000XM6: Neue Scharniere für den Faltmechanismus
Sony WH-1000XM6: Neue Scharniere für den Faltmechanismus

Ohrmuschel dreht nun nach innen

Zudem drehen sich die Ohrmuscheln nun nach innen um 90 Grad. Nimmt man den XM6 vom Kopf und legt ihn um den Hals, liegt also die Innenseite der Ohrmuscheln auf dem Körper auf. Beim XM5 zeigten diese noch ungeschützt nach außen. Die flache Außenseite der Ohrmuscheln mit Touch-Steuerung auf der rechten Seite ist beim WH-1000XM6 rund und nicht mehr oval.

Sony WH-1000XM6: Die Ohrmuscheln drehen sich nun in die andere Richtung
Sony WH-1000XM6: Die Ohrmuscheln drehen sich nun in die andere Richtung

Ohrmuschel aus einem Stück

Zudem fällt auf, dass der Kunststoff der Ohrmuscheln nun aus einem Stück gefertigt ist und keinen Spalt mehr aufweist. Zudem sind die Mikrofone, die beim WH-1000XM5 im Gehäuse leicht nach innen versetzt mit einem Staubschutz versehen sind, nun bündig mit einem Mesh-Gitter abgedeckt.

Neue Ohrmuscheln: Sony WH-1000XM6 (rechts) und WH-1000XM5 (links)
Neue Ohrmuscheln: Sony WH-1000XM6 (rechts) und WH-1000XM5 (links)
Sony WH-1000XM6: Alle Mikrofone an der Außenseite sind abgedeckt
Sony WH-1000XM6: Alle Mikrofone an der Außenseite sind abgedeckt
Sony WH-1000XM6: Neues Design mit kleinen Farbakzenten
Sony WH-1000XM6: Neues Design mit kleinen Farbakzenten

Auf den Soft-Touch-Effekt der Oberfläche der XM5 verzichtet Sony bei den XM6.

Eine weitere Detailverbesserung: Die Power-Taste ist nun rund und eingelassen, so dass Power- und NC/AMB-Taste anders als beim XM5 ein unterschiedliches Design aufweisen. So lässt sich die NC-Taste einfacher und schneller erfühlen.

Sony WH-1000XM6: Neue Tasten für einfachere Unterscheidung
Sony WH-1000XM6: Neue Tasten für einfachere Unterscheidung

Breiteres Kopfband, angenehmer Sitz

Auch wenn der Vorgänger mit rund 250 Gramm und wenig Druck ein sehr angenehmes Tragegefühl bietet, verspricht Sony in diesem Bereich Verbesserungen. Hierfür wurde das Kopfband breiter gestaltet. Stärker gepolstert ist es aber nicht, sondern sogar etwas weniger, wie der direkte Vergleich mit dem Vorgänger zeigt. Das Kopfband besitzt nun zudem nur noch eine Nahtstelle an der Rückseite, die Naht an der Vorderseite ist weggefallen. Auch beim Kopfband setzt sich somit das möglichst nahtlose Design fort. Am Soft-Fit-Leder hat sich nichts geändert, was dafür sorgt, dass man an den Ohrpolstern leicht schwitzt. Das Kopfband lässt sich weiterhin geräusch- und stufenlos verstellen.

Neues Kopfband: Sony WH-1000XM6 auf dem WH-1000XM5
Neues Kopfband: Sony WH-1000XM6 auf dem WH-1000XM5
Sony WH-1000XM6 (links) und WH-1000XM5 (rechts)
Sony WH-1000XM6 (links) und WH-1000XM5 (rechts)

Mehr und weniger Platz für die Ohren

Die Ohrpolster stehen beim XM6 im Vergleich zum XM5 weiter aus dem Gehäuse heraus. Positiv fällt auf, dass so der Abstand zwischen der Abdeckung der Treiber und den Ohren vergrößert wurde, so dass diese nicht mehr so schnell aufliegen. Die Ohrpolster selbst sind innen etwas schmaler geschnitten, dafür ovaler, bieten also in der Länge mehr Platz. Ungefähr stehen hier 64 × 39 mm beim XM6 63 × 41 mm beim XM5 gegenüber. Zumindest beim Tester führt diese Veränderung für einen angenehmeren Tragekomfort. Insgesamt trägt sich der XM6 auch wegen seines geringen Gewichts von nur 254 Gramm auch über längere Zeit sehr angenehm.

Ohrpolster einfacher auszutauschen

Die Ohrpolster des WH-1000XM6 sind nun einfach geclipt und lassen sich so jederzeit innerhalb weniger Sekunden von Hand ersetzen. Beim XM5 war hierfür noch ein Spezialwerkzeug erforderlich. Den Akku kann man zwar nicht selbst austauschen, über den Service soll dies aber problemlos möglich sein, so Sony.

Sony WH-1000XM6: Die Ohrpolster lassen sich per Hand einfach austauschen
Sony WH-1000XM6: Die Ohrpolster lassen sich per Hand einfach austauschen

Der Kopfhörer bleibt dick

Die Ohrmuscheln mit Ohrpolstern sind insgesamt rund 49,7 mm dick, was auch dicker als der Vorgänger ist, der auf rund 49,2 mm kommt. Im Vergleich zu den AirPods Max, die nur knapp 42 mm dick sind, ein deutlicher Unterschied. Diese Dicke ist dem Umstand geschuldet, dass Sony die Hauptplatine weiterhin hinter dem Treiber in der Ohrmuschel verbaut, während Konkurrenten wie die AirPods Max inzwischen dazu übergegangen sind, eine runde Platine um die Audio-Treiber herum zu legen.

Sony WH-1000XM6: USB-C, Status LED und neue Mesh-Gitter für die Mikrofone
Sony WH-1000XM6: USB-C, Status LED und neue Mesh-Gitter für die Mikrofone
Tasten und Anschlüsse des Sony WH-1000XM6
Tasten und Anschlüsse des Sony WH-1000XM6
Sony WH-1000XM6: Funktional und gut bedienbar
Sony WH-1000XM6: Funktional und gut bedienbar

Insgesamt verbindet das neue Design des WH-1000XM6 das grundlegend neue Design des WH-1000XM5 mit den Vorzügen des WH-1000XM4. Sony hat sich die Kritik am XM5 durchaus zu Herzen genommen und nicht nur den einen entscheidenden Aspekt des Faltmechanismus mit dem XM6 wieder eingeführt, sondern darüber hinaus das Design des XM5 konsequent weiterentwickelt. Nutzer, die wegen des neuen Designs beim XM4 geblieben und nicht auf den XM5 umgestiegen sind, könnten nun durchaus zu einem Upgrade auf den XM6 verleitet werden.

Auch wenn es bei der Verarbeitung nichts zu kritisieren gibt, sind auch die WH-1000XM6 nicht die Premium-Kopfhörer mit der besten Anmutung und Haptik. Ein Sonos Ace (Test) oder auch die Apple AirPods Max (Test) „fühlen sich nach mehr an“.

Weiterhin nicht gegen Wasser geschützt

Der Sony WH-1000XM6 trägt allerdings trotz all dieser Veränderungen beim Design weiterhin keine IP-Zertifizierung, ist also auch weiterhin nicht für den Einsatz im Regen oder beim Sport freigegeben.

Kleineres Reiseetui ohne Reißverschluss

Ein Detail, das Sony verändert hat, betrifft nicht den Kopfhörer selbst, sondern die Transporttasche. Dass der WH-1000XM6 wie sein Vorgänger viel auf Reisen etwa im Flugzeug eingesetzt werden wird, steht außer Frage. Mit einem magnetischen Verschluss anstelle des Reißverschlusses für das Reiseetui möchte Sony dies bequemer machen. Zudem gab es auf Reddit vereinzelt Berichte von Nutzern des WH-1000XM5, dass ihr Reißverschluss defekt sei. Auch in diesem Punkt könnte die Veränderung somit auf dieses Feedback zurückzuführen sein. Der Magnetverschluss schließt sicher und fest.

Sony WH-1000XM6: Neuer Magnetverschluss für das Transportcase
Sony WH-1000XM6: Neuer Magnetverschluss für das Transportcase
Der Sony WH-1000XM6 lässt sich wieder falten
Der Sony WH-1000XM6 lässt sich wieder falten
Sony WH-1000XM6: Kompakt und sicher verstaut im Reisecase
Sony WH-1000XM6: Kompakt und sicher verstaut im Reisecase
Sony WH-1000XM6: Funktional, das Fach für die Kabel
Sony WH-1000XM6: Funktional, das Fach für die Kabel

Zudem fällt die Transporttasche des WH-1000XM6 kleiner aus als beim WH-1000XM5, nimmt auf Reisen also weniger Platz im Handgepäck ein.

Neue Transporttasche: Sony WH-1000XM6 (links) und WH-1000XM5 (rechts)
Neue Transporttasche: Sony WH-1000XM6 (links) und WH-1000XM5 (rechts)

Neues QN3-SoC

Kommen im WH-1000XM5 mit dem QN1-SoC und V1-Prozessor zwei Prozessoren für die Geräuschreduzierung zum Einsatz, setzt Sony im WH-1000XM6 nun auf das QN3-SoC in Verbindung mit dem V2-Prozessor. Beim V2 handelt es sich um den Bluetooth-Chip, einen MediaTek MT2833. Das QN3-SoC soll laut Sony sieben Mal schneller als das QN1-SoC sein. Dies soll insbesondere das ANC verbessern, reduziere aber auch den Energiebedarf und erhöhe die Klangqualität. Die höhere Rechenleistung sei vor allem in Situationen mit hohen Frequenzen, die eine schnelle Anpassung erfordern, vorteilhaft.

Sony WH-1000XM6: Neue 30-mm-Treiber mit Mikrofonen
Sony WH-1000XM6: Neue 30-mm-Treiber mit Mikrofonen

In Verbindung mit den Chips führt Sony zudem eine Vakuumversiegelung und vergoldete Elektroden an. Aspekte, die das Unternehmen aus seinen Walkmans übernommen hat.

Zwölf statt acht Mikrofone für ANC

Um die aktive Geräuschunterdrückung, die Active Noise Cancellation (ANC), weiter zu verbessern, verbaut Sony nun ganze zwölf Mikrofone im Kopfhörer. Beim Vorgänger wurden bereits acht Mikrofone eingesetzt, um die Umgebungsgeräusche möglichst effektiv herausfiltern zu können und bei Telefonaten eine hohe Sprachqualität zu ermöglichen. Auch der Transparenzmodus soll von dem neuen Mikrofonaufbau profitieren und natürlicher klingen.

Audio-Treiber des Sony WH-1000XM6
Audio-Treiber des Sony WH-1000XM6
Sony WH-1000XM6
Sony WH-1000XM6

Je vier der zwölf Mikrofone sitzen als Feedforward-Mikrofone an den Außenseiten jeder Ohrmuschel, jeweils zwei sind als Feedback-Mikrofon an der Innenseite platziert. Beim XM5 hatte Sony vier Mikrofone an der linken Ohrmuschel, drei an der rechten und eins innen verbaut. Die Position der Mikrofone hat sich mit dem XM6 nur minimal geändert.

Für Telefonate nutzt Sony beim WH-1000XM6 nun sechs dieser zwölf Mikrofone, beim Vorgänger kamen noch vier der acht Mikrofone zum Einsatz. Zudem hat Sony das Beamforming verbessert, um die Stimmerfassung der Stimme des Trägers – und nur dieser – zu verbessern. Dafür wurde der Beamforming-Bereich verkleinert und stärker auf den Bereich vor dem Nutzer fokussiert. Im Café führte dies tatsächlich dazu, dass nur noch die eigene Stimme an den Gesprächspartner übertragen wird und nicht mehr auch Stimmen von direkt benachbarten Personen eingefangen werden.

Das Mikrofon der XM6 lässt sich nun zudem einfach über einen zweimaligen Druck der NC/AMB-Taste muten und wieder aktivieren. So kann man sich in Gesprächen viel schneller stumm schalten.

WH-1000XM6: Mikrofon über NC-Taste muten
WH-1000XM6: Mikrofon über NC-Taste muten

Nutzt man LE Audio – dazu gleich mehr – wird zudem die Bandbreite des Audiosignals für Telefonate verdoppelt. Wer häufig mit dem Kopfhörer telefoniert, sollte dies deshalb aktivieren.

LE Audio mit LC3, AAC, SBC, LDAC und BT 5.3

Bei der Funkverbindung setzt Sony statt auf Bluetooth 5.2 nun auf Bluetooth 5.3, wobei erneut auch Multipoint unterstützt wird. So können zwei Endgeräte gleichzeitig verbunden sein und die Wiedergabe kann nahtlos zwischen diesen wechseln, etwa um Anrufe vom Smartphone jederzeit annehmen zu können, auch wenn der Kopfhörer gerade mit einem anderen Endgerät verbunden ist und Musik wiedergibt. Die Funktion muss in der App aber zunächst aktiviert werden, da durch ihre Nutzung kein LDAC mehr genutzt werden kann.

LDAC ist ein gutes Stichwort, denn auch bei den Audio-Codecs gibt es eine Neuerung. Neben SBC, AAC und LDAC, die auch der Vorgänger unterstützt, bieten die WH-1000XM6 nun auch LC3 – aber kein LC3+ – als zusätzlichen Audio-Codec. Hierfür wird LE Audio unterstützt, was ebenfalls in der App aktiviert werden muss. Dann kann auch festgelegt werden, ob eine Verbindung über LE Audio oder Bluetooth Classic bevorzugt werden soll. Über LE Audio unterstützt der XM6 auch Auracast, mit dem Audioinhalte an mehrere Kopfhörer gleichzeitig gestreamt werden können und das langfristig in öffentlichen Bereichen und Museen eingesetzt werden soll. Auch der XM6 trägt dank der HD-Codecs wieder die Hi-Res-Audio-Zertifizierung.

LDAC unterstützt bis zu 990 kbit/s, 24 Bit und 96-kHz-Sampling. In der App kann der Nutzer erneut wählen, ob er „Priorität auf stabile Verbindung“ oder „Priorität auf Klangqualität“ legt, was die Wahl des Codecs beeinflusst. Wird „Priorität auf stabile Verbindung“ gewählt, wird unter iOS SBC genutzt, bei „Priorität auf Klangqualität“ hingegen AAC. Unter Android kann bei letzterem auch LDAC verwendet werden, wobei es in den Bluetooth-Einstellungen möglich ist, zusätzlich die LDAC-Wiedergabequalität zu wählen. Bei maximaler Qualitätseinstellung ist LDAC allerdings sehr anfällig für Störsignale.

Auch Google Fast Pair und Microsoft Swift Pair, womit die Kopfhörer beim ersten Einschalten automatisch zum Koppeln angeboten werden, werden wieder unterstützt.

30 mm Treiber mit weicher Sicke

Auch der WH-1000XM6 setzt wieder auf Audio-Treiber mit einem Durchmesser von 30 mm. Sony hat die Treibereinheit aber verändert. Eine weiche Sicke, die die Geräuschunterdrückung und Basswiedergabe gleichermaßen verbessern soll. Ein optimiertes Schwingspulendesign soll zudem den Luftstrom für klareren Klang verbessern.

WH-1000XM6: Audio-Treiber mit Feedback-Mikro
WH-1000XM6: Audio-Treiber mit Feedback-Mikro

Musik beim Laden

Kann der Vorgänger beim Aufladen keine Musik wiedergeben, sondern schaltet sich ab, ist dies beim WH-1000XM6 nun problemlos möglich. Das Verbinden des USB-C-Ladekabels führt nicht mehr dazu, dass sich der Kopfhörer ausschaltet. Wird der Kopfhörer beim Laden verwendet, wird der Akku auf maximal 80 Prozent geladen, um den Akku zu schonen.

WH-1000XM6: Laden während der Wiedergabe
WH-1000XM6: Laden während der Wiedergabe

360 Reality Audio Upmix für Filme

Mit 360 Reality Audio Upmix for Cinema ermöglicht Sony nun auch bei der Wiedergabe von Filmen über das Smartphone oder Tablet mit Stereo-Sound einen virtuellen Surround-Sound. Das Stereosignal wird dabei vom Virtualiser auf mehrere Kanäle hochgemischt. Der Effekt ist deutlich und sofort wahrnehmbar. Je nach Film ein gelungener Effekt, der den Klang deutlich öffnet.

10-Band- und Gaming-Equalizer

In der Sound-Connect-App bietet Sony dem Nutzer nun einen Equalizer mit 10 statt 5 Bändern. So lassen sich Anpassungen genauer vornehmen. Die vorgespeicherten Presets der App lassen sich weiterhin anpassen und es können auch eigene, benutzerdefinierte Presets gespeichert werden.

Ebenfalls neu ist ein Gaming-Equalizer, wofür Sony auf die Erfahrungen der neuen Gaming-Marke Inzone zurückgegriffen hat. Der Gaming-Equalizer verstärkt die für Schritt- und Schuss-Geräusche üblichen Frequenzen, so dass Spieler Gegner besser wahrnehmen können.

Das übernimmt der WH-1000XM6 vom WH-1000XM5

Weiterhin kein USB-Audio

Der WH-1000XM6 kann jetzt zwar über USB beim Musikhören geladen werden, die Musikwiedergabe über USB etwa von einem Smartphone ist aber nicht möglich. Neben Bluetooth steht somit erneut die aktive wie auch passive Musikwiedergabe über Kabel zur Verfügung.

30 Stunden Akkulaufzeit

Auch der WH-1000XM6 bietet wieder bis zu 30 Stunden Akkulaufzeit bei aktivierter Geräuschunterdrückung und 40 Stunden ohne ANC. In diesem Bereich gibt es trotz verbesserter Energieeffizienz des QN3 somit keine Steigerung. Im Test wird mit aktiviertem ANC in unterschiedlich lauter Umgebung bei mittlerer Lautstärke eine Akkulaufzeit von rund 32 Stunden erzielt, wobei dieser Wert noch auf einer Hochrechnung des Verbrauchs basiert, da eine vollständige Messung zeitlich noch nicht möglich war.

Der Akku ist mit 1.200 mAh (3,8 V, 4,56 Wh) unverändert. Das Schnellladen hat Sony aber verbessert, so dass nun in Verbindung mit einem aktuellen Power-Delivery-Netzteil nach 3 Minuten Laden bereits wieder 3 statt 1 Stunde Musik gehört werden kann. Wird während der Wiedergabe kurz der Ein-/Ausschalter gedrückt, wird der aktuelle Ladestand in 10er-Schritten angesagt.

DSEE Extreme und 360 Reality Audio

Auch das von Sony bereits bekannt DSEE Extreme, das Musik in Echtzeit anpasst, um durch Komprimierung verloren gegangene Frequenzen wiederherzustellen, und 360 Reality Audio werden vom WH-1000XM6 wie beim XM5 unterstützt. Die Extreme-Variante von DSEE nutzt eine Deep-Neural-Network-gestützte AI-Technologie, um in Echtzeit beispielsweise die Instrumentierung und den Musikstil zu erkennen. Die Funktion kann weiterhin in der Sound-Connect-App von Sony ein- und ausgeschaltet werden, nicht jedoch über den Kopfhörer.

Ambient Sound Modus

Auch der XM6 beherrscht die „Adaptive Geräuschsteuerung“, die in der App aktiviert werden kann. Mit ihr können Klang und ANC beispielsweise automatisch dem zuvor erlernten Ort und der Bewegung angepasst werden, an dem der Kopfhörer genutzt wird. Welche Einstellung in welchem erkannten Modus genutzt werden soll, lässt sich in der App auch individuell wieder sehr genau einstellen.

Unveränderte Funktionen und Bedienung

Abseits der erwähnten Veränderungen bei den Tasten selbst hat Sony an der Bedienung nichts verändert. Auch der WH-1000XM6 setzt auf eine Kombination aus Touch und Tasten. Wiedergabe und Lautstärke werden via Touch über die rechte Ohrmuschel gesteuert, das ANC und der Transparenzmodus hingegen ebenso wie das Ein- und Ausschalten über eine Taste an der linken Ohrmuschel. Auch die Platzierung des 3,5-mm-Klinkenanschluss links und des USB-C-Anschlusses rechts hat sich nicht verändert.

Touch steuert Wiedergabe und Lautstärke

Das Touchfeld an der Außenseite der rechten Ohrmuschel steuert die Musikwiedergabe und die Lautstärke. Eine Anpassung der Belegung des Sensors ist in der App erneut nicht möglich. Doppeltes Tippen startet und pausiert die Wiedergabe, horizontales und vertikales Wischen springt einen Track vor oder zurück und erhöht oder reduziert die Lautstärke. Ein schneller Vor- und Rücklauf ist möglich, indem nach vorne oder hinten gestrichen und gedrückt gehalten wird. Einmaliges Tippen ist nicht belegt, um Fehleingaben zu vermeiden. Um diese etwa im Flugzeug nachts jedoch gänzlich auszuschließen, kann die Touchsteuerung in der App deaktiviert werden.

Die Bedienung funktioniert nach kurzer Eingewöhnung schnell und zuverlässig, ist aber erneut nur mit speziellen Handschuhen möglich, die auch eine Smartphone-Nutzung erlauben. Im aktiven Kabelmodus stehen die Funktionen zudem nicht zur Verfügung.

Kopfgesten für Anrufe

Beispielsweise Anrufe lassen sich mit dem XM6 jetzt auch per Kopfgeste, also das Nicken oder Schütteln des Kopfes, annehmen und abweisen.

WH-1000XM6: Kopfgesten für Anrufe
WH-1000XM6: Kopfgesten für Anrufe

ANC und Mute über Taste

Die NC/AMB-Taste ermöglicht den schnellen Wechsel zwischen der aktiven Geräuschunterdrückung, dem Transparenzmodus und der Deaktivierung beider Modi. In der App kann eingestellt werden, wie stark Umgebungsgeräusche verstärkt werden sollen. Dies ist nach wie vor in Stufen von 1 bis 20 möglich. Die Option „Fokus auf Stimme“ sorgt erneut für ein Hervorheben von Sprache aus der Umgebung. Über die App kann der Taste zudem eine Quick-Access-Funktion zugewiesen werden, wenn sie zwei oder drei Mal gedrückt wird.

Neu ist wie erwähnt, dass man über die NC-Taste das Mikrofone muten kann, wenn man diese während eines Anrufs zwei Mal drückt. Ein Hinweis kann den Nutzer dann auch immer wieder darauf aufmerksam machen, dass das Mikrofon noch ausgeschaltet ist. Beides lässt sich in der App aktivieren.

Trageerkennung und Speak-to-Chat

Ebenso erneut vertreten sind Funktionen wie Auto-Play/Auto-Pause – also das automatische Pausieren der Musikwiedergabe, wenn man den Kopfhörer abnimmt, und das automatische Fortsetzen der Wiedergabe, wenn der Kopfhörer wieder aufgesetzt wird – sowie Speak-to-Chat, das die Lautstärke reduziert und in den Transparenzmodus wechselt, wenn der Träger anfängt zu reden. Die Lautstärke wird 15 Sekunden nach dem letzten vom Träger gesprochenen Wort wieder angehoben, wobei die Zeitspanne in der App angepasst (5, 15 oder 30 Sekunden) oder ganz ausgeschaltet werden kann, so dass die Wiedergabe nicht von allein wieder einsetzt. Speak-to-Chat lässt sich auch manuell aktivieren, indem das Touchfeld mit zwei Fingern gedrückt gehalten wird.

Beide Funktionen überzeugen in der Praxis erneut durch ihre Zuverlässigkeit und Reaktionsschnelle. Bei Speak-to-Chat reicht aber erneut ein Husten, um als Sprache erkannt zu werden und die Lautstärke zu reduzieren. In diesem Bereich sollte es inzwischen möglich sein, zwischen durch den Träger verursachten Geräuschen und Sprache unterscheiden zu können.

Der Sensor für die Trageerkennung liegt wieder in der linken Ohrmuschel. Wird diese angehoben, pausiert die Wiedergabe sehr schnell und zuverlässig. Nur die rechte anzuheben, reicht somit nicht aus.

Transparenz bei Handauflegen

Ebenfalls schon vom XM5 bekannt ist die Möglichkeit, die Hand auf die Sensorfläche der rechten Ohrmuschel zu legen, um den Transparenzmodus zu aktivieren und die Lautstärke der Musikwiedergabe zu reduzieren. So lassen sich Durchsagen am Bahnhof schnell verstehen.

Sprachassistenten auf Zuruf

Auch der XM6 unterstützt die Sprachassistenten Google Gemini, Apple Siri und Amazon Alexa des Smartphones, wobei sie auch durch das Sagen des Aktivierungswortes anstelle des Gedrückthaltens des Touchsensors aktiviert werden können.

Klang des Sony WH-1000XM6

Der WH-1000XM6 klingt erneut sehr unaufgeregt, was ihm gleichzeitig wieder eine gute Ausgangsposition als Allrounder verschafft. Denn er übertreibt es weder mit den Bässen noch mit völlig überzogenen, scharfen Höhen. So spielt der Kopfhörer von Sony erneut jedes Musikgenre, was man ihm vorlegt, überzeugend klar und deutlich aus. Auch beim kräftigen Bass gibt es nichts zu kritisieren, wenn er benötigt wird, setzt er sich voluminös in Erscheinung. Den Tiefbass in St Jude von Florence + The Machine schafft der XM6 bei leiser Wiedergabe aber nicht hörbar wiederzugeben, was der etwas basslastigere XM5 kann. Wer etwas neutraleren Klang bevorzugt und Bass lieber manuell verstärkt als ihn manuell zu reduzieren, wird jedoch mit dem XM6 glücklicher. Auch bei den Mitten und Höhen gibt sich der XM6 keine Blöße. Gesang, Gitarrenklänge etwa in Scott Street von Phoebe Bridgers oder auch Podcasts klingen sehr gut. Wer allerdings eine effektvollere Abstimmung bevorzugt, bei denen die Höhen sich deutlicher in den Vordergrund spielen, erhält dies beim XM6 nicht.

Im passiven Kabelbetrieb, also wenn der XM6 ausgeschaltet ist, klingt das neue Modell allerdings sehr dumpf und matt. Weder Bässe noch Höhen kommen in diesem Modus ansatzweise zur Geltung. Im passiven Kabelbetrieb sollte der WH-1000XM6 deshalb nicht genutzt werden.

Sony WH-1000XM6: Vier Mikrofone sind nach hinten gerichtet
Sony WH-1000XM6: Vier Mikrofone sind nach hinten gerichtet
Sony WH-1000XM6: Schlicht, aber nicht besonders dünn
Sony WH-1000XM6: Schlicht, aber nicht besonders dünn

Das Einschalten der aktiven Geräuschunterdrückung wirkt sich abermals nicht hörbar auf den Klang der Sony WH-1000XM6 aus.

Analyse des Frequenzverlaufs

ComputerBase führt auch bei neuen Kopfhörern Messungen zum Frequenzverlauf durch. Hierfür wird auf das miniDSP Headphone & Earphone Audio Response System (H.E.A.R.S.) in Verbindung mit der Software REW zurückgegriffen. Hierbei handelt es sich nicht um eine IEEE-standardisierte Messstation, sie liefert jedoch gute Vergleichswerte, die insbesondere eine Vergleichbarkeit der betrachteten Kopfhörer untereinander ermöglichen. Die Mikrofone im rechten und linken Ohr des miniDSP H.E.A.R.S. sind kalibriert. Der Schalldruck ist bei allen Kopfhörern bei 300 Hz auf circa 84 dB kalibriert. Ein idealer Verlauf entspräche somit einer geraden Linie bei 84 dB. Alle Messungen werden nach Herstellervorgaben von 20 Hz bis 20 kHz mehrfach und mit unterschiedlichen Kopfhörerpositionen durchgeführt, um diese Einflüsse zu berücksichtigen und einen falschen Sitz zu erkennen. Die Ergebnisse sind wie in den Graphen dargestellt leicht geglättet.

Für den Sony WH-1000XM5 wurde die Messung sowohl bei Nutzung von Bluetooth (AAC) als auch beim Anschluss per Kabel im aktiven und passiven Betrieb durchgeführt. Als weiterer Vergleich sind Messungen der Apple AirPods Max hinterlegt.

Die Sony WH-1000XM6 weisen im Frequenzverlauf eine schwächere Bassverstärkung auf als die WH-1000XM5. Gleichzeitig fallen die Mitten beim XM6 aber etwas stärker ab als beim XM5. Insgesamt ist der Verlauf des Frequenzgangs erneut sehr flach.

Im aktiven Kabelbetrieb ändert sich an dieser Abstimmung und dem Frequenzverlauf quasi absolut nichts. Im passiven Kabelbetrieb klingt der WH-1000XM6 hingegen nicht nur dumpf und matt, auch der Frequenzverlauf bestätigt, dass Bässe und Höhen enorm abfallen.

Das ANC des WH-1000XM6 im Test

Statt acht Mikrofonen setzt Sony nun 12 Mikrofone ein, wobei vor allem mehr Feedback-Mikrofone im Inneren des ANC-Kopfhörers eingesetzt werden. Mit dem QN3 soll aber auch die Verarbeitung deutlich schneller möglich sein, so dass das ANC verbessert wird.

Im Test ist es kaum möglich eklatante Unterschiede zwischen dem WH-1000XM5 und dem WH-1000XM6 festzustellen. Auch der neue XM6 weist kein störendes Grundrauschen auf und sorgt für enorme Stille unter den Ohrmuscheln.

Die aktive Geräuschunterdrückung ist auch beim Sony WH-1000XM6 in der Lage Umgebungsgeräusche hervorragend zu dämpfen. Je nach Frequenz sind diese gar nicht mehr oder sehr gedämpft zu hören. Viele Gespräche und Geklapper in einem Café sind so zwar noch zu hören und können weiterhin nicht vollständig ausgeschaltet werden, sie sind aber sehr viel leiser. Die XM6 eignen sich so beispielsweise im Flugzeug auch sehr gut dazu, ohne Musikwiedergabe getragen zu werden, einfach nur, um die laute Umgebung auszublenden. Spätestens wenn man Musik über den XM6 wiedergibt, ist von der Umgebung in aller Regel aber nichts mehr zu hören.

WH-1000XM6: Audio-Treiber mit Feedback-Mikro
WH-1000XM6: Audio-Treiber mit Feedback-Mikro

Im Detail hat man mitunter den Eindruck, dass ANC des XM6 sei nicht ganz so effektiv wie das des XM5. Dieses Empfinden liegt aber auch daran, dass tiefe Frequenzen teilweise noch stärker reduziert werden, wodurch die hohen Frequenzen dann aber wiederum etwas deutlicher herauszuhören sind. So kann der Eindruck entstehen, dass der XM5 subjektiv etwas überlegen ist, wenn er es objektiv gar nicht ist.

Wind bei ANC

Auch der WH-1000XM6 filtert Wind gut, im direkten Vergleich schneidet der WH-1000XM5 in dieser Disziplin aber minimal besser ab, obwohl er vermeintlich die offenliegenderen Mikrofone aufweist. Es bleibt abzuwarten, ob Sony hier mit Software-Updates noch etwas optimieren kann, das Potenzial sollte auch der XM6 haben.

Sehr guter Transparenzmodus

Der Transparenzmodus des WH-1000XM6 bietet eine sehr gute und verständliche Wiedergabe der Umgebung. Die Umgebung wird bei Stufe 20 dabei etwas verstärkt, was auch dazu führt, dass harte Geräusche etwas härter klingen als ohne Kopfhörer und ein leichtes Rauschen zu hören ist, das in niedrigeren Stufen nicht auftritt. Allerdings bietet Sony in diesem Bereich wieder so viele Anpassungsmöglichkeiten in der App, dass man die Intensität dem eigenen Bedürfnis optimal anpassen kann. Auch die automatische Anpassung der Lautstärke in Abhängigkeit von der Lautstärke der Umgebungsgeräusche ist möglich.

WH-1000XM6: Umfassende Anpassungsmöglichkeiten beim Transparenzmodus
WH-1000XM6: Umfassende Anpassungsmöglichkeiten beim Transparenzmodus

Die Funktion „Fokus auf Stimmen“, die zusätzlich in der App aktiviert werden kann, beeindruckt zudem, indem sie in einem Café beispielsweise in der Lage ist, die Hintergrundgeräusche wie das Klappern mit Geschirr vollständig zu eliminieren, die Stimmen aber weiterhin hörbar zu übertragen. So kann man die Umgebung wahrnehmen, ungewollte Geräusche aber trotzdem ausblenden.

So viele Anpassungsmöglichkeiten bietet kein anderer Hersteller für seinen Transparenzmodus.

Wind beim Transparenzmodus

Starker Wind, der direkt auf ein Mikrofon trifft, ist bei aktiviertem Transparenzmodus zwar hörbar, wird aber nicht unangenehm verstärkt. Der Wind klingt zudem etwas dumpfer als beim WH-1000XM5, der Unterschied ist aber nicht gravierend.

Hervorragende Telefonie ohne Lärm

Die Telefonie über den WH-1000XM6 ist hervorragend. Die Stimme des Träger ist klar, präsent, warm und natürlich, wobei Hintergrundgeräusche effektiv herausgefiltert werden. Auch in lauter Umgebung lässt es sich problemlos telefonieren, wobei auch Stimmen abseits des Trägers selbst besser gefiltert werden als beim XM5.

Sony WH-1000XM6 – Mikrofonqualität
Sony WH-1000XM5 – Mikrofonqualität
Sonos Ace – Mikrofonqualität
Bose QuietComfort Ultra Kopfhörer – Mikrofonqualität
Anker Soundcore Space One – Mikrofonqualität
Dyson Zone – Mikrofonqualität
Sennheiser Momentum 4 Wireless – Mikrofonqualität
Shure Aonic 40 – Mikrofonqualität
Urbanista Los Angeles – Mikrofonqualität
JBL Tour One – Mikrofonqualität
JBL Club One – Mikrofonqualität
Sennheiser HD 250BT – Mikrofonqualität
Yamaha YH-E700A – Mikrofonqualität
Urbanista Miami – Mikrofonqualität
Apple AirPods Max – Mikrofonqualität
Razer Opus – Mikrofonqualität
Marshall Major IV – Mikrofonqualität
Anker Soundcore Life Q30 – Mikrofonqualität
Skullcandy Crusher Evo – Mikrofonqualität
JBL Club 950NC – Mikrofonqualität
Jabra Evolve2 85 – Mikrofonqualität
Jabra Elite 45h – Mikrofonqualität
Sony WH-1000XM4 – Mikrofonqualität
Sony WH-1000XM3 – Mikrofonqualität
Sony WH-CH710N – Mikrofonqualität
iFrogz Airtime Vibe – Mikrofonqualität
Bowers & Wilkins PX5 – Mikrofonqualität
Montblanc MB 01 – Mikrofonqualität
Beyerdynamic Amiron wireless copper – Mikrofonqualität
Marshall Monitor II A.N.C. – Mikrofonqualität

Latenz im Vergleich

Die Latenz des Sony WH-1000XM6 wird mit LDAC unter Android und mit AAC unter iOS gemessen. Einen Low-Latency-Codec oder einen proprietären Low-Latency-Modus bietet Sony trotz des Gaming-Equalizers nicht.

Synchronisiert die genutzte App Bild und Ton nicht, ist deshalb immer ein kurzer Versatz zwischen Bild und Ton sichtbar, der bei der reinen Musikwiedergabe nicht ins Gewicht fällt.

Wie schon der Vorgänger kann sich auch der XM6 in dieser Kategorie weder positiv hervortun, noch fällt er negativ auf. Er bietet die für die Audio-Codecs üblichen Latenzen.

Latenz zwischen Bild und Ton im Vergleich
Kopfhörer Latenz
Sony WH-1000XM6 160–180 ms (Android, LDAC) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Sony WH-1000XM5 160–180 ms (Android, LDAC) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Sonos Ace 160–180 ms (Android, aptX Adaptive/iOS, AAC)
Bose QuietComfort Ultra 100 ms (Android, aptX Adaptive) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Soundcore Space One 160–180 ms (Android, LDAC/iOS, AAC)
Dyson Zone 160–180 ms (Android, SBC/iOS, AAC)
Sennheiser Momentum 4 Wireless 80–100 ms (Android, aptX Adaptive) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Shure Aonic 40 160–180 ms (Android, aptX HD/iOS, AAC)
Urbanista Los Angeles 160–180 ms (Android, SBC/iOS, AAC)
JBL Tour One 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Sennheiser HD 250BT 70 ms (aptX LL), 160–180 ms (Android, aptX/iOS, AAC)
Yamaha YH-E700A 70 ms (Android, aptX Adaptive), 160–180 ms (iOS, AAC)
Urbanista Miami 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Apple AirPods Max 50–60 ms (iOS, AAC), 90–100 ms (Android, AAC)
Razer Opus 160–180 ms (Android/iOS, AAC) / 80–100 ms (Gaming-Mode)
Marshall Major IV 160–180 ms (Android/iOS, SBC)
Anker Soundcore Life Q30 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Skullcandy Crusher Evo 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
JBL Club One 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Jabra Evolve2 85 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Jabra Elite 45h 160–180 ms (Android/iOS, SBC)
Sony WH-1000XM4 160–180 ms (Android, LDAC) / 160–180 ms (iOS/Android, AAC)
JBL Club 950NC 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Sony WH-CH710N 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
iFrogz Airtime Vibe 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Sony WH-1000XM3 160–180 ms (Android, LDAC) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Bowers & Wilkins PX5 160–180 ms (Android, aptX HD) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Montblanc MB 01 160–180 ms (Android, aptX HD) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Sennheiser Momentum 3 Wireless 80 ms (Android, aptX LL) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Marshall Monitor II A.N.C. 160–180 ms (Android/iOS, SBC)
beyerdynamic amiron wireless copper 160–180 ms (Android, aptX HD) / 160–180 (iOS, AAC)

Fazit

Im Grunde ist das Fazit einfach: Wer bislang beim WH-1000XM4 oder gar einem Vorgänger geblieben ist, weil sich der WH-1000XM5 nicht falten ließ, der kann nun ruhigen Gewissens auf den WH-1000XM6 umsteigen. Sony hat sich das Feedback und die Kritik der Nutzer in vielen Bereichen zu Herzen genommen und Änderungen und Verbesserungen wie den Falt-Mechanismus, die austauschbaren Ohrpolster, die kleinere Reisetasche und das Laden während der Musikwiedergabe umgesetzt. Wer jedoch einen WH-1000XM5 hat, muss nicht auf den WH-1000XM6 umsteigen, da die Unterschiede im Alltag abseits des Faltmechanismus gering sind und auch der XM5 immer noch eine exzellente Leistung liefert, die der XM6 nicht klar übertrifft.

Sony WH-1000XM6: Sehr gut verarbeitet, aber kein Pomp
Sony WH-1000XM6: Sehr gut verarbeitet, aber kein Pomp

Sony weiß bei Klang, ANC, Transparenzmodus und vor allem auch dem Funktionsumfang erneut zu überzeugen. Nicht in jedem Aspekt ist das neue Modell dem Vorgänger dabei aber sofort hörbar überlegen, oft sind es nur Details. Bei der Telefonie beispielsweise machen sich die Verbesserungen des QN3 und die Leistungsfähigkeit hingegen sofort bemerkbar. Auch der WH-1000XM5 hat hier 2022 schon sehr überzeugt, da man auch in lauten Umgebungen noch telefonieren konnte, der XM6 klingt dann aber noch mal besser und filtert fremde Stimmen besser heraus.

Sony WH-1000XM6
Sony WH-1000XM6
Der Sony WH-1000XM6 ist schlicht
Der Sony WH-1000XM6 ist schlicht
Sony WH-1000XM6: Aufgeräumt und gefaltet mit Kabeln im Case
Sony WH-1000XM6: Aufgeräumt und gefaltet mit Kabeln im Case

Mit den bereits vom WH-1000XM5 bekannten und wieder verfügbaren Funktionen wie Speak-to-Chat, 360 Reality Audio, der Trageerkennung und der adaptiven Geräuschsteuerung sowie dem neuen 360 Upmix for Cinema, LE Audio mit LC3 und Auracast oder auch der kleinen Neuerung, über die NC-Taste das Mikro stummschalten zu können, ist Sony beim Funktionsumfang wieder führend.

Raum für Verbesserungen bietet aber auch der WH-1000XM6 weiterhin. Einerseits weist Sony weiterhin nicht klar aus, ob der Kopfhörer nun im Regen getragen werden kann und auch ohne explizites IPX4-Rating einen Schutz aufweist. Andererseits sind die Ohrmuscheln insgesamt mit fast 5 cm im Vergleich zu Konkurrenten wie den AirPods Max von Apple zu dick. Kopfhörer mit dünneren Ohrmuscheln wirken leichter und eleganter, auch wenn sich der WH-1000XM6 mit 254 Gramm hier vor der Konkurrenz, die mitunter sogar rund 100 Gramm mehr wiegt, keinesfalls verstecken muss. Und auch wenn das neue Design und insbesondere die Rückkehr zum Faltmechanismus insgesamt zu loben ist, hätte etwas mehr Material zur Polsterung am Kopfband nicht geschadet. Sie fällt beim breiteren Kopfband des XM6 sehr dünn aus.

Sony WH-1000XM6: Bequeme Ohrpolster
Sony WH-1000XM6: Bequeme Ohrpolster

Nicht als kritikwürdig kann hingegen die Akkulaufzeit angesehen werden. Ja, sie fällt mit 30 Stunden nicht besser aus als beim Vorgänger, und ja, manch Konkurrent bietet bereits 50 Stunden oder mehr Akkulaufzeit, doch im Alltag ist dies quasi nicht relevant. Wenn man, auch Dank der neuen Unterstützung von Power-Delivery-Netzteilen mit 9 statt 5 Volt, innerhalb weniger Minuten wieder Energie für mehrere Stunden nachladen kann, hat man im Alltag nie das Problem, dass der XM6 eine zu kurze Akkulaufzeit bietet.

Sony WH-1000XM6
15.05.2025
ComputerBase-Empfehlung für Sony WH-1000XM6

ComputerBase wurde der WH-1000XM6 leihweise unter NDA von Sony zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Test fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.

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