Farthest Frontier im Test: Grafikkarten-Benchmarks und Probleme im neuen Aufbauspiel

Wolfgang Andermahr
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Farthest Frontier im Test: Grafikkarten-Benchmarks und Probleme im neuen Aufbauspiel

Nach mehreren Jahren Early Access ist das Aufbaustrategiespiel Farthest Frontier erschienen. ComputerBase hat sich die Technik der PC-Version angesehen und Benchmarks mit insgesamt 21 Grafikkarten (Nvidia GeForce, AMD Radeon, Intel Arc) erstellt. Im Test zeigt sich eine ordentliche Performance, aber auch Probleme.

Farthest Frontier: Die Technik der PC-Version

Seit August 2022 befindet sich das Aufbaustrategiespiel Farthest Frontier im Early Access und nun ist das Spiel von den Grim-Dawn-Entwicklern Crate Entertainment in der Version „1.0“ erschienen. Aus technischer Sicht ist das Spiel alleine deswegen interessant, da es auf die Unity-Engine setzt, die bei kleineren Projekten gerne zum Einsatz kommt – auch wenn Farthest Frontier nicht wirklich klein ist.

Grafisch hinterlässt Farthest Frontier, das übrigens auf die alte DirectX-11-API setzt, einen zwiespältigen Eindruck. Eigentlich handelt es sich um ein schönes Aufbauspiel, das viele Details zeigt. Ja, nahe herangezoomt werden sollte nicht, dann fällt der schicke Eindruck zusammen, um ein Anno 1800 oder sogar ein Anno 117 handelt es sich eben nicht. Aber so wird ein Aufbaustrategiespiel ja auch nicht gespielt, das ist also kein sonderliches Problem.

MSAA anstatt TAA hat zwei Probleme zur Folge

Das größere Problem ist, dass das Spiel noch auf Multi-Sampling-Anti-Aliasing als Kantenglättung setzt, die ihre gewohnte Stärke, aber viel mehr noch ihre gewohnte Schwäche mit sich bringt: Das Spiel ist zwar auch bei Kamerabewegung scharf, dafür aber flimmert dieses – und zwar immer. Vor allem die Vegetation ist stark davon betroffen, doch auch diverse andere Objekte flackern. Auch in Ultra HD und damit einer hohen Auflösung ist das Problem stark ausgeprägt, das sich auch durch eine noch höhere Auflösung nicht abstellen, nur geringfügig reduzieren lässt. So etwas sollte es im Jahr 2025 eigentlich nicht mehr geben.

Zudem bringt das ein weiteres Problem hervor: Da das Spiel auf keine TAA-Kantenglättung setzt, gibt es auch kein Upsampling, weder DLSS noch FSR oder XeSS. Und genau jene Techniken wären perfekt dafür geeignet, um das nervige Flimmern völlig abzustellen – bei besserer Performance obendrauf. So muss man sich mit dem klassischen MSAA begnügen, das auch für kleinere aktuelle Spiele nicht mehr ausreichend ist.

Das HUD verhält sich wie aus der Vergangenheit

Ebenso erwähnenswert ist ein nerviges Verhalten des HUDs, das sich genau wie das fehlende TAA eher wie ein 15 Jahre altes Spiel anstatt ein moderner Titel verhält. Denn dieses skaliert nicht mit der Auflösung und ist bei einer niedrigen Auflösung entsprechend groß und bei einer hohen klein. Das Verhalten ist nervig, jedoch kann die HUD-Skalierung zumindest händisch im Optionsmenü vorgenommen werden. Dennoch muss dies heutzutage eigentlich automatisch geschehen.

Die technischen Merkmale
Farthest Frontier Eigenschaften
Entwickler Crate Entertainment
Publisher Crate Entertainment
Engine Unity
API DirectX 11
Nvidia Reflex Nein
Nvidia Reflex 2 Nein
AMD Anti-Lag 2 Nein
HDR Nein
Widescreen (21:9) (Screenshot-Vergleich)
Kantenglättung MSAA
Temporales Upsampling
Nvidia DLSS 4 Transformer Nein
Nvidia DLSS Super Resolution (SR) Nein
Nvidia DLSS Ray Reconstruction (RR) Nein
Nvidia DLSS Frame Generation (FG) Nein
Nvidia DLSS Multi Frame Generation (MFG) Nein
AMD FSR 4 Super Resolution (SR) Nein
AMD FSR Super Resolution (SR) Nein
AMD FSR Frame Generation (FG) Nein
Intel XeSS Super Resolution (SR) Nein
Intel XeSS Frame Generation (FG) Nein
Epic UE TSR (SR) Nein
Native Auflösung + Upsampling Nein
Raytracing Nein
45 FPS im Benchmark ab (mit DLSS/FSR Quality)
WQHD RTX 5050 / RTX 4060 / RX 9060 XT / RX 7600 / B570 / A770
UWQHD RTX 5060 / RTX 4060 Ti / RX 9060 XT / RX 7700 XT
UHD RTX 5060 Ti / RTX 4070 / RX 9070 / RX 7700 XT
Direkt zu den Benchmarks
Release-Datum 23. Oktober 2025
Preis zum Release 30 Euro

Widescreen im Kurz-Test

Die meisten Spiele unterstützen heute die beliebten Widescreen-Formate, alle Titel dann aber immer mal wieder doch nicht – oder auch nicht korrekt. ComputerBase hat folgende 2 Screenshots in der Auflösung 3.440 × 1.440 (UWQHD) sowie 2.560 × 1.440 (WQHD) aufgenommen, was dem 21:9- und dem klassischen 16:9-Format entspricht. Daran lässt sich erkennen, wie das Spiel mit Widescreen-Auflösungen umgeht.

Die offiziellen Systemanforderungen

Minimal Empfohlen
Betriebssystem Windows 10/11 (64 Bit)
Prozessor AMD FX 8120
Intel Core i5-3470
AMD Ryzen 5 1600X
Intel Core i5-4690
Arbeitsspeicher 8 GB RAM 16 GB RAM
Grafikkarte AMD Radeon 9 290
Nvidia GeForce GTX 780
AMD Radeon RX 590
Nvidia GeForce GTX 980
VRAM 3 GB 4 GB
Speicherplatz 4 GB

Das Grafikmenü im Detail

Eigenschaften
Grafik-Presets Nein
Einzelne Grafikoptionen
FPS-Limiter
Dynamische Auflösung Nein
Spieleigenes Up-/Downscaling Nein / Nein
Spatiales Upscaling von AMD/Nvidia Nein / Nein
Nachschärfen Nein
FPS-Counter Nein
Sonstige Overlays Nein
VRAM-Auslastungsanzeige Nein
Live-Vorschau Nein
Vergleichs-Screenshots Nein
Detaillierte Beschreibungen Nein
Integrierter Benchmark Nein
Das Grafikmenü der PC-Version

Die Ladezeiten

Manche Spiele laden unglaublich schnell, andere wiederum benötigen eine schiere Ewigkeit. Mit einer Stoppuhr ausgestattet, misst die Redaktion die Ladezeiten ins Hauptmenü und dann von dort in die Testsequenz. Da Ladezeiten variieren können, wird dies insgesamt dreimal durchgeführt und dann ein Durchschnitt gebildet. Zwischen jedem Versuch wird der Rechner neu hochgefahren, sodass keine Dateien mehr im Cache vorliegen. Falls es abbrechbare Intros oder Videosequenzen gibt, werden sie weggeklickt, denn nur die reine Ladezeit ist wichtig. Sofern das Spiel bemerkbar einmalig Shader vorab kompiliert, wird dieser Lauf nicht in die Rechnung einbezogen. Die Zeit der Shader-Erstellung wird separat angegeben.

Dabei ist zu bedenken, dass ComputerBase einen High-End-PC besitzt, der unter anderem mit einem Ryzen 7 9800X3D und einer Seagate FireCuda 530 als PCIe-4.0-fähige NVMe-SSD ausgestattet ist. Entsprechend werden die Ladezeiten auf den meisten Systemen länger ausfallen. Die Werte hier sind nur zur Orientierung gedacht.

So schnell lädt das Spiel
In das Hauptmenü Vom Menü zur Testsequenz Shader-Kompilierung
14 Sekunden 48 Sekunden Nein

Offizielle Steam-Deck-Kompatibilität

Wenn Spiele auf der Plattform Steam erscheinen, laufen sie auch oft auf dem Steam Deck. Zwar hat die Redaktion bei Technik-Tests nicht immer die Möglichkeit, die Performance auf der tragbaren Konsole zu überprüfen, doch gibt Steam bei den Titeln auch stets eine generelle Einordnung der Kompatibilität an. Wie sie ausfällt, findet sich hier im Artikel.

Steam-Deck-Kompatibilität
Steam-Deck-Kompatibilität (Bild: Steam)
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