Govee Gaming Pixel Light im Test: Pixel-Art-Grafik per AI-Chatbot aufs 32x32-Display bringen
Mit dem Govee Gaming Pixel Light lassen sich animierte Inhalte, eigene Zeichnungen oder AI-Werke auf ein LED-Display mit Pixel-Art-Grafik und 8-Bit-Retro-Sound bringen. Wie der Test verdeutlicht, ist der Nutzer vor allem gefragt, die spaßige Spielerei dauerhaft mit Leben zu füllen.
Pixel-Art Gaming-Light-Display
Mit dem Gaming Pixel Light für Spieler hat Govee zur CES 2025 ein LED-Display für Pixel-Art-Grafiken vorgestellt, das nicht nur Retro-Spiele animiert wieder aufleben lässt, sondern mittels generativer AI auch dem Nutzer selbst die Möglichkeit gibt, jeden erdenklichen Inhalt als Pixelkunst auf das LED-Display zu bringen, indem Befehle aus Text oder Sprache in Bilder und Licht übersetzt werden. Es ist das erste KI-gesteuerte Smart Pixel Light der Branche. ComputerBase hat das quadratische Govee Gaming Pixel Light mit einer Größe von 18,5 × 15 cm und 32 × 32 Pixeln (1.024 Pixel insgesamt) im Test.
Neben diesem Modell gibt es noch ein rechteckiges Modell mit einer Größe von 26,6 × 15 cm und 1.664 Pixeln (52 × 32 Pixel). Das quadratische Gaming Pixel Light (H6630) kostet 99,99 Euro*, das etwas größere, rechteckige Gaming Pixel Light (H6631) hingegen 129,99 Euro.*
Design und Montage des Pixel Lights
Das Design des Pixel Lights soll Spieler ansprechen, das Gehäuse bietet deshalb Ecken und Kanten sowie Schriftzüge wie „Game“ und „Loading“. Was sich vielleicht gut in Gaming-Schreibtische auf YouTube integriert und zu bunter Gaming-Peripherie passt, wirkt auf normalen Schreibtischen etwas deplatziert. Schlicht und dezent ist es nicht, weshalb es auch nicht jeden ansprechen wird. Dem Govee Pixel Light liegt sowohl ein Ständer zum Aufstellen des Displays als auch eine Halterung zur Wandmontage bei. Variabel im Winkel ist keine der Halterungen.
Echtzeit-Infos, GIFs und Animationen
Abseits selbst erstellter AI-Inhalte kann das Pixel Light auch zahlreiche andere Grafiken und Inhalte wiedergeben. Hat man das Display in der Govee-App eingerichtet und über WLAN mit dem Internet verbunden, lassen sich Echtzeit-Wetterupdates, Sport-Spielpläne, der Bitcoin-Kurs oder auch einfach nur die aktuelle Uhrzeit, eine Stoppuhr oder ein Countdown anzeigen. In der App können aber auch zahlreiche GIFs ausgewählt werden, die von Bildern, die an alte Spiele wie Street Fighter erinnern, bis hin zu einfachen Sternenhimmeln oder Warnschildern alles bereithalten. Auch Inhalte aus der Community – in der App noch als „Raum teilen“ bezeichnet – lassen sich abrufen, so dass es viel Auswahl gibt. Auch der Spieleklassiker Snake lässt sich in Endlosschleife auf dem Display darstellen.
Über Wiedergabelisten, die man speichern kann, lassen sich aus allen Inhalten bis zu 20 wählen, die nacheinander angezeigt werden, wobei von einer Sekunde bis zu einer Stunde für jede Grafik eine individuelle Anzeigedauer festgelegt werden kann.
Das Gaming Pixel Light mit 32 × 32 Pixeln kommt auf 9 LEDs je Quadratzentimeter und leuchtet bei der Darstellung von Weiß rund 180 cd/m² hell. Wird nur Rot dargestellt, sind es 77 cd/m², bei Grün 211 cd/m² und bei Blau 48 cd/m².
Eigene Bilder laden oder zeichnen
Auch eigene Bilder lassen sich über die App hochladen und in Lichteffekte auf dem LED-Display übersetzen. Ganz selbsterklärend, wie man eigene Bilder lädt und bearbeitet, ist es aber nicht. Zunächst muss man in der Govee-App die Option „Graffiti“ wählen, die auch dazu dient eigene Inhalte für das Display zu zeichnen. Das angezeigte Pixel-Raster lässt sich über die Schaltfläche oben rechts vergrößern, was nicht nur das Zeichnen vereinfacht, sondern auch das Laden eines eigenen Bildes ermöglicht, denn die untere Werkzeugleiste ist scrollbar. Rechts hinter dem Bild-Symbol verbirgt sich die Option, ein eigenes Bild aus der Galerie des Smartphones zu laden. Dieses wird dann in Pixel-Grafik übersetzt, was mal besser und mal schlechter funktioniert. Einfache Formen sind hier definitiv die richtige Wahl.
Ist das Bild nicht quadratisch, wird es rechts und links einfach abgeschnitten. Man hat nicht die Option, stattdessen oben und unten einfach frei zu lassen und mit einer Hintergrundfarbe zu versehen. Eine Anpassung des gewählten Bereichs außerhalb der quadratischen Vorauswahl ist nicht möglich, lediglich ein kleinerer Bereich lässt sich definieren. Unter Umständen ist es deshalb nötig, ein Bild zunächst außerhalb der App anzupassen, damit die Auswahl in der Govee-Home-App passt. SVG-Dateien kann die App nicht verarbeiten, JPG, GIF und PNG sind jedoch problemlos möglich.
Animationen über ein GIF lassen sich allerdings nicht unter Graffiti laden, sondern hierfür muss man in den Modus „DIY“ gehen. In diesem lassen sich GIFs hochladen und auch speichern und teilen. In beiden Modi muss man darauf achten, den Hintergrund vorher auf transparent zu stellen, wenn er schwarz sein soll. Es ist nämlich nicht möglich, Schwarz als Farbe auszuwählen, um diese zum Zeichnen zu benutzen. Sämtliche schwarze Flächen müssen deshalb über einen transparenten Hintergrund realisiert werden, was etwas umständlich ist.
Wer lieber künstlerisch tätig wird, kann auch eigene Bilder in der App zeichnen und Effekte auswählen. Zudem lassen sich aus dem Smartphone importierte Bilder auch um Effekte und Grafiken aus der Bibliothek ergänzen, so dass man sie weiter individualisieren kann. Die Möglichkeiten, woher und welche Inhalte sich auf das Pixel Light bringen lassen, sind in der Tat vielfältig und sehr gut umgesetzt.
Darüber hinaus lassen sich die Pixel-Lichteffekte mit der Musik beziehungsweise Geräuschen synchronisieren, die es über ein Mikrofon wahrnimmt. Welch Art von Effekt beispielsweise Meteorregen, Nebel oder ein Spektrum bei einem erkannten Geräusch dargestellt wird, lässt sich in der App auswählen. Für diese Option kann auch die Sensibilität eingestellt werden, um das Display nicht auf jedes kleine Geräusch reagieren zu lassen.
Einige Inhalte, die auf dem Display dargestellt werden, sind von 8-Bit-Musik untermalt, wobei man die Lautstärke anpassen oder den Ton auch ganz ausschalten kann.
Bilder per AI erstellen
Die Besonderheit des Govee Pixel Lights liegt aber in der Verknüpfung mit dem AI Chatbot, um eigenen AI-generated Content (AIGC) für das Display zu erstellen. Über die App lassen sich mit dem „Lighting Bot“ Befehle geben, die dann in eine Grafik umgesetzt werden. Auch hier sind der Fantasie theoretisch keine Grenzen gesetzt, allerdings sollte man bedenken, dass 32 × 32 Pixel sehr begrenzte Möglichkeiten bieten. Nicht jeder Inhalt, den man sich ausdenkt, ist auf dem Display gut darstellbar und sieht gut aus. Bis zu zehn Bilder lassen sich anschließend noch über die AI-erstellte Grafik legen, um das Bild weiter zu individualisieren.
Das Erstellen eigener Bilder mittels KI funktioniert über die Govee-App einwandfrei. Wie bei generativer AI üblich, entspricht nicht jedes Ergebnis den eigenen Vorstellungen, aber man kann einfach den Befehl verfeinern, konkretisieren oder das Bild verändern, bis man ein Ergebnis erhält, das einem gefällt. In der App wird beim Erzeugen der Bilder allerdings zunächst ein vergleichsweise hochauflösendes Bild angezeigt, das erst auf dem Display in 32 × 32 Pixel übersetzt wird. Wie das erstellte AI-Bild als Pixelgrafik aussieht, ist im AI-Assistenten somit nicht sofort ersichtlich.
Leistungsaufnahme
Die Leistungsaufnahme des Pixel Lights liegt im Test je nach angezeigtem Inhalt zwischen 2,0 und 4,0 Watt. Das Netzteil ist für maximal 12 Watt ausgelegt. Schaltet man das Pixel Light über die Taste am Gerät aus, bleibt in diesem Bereitschaftsmodus, in dem das Pixel Light weiterhin online ist und auch über die App wieder eingeschaltet werden kann, eine Leistungsaufnahme von 1,8 Watt bestehen.
Funktionen zur Lichtsteuerung
Auch für das Gaming Pixel Light ist eine smarte Steuerung mit Alexa, Google Home und Govee-Home-App verfügbar. Hierüber und über die Govee-App lässt es sich mit anderen Lichtern und Geräten synchronisieren und steuern. Und über die App lässt sich das Display nicht nur konfigurieren, die Helligkeit anpassen, Musik zur Wiedergabe und der Inhalt, der dargestellt werden soll, auswählen, sondern es kann auch einfach ein- und ausgeschaltet oder anhand eines Zeitplans gesteuert werden. Auch Funktionen zum „Aufwachen“, durch die das Display langsam heller wird, und „Schlafen“, die das Display innerhalb von 15 Minuten abdunkeln lässt, sind integriert.
Fazit
Über das Design des Govee Gaming Pixel Lights kann man streiten. Etwas weniger Gaming und ein dezenteres Auftreten wäre vielleicht nicht verkehrt gewesen, um eine größere Zielgruppe anzusprechen.
Schlussendlich ist das Govee Gaming Pixel Light eine Spielerei, die aufgrund ihrer Funktionen eine Kombination aus Licht und Display ist. Wer sich hierfür begeistern kann, erhält mit ihm aber zahlreiche Möglichkeiten, die unterschiedlichsten Inhalte in Pixel-Art-Design auf das kleine 32 × 32 Pixel darstellende Display zu bringen. Was sich noch nicht in den bereitgestellten Inhalten von Govee oder der Community findet, kann zudem einfach selbst gezeichnet, hochgeladen oder per AI-Chatbot erstellt werden, was auch im Test gut funktioniert.
Mehr als 8-Bit-Musik sollte man vom integrierten Lautsprecher nicht erwarten. Für die Musikwiedergabe auf dem Schreibtisch ist das Govee Gaming Pixel Light nicht gedacht.
Bevor man den Pixel Light kauft, sollte man sich aber Gedanken darüber machen, wie man es tatsächlich langfristig nutzen möchte. Denn die anfängliche Euphorie und das Ausprobieren verschiedener Inhalte und das Erstellen neuer Grafiken über den Chatbot verfliegt nach einigen Tagen. Auch wenn es mit 99,99 Euro* keine riesige Investition ist, sollte man das Display nicht nach wenigen Tagen als bessere Uhr verkommen lassen. Deshalb ist man gefragt, stetig für Abwechslung auf dem Schreibtisch zu sorgen. Das Govee Gaming Pixel Light ist mit seinen zahlreichen Möglichkeiten hierzu aber definitiv in der Lage.
ComputerBase hat das Gaming Pixel Light leihweise von Govee zum Testen unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Test fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.
(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.
Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung durch ComputerBase Pro und deaktivierte Werbeblocker. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.