Indiana Jones und der Große Kreis im Test: Die PC-Version vereint Spitzen-Grafik mit hohen FPS
Indiana Jones und der Große Kreis schafft etwas seltenes: Das Spiel sieht auf dem PC fast schon wie einer neuer Film aus, denn die Grafik ist hervorragend. Zugleich ist aber auch die Performance gut und die Frameraten hoch. Das und noch mehr zeigen die Grafikkarten-Benchmarks auf ComputerBase.
Der Artikel wurde im Abschnitt Spielkritik um einen Überblick über die überwiegend sehr positiven Rezensionen zum Spiel ergänzt. Auch der bereits am Wochenende im Spiel aktive Teil der ComputerBase-Community hat sich bis dato sehr positiv zum Spiel geäußert. Für die kommenden Tage plant ComputerBase auch noch einen Blick auf den heute veröffentlichten Pathtracing-Modus beziehungsweise dessen Performance zu werfen.
Indiana Jones und der Große Kreis: Die Technik der PC-Version
Indiana Jones und der Große Kreis ist nicht nur spielerisch, sondern auch grafisch ein absolutes Abenteuer. Die Entwickler von MachineGames haben es wie kaum ein anderes Studio geschafft, die Optik der alten Indiana-Jones-Filme in einem Spiel umzusetzen. Ganz gleich ob Indiana Jones selbst, die Gegner, die zahlreichen Kulissen oder die Rätsel, optisch könnte es sich stilistisch zweifellos um einen weiteren Original-Film handeln.
Doch nicht nur die künstlerische Gestaltung des Spiels ist beeindruckend, dasselbe gilt für die Grafik. Ausgerechnet in den ersten Minuten schwächelt das Spiel ein wenig, doch ist dieser kurze Abschnitt überstanden, schafft es das Spiel eine Grafikqualität an den Tag zu legen wie kaum ein anderer Titel. Indiana Jones und der Große Kreis gehört zweifellos zu den aktuell schönsten Spielen überhaupt.
So strotzen die verschiedenen Umgebungen nur so mit Details, sowohl deren Quantität als auch Qualität ist auf einem Top-Niveau. Die Charaktere, allen voran mit Indiana Jones selbst, sehen toll aus, die Animationen sowohl von den Figuren als auch den Gesichtern sind zwar nicht auf Referenz-, aber auf sehr hohem Niveau. Das größte Problem ist das LOD, denn dieses arbeitet mitunter aggressiv und lässt sichtbar die Detailstufe von Objekten wechseln.
| Indiana Jones und der Große Kreis | Eigenschaften |
|---|---|
| Entwickler | MachineGames |
| Publisher | Bethesda |
| Engine | id Tech |
| API | Vulkan |
| Nvidia Reflex | ✓ |
| AMD Anti-Lag 2 | Nein |
| HDR | ✓ |
| Widescreen (21:9) | ✓ (Screenshot-Vergleich) |
| Kantenglättung | TAA |
| Temporales Upsampling | |
| Nvidia DLSS Super Resolution | ✓ |
| Nvidia DLSS Frame Generation | ✓ |
| Nvidia DLSS Ray Reconstruction | Nein |
| AMD FSR Super Resolution | Nein |
| AMD FSR Frame Generation | Nein |
| Intel XeSS Super Resolution | Nein |
| Native Auflösung + Upsampling | ✓ (DLAA) |
| Direkt zur Upsampling-Analyse | |
| Raytracing | |
| Globale Beleuchtung | ✓ |
| Reflexionen | Nein |
| Schatten | ✓ |
| Umgebungsverdeckung | ✓ |
| Full Raytracing | Nein (folgt per Update am 9. Dezember) |
| 60 FPS im Benchmark ab (mit TAA Native) | |
| WQHD | RTX 3080 Ti / RTX 4070 / RX 6800 / RX 7700 XT |
| UWQHD | RTX 3080 Ti / RTX 4070 / RX 6800 XT / RX 7800 XT |
| UHD | RTX 4070 Ti / RX 7900 XT |
| Direkt zu den Benchmarks + Tuning-Tipps | |
| Release-Datum | 9. Dezember 2024 6. Dezember für Premium Edition |
| Preis zum Release | 70 Euro 90 Euro (Premium Edition) |
Tief integriertes Hardware-Raytracing macht optisch Spaß
Auch die weitere Technik hinterlässt zum Großteil einen sehr guten Eindruck. Unter anderem liegt das daran, dass Indiana Jones und der Große Kreis Hardware-Raytracing voraussetzt. Ähnlich wie zum Beispiel bei Ubisofts Snowdrop-Engine in Star Wars Outlaws (Test) hat MachineGames beziehungsweise id Software Raytracing so tief in in die eingesetzte id-Tech-Engine integriert, dass dieses Voraussetzung ist. Ohne Hardware-RT-fähige Grafikkarte lässt sich das Spiel gar nicht erst starten.
Das Spiel nutzt das Hardware-Raytracing zunächst für die Beleuchtung, die auch einen entsprechend guten Eindruck macht. Was dagegen leider nicht mittels Raytracing berechnet wird, sind die Reflexionen, so dass sie die üblichen Probleme von Screenspace-Reflexionen aufweisen: Sind diese nicht im Bild, gibt es gar keine Reflexionen, was störend ist. Hier hätten die Entwickler auch gleich noch den nächsten Schritt gehen können.
Auch mit Full Raytracing – etwas später
Abhilfe, wenn auch mit dem Vorschlaghammer, wird Full Raytracing alias Pathtracing bringen, das das Spiel offiziell ab dem 9. Dezember per Update unterstützt. Jetzt zum Start für Käufer der Premium-Edition ist es aber nicht integriert – auch die Reviewer-Version kann mit dem praktisch GeForce-RTX-4000-exklusivem Feature noch nicht umgehen. Zum Start der normalen Version des Spiels wird Full Raytracing dann für alle zur Verfügung stehen, DLSS Ray Reconstruction soll noch einmal später folgen.
Upsampling (Nvidia DLSS) in der Analyse
Indiana Jones und der Große Kreis unterstützt Nvidia DLSS Super Resolution sowie Frame Generation und liegt in der Version 3.7.20.0 vor. Und das war es dann auch, eine weitere Upsampling-Technologie gibt es nicht. Besitzer einer AMD- und einer Arc-GPU schauen in die Röhre, zumal das Spiel kein eigenes Upsampling bietet – die Option gibt es zwar, ist auf einer Radeon jedoch ausgegraut. Einzig die normale dynamische Auflösung ist ein Weg zur Leistungsverbesserung.
DLSS Super Resolution erledigt wie gewohnt einen guten Job und ist qualitativ auch mit der geringeren Renderauflösung im Quality-Modus mit der wirklich gelungenen TAA-Kantenglättung des Spiels vergleichbar. Beide Technologien haben unterschiedlliche Vor- und Nachteile, schlussendlich ergibt sich daraus ein Unentschieden. So hat DLSS die Bild-Rekonstruktion sowie ‑Stabilität besser im Griff als das TAA – auch wenn dies Meckern auf hohem Niveau ist –, während das TAA eine geringfügig bessere Bewegtbildschärfe bietet.
In zwei Fällen ist das TAA aber doch der klare Sieger: DLSS beruhigt die Screenspace-Reflexionen im Stillstand zwar deutlich besser als TAA; bewegt sich der Spieler aber, dreht sich das Bild plötzlich um und mit DLSS flackern beziehungsweise schimmern diese deutlich mehr. Letzteres ist dann deutlich störender als ersteres. Darüber hinaus kommt DLSS mit dem HDR-Modus des Spiels nicht zurecht. Sind HDR und DLSS aktiv, verpixeln die Reflexionen des Spiels massiv, was sehr unschön aussieht. Damit ist DLSS in Verbindung mit HDR aktuell nicht nutzbar.
Widescreen im Kurz-Test
Die meisten Spiele unterstützen heute die beliebten Widescreen-Formate, alle Titel aber noch nicht – oder nicht korrekt. ComputerBase hat folgende zwei Screenshots in der Auflösung 3.440 × 1.440 (UWQHD) sowie 2.560 × 1.440 (WQHD) aufgenommen, was dem 21:9- und dem klassischen 16:9-Format entspricht. Daran lässt sich erkennen, wie das Spiel mit Widescreen-Auflösungen umgeht.
Die offiziellen Systemanforderungen
| Minimum | Empfohlen | Ultra | Full Raytracing | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Minimum | Empfohlen | Ultra | ||||
| Grafik-Preset | Niedrig 1080p @ 60 FPS |
Hoch 1440p @ 60 FPS |
Ultra 2160p @ 60 FPS |
Niedrig 1080p @ 60 FPS |
Hoch 1440p @ 60 FPS |
Ultra 2160p @ 60 FPS |
| Prozessor | AMD Ryzen 5 3600 / Intel Core i7-10700K |
AMD Ryzen 7 7700 / Intel Core i7-12700K |
AMD Ryzen 7 7900X / Intel Core i7-13900K |
AMD Ryzen 5 3600 / Intel Core i7-10700K |
AMD Ryzen 7 7700 / Intel Core i7-12700K |
AMD Ryzen 9 7900X / Intel Core i9-13900K |
| Arbeitsspeicher | 16 GB RAM | 32 GB RAM | 16 GB RAM | 32 GB RAM | ||
| Grafikkarte | AMD Radeon RX 6600 / Nvidia RTX 2060 Super / Intel Arc A580 |
AMD Radeon RX 7700 XT / Nvidia RTX 3080 Ti |
AMD Radeon RX 7900 XT / Nvidia RTX 4080 |
Nvidia RTX 4070 (DLSS 3, Quality) | Nvidia RTX 4080 (DLSS 3, Balanced) | Nvidia RTX 4090 (DLSS 3, Performance) |
| Betriebssystem | 64-Bit Windows 10 | |||||
| Speicherplatz | 120 GB SSD | |||||
Das Grafikmenü im Detail
| Eigenschaften | |
|---|---|
| Grafik-Presets | ✓ (Hyper, Giga, Ultra, Hoch, Mittel, Niedrig) |
| Einzelne Grafikoptionen | ✓ |
| FPS-Limiter | ✓ |
| Dynamische Auflösung | ✓ |
| Spieleigenes Up-/Downscaling | ✓ / Nein |
| Spatiales Upscaling von AMD/Nvidia | Nein / Nein |
| Nachschärfen | ✓ |
| FPS-Counter | ✓ |
| Sonstige Overlays | ✓ |
| VRAM-Auslastungsanzeige | ✓ |
| Live-Vorschau | ✓ |
| Vergleichs-Screenshots | Nein |
| Detaillierte Beschreibungen | Nein |
| Integrierter Benchmark | Nein |
Die Ladezeiten
Manche Spiele laden unglaublich schnell, andere wiederum benötigen eine schiere Ewigkeit. Mit einer Stoppuhr ausgestattet misst die Redaktion die Ladezeiten ins Hauptmenü und dann von dort in die Testsequenz. Da Ladezeiten variieren können, wird dies insgesamt dreimal durchgeführt und ein Durchschnitt gebildet. Zwischen jedem Versuch wird der Rechner neu hochgefahren, sodass keine Dateien mehr im Cache liegen. Falls es abbrechbare Intros oder Videosequenzen gibt, werden sie weggeklickt, denn nur die reine Ladezeit ist wichtig. Sofern das Spiel bemerkbar einmalig Shader vorab kompiliert, wird dieser Lauf nicht in die Rechnung einbezogen. Die Zeit der Shader-Erstellung wird separat angegeben.
Dabei ist zu bedenken, dass ComputerBase einen High-End-PC besitzt, der unter anderem mit einem Ryzen 7 9800X3D und einer Seagate FireCuda 530 als PCIe-4.0-fähige NVMe-SSD ausgestattet ist. Entsprechend werden die Ladezeiten auf den meisten Systemen länger ausfallen. Die Werte hier sind nur zur Orientierung gedacht.
| In das Hauptmenü | Vom Menü zur Testsequenz | Shader-Kompilierung |
|---|---|---|
| 50 Sekunden | 0 Sekunden | Nein |
Offizielle Steam-Deck-Kompatibilität
Wenn Spiele auf der Plattform Steam erscheinen, laufen sie auch oft auf dem Steam Deck. Zwar hat die Redaktion bei Technik-Tests nicht immer die Möglichkeit, die Performance auf der tragbaren Konsole zu überprüfen, doch gibt Steam bei den Titeln auch stets eine generelle Einordnung der Kompatibilität an. Wie sie ausfällt, findet sich hier im Artikel.
Aktuell hat Valve aber noch keine Einordnung zur Steam-Deck-Kompatibilität für Indiana Jones und der Große Kreis bekanntgegeben.