Senua's Saga: Hellblade II im Test: Neue GPU-Benchmarks mit dem Enhanced-Patch

Wolfgang Andermahr
149 Kommentare
Senua's Saga: Hellblade II im Test: Neue GPU-Benchmarks mit dem Enhanced-Patch

Die Grafik von Senua's Saga: Hellblade II sieht mit Enhanced-Patch nochmal besser aus. Die Grafikeinstellungen können nun auf Sehr Hoch anstatt Hoch gestellt werden. Was für Auswirkungen dies auf die Grafikqualität und die Grafikkarten-Performance hat, klärt ComputerBase im Test.

Senua's Saga: Hellblade II Enhanced: Die Technik der PC-Version

Senua's Saga: Hellblade II (Test) ist im Mai 2024 erschienen und schickt den Spieler in ein grafisch sehr schönes „psychologisches Abenteuer“. Denn Hellblade 2 ist recht wenig Spiel und wer eine Gameplay-Herausforderung sucht, ist hier falsch. Aber es ist ein einmaliges Abenteuer, das es so nur selten gibt.

Mittlerweile hat Entwickler Ninja Theory ein Update nachgereicht, das nicht nur die Konsolenversionen mit neuen Grafik-Modi aktualisiert, sondern auch die PC-Version grafisch einen Schritt weiter nach oben bringen soll. Dazu gibt es nun eine höhere Stufe an Grafikdetails, anstatt bei „Hoch“ ist nun erst bei „Sehr Hoch“ Schluss. Darüber hinaus wurde auch DLSS aktualisiert – irgendwie zumindest. Wer gehofft hat, dass die Entwickler zudem auf 16:9-Monitoren den schwarzen Balken oben und unten entfernt haben, wird enttäuscht, dies ist nach wie vor künstlerische Intention. Jedoch gibt es entsprechende Mods dafür, um auch ohne Balken spielen zu können – doch Vorsicht, das kostet eine gute Portion FPS.

In diesem Test untersucht die Redaktion, inwieweit Senua's Saga: Hellblade II Enhanced, so der offizielle Name der neuen Version, grafische Verbesserungen zeigt, wie es um das Upsampling aussieht und wie viele FPS aktuelle Grafikkarten auf den Monitor zaubern.

Die technischen Merkmale
Senua's Saga: Hellblade II Enhanced Eigenschaften
Entwickler Ninja Theory
Publisher Xbox Game Studios
Engine Unreal Engine 5.3
API DirectX 12
Nvidia Reflex
Nvidia Reflex 2 Nein
AMD Anti-Lag 2 Nein
HDR
Kantenglättung
Temporales Upsampling
Nvidia DLSS 4 Transformer ✓ (per Nvidia-App)
Nvidia DLSS Super Resolution (SR)
Nvidia DLSS Ray Reconstruction (RR) Nein
Nvidia DLSS Frame Generation (FG)
Nvidia DLSS Multi Frame Generation (MFG)
AMD FSR 4 Super Resolution (SR) Nein (per Optiscaler möglich)
AMD FSR Super Resolution (SR)
AMD FSR Frame Generation (FG) Nein
Intel XeSS Super Resolution (SR)
Intel XeSS Frame Generation (FG) Nein
Epic UE TSR (SR)
Native Auflösung + Upsampling ✓ (DLAA, FSR, XeSS, TSR Native)
Direkt zur Upsampling-Analyse
Raytracing
Software-Lumen (UE5) ✓ (Beleuchtung, Reflexionen)
Hardware-Lumen (UE5) Nein
60 FPS im Benchmark ab (mit DLSS/FSR)
2.560 × 1.440 RTX 5070 / RTX 4070 / RX 9060 XT / RX 7900 XT
3.440 × 1.440 RTX 5070 / RTX 4070 Ti / RX 9070 / RX 7900 XTX
3.840 × 2.160 RTX 5070 Ti / RTX 4080 / RX 9070
Direkt zu den Benchmarks
Release-Datum 21. Mai 2024
Preis zum Release 50 Euro
70 Euro (Deluxe Edition)

Hohe vs. Sehr Hohe Grafikdetails: In Screenshots und Benchmarks

Das Wichtigste zuerst: Neue Grafik-Features gibt es in Senua's Saga: Hellblade II Enhanced nicht, was aufgrund desselben Grafikgerüsts, es kommt nach wie vor die Unreal Engine 5.3 zum Einsatz, auch nicht verwundert. Stattdessen haben die Entwickler schlicht die bereits vorhandenen Grafikdetails wie zum Beispiel die Auflösung der Schatten weiter nach oben gedreht.

Anstatt dass das Hoch-Preset das grafische Maximum in den Optionen darstellt, ist es nun die Einstellung „Sehr Hoch“. Nicht alle Optionen machen dabei einen Schritt nach vorne, das gilt nur für die Einstellungen „Post Processing“, „Schatten“, „Volumetrische Effekte“ und „Sichtweite“.

Analyse der Unterschiede

Die neuen Grafikoptionen sehen nicht überall besser aus, teilweise lassen sich zwischen Hoch und Sehr Hoch keinerlei Unterschiede erkennen. Teilweise ist die Grafik aber durchaus besser geworden, zum Beispiel werden auf größerer Sichtweite mehr Details dargestellt als früher. Und manchmal sind auch aus kurzer Entfernung zusätzliche Objekte zu sehen. Das ist vermutlich der größte Unterschied.

Darüber hinaus sieht auch der volumetrische Nebel besser aus, was sich jedoch nicht auf Screenshots, sondern nur in Bewegung erkennen lässt. Dieser weist mit Hoch kleinere Artefakte auf, mit Sehr Hoch ist das nicht mehr der Fall. Wer mit einem Adlerauge schaut, wird auch geringfügig hübschere Charakterschatten erkennen können, doch fällt dies selbst in einem direkten Vergleich kaum auf.

Wem das Bild mit Sehr Hoch etwas unschärfer als mit Hoch vorkommt, hat auch recht: Manche Post-Processing-Effekte sorgen bei maximalen Details in der Unreal Engine 5 für ein unschärferes Bild, was auch in Senua's Saga: Hellblade II Enhanced der Fall ist. Wer das nicht möchte, sollte die Post-Processing-Option wieder auf „Hoch“ zurücksetzen.

Die Performance-Kosten von „Sehr Hoch“

Die sehr hohen Grafikdetails kosten interessanterweise unterschiedlich viel mit einer AMD- als mit einer Nvidia-Grafikkarte. Die GeForce RTX 5070 Ti verliert durch die Grafikstufe „Sehr Hoch“ anstatt „Hoch“ in Ultra HD 19 Prozent an FPS, die Radeon RX 9070 XT dagegen geringere 13 Prozent.

Ultra HD ist dabei das Worst-Case-Szenario, in geringeren Auflösungen kosten die maximalen Grafikdetails etwas weniger Bilder pro Sekunde. Was jedoch bleibt, ist der Vorteil von Radeon gegenüber GeForce beim FPS-Verlust.

Hellblade 2 Enhanced, Grafikoptionen – 3.840 × 2.160
  • FPS, Durchschnitt:
    • RX 9070 XT @ Hoch-Preset
      80,7
    • RTX 5070 Ti @ Hoch-Preset
      74,1
    • RX 9070 XT @ Sehr-Hoch-Preset
      70,1
    • RTX 5070 Ti @ Sehr-Hoch-Preset
      60,2
  • FPS, 1% Perzentil:
    • RX 9070 XT @ Hoch-Preset
      74,8
    • RTX 5070 Ti @ Hoch-Preset
      66,0
    • RX 9070 XT @ Sehr-Hoch-Preset
      63,8
    • RTX 5070 Ti @ Sehr-Hoch-Preset
      53,1
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS)

Upsampling (Nvidia DLSS / AMD FSR) in der Analyse

Senua's Saga: Hellblade II Enhanced belässt beim Upsampling eigentlich alles beim Alten. Das Spiel unterstützt Super Resolution mit DLSS 3, FSR 3, XeSS und TSR, DLSS 4 sowie FSR 4 gibt es entsprechend ebenso wenig wie XeSS 2. Was es merkwürdigerweise aber schon gibt, ist DLSS 4 Multi Frame Generation. Das Spiel bietet also DLSS 3 (Model E) als Super Resolution und ein aktuelles DLSS 4 (M)FG – das ist schon eine sehr merkwürdige Kombination. Was es dagegen gar nicht gibt ist Frame Generation für AMD und Intel.

Immerhin, mittels Nvidia-App lässt sich DLSS 4 Super Resolution (Model K) und per Optiscaler (Download) FSR 4 problemlos hinzuschalten. Letzteres ist damit zwar inoffiziell, aber da das Spiel nur FSR 3 und kein FSR 3.1 unterstützt gibt es ohnehin keinen anderen Weg.

Nvidia DLSS 4 vs. AMD FSR 4 vs. FSR 3 – Senua’s Saga: Hellblade II Enhanced, Szene #1

So viel wieder vorweg: DLSS 4 und FSR 4 drehen wie gewohnt Kreise um die versammelte Konkurrenz. FSR 3, XeSS, TSR und auch DLSS 3 können nicht annähernd mit den zwei neuen Technologien mithalten. Je weniger Renderpixel es gibt, desto größer werden die Unterschiede. Unter FSR 3, XeSS sowie TSR gibt es auch nicht unbedingt einen Gewinner, je nach Situation kommt mal die eine, mal die andere Technologie besser zurecht. TSR ist schlussendlich jedoch der beste Allrounder, hat zum Teil aber dennoch große Probleme.

Zwischen DLSS 4 und FSR 4 gibt es größere Unterschiede

Die Ergebnisse zwischen DLSS 4 und FSR 4 sind interessant, da diese nicht unbedingt dem Standard entsprechen. So können zum Beispiel für gewöhnlich sowohl DLSS 4 als auch FSR 4 mit einer guten Bewegtbildschärfe dienen (mit Vorteilen für DLSS 4), was FSR 4 diesmal jedoch nicht gelingen will. Das Bild zeigt mit DLSS 4 sichtbar mehr Details. Und das ist schade, denn davon abgesehen macht FSR 4 einen richtig guten Eindruck und schafft es als einziges Upsampling, das Bild ohne wirkliche Probleme darzustellen.

Nvidia DLSS 4 vs. AMD FSR 4 vs. FSR 3 – Senua’s Saga: Hellblade II Enhanced, Szene #2

Denn DLSS 4 hat zwar das schärfere Bild, gerät aber manchmal in Schwierigkeiten. Fliegen zum Beispiel Vögel im Hintergrund, wabern diese mit DLSS 4 ziemlich umher, FSR 4 hat die Darstellung besser im Griff. Der mit Abstand größte Unterschied ist jedoch im Wasser zu finden, mit dem DLSS 4 so seine Probleme hat und dieses ziemlich verpixelt darstellt. FSR 4 ist das einzige Upsampling, das Wasser fehlerfrei darstellen kann.

Die offiziellen Systemanforderungen

Systemanforderungen für Senua’s Saga: Hellblade II
Systemanforderungen für Senua’s Saga: Hellblade II (Bild: Ninja Theory)

Das Grafikmenü im Detail

Eigenschaften
Grafik-Presets ✓ (Sehr Hoch, Hoch, Mittel, Niedrig)
Einzelne Grafikoptionen
FPS-Limiter Nein
Dynamische Auflösung Nein
Spieleigenes Up-/Downscaling Nein / Nein
Spatiales Upscaling von AMD/Nvidia Nein / Nein
Nachschärfen
FPS-Counter ✓ (Nur im Menü)
Sonstige Overlays ✓ (Nur im Menü)
VRAM-Auslastungsanzeige
Live-Vorschau Nein
Vergleichs-Screenshots Nein
Detaillierte Beschreibungen Nein
Integrierter Benchmark Nein
Das Grafikmenü der PC-Version

Die Ladezeiten

Manche Spiele laden unglaublich schnell, andere wiederum benötigen eine schiere Ewigkeit. Mit einer Stoppuhr ausgestattet, misst die Redaktion die Ladezeiten ins Hauptmenü und dann von dort in die Testsequenz. Da Ladezeiten variieren können, wird dies insgesamt dreimal durchgeführt und dann ein Durchschnitt gebildet. Zwischen jedem Versuch wird der Rechner neu hochgefahren, sodass keine Dateien mehr im Cache vorliegen. Falls es abbrechbare Intros oder Videosequenzen gibt, werden sie weggeklickt, denn nur die reine Ladezeit ist wichtig. Sofern das Spiel bemerkbar einmalig Shader vorab kompiliert, wird dieser Lauf nicht in die Rechnung einbezogen. Die Zeit der Shader-Erstellung wird separat angegeben.

Dabei ist zu bedenken, dass ComputerBase einen High-End-PC besitzt, der unter anderem mit einem Ryzen 7 9800X3D und einer Seagate FireCuda 530 als PCIe-4.0-fähige NVMe-SSD ausgestattet ist. Entsprechend werden die Ladezeiten auf den meisten Systemen länger ausfallen. Die Werte hier sind nur zur Orientierung gedacht.

So schnell lädt das Spiel
In das Hauptmenü Vom Menü zur Testsequenz Shader-Kompilierung
32 Sekunden 6 Sekunden Ja (wenige Sekunden)

Offizielle Steam-Deck-Kompatibilität

Wenn Spiele auf der Plattform Steam erscheinen, laufen sie auch oft auf dem Steam Deck. Zwar hat die Redaktion bei Technik-Tests nicht immer die Möglichkeit, die Performance auf der tragbaren Konsole zu überprüfen, doch gibt Steam bei den Titeln auch stets eine generelle Einordnung der Kompatibilität an. Wie sie ausfällt, findet sich hier im Artikel.

Steam-Deck-Kompatibilität
Steam-Deck-Kompatibilität (Bild: Steam)
📊 Intel, AMD oder Nvidia? Mach' jetzt noch mit bei unserer großen Jahresumfrage!