Anleitung + Benchmarks: So kann man FSR 4 auf Radeon RX 7000 & RX 6000 nutzen

Update 2 Jan-Frederik Timm
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Anleitung + Benchmarks: So kann man FSR 4 auf Radeon RX 7000 & RX 6000 nutzen

Während AMD offiziell noch prüft, ob das qualitativ um Welten bessere FSR 4 nicht nur auf Radeon RX 9000 (RDNA 4), sondern auch auf Radeon RX 7000 (RDNA 3) freigegeben wird, macht ein Leak genau das möglich. Vorausgesetzt Nutzer von RX 7000 und RX 6000 greifen manuell ein. Eine Anleitung, wie das (mit OptiScaler) gelingt.

Update

Die Anleitung wurde um einen Abschnitt, wie sich die FSR-4-INT8-DLL auch auf Radeon RX 6000 „RDNA 2“ nutzen lässt, ergänzt. Positive Eindrücke davon, wie sich FSR 4 auf RDNA 2 und damit auch dem Steam Deck schlägt, gibt es bereits aus der Community.

Eine Warnung vorweg: Der Einsatz einer alternativen DLL in Spielen mit Anti-Cheat-Schutz ist nicht ohne Gefahr, sie könnte als Cheat erkannt werden. Um einen Bann zu vermeiden, sollten Spiele mit Anti-Cheat-Software zur Sicherheit nicht auf FSR 4 umgestellt werden.

Die Ausgangslage

Eine aus Quellcode des von AMD zu früh freigegebenen FidelityFX-SDK kompilierte FSR-4-DLL (Download auf eigene Gefahr) ermöglicht seit dieser Woche FSR 4 grundsätzlich auf Grafikkarten ab Radeon RX 6000, GeForce RTX 2000 und Intel Arc A-Serie. Das Community-Feedback der letzten Tage macht allerdings deutlich: Radeon-RX-6000-Nutzer profitieren davon derzeit nicht, denn es gibt gravierende Grafikfehler. Weil GeForce RTX in der Regel das ebenbürtige oder gar bessere DLSS 4 mit Transformer-Modell zur Verfügung steht und Intel Arc weiterhin wenig verbreitet ist, sind es derzeit also die Radeon-RX-7000-Inhaber, die potenziell am stärksten profitieren.

Wichtig: FSR 4 ist generell nur für DirectX 12 verfügbar. Spiele mit Vulkan können also noch nicht auf diese Generation Upscaler umgestellt werden – auf keiner Radeon.

Details zu den Hintergründen, wie und warum FSR 4 „per Mod“ jetzt auch auf anderen Grafikkarten als auf Radeon RX 9000 genutzt werden kann sowie warum Radeon RX 6000 Probleme macht, liefert der Artikel Windows und Linux: FSR 4 läuft dank Leak auf RX 7000, 6000 und GeForce RTX.

Getestet hat ComputerBase die nachfolgende Anleitung auf einem System mit Radeon RX 7800 XT und Radeon RX 7900 XTX mit RDNA-3-Architektur, die FSR 4 nicht unterstützt. Cyberpunk 2077, das den neuesten Algorithmus seit August bereits von sich aus mitbringt, bietet FSR 4 auf dieser Grafikkarte infolgedessen nicht an.

Das Testsystem nutzt eine Radeon RX 7800 XT mit RDNA-3-Achitektur, die FSR 4 nicht unterstützt. Cyberpunk 2077 bietet den neuesten Upscaler, obwohl das Spiel ihn integriert hat, deshalb nicht an.

Wer das ändern will, kann zwischen zwei verschiedenen Arten von Spielen unterscheiden: Denen, die FSR 4 schon „nativ“ bieten, und denen, die es nicht tun.

Anleitung: FSR 4 auf RX 7000 „RDNA 3“ nutzen

Anleitung für Spiele, die FSR 4 bieten

Cyberpunk 2077 ist seit August ein Spiel, das FSR 4 fest integriert hat. Es braucht also keinen Treiber-Override.

Um FSR 4 auf der Radeon RX 7000 in Cyberpunk 2077 nutzbar zu machen, muss lediglich die vom Spiel mitgelieferte Datei „amd_fidelityfx_dx12.dll“ (FSR 4 mit FP8) durch die aus dem geleakten SDK (FSR 4 mit INT8) ersetzt werden (umbenennen!, Download auf eigene Gefahr). Direkt im Anschluss ist FSR 4 auf der Radeon RX 7800 XT in den Grafikeinstellung auswählbar. Auch in anderen Spielen, die FSR 4 schon bieten, dürfte das so einfach sein.

Direkt nach dem Austausch der DLL-Datei ist FSR 4 im Menü auch auf der Radeon RX 7800 XT auswählbar
Anleitung für bestehende FSR-4-Spiele
  • Die Datei „amd_fidelityfx_dx12.dll“ im Spieleordner durch die INT8-Variante ersetzen. Alte Datei vorher sichern. Die INT8-Datei muss dafür umbenannt werden.

Anleitung für Spiele, die kein FSR 4 bieten

In Spielen, in denen man in den Grafikeinstellungen auf RDNA 4 noch kein „FSR 4“ auswählen kann, bedarf es externer Tools wie OptiScaler, um den Upscaling-Algorithmus zu wechseln und dank neuer DLL dann auch FSR 4 auf Grafikkarten abseits von Radeon RX 9000 zu aktivieren.

OptiScaler muss für jedes Spiel separat „installiert“ werden. Und das geht so:

  1. Der gesamte Inhalt der OptiScaler-Archivdatei wird in den Ordner des Spiels kopiert, in dem die Spiele-Exe-Datei liegt.
  2. Bestehende Dateien müssen dabei überschrieben werden.
  3. Im Anschluss wird die vom aktuellen OptiScaler mitgelieferte „amd_fidelityfx_upscaler_dx12.dll“ auch in diesem Fall durch die INT8-Version ersetzt (Download auf eigene Gefahr).
  4. Durch Ausführen der setup-windows.bat wird OptiScaler eingerichtet.
OptiScaler muss für jedes Spiel separat installiert werden. Dafür muss das heruntergeladene Archiv jeweils in den Ordner, in dem die Spiele-Exe legt, kopiert werden. Bestehende Dateien gilt es zu überschreiben.

Wird im Anschluss das Spiel gestartet, startet OptiScaler automatisch mit und kann über die „Einfg“-Taste aufgerufen werden.

Beim nächsten Spielstart macht sich OptiScaler über einen Hinweistext am unteren Bildschirmrand bemerkbar.
Beim nächsten Spielstart macht sich OptiScaler über einen Hinweistext am unteren Bildschirmrand bemerkbar.

Um den Upscaler auf FSR 4 zu wechseln, muss unter „Upscalers“ zuerst der aktive Upscaler ausgewählt und unter „FFX Settings“ dann die Alternative ausgewählt werden. Das war es auch schon.

Mit der „Einfg“-Taste lässt sich im Spiel das OptiScaler-Overlay aufrufen. Damit der Wechsel funktioniert, muss man sich in einem geladenen Spielstand befinden.
Mit der „Einfg“-Taste lässt sich im Spiel das OptiScaler-Overlay aufrufen. Damit der Wechsel funktioniert, muss man sich in einem geladenen Spielstand befinden.

Anleitung: FSR 4 auf RX 6000 „RDNA 2“ nutzen

Um die FSR-4-INT8-DLL auf Radeon RX 6000 zu nutzen, bedarf es einer zusätzlichen Vorbereitung, die den genutzten Treiber betrifft. Im Anschluss sind dieselben Schritte wie für Radeon RX 7000 durchzuführen.

Damit auch AMD Radeon RX 6000 ohne Grafikfehler mit der modifizierten FSR-4-DLL zusammenarbeitet, bedarf es gegenüber der Anleitung für FSR 4 auf RDNA 3 noch einer Anpassung. Zwei Optionen gibt es.

Option 1: Alten Treiber nutzen

Der Adrenalin 23.9.1 von September 2023 gilt als letzter Treiber, der keine Probleme macht. Der Treiber ist auch heute noch direkt über AMD.com zu bekommen.

In älteren Spielen ist der Einsatz eines alten Treibers in der Regel kein Problem, die für das Spiel eventuell notwendigen Optimierungen sind auch dort dann bereits vorhanden. In neuen Titeln könnte es aber Probleme geben. Und auch in neueren Treibern geschlossene Sicherheitslücken oder behobene Fehler sprechen durchaus gegen den Einsatz einer alten Version. Doch auch dafür gibt es inzwischen eine Lösung.

Option 2: Modifizierte, neue Treiber nutzen

Wie inzwischen herausgefunden wurde, bedarf es vor der Installation eines aktuellen Treibers nur der Übernahme zweier Dateien aus dem Adrenalin 23.9.1, damit FSR 4 auch mit dem neuen Treiber gut zusammenarbeitet. Und das geht so:

  1. Auf dem System muss ein Packprogramm wie 7-zip oder WinRAR installiert sein.
  2. Über das erweiterte Kontextmenü (Rechtsklick) muss der alte Treiber über 7-zip oder WinRAR entpackt werden.
  3. Über das erweiterte Kontextmenü (Rechtsklick) muss der neue Treiber über 7-zip oder WinRAR entpackt werden.
  4. Im Anschluss gilt es, im alten Treiber im Verzeichnis Packages, Drivers, Display, WT6A_INF, B395348 die Dateien amdxc32.dll und amdxc64.dll zu finden.
  5. Nun müssen im neuen Treiber im selben Verzeichnis (Achtung, der Ordner mit dem Namen „Bxxxxx“ ist in jedem Treiber ein anderer) die dort bestehenden Dateien mit den alten überschrieben werden.
  6. Im Anschluss wird der neue Treiber über das entpackte Archiv installiert.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So lässt sich ein modifizierter aktueller Adrenalin-Treiber zur Nutzung von FSR 4 auf Radeon RX 6000 installieren

Erste Benchmarks FSR 3 vs. FSR 4 INT8 vs. FSR 4

ComputerBase hat erste Benchmarks mit der INT8-Variante von FSR 4 auf einer Radeon RX 7900 XTX und einer Radeon RX 9070 XT erstellt – die RDNA-4-Grafikkarte wurde parallel auch mit dem offiziell unterstützten FSR 4 „FP8“ verglichen.

In Cyberpunk zeigt sich, dass die INT8-Version etwas langsamer als das FP8-Pendant ist, der Rückstand auf der RX 9070 XT ist aber sehr klein. Das relativiert auch den Leistungsverlust durch die Nutzung von FSR 4 INT8 vs. FSR 3 auf der Radeon RX 7900 XTX, denn der kommt zu einem Großteil aus dem generellen Wechsel auf FSR 4 – FSR 4 kostet bekanntlich Leistung gegenüber FSR 3, sieht dafür aber um Längen besser aus.

Cyberpunkt 2077 (UHD, Ultra-Preset)
  • Radeon RX 7900 XTX (RDNA 3):
    • RX 7900 XTX – FSR 3.1
      82,4
    • RX 7900 XTX – FSR 4 INT 8
      71,0
    • RX 7900 XTX – Native
      64,0
  • Radeon RX 9070 XT (RDNA 4):
    • RX 9070 XT – FSR 3.1
      78,6
    • RX 9070 XT – FSR 4 FP8
      73,8
    • RX 9070 XT – FSR 4 INT8
      69,4
    • RX 9070 XT – Native
      62,3
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS)

Weiteres Community-Feedback erwünscht

ComputerBase wird sich dem Thema FSR 4 auf „inkompatiblen Grafikkarten“ in naher Zukunft auch noch einmal detaillierter widmen. Neben Benchmarks sind auch genauere Analysen der Bildqualität zwischen der INT8- und der FP8-Variante auf verschiedenen Grafikkarten geplant.

Bis dahin freut sich die Redaktion über weiteres Feedback er Community zu den folgenden drei Punkten:

  1. In welchen Spielen gelingt der Einsatz von FSR 4 auf „inkompatiblen“ Grafikkarten und in welchen nicht?
  2. Wie verhält es sich mit der Bildqualität im Allgemeinen und im Speziellen zur offiziellen Alternative FSR 3?
  3. Wie steht es um die Performance durch den Einsatz von FSR 4?

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    • Version 0.7.9
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