Acer Swift Edge 14 AI im Test: Schachmatt für Notebooks mit Spiegeldisplay

Nicolas La Rocco
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Acer Swift Edge 14 AI im Test: Schachmatt für Notebooks mit Spiegeldisplay

Acer hat mit dem Swift Edge 14 AI ein neues Leichtgewicht im Sortiment, das unter 1 kg wiegt. Neben der Portabilität des Notebooks war im Test vor allem auch der matte Touch-Bildschirm mit hellem OLED-Panel ein Highlight. Unter der Haube werkelt Lunar Lake mit hoher Office- und Multimedia-Leistung. Der Preis hat es aber in sich.

Preis und technische Daten des Swift Edge 14 AI

Das Swift Edge 14 AI hatte Acer zur taiwanischen Computex im Mai vorgestellt und in Deutschland für diesen Juni zu Preisen ab 1.799 Euro in Aussicht gestellt. Im Preisvergleich sind aktuell zwei Modelle zu finden: mit Intel Core Ultra 7 258V ab 1.599 Euro und mit Intel Core Ultra 9 288V ab 1.719 Euro. Das Testgerät war mit dem größeren Prozessor ausgestattet, bei RAM (32 GB) und SSD (1 TB) gibt es keine Unterschiede.

Acer Swift Edge 14 AI
Display 14", OLED, 2.880 × 1.800, 16:10, 120 Hz, 100% DCI-P3, 340 cd/m²
DisplayHDR True Black 500, Touch, Corning Gorilla Matte Pro Glass
CPU Intel Core Ultra 7 258V (4,8 GHz)
Intel Core Ultra 9 288V (5,1 GHz)
GPU Intel Arc Graphics 140V (1,95 GHz)
Intel Arc Graphics 140V (2,05 GHz)
RAM 32 GB LPDDR5X
SSD 1 TB PCIe Gen4 NVMe
Anschlüsse 2 × Thunderbolt 4, 2 × USB-A 3.0, 1 × HDMI 2.1, 1 × 3,5-mm-Klinke
Akku 65 Wh
Drahtlose
Konnektivität
Wi-Fi 7, Bluetooth 5.4
Kamera Full HD, IR, Windows Hello
Abmessungen
(B × T × H)
313,7 × 229,2 × 9,3 bis 16,6 mm
Gewicht 990 g
Betriebssystem Windows 11 Home
Farben Perlweiß
Preis Core Ultra 7 258V: ab 1.599 Euro
Core Ultra 9 288V: ab 1.719 Euro

Federleicht mit nur 990 Gramm

Die Verwendung einer Magnesium-Aluminium-Legierung für das Gehäuse verhilft dem Swift Edge 14 AI zur Unterschreitung der symbolischen Marke von 1 kg. Exakt 990 Gramm wiegt das Notebook, das darüber hinaus Abmessungen von 313,7 × 229,2 × 9,3 bis 16,6 mm (B × T × H) aufweist. Analog zum ersten Hands-on stellte sich auch diesmal zunächst eine surreale Empfindung ein, da Gewicht und gebotene Hardware nicht zusammen passen wollen. Das Gerät wirkte zunächst zu leicht, fast wie ein Dummy.

Das Chassis überzeugte mit hochwertiger Verarbeitung, zugleich lässt Magnesium aber nicht die haptische Qualität eines aus dem Vollen gefrästen Aluminiumgehäuses aufkommen, wie es etwa das MacBook Air bietet. Magnesium fühlt sich stets ein wenig wie Kunststoff an. Das in Perlweiß gehaltene Notebook verzichtet weitgehend auf optische Spielereien, nur auf dem Deckel konnte sich Acer nicht die „interessante“ Linienführung verkneifen. Was in dieser Preisklasse definitiv unangebracht ist: die unzähligen Aufkleber auf der Handballenauflage.

Genügend Anschlüsse für die meiste Peripherie

Acer hat es geschafft, in dem leichten Begleiter dennoch relativ viele Anschlüsse unterzubringen: 2 × Thunderbolt 4, 2 × USB-A 3.0, 1 × HDMI 2.1 und 1 × 3,5-mm-Klinke lassen kaum Wünsche offen, nur nach einem SD-Cardreader suchen Medienschaffende vergebens, für die meisten Anwender dürfte das Angebot an Ports aber genügen.

Bildschirm mit Gorilla Matte Pro Glass

Der Blick auf den Bildschirm offenbart einen der einzigartigen Vorzüge des Swift Edge 14 AI. Das 14 Zoll große Display im 16:10-Format ist mit dem Corning Gorilla Matte Pro Glass ausgestattet, also mit mattem Glas, das lästige Reflexionen mindert, dabei aber die Bedienung per Touch ermöglicht. Im Test überzeugte das Glas auf ganzer Linie, selbst bei hellem Scheinwerferlicht im Fotostudio kam es nicht zu störenden Spiegelungen. Mit der Smartphone-Taschenlampe angeleuchtet wird das Licht diffus zerstreut.

Direktes Licht wird diffus zerstreut

Wie bei allen matt ausgeführten Bildschirmen verliert man auch mit dem Gorilla Matte Pro Glass ein klein bisschen an Brillanz, die Vorzüge überwiegen aber deutlich diesen Nachteil. Aber davon abgesehen kann sich das Display sehen lassen. Das OLED-Panel stellt perfektes Schwarz dar, deckt 100 Prozent des DCI-P3-Farbraums ab und stellt mit 2.880 × 1.800 Pixeln eine sehr hohe Auflösung und Bildpunktdichte zur Verfügung.

Hohe Helligkeit im HDR-Betrieb

Die Helligkeit des OLED-Panels gab Acer zur Vorstellung mit 340 cd/m² an. Rückwirkend betrachtet und mit Messungen belegt waren damit SDR-Inhalte im HDR-Betrieb gemeint, für den die Redaktion einen aus neun Messfeldern ermittelten Durchschnittswert von 331 cd/m² bestätigen kann. Zwischen 321 und 342 cd/m² lagen die Messwerte, wenn der Bildschirm unter Windows 11 in den HDR-Betrieb versetzt und ein weißes Hintergrundbild angezeigt wird. Im SDR-Modus muss man sich bei demselben Inhalt mit durchschnittlich 319 cd/m² begnügen.

So richtig zum Strahlen kommt das Panel im HDR-Modus erst bei echten HDR-Inhalten. Damit waren im Vollbild 580 cd/m², bei einem 50-Prozent-Inhalt 625 cd/m² und bei nur noch 5 Prozent Weißanteil 665 cd/m² möglich. Damit erfüllt das OLED-Panel die VESA-Spezifikation von DisplayHDR True Black 500, die 500 cd/m² bei 8 Prozent verlangt.

Diagramme
Maximale Helligkeit
  • SDR (100 % APL):
    • Huawei MateBook X Pro (2024)
      652
    • Apple MacBook Pro 14" (Late 2024)
      576
    • Apple MacBook Air 15" (2024)
      517
    • Apple MacBook Air 15" (2025)
      505
    • Lenovo Yoga Slim 7 (14Q8X9)
      500
    • Dell XPS 13 (9345)
      480
    • Huawei MateBook 14 (2024)
      451
    • MSI Prestige 16 AI Evo (B2HMG)
      446
    • Samsung Galaxy Book4 Edge (2024)
      406
    • Samsung Galaxy Book4 Edge 16" (2024)
      401
    • Asus Vivobook S 15 (S5507)
      384
    • Asus Zenbook S 16 (UM5606W)
      372
    • Asus Zenbook S 14 (2024)
      362
    • Acer Swift Go 14 AI (SFG14-01-X38D)
      361
    • Acer Swift Edge 14 AI (SFE14-51T-94BZ)
      319
  • HDR (100 % APL):
    • Apple MacBook Pro 14" (Late 2024)
      1.145
      1.572 cd/m² bei 50%, 1.582 cd/m² bei 25%
    • Huawei MateBook X Pro (2024)
      948
    • Lenovo Yoga Slim 7 (14Q8X9)
      828
      975 cd/m² bei 49%
    • Asus Zenbook S 14 (2024)
      592
    • Acer Swift Edge 14 AI (SFE14-51T-94BZ)
      580
    • Asus Zenbook S 16 (UM5606W)
      575
    • Samsung Galaxy Book4 Edge (2024)
      531
      550 cd/m² bei 1/5/9 %, 535 bei 25 %/49 %
    • Samsung Galaxy Book4 Edge 16" (2024)
      531
    • Huawei MateBook 14 (2024)
      505
    • Apple MacBook Air 15" (2025)
      505
    • MSI Prestige 16 AI Evo (B2HMG)
      446
    • Asus Vivobook S 15 (S5507)
      405
    • Acer Swift Go 14 AI (SFG14-01-X38D)
      361

120 Hz sind nicht ab Werk aktiv

Der Bildschirm unterstützt eine Bildwiederholfrequenz von bis zu 120 Hz, doch hat sich Acer ab Werk gegen diese Einstellungen entschieden. Vermutlich will der Hersteller damit den Akku schonen, die Batterietests hat die Redaktion mit beiden Einstellungen durchgeführt. Der Hersteller lässt das Notebook von Haus aus mit 60 Hz laufen, wobei die Spanne den Informationen in Windows 11 zufolge bei dynamischen 30 bis 60 Hz liegt. Windows 11 weist aber auch darauf hin, dass im 60-Hz-Modus keine dynamische Bildwiederholfrequenz unterstützt wird, auch wenn für die Bildschirmfähigkeiten etwas anderes ausgegeben wird. Erst im 120-Hz-Modus sind es dann 30 bis 120 Hz, die variabel unterstützt werden. Diese Einstellung müssen Anwender aber manuell vornehmen.

Tastatur mit problematischer Beleuchtung

Die Tastatur ist passend zum Chassis in Weiß ausgeführt und kommt bei den Tasten mit einem zunächst etwas festeren Druckpunkt, der im oberen Bereich überwunden werden muss, bevor die Taste weich gebettet einsinkt. Im Test ließ sich darauf zuverlässig tippen, zumal die Tasten dank ausreichend Abstand Fehleingaben unterbinden.

Weiße Tastatur (hier ohne Beleuchtung)
Weiße Tastatur (hier ohne Beleuchtung)

Als problematisch stellte sich allerdings die Tastaturbeleuchtung heraus. Zum einen erfolgte die Ausleuchtung ungleichmäßig, zum anderen führte die Beleuchtung zu einer schlechteren Ablesbarkeit als ohne. Werden die weißen Tasten auch noch in Weiß von hinten beleuchtet, geht nämlich Kontrast verloren und der Aufdruck ist kaum noch wahrzunehmen. Verzichtet man hingegen auf das Hintergrundlicht, sorgt der dunkle Unterbau wieder für Kontrast und der Aufdruck lässt sich ablesen. Das Problem gab es 2020 schon mal im Asus Zephyrus G14 (Test).

Apropos Beleuchtung: Auch das Touchpad besitzt ein Hintergrundlicht, allerdings ausschließlich für die Grafik, die immer dann beleuchtet wird, wenn KI-Funktionen aktiv sind. Als eine der ersten Maßnahmen hat die Redaktion dieses Feature über die Acer-App deaktiviert.

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