Platform:4 im Test: Liebling, Corsair hat den Tisch geschrumpft

Jan-Frederik Timm
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Platform:4 im Test: Liebling, Corsair hat den Tisch geschrumpft

Seit Ende 2023 gibt es von Corsair den zum restlichen Equipment passenden Tisch. Die Premiere Platform:6 (Test) war sehr groß, sehr schwer und kostspielig. Mit dem Platform:4 gibt es inzwischen eine kleinere Variante zum etwas kleineren Preis. ComputerBase hat die neue Variante für einen Test aufgebaut. Das ist der Bericht.

Platform:4 versus Platform:6

Die Antwort auf die wichtigste Frage direkt zum Start: Was unterscheidet Platform:4* und Platform:6* abseits der Breite (120 cm zu 180 cm) und dem etwas niedrigeren Preis genau?

Das ist anders

Im Endeffekt nur die Farbe, das Material der Tischplatte und welche Pakete aus Tisch und Zubehör Corsair anbietet:

  1. Den Platform:4 gibt es mit schwarz furnierter Tischplatte sowie dunkel (Walnuss) oder hell (Kiefer) gebeizter Birkenholztischplatte. Die helle Tischplatte kombiniert Corsair mit einem weißen Gestell. Diese Variante hat ComputerBase nachfolgend im Test.
  2. Den Platform:6 gibt es ebenfalls mit schwarz furnierter Tischplatte, alternativ gibt es eine dunkel gebeizte Naturkautschukplatte. Diese Variante hatte ComputerBase Anfang 2024 im Test.
  3. Der Platform:4 kommt nur mit einem statt zwei Monitorarmen ab Werk.
  4. Nur den Platform:6 gibt es als „Creator Edition“ mit Zubehör im Paket, beim Platform:4 muss man dieses Zubehör bei Bedarf extra kaufen.
Corsair Platform:4 und Platform:6 im Vergleich
Corsair Platform:4 und Platform:6 im Vergleich

Es überwiegen am Ende aber die Gemeinsamkeiten:

  • Beide Tische sind mit fixer Höhe und elektrisch höhenverstellbar verfügbar.
  • Beide nutzen das T-Kanal-Schienensystem.
  • Beide lassen sich mit einer passenden Multi-Frame-Lochwand, Tischplatten-Erweiterungen, zusätzlichen Abstellflächen oder Steckdosenleisten erweitern.

Corsair hat am Ende nicht unrecht, wenn es heißt:

66 % der Größe, 99 % der Funktionen.

Corsair zum Platform:4

Preisunterschied

Preislich liegt der Platform:4 im Online-Shop von Corsair circa 200 bis 250 Euro unter dem Preis des Platform:6, wenngleich der Vergleich nur bei der schwarz furnierten Variante direkt gezogen werden kann. Nicht vergessen werden darf: Den 2. Monitorarm gibt es nur beim Platform:6 ab Werk dazu.

Platform:6 Platform:4
flexibel fix flexibel fix
Furnier (schwarz) 1.559,70 Euro 1.168,70 Euro 1.199,90 Euro 949,90 Euro
Kautschuk (dunkel gebeizt) 1.659,70 Euro
Birke (dunkel gebeizt) 1.299,90 Euro
Birke (hell gebeizt) 1.299,90 Euro 1.049,90 Euro
Platform:4 – die Varianten fix und höhenverstellbar im Vergleich
Platform:4 – die Varianten fix und höhenverstellbar im Vergleich

Erfahrungen und Eindrücke vom Aufbau

Wie man einen Tisch testet, darüber hat die Redaktion bereits vor einem Jahr sinniert. Dieses Mal geht es deshalb direkt ans Eingemachte: den Aufbau.

Dieses Mal ohne Defekt

Die gute Nachricht direkt zu Anfang: Dieses Mal erreichten alle Teile die Redaktion ohne Transportschaden. Etwas Glück war aber im Spiel, denn die kleine Holzplatte, die die Aufbewahrungsbox, durch die auch Kabel wie die der Tastatur geführt werden, in der Tischplatte abdeckt, lag erneut frei im Karton. Ohne mitgeliefertes Zubehör war dieses Mal alles in nur einem Paket verpackt. Also ausgepackt und losgelegt.

Der Corsair Platform:4 findet in einem einzigen Karton Platz, die kleine Holzplatte zur Abdeckung der Aufbewahrungsbox im Tisch lag leider abermals lose im Karton – dieses Mal aber ohne Defekt.

(Sehr) gute Anleitung online

Und erst einmal eine Anleitung gesucht. Aber es liegt keine bei, es gibt sie nur digital. Die hat deutlich hinzugewonnen gegenüber dem Stand von Anfang 2024, passt sich perfekt an den genutzten Bildschirm an (PC, Smartphone) und erklärt dem Nutzer Schritt für Schritt die benötigten Materialien und Griffe. Sie behandelt Platform:6 und Platform:4 gleichermaßen, den Überblick verliert man deshalb aber nicht.

Zur Anleitung passend finden sich alle Schrauben und die sonstigen für den Aufbau benötigten Materialien in korrekt nummerierten Papiertütchen wieder. Im Gegensatz zum Platform:6 gab es dabei dieses Mal auch keine Fehler zu vermelden: Was in Tüte A sein sollte, war auch in Tüte A zu finden.

Alle Schrauben und Werkzeuge sind nach Bauschritten sortiert und nummeriert vorhanden – beim Platform:4 ohne Fehler

Die Kabelführung enttäuscht

Ohne die mitgelieferte Multi-Frame-Lochwand und das sonstige Zubehör, die damals der Creator Edition des Platform:6 beilag, gelang der Aufbau des Platform:4 in knapp zwei Mannstunden. Der Prozess wurde allerdings zweimal unterbrochen.

Das erste Mal durch einen wiederholten Blick auf die Anleitung und den Tisch bei der Verlegung der Kabel. Das war schon beim Platform:6 der Fall.

Keine Chance: So sauber, wie es die App vorgibt, lassen sich die Kabel nicht verlegen
Keine Chance: So sauber, wie es die App vorgibt, lassen sich die Kabel nicht verlegen

Doch auch beim Platform:4 klaffen Theorie und Wirklichkeit in diesem Punkt erneut weit auseinander: Es ist absolut ausgeschlossen, die Kabel für die Fernbedienung und die Motoren in den Beinen so sauber zu verlegen, wie es das Handbuch suggeriert, denn dafür sind die Klemmen weder an der richtigen Stelle, noch sind genug davon vorhanden. Hier fällt der von oben betrachtet in sehr klaren Linien entworfene Tisch unter der Haube gleich um mehrere Klassen zurück.

Keine Chance: So sauber, wie es die App vorgibt, lassen sich die Kabel nicht verlegen

Mit der Erfahrung vom Aufbau des Platform:6 gewappnet, verlief der restliche Aufbau in Eigenregie ohne weitere Zwischenfälle. Nur um den unter der Tischplatte vollständig montierten Tisch auf seine Füße zu drehen, bedurfte es weiterer helfender Hände, denn wenn man es so, wie in der Anleitung gezeigt, allein bewerkstelligen würde, würde die zuvor installierte Aufnahme für Kabel und Steckdosenleisten verbiegen.

Vorsicht: Wer den Tisch so kippt, verbiegt den soeben installierten Stauraum für Kabel und Steckdosenleisten
Vorsicht: Wer den Tisch so kippt, verbiegt den soeben installierten Stauraum für Kabel und Steckdosenleisten

Fertig: Robust und standsicher

Der fertig zusammengebaute Tisch wirkt ohne die beim Platform:6 in der Creator Edition mitgelieferten Zubehörteile (Multi-Frame-Lochwand, Regale, Tischplattenerweiterung) nicht nur 60 Zentimeter schmaler, sondern signifikant kleiner. Dazu trägt auch das hellere Design mit weißem Gestell und heller Birkenholzplatte bei.

Fertig: Der Corsair Platform:4 mit hell gebeizter Birkenholzplatte und weißem Gestell in der Redaktion
Fertig: Der Corsair Platform:4 mit hell gebeizter Birkenholzplatte und weißem Gestell in der Redaktion

Der Tisch steht sicher, nichts wackelt, auch nicht, wenn sich die Testperson mit etwas über 80 kg für einen Test auf die hoch eingestellte Tischplatte schwingt. Offiziell trägt der Tisch bis zu 120 Kilogramm und er kann die Testperson auch wiederholt von minimal 74 auf maximal 122 Zentimeter anheben. Leer und mit 80 kg beladen vergehen dabei 20 Sekunden.

Die Box im Tisch verstaut nicht nur Kleinkram, sondern dient auch für die Kabeldurchführung von Tastatur, Maus etc. pp.

Das Betriebsgeräusch ist angenehm, zumal die Motoren nicht sofort stoppen, wenn die Taste losgelassen wird, sondern langsam zum Stillstand kommen. Es könnten zwei Profile (Höhen) gespeichert werden.

Lautstärke beim Höhenverstellen

Corsair Platform:4 – Betriebsgeräusch beim Höhenverstellen
Der Tisch lässt sich in der Höhe von 74 bis 122 cm verstellen, zwei Motoren benötigen dafür 20 Sekunden
Der Tisch lässt sich in der Höhe von 74 bis 122 cm verstellen, zwei Motoren benötigen dafür 20 Sekunden

Fazit

Der Corsair Platform:4 ist ein waschechtes Mitglied der Familie und bringt damit die vom Platform:6 bekannten Vor-, aber auch ein paar Nachteile mit sich.

Seine ganz eigenen Wege geht der Platform:4 bei der Birkenholztischplatte, die es hell gebeizt auch mit einem weißen Tischgestell gibt. Einhellige Meinung in der Redaktion: Die weiße Birkenholzvariante macht optisch und haptisch deutlich mehr her als die dunkel gebeizte Kautschukvariante aus dem Test des letzten Jahres. Die bei beiden Modellen verfügbare Furnier-Variante hat die Redaktion hingegen noch nicht persönlich erlebt.

Wie der Platform:6 ist auch der um 60 Zentimeter schmalere Platform:4 eine sehr robuste Erscheinung. Er steht sicher, nichts wackelt und die beiden Motoren stemmen selbst eine auf dem Tisch sitzende Person mit über 80 kg Gewicht mühelos. Wer will, kann den Platform:4 wie den Platform:6 umfassend erweitern. Neben der Multi-Frame-Lochwand lassen sich Ablageflächen oder an jeder Seite eine Tischplattenerweiterung montieren.

Fertig: Der Corsair Platform:4 mit hell gebeizter Birkenholzplatte und weißem Gestell in der Redaktion
Fertig: Der Corsair Platform:4 mit hell gebeizter Birkenholzplatte und weißem Gestell in der Redaktion
Die Box im Tisch verstaut nicht nur Kleinkram, sondern dient auch für die Kabeldurchführung von Tastatur, Maus etc. pp.
Die Box im Tisch verstaut nicht nur Kleinkram, sondern dient auch für die Kabeldurchführung von Tastatur, Maus etc. pp.
Die Box im Tisch verstaut nicht nur Kleinkram, sondern dient auch für die Kabeldurchführung von Tastatur, Maus etc. pp.
Die Box im Tisch verstaut nicht nur Kleinkram, sondern dient auch für die Kabeldurchführung von Tastatur, Maus etc. pp.

Praktisch sind die immer mitgelieferten Aufnahmen für Kameras, Lichter oder Mikrofone, die nicht nur mit dem Elgato-Portfolio kompatibel sind. Auch der Platform:4 lässt sich damit mühelos und sehr individuell mit Streaming-Zubehör ausstatten, ohne dass diese Komponenten auf den Tisch gestellt oder separat an die Tischplatte geklemmt werden müssen. Und das T-Kanal-Schienensystem bietet Potential für noch mehr.

Zwei Multi-Mount-Adapter und ein Flex-Arm-Adapter liegen bei

Im Vergleich zu vor einem Jahr besser überzeugen konnten per se die digitale Anleitung und die ohne Fehler verpackten Schrauben und Werkzeuge. Dass die Abdeckung für die Aufbewahrungsbox in der Tischplatte erneut nicht mehr im Karton, wo sie nach dem Transport liegen sollte, und die Kabel sich nicht im Ansatz so unter dem Tisch verlegen lassen, wie es die Anleitung suggeriert, muss sich hingegen auch der Platform:4 ankreiden lassen. Dasselbe gilt für den Schritt in der Anleitung, bei dem der Tisch auf die Beine gestellt wird – wer es allein tut, verbiegt ein Anbauteil.

An diesen Themen muss Corsair weiter arbeiten, dann fällt auch die Argumentation zum Preis leichter. Der liegt nämlich auch weiterhin sehr hoch, wenngleich niedriger als beim Platform:6. Allerdings gibt es in diesem Fall auch nur einen Monitorarm, das muss man berücksichtigen.

Platform:6 Platform:4
flexibel fix flexibel fix
Furnier (schwarz) 1.559,70 Euro 1.168,70 Euro 1.199,90 Euro 949,90 Euro
Kautschuk (dunkel gebeizt) 1.659,70 Euro
Birke (dunkel gebeizt) 1.299,90 Euro
Birke (hell gebeizt) 1.299,90 Euro 1.049,90 Euro

ComputerBase hat den Platform:4 von Corsair leihweise zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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