EcoFlow Stream Ultra und AC Pro im Test: Dieses Balkonkraftwerk trickst das 800-Watt-Limit aus

Frank Hüber
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EcoFlow Stream Ultra und AC Pro im Test: Dieses Balkonkraftwerk trickst das 800-Watt-Limit aus

Mit der Stream-Serie hat EcoFlow ein enorm flexibles Balkonkraftwerk mit Speicher und Erweiterungsbatterien vorgestellt. ComputerBase hat die Stream Ultra und Stream AC Pro im Test, mit denen das 800-Watt-Limit des Wechselrichters umgangen werden kann. AI-Features wie bei Anker sollen dynamische Strompreise ausnutzen.

Akkus mit Steckdosen hebeln 800-Watt-Limit aus

Mit der neuen Stream-Serie bietet ab sofort auch EcoFlow ein All-in-One-Balkonkraftwerk an, das Wechselrichter und Speicherbatterie vereint. Weitere Akkus mit Steckdosen im Haushalt können das Problem der Limitierung der Ausgangsleistung des Balkonkraftwerks auf 800 Watt geschickt umgehen. EcoFlow nennt sie „Plug-in Solarbatterien“. ComputerBase hat zum Start die EcoFlow Stream Ultra mit 1,92 kWh und die EcoFlow Stream AC Pro mit 1,92 kWh im Test. Während die Stream Ultra als AIO-System mit vier MPPT und LFP-Akku die Sonnenenergie umwandelt, speichert und ins Hausnetz abgibt, fungiert die Stream AC Pro als Zusatzakku, der wahlweise direkt mit dem Stream Ultra verbunden wird, oder aber im Haushalt an einer beliebigen Steckdose überschüssige Energie des Balkonkraftwerks aufnehmen und speichern kann. Über die beiden Steckdosen der AC Pro können angeschlossene Geräte dann auch mit mehr als 800 Watt mit der gespeicherten Solarenergie betrieben werden. So lassen sich auch hochwattige Geräte unabhängig mit Solarenergie betreiben.

EcoFlow Stream AC Pro (links) und Ultra (rechts)
EcoFlow Stream AC Pro (links) und Ultra (rechts)
EcoFlow Stream AC Pro (links) und Ultra (rechts)
EcoFlow Stream AC Pro (links) und Ultra (rechts)
EcoFlow Stream Ultra und AC Pro mit AC-Kabel
EcoFlow Stream Ultra und AC Pro mit AC-Kabel

Um von dynamischen Stromtarifen zu profitieren, bietet zudem auch EcoFlow bei der Stream-Serie nun die Möglichkeit, Energie zu niedrigen Preisen über AC in die Akkus zu laden, wenn die Solarenergie voraussichtlich nicht ausreichen wird, um den Energiebedarf in Phasen hoher Preise zu decken. Anker hat dies vor wenigen Tagen auch bei der neuen Anker Solix Solarbank 3 Pro (Test) eingeführt.

Darüber hinaus kann die Stream AC Pro aber auch mit jedem vorhandenen Wechselrichter verbunden werden, um über eine Schuko-Steckdose direkt dessen Energie zu speichern. Sie ist so also auch für Besitzer eines Balkonkraftwerks ohne Akku interessant, die dieses um einen Speicher erweitern möchten.

Mit PowerStream (Test) hat EcoFlow bislang auf einen klassischen Wechselrichter gesetzt, bei dem zunächst die hauseigenen Powerstations des Unternehmens als Akku dienen konnten, bevor man mit einem eigenen LFP-Akku (Test) eine weitere Option fürs Balkonkraftwerk geschaffen hat. Mit der Stream-Serie bringt EcoFlow nun quasi die Mischung aus Akku und Powerstation.

Lieferumfang, Preis und Verfügbarkeit

Der Lieferumfang der EcoFlow Stream Ultra besteht aus der AIO-Einheit, acht MC4-Verlängerungskabeln zum Verbinden der Solarmodule, einer Wandhalterung, dem AC-Stromkabel und einem Werkzeug zum Lösen der MC4-Verbindung. Im Lieferumfang des EcoFlow Stream AC Pro befindet sich neben dem Gerät selbst und dem AC-Stromkabel eine Wandhalterung, die an der Rückseite verschraubt wird und einerseits für ausreichend Abstand zur Wand sorgt und andererseits den Akku vor dem Umfallen schützt.

AC-Anschlusskabel der Stream Ultra und AC Pro
AC-Anschlusskabel der Stream Ultra und AC Pro
Verbundenes AC-Anschlusskabel der Stream Ultra und AC Pro
Verbundenes AC-Anschlusskabel der Stream Ultra und AC Pro
EcoFlow Stream Ultra mit AC-Kabel
EcoFlow Stream Ultra mit AC-Kabel
Stream Ultra: Auch das AC-Kabel passt gut unter die magnetische Abdeckung
Stream Ultra: Auch das AC-Kabel passt gut unter die magnetische Abdeckung

Die unverbindliche Preisempfehlung der Stream Ultra beträgt 1.099 Euro. Bei der Stream Pro sind es 999 Euro und bei der Stream AC Pro 799 Euro. Vom 15. April bis zum 31. Mai wird der Stream Ultra zu einem Sonderpreis von 999 Euro angeboten. Zudem haben Käufer bei bestimmten Bundle-Angeboten im Amazon-Shop* oder auf der EcoFlow-Website* die Option auf kostenlose Smart Meter und Smart Plugs.

Nach dieser Angebotsphase startet die komplette Stream-Serie am 15. Mai in die offizielle Verfügbarkeit. Ab dann werden auch die Bestellungen ausgeliefert. Preis und Einführungsdatum des Premium-Modells Stream Ultra X werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Kurzüberblick über die Modelle im Test

EcoFlow Stream AC Pro
  • LFP-Akku mit 1,92 kWh ohne MC4-Eingänge (erweiterbar auf bis zu 21 kWh)
  • Kann als Zusatzakku für die Stream Ultra dienen
  • Zwei bidirektionale AC-Steckdosen
  • Direkt verbundene Geräte umgehen das 800-Watt-Limit
  • Auch für Nutzer, die bereits über einen Mikro-Wechselrichter verfügen und zusätzlichen Speicher benötigen.
  • Mit Mikro-Wechselrichtern aller Marken kompatibel
EcoFlow Stream Ultra
  • AIO mit Wechselrichter und LFP-Akku mit 1,92 kWh (erweiterbar auf bis zu 21 kWh)
  • 4 MPPT für 2.000 Watt Solarleistung
  • Zwei bidirektionale AC-Steckdosen
  • Direkt verbundene Geräte umgehen das 800-Watt-Limit
  • Zusätzlicher Anschluss vorhandener Mikro-Wechselrichtern aller Marken optional möglich
  • Kombination mit Stream AC Pro möglich
Stream Ultra: Beide AC-Steckdosen mit hoher Leistung direkt aus dem Akku
Stream Ultra: Beide AC-Steckdosen mit hoher Leistung direkt aus dem Akku
EcoFlow Stream: Das System stellt problemlos mehr als 800 Watt bereit, indem die AC-Steckdosen genutzt werden
EcoFlow Stream: Das System stellt problemlos mehr als 800 Watt bereit, indem die AC-Steckdosen genutzt werden

Die Anschlussmöglichkeiten der Stream Ultra und Stream AC Pro

MC4, AC und Schuko bei Ultra

Der EcoFlow Stream Ultra bietet wie eingangs erwähnt vier MC4-Paare für den Anschluss der Solarmodule an jeweils einen einzelnen MPPT. Darüber hinaus bietet sie einen Netz-AC-Anschluss, mit dem der hybride Wechselrichter mit dem Stromnetz des Haushalts verbunden wird. Die Verbindung kann über eine kleine Schraube nach dem Einrasten zusätzlich gesichert werden. Auf der anderen Seite verfügt der Stream Ultra über einen ähnlichen Anschluss, den EcoFlow „Parallel Terminal“ nennt. Er dient zum direkten Anschluss einer Zusatzbatterie an die Stream Ultra. Zwischen diesen beiden Anschlüssen befinden sich zwei Schuko-Steckdosen, mit denen man elektrische Geräte versorgen kann, oder über die Energie von einem externen Wechselrichter in den Akku eingespeist werden kann.

MC4-Anschlüsse der vier MPPT der EcoFlow Stream Ultra
MC4-Anschlüsse der vier MPPT der EcoFlow Stream Ultra
Anschlüsse der EcoFlow Stream Ultra
Anschlüsse der EcoFlow Stream Ultra
Zwei Steckdosen, der AC-Anschluss und die DC-Verbindung für Zusatzakkus der EcoFlow Stream Ultra
Zwei Steckdosen, der AC-Anschluss und die DC-Verbindung für Zusatzakkus der EcoFlow Stream Ultra

Die Stream Ultra kann über Solar und einen zusätzlich per Steckdose verbundenen Microwechselrichter eine Eingangsleistung von bis zu 2.800 Watt verarbeitet. Über Solar alleine werden 4 × 500 Watt unterstützt. Über den AC-Ausgang ins Hausnetz können bis zu 1.200 Watt eingespeist werden, was in Deutschland aber aufgrund der aktuellen Gesetzeslage auf 800 Watt begrenzt ist. Über die beiden Schuko-Steckdosen ergibt sich so eine Gesamtausgangsleistung von bis zu 2.300 Watt, die wahlweise beiden Anschlüssen oder auch nur einem zur Verfügung stehen.

Auch die Stream Ultra ist somit darauf ausgelegt, an den AC-Steckdosen angeschlossene Geräte mit mehr als 800 Watt zu versorgen und so die Limitierung der Einspeisung ins Hausnetz zu umgehen. Möchte man dies nutzen, muss aber auch die Stream Ultra gegebenenfalls im Haushalt aufgestellt werden. Entsprechende Kabel, mit denen man die MC4-Leitungen durch ein Fenster oder eine Tür verlegen kann, bietet EcoFlow seit dem PowerStream optional an.

Rückseite der EcoFlow Stream Ultra
Rückseite der EcoFlow Stream Ultra

AC und Schuko bei AC Pro

Bei der EcoFlow Stream AC Pro unterscheiden sich diese Anschlüsse nur darin, dass keine Solareingänge vorhanden sind. Die Stream AC Pro kann somit Energie wahlweise als Zusatzakku für ein Stream Ultra speichern – entweder im Haushalt an einer normalen Steckdose oder per Direktverbindung – oder aber als Nachrüstakku an ein bestehendes Balkonkraftwerk angeschlossen werden, indem der vorhandene Wechselrichter an eine der Schuko-Steckdosen der Stream AC Pro angeschlossen wird. Dieser externe Wechselrichter kann dann die AC Pro mit bis zu 800 Watt laden. Theoretisch können auch zwei externe Wechselrichter angeschlossen werden, die maximale Ladeleistung bleibt aber bei insgesamt 800 Watt.

EcoFlow Stream AC Pro: Die Anschlüsse und Steckdosen sind abseits der MC4-Ports identisch
EcoFlow Stream AC Pro: Die Anschlüsse und Steckdosen sind abseits der MC4-Ports identisch
EcoFlow Stream AC Pro: DC-Port für Zusatzakkus
EcoFlow Stream AC Pro: DC-Port für Zusatzakkus
EcoFlow Stream AC Pro: Der AC-Anschluss fürs Hausnetz
EcoFlow Stream AC Pro: Der AC-Anschluss fürs Hausnetz

Die Stream AC Pro und Ultra können aber auch parallel an eine Steckdose und an einen externen Wechselrichter angeschlossen werden, so dass sie Energie auch aus dem Hausnetz aufnehmen und an die verbliebene Steckdose durchschleusen kann, wenn der verbundene Wechselrichter und interne Akku gerade nicht ausreichend Energie liefern.

Stream Ultra: Auch das gleichzeitige Laden über einen externen Wechselrichter und Entladen über die beiden Steckdosen ist kein Problem
Stream Ultra: Auch das gleichzeitige Laden über einen externen Wechselrichter und Entladen über die beiden Steckdosen ist kein Problem
Stream Ultra: 1,2 kW direkt aus dem Akku am 800-Watt-Limit vorbei
Stream Ultra: 1,2 kW direkt aus dem Akku am 800-Watt-Limit vorbei
Stream AC Pro: AC-Laden über einen externen Wechselrichter
Stream AC Pro: AC-Laden über einen externen Wechselrichter

Über AC bietet das Stream AC Pro eine maximale Eingangsleistung von 1.050 Watt und 800 Watt über einen externen Wechselrichter. Im Bypass-Modus sind wieder bis zu 2.300 Watt möglich, wahlweise für ein Gerät an einer Steckdose oder kombiniert an beiden Steckdosen zusammen – die Ausgangsleistung ist immer maximal 2.300 Watt insgesamt. Die Ausgangsleistung über AC beträgt hingegen bis zu 1.200 Watt über den AC-Stecker ins Hausnetz (in Deutschland auf 800 Watt begrenzt).

Die Anschlüsse der EcoFlow Stream AC Pro
Die Anschlüsse der EcoFlow Stream AC Pro

Die EcoFlow Stream AC Pro kann so theoretisch auch als Powerstation dienen, wenn sie vom Hausnetz getrennt wird. Über die AC-Steckdosen können in diesem Fall 1.200 Watt abgerufen werden.

Die Einsatzmöglichkeiten der AC Pro sind somit sehr vielfältig.

Stream AC Pro als AC-Zusatzakku

Das EcoFlow Stream AC Pro zeichnet sich dadurch aus, dass es als Zusatzakku flexibel an einem beliebigen Ort aufgestellt werden kann. So kann man die Zusatzbatterie an einer beliebigen Stelle im Haushalt mit einer Steckdose verbinden und muss nichts weiter einstellen. Fügt man das AC Pro auch in der App dem System hinzu, wird es automatisch als Zusatzbatterie für das Stream Ultra erkannt und mit diesem synchronisiert. Der Akkustand in der EcoFlow-App ergibt sich dann aus dem kombinierten Akkustand des Stream Ultra und des Stream AC Pro. Auch mehrere Zusatzakkus im Haushalt werden aufeinander abgestimmt und als ein Akku angesehen.

Energie, wo sie benötigt wird

Im Test wird die AC Pro im Haushalt als zusätzlicher Akku an eine gewöhnliche Steckdose angeschlossen und an ihre Steckdosen werden leistungshungrige Geräte angeschlossen. Das System von EcoFlow soll im Laufe der Zeit auch typische Muster bei der Nutzung der Geräte erkennen, um den Energiefluss vorbereitend zu steuern und die Akkus entsprechend zu laden.

So soll auch der Ladestand automatisch abgestimmt werden, um die beste Effizienz zu gewährleisten. Hat beispielsweise eine AC Pro nur noch wenig Energie, weil ein System mit hoher Leistungsaufnahme an ihr angeschlossen ist, wird automatisch und im besten Fall vorher Energie von anderen Akkus im EcoFlow-Netzwerk an diese Einheit übertragen, damit sie das extern angeschlossene Gerät auch weiterhin versorgen kann, ohne Energie aus dem Stromnetz beziehen zu müssen. EcoFlow nennt dies das „KI-gestützte Balkonkraftwerk-Netzwerk“. Das System soll die Notwendigkeit manueller Eingriffe vollständig eliminieren, indem es automatisch mehrere Batterien im gesamten Haushalt koordiniert. Alle Batterien, unabhängig davon, wo sie platziert sind, liefern gleichzeitig Strom an verbundene Geräte – zusätzlich zu bis zu 800 Watt über die Einspeisung des Balkonkraftwerks.

ComputerBase hat im Testzeitraum ausschließlich diese Anschlussart des Stream AC Pro getestet, also als Zusatzakku an einer Steckdose im Haushalt. Eine direkte Verbindung zwischen Stream Ultra und AC Pro war mangels passendem Verbindungskabel noch nicht möglich.

Unterschiede Stream Ultra, Ultra X, Pro und AC Pro

Neben der Stream Ultra bietet EcoFlow auch noch eine Stream Pro an, die sich darin unterscheidet, dass sie 3 statt 4 MPPT besitzt, die maximale Solarmodulleistung, die verbunden werden kann, also geringer ist. Die EcoFlow Stream Ultra X bietet hingegen einen doppelt so großen Akku, der 3,84 kWh Kapazität bietet. Sie kommt aber erst später in den Handel.

EcoFlow Stream Ultra X EcoFlow Stream Ultra EcoFlow Stream Pro EcoFlow Stream AC Pro
Kapazität 3,84 kWh 1,92 kWh
Akku-Technologie LiFePO4
Ladezyklen bis 70 % Restkapazität 6.000
Dual-Mode PV-Input (Solar und Wechselrichter) 2.800 Watt
(2.000 + 800 Watt)
2.300 Watt
(1.500 + 800 Watt)
800 Watt
MPPT 4 × 500 Watt
(15-60 V/14 A)
3 × 500 Watt
(15-60 V/14 A)
Wechselrichter-Eingang (AC) 800 Watt
Max. AC-Ladeleistung kA 1.050 Watt
AC-Steckdosen 2
Max. AC-Bypass-Leistung 2.300 Watt
Betriebstemperatur -20 bis +55 °C
Batterie-Heizung Ja
Konnektivität WLAN (2,4 GHz), Bluetooth
Schutzart IP65
Gewicht kA 23,1 kg 22,8 kg 21,5 kg
Abmessungen (B×H×T) kA 255 × 458 × 284 mm 255 × 458 × 254 mm
Garantie 10 Jahre
EcoFlow Stream Ultra mit vier angeschlossenen Solarmodulen
EcoFlow Stream Ultra mit vier angeschlossenen Solarmodulen

Vergleicht man die Größe der EcoFlow Stream Ultra mit 1,92 kWh mit der neuen Anker Solix Solarbank 3 Pro, die 2,688 kWh speichern kann, fällt auf, dass ihr Volumen nahezu identisch ist. Ankers Energiedichte bleibt deshalb auch mit EcoFlows Neuvorstellung beachtlich.

Laden auch bis -20 °C

Die EcoFlow Stream Ultra und Stream AC Pro sind beide für einen Temperaturbereich von -20 bis +55 Grad Celsius geeignet. Bei kalten Umgebungstemperaturen sorgt eine integrierte Heizung dafür, dass die Akkuzellen morgens zunächst auf Temperatur gebracht werden, da diese wie bei allen LFP-Systemen nur bei Plusgraden im Inneren des Systems geladen werden können.

Neues Tower-Design

Beim Design bleibt sich EcoFlow zwar mit Silber-Schwarz treu, ansonsten greifen die neuen Geräte aber wenig bekannte Design-Elemente anderer Geräte des Herstellers auf. Sowohl die EcoFlow Stream Ultra als auch Stream AC Pro sind als Tower konzipiert, also höher als breit, womit sie sich beispielsweise von den Geräten von Anker Solix und Zendure unterscheiden.

Stream Ultra: Power-Taste und LED-Streifen
Stream Ultra: Power-Taste und LED-Streifen
Vorderseite der EcoFlow Stream Ultra
Vorderseite der EcoFlow Stream Ultra
EcoFlow Stream Ultra: Schlichter Tower mit Tragegriffen
EcoFlow Stream Ultra: Schlichter Tower mit Tragegriffen

Die Hybridbatterien sind knapp 46 cm hoch und je rund 25 cm breit und tief. Je nach Modell bewegt sich das Gewicht zwischen 21,5 und 23,1 kg. Mit zwei Griffen im seitlichen Kunststoffgehäuse lassen sich beide Modelle im Test aber auch alleine noch angenehm kürzere Strecken tragen. Metall verbaut EcoFlow an der Rückseite für die Kühlung des Wechselrichters, setzt aber nicht wie Anker auf ein Gehäuse aus Metall.

EcoFlow Stream Ultra: Kühlrippen und Anschlüsse an der Rückseite
EcoFlow Stream Ultra: Kühlrippen und Anschlüsse an der Rückseite
Die Stream AC Pro hat keine Solareingänge
Die Stream AC Pro hat keine Solareingänge

An der Vorderseite verfügen Stream Ultra und AC Pro über eine LED-Leiste an der rechten Seite, die den Status des Systems und den Akkuladestand anzeigt. Direkt darüber ist der Ein-/Ausschalter platziert. An der Rückseite bietet die Stream Ultra im unteren Bereich die vier MC4-Paare zum Anschluss der Solarmodule. Im oberen Bereich sind unter einer magnetisch gehaltenen Abdeckung bei beiden Modellen die beiden AC-Steckdosen sowie der Anschluss für das Stromnetz des Haushalts und die Parallelverbindung zu einem anderen Stream-Speicher platziert. Die beiden AC-Steckdosen der hybriden Solarbatterien lassen sich wahlweise über einen Schalter direkt am Gerät ein- und ausschalten oder über die App. Jeder Anschluss wird zusätzlich zur gemeinsamen Kunststoffabdeckung noch einmal mit einer Gummikappe gegen Feuchtigkeit geschützt. Diese müssen, wird ein Anschluss nicht genutzt, auch montiert sein, um die IP65-Klassifizierung gegen Staub und Wasser zu gewährleisten. In dieser Hinsicht sind beide Modelle gleich gut geschützt und können so auch im Freien eingesetzt werden. EcoFlow empfiehlt wie alle Hersteller einen leicht geschützten Betrieb nicht unter direkter Sonneneinstrahlung, um Leistungseinbußen zu verhindern.

EcoFlow Stream AC Pro und Ultra im Hintergrund
EcoFlow Stream AC Pro und Ultra im Hintergrund
EcoFlow Stream AC Pro mit Taste und LED-Band
EcoFlow Stream AC Pro mit Taste und LED-Band
Die Stream AC Pro hat keine Solareingänge
Die Stream AC Pro hat keine Solareingänge

Inbetriebnahme mit Plug-and-Play

Die Inbetriebnahme der EcoFlow Stream Ultra und Stream AC Pro ist denkbar einfach und in wenigen Minuten erledigt. Beide Systeme werden einfach mit dem mitgelieferten AC-Kabel an eine Standard-Steckdose angeschlossen. Bei der Stream Ultra werden zudem die Solarmodule an die MC4-Anschlüsse angeschlossen. Öffnet man die EcoFlow-App und meldet sich wahlweise bei seinem Account an oder erstellt einen neuen, werden die neuen Geräte über Bluetooth auch schon zum Hinzufügen angeboten. In der App erstellt man ein oder mehrere Zuhause und ordnet die Geräte dem jeweiligen Ort zu, um sie für die bereits genannten Funktionen der Abstimmung und Optimierung automatisch miteinander zu verknüpfen.

Ersteinrichtung der EcoFlow Stream-Serie in der App

EcoFlow-App mit ToU und neuen KI-Funktionen

In der EcoFlow-App sieht man das neu eingerichtete System in der vom Hersteller bekannten Ansicht des Energieflusses. Dabei wird dargestellt, von welcher Quelle (Solar, Akku, Netz) gerade wie viel Energie wo hinfließt. Ein Klick auf den Energiebedarf des Haushalts zeigt auch genauer, woher dieser gerade gespeist wird.

Darunter sieht man in Widgets, wie viel Energie heute über Solar erzeugt wurde, wie hoch der Verbrauch bisher war, wie viel Energie aus dem Stromnetz aufgenommen werden musste, wie viel Energie in die Akkus geladen und aus ihnen entladen werden konnte und wie hoch die Einsparungen sind. Jedes Widget lässt sich auswählen, um zu den einzelnen Punkten weitere Details und Diagramme im zeitlichen Verlauf zu öffnen.

Der mittlere Reiter öffnet hingegen die Widgets für die im System betriebenen Geräte. Auch hier kann jedes Gerät geöffnet werden, um seine Details und Einstellungen einzeln einzusehen und anzupassen. In diesen Untermenüs können beispielsweise die AC-Steckdosen der Geräte gesteuert werden, auch einzeln, was am Gerät selbst nur pauschal für beide geht. In den Einstellungen der Geräte können aber auch Firmware-Updates durchgeführt und Details zur Batterie eingesehen werden.

Das Zahnrad als dritter Reiter in der Ansicht des Energiesystems dient zur Konfiguration des Betriebsmodus. Hier lässt sich einstellen, ob die Steuerung mit einem Smart Meter abgeglichen werden soll, der im Verteilerkasten verbaut ist, wobei neben EcoFlows eigenem Smart Meter auch Geräte von Shelly und der Tibber Pulse (Test) unterstützt werden. Alternativ lässt sich auch ein Zeitplan zur Abgabe der Energie an das Hausnetz konfigurieren. Möchte man verhindern, dass Solarenergie, die weder in einem Akku gespeichert noch selbst verbraucht werden kann, ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird, kann man die Einspeisekontrolle aktivieren. Zudem lassen sich Lade- und Entladegrenzen für alle Akkus im System setzen, um selbst entscheiden zu können, ob man diese schonen oder maximale Energieausbeute erreichen möchte.

EcoFlow Stream: Liste der unterstützten Shelly-Geräte

Vollautomatische Überwachung in Echtzeit mit Smart Meter

Nutzt man den Modus „Vollautomatische Überwachung“, muss man ein unterstütztes Smart Meter installiert haben und dieses in der App auswählen. Fortan passt das EcoFlow-System die Einspeisung immer an den gemeldeten Verbrauch des Haushalts an. So sind Verbrauch und Einspeisung optimal aneinander gekoppelt und der Eigenverbrauch wird maximiert. Durch einen kurzen zeitlichen Versatz ist auch diese Steuerung nie ohne Verluste möglich, das gilt aber nicht nur für EcoFlow, sondern generell alle per Smart Meter gesteuerten Anlagen. Im Test kam ein Shelly 3EM zum Einsatz, das problemlos unterstützt wird, indem man das Shelly-Konto mit EcoFlow verknüpft. Ein solches Smart Meter sollte von einem Elektroinstallateur installiert werden. Es muss nämlich jede Phase des Haushalts mit dem Smart Meter verbunden und um jede Hauptphase eine Induktionsklemme gelegt werden. Bei unsachgemäßer Ausführung besteht Lebensgefahr.

EcoFlow Stream: Modusauswahl für die Einspeisung ins Hausnetz
EcoFlow Stream: Modusauswahl für die Einspeisung ins Hausnetz
EcoFlow Stream: Kopplung mit einem Smart Meter für optimale Einspeisung
EcoFlow Stream: Kopplung mit einem Smart Meter für optimale Einspeisung
EcoFlow Stream: Kopplung mit dem Smart Meter
EcoFlow Stream: Kopplung mit dem Smart Meter

Möchte man ohne Smart Meter die Einspeisung ins Hausnetz an den Verbrauch koppeln, kann man auch bei EcoFlow auf intelligente Zwischenstecker setzen. Sind diese ins System integriert, wird die Einspeisung zusätzlich zu einer Grundlast entsprechend des Verbrauchs der an ihnen angeschlossenen Geräte gesteuert. Wie bei anderen Systemen hängt die Genauigkeit der Steuerung und der Grad des Eigenverbrauchs somit von der Anzahl der Smart Plugs und der Kenntnis über die konstante Grundlast ab.

Nord Pool, Rabot, Tibber und EPEX

Das Einstellen des eigenen Stromtarifs ist etwas versteckt. Hierfür muss man oben links auf die Bezeichnung des eigenen Raumes/Zuhauses klicken und dessen Verwaltung öffnen. In den Einstellungen des Zuhauses kann dann der Stromtarif eingestellt werden, wobei man auch einen dynamischen Strompreis auswählen kann. Hier stehen neben Nord Pool und Tibber auch EPEX und Rabot Charge als Anbieter zur Wahl, wobei sich je nach Tarif Steuern und Gebühren oder die Postleitzahl manuell hinzufügen lassen.

Laden in Nebenzeiten

Neu ist, dass EcoFlow nun auch eine KI-gestützte Funktion einführt, mit der man Preisschwankungen bei dynamischen Stromtarifen zum Zwischenspeichern von Energie in den Akkus ausnutzen kann. Die Batterien werden automatisch während der Nebenzeiten aufgeladen und in Spitzenzeiten wird dann auf die gespeicherte Energie aus den Batterien umgeschaltet.

Vorhersage der Erzeugung zur Steuerung

Mit der KI-Stromvorhersage sagt das System die Energieerzeugung und den Verbrauch voraus. Hierfür lernt es das Verhalten des Nutzers über die Zeit hinweg, wird also immer genauer. EcoFlow nennt die Funktion, die kontinuierlich das Energieverhalten analysiert, um die Systemeffizienz im Laufe der Zeit zu verbessern, Adaptive Energy Architect. Allerdings ist nunmehr, wie von EcoFlow zur CES 2025 im Interview mit ComputerBase bereits angedeutet, ein Abonnement erforderlich, um die KI-Funktionen in der EcoFlow App zu nutzen. Details hierzu und Preise liegen ComputerBase derzeit aber noch nicht vor. Zunächst soll die Funktion aber allen Käufern für einen gewissen Zeitraum kostenlos zur Verfügung stehen.

Aktuell bietet die App diese neuen KI-Funktionen und eine Vorhersage noch nicht, weshalb sie im Test noch nicht berücksichtigt und ausprobiert werden konnte. Sie soll am 15. Mai zum Marktstart starten. Bis zum Marktstart in einem Monat hat EcoFlow aber auch noch genug Zeit, dies umzusetzen. Interessant sein zu sehen wird dann, ob die Vorhersage genauer ausfallen wird als bei Anker, sofern sie für den Nutzer einsehbar ist. Bei Ankers neue Solarbank 3 Pro wurde die Erzeugung im Vorabtest meist noch deutlich zu pessimistisch vorhergesagt.

Fazit

Von allen das Beste

Mit der neuen Stream-Serie hat EcoFlow ein enorm flexibles Balkonkraftwerk-System geschaffen, das im Grunde die Ansätze aller bisherigen Lösungen beispielsweise von Anker, Zendure und EcoFlow selbst kombiniert. Mit den Zusatzbatterien, die nicht fix an der Haupteinheit platziert werden müssen – aber können –, wählt EcoFlow einen Weg wie das Zendure Hyper 2000 (Test) und einen anderen als die Anker Solix Solarbank 3 Pro (Test). Mit zusätzlichen AC-Steckdosen direkt an den Geräten wählt EcoFlow dann aber den Ansatz von Anker und nicht den von Zendure, denn Hyper 2000 kann genau dies wiederum nicht.

Rückseite der EcoFlow Stream Ultra
Rückseite der EcoFlow Stream Ultra
EcoFlow Stream Ultra: Die Anschlüsse und Steckdosen
EcoFlow Stream Ultra: Die Anschlüsse und Steckdosen
MC4-Anschlüsse der vier MPPT der EcoFlow Stream Ultra
MC4-Anschlüsse der vier MPPT der EcoFlow Stream Ultra
EcoFlow Stream AC Pro und Ultra im Hintergrund
EcoFlow Stream AC Pro und Ultra im Hintergrund
EcoFlow Stream AC Pro (links) und Ultra (rechts)
EcoFlow Stream AC Pro (links) und Ultra (rechts)
EcoFlow Stream AC Pro (links) und Ultra (rechts)
EcoFlow Stream AC Pro (links) und Ultra (rechts)

Die EcoFlow Stream Ultra lässt sich alleine wie eine Solarbank 3 Pro benutzen und im Freien aufstellen. Ob man die AC-Steckdosen dann nutzen kann oder nicht, wird individuell sehr verschieden sein. Dann liefert das EcoFlow Stream Ultra zunächst wie jedes andere Balkonkraftwerk 800 Watt ans Hausnetz.

Mehr als 800 Watt Solarenergie nutzen

Der Clou des Systems kommt jedoch mit der EcoFlow Stream AC Pro ins Spiel, die selbst nicht an Solarmodule angeschlossen werden kann. Sie dient wahlweise als reiner Zusatzakku der Stream Ultra an dieser selbst oder aber im Haushalt an einer normalen Steckdose. Überschüssige Energie von der Ultra wird dann eingespeist und direkt in der AC Pro gespeichert. So ist sie zunächst ein zusätzlicher Puffer für das System, der bei der Nutzung dynamischer Strompreise zudem zu günstigen Nebenzeiten auch über AC aufgeladen werden kann. Doch schließt man an eine oder mehrere EcoFlow Stream AC Pro tatsächlich dauerhaft über die beiden AC-Steckdosen Haushaltsgeräte an, können diese abseits des 800-Watt-Limits des Wechselrichters mit Energie versorgt werden und reduzieren gleichzeitig die Einspeiselast für die Stream Ultra, deren Wechselrichter nicht mehr als 800 Watt ins Hausnetz einspeisen darf.

EcoFlow Stream Ultra
EcoFlow Stream Ultra

Hat man für diese Art der Nutzung sinnvolle Szenarien, weil Geräte und Platz im Haushalt gut dazu passen, kann man die Selbstversorgung gerade in den teuren Spitzenzeiten tatsächlich noch einmal erhöhen, da weiterhin 800 Watt über den Wechselrichter eingespeist werden, die an der AC Pro angeschlossenen Geräte aber ebenso abseits dieses Limits direkt aus dem Akku versorgt werden können. Ein Kostentreiber, der Herd, lässt sich aber auch mit dieser Lösung nur bedingt über den Wechselrichter abfangen, nicht über Zusatzbatterien. Zu dieser Art des Energiemanagements gehört deshalb aber auch etwas Planung und die Überlegung, welche Geräte am besten an eine AC Pro angeschlossen werden, da sie häufig dann im Einsatz sind, wenn der Bedarf des Haushalts das 800-Watt-Limit überschreitet. Und man muss auch gewillt sein, die Zusatzbatterie eben noch zusätzlich zum elektrischen Gerät selbst aufzustellen. Im Keller bei der Waschmaschine und dem Trockner mag dies kein Problem sein, aber nicht jeder möchte sich einen Akku im Wohnzimmer neben den Fernseher stellen.

Stream AC Pro ist auch Powerstation

Die Stream AC Pro kann aber sogar als Powerstation-Ersatz herhalten, wenn man sie nicht mit dem Stromnetz verbindet und nur die Steckdosen nutzt. Nur gezielt manuell laden kann man sie, zumindest aktuell, für diesen Zweck noch nicht.

KI-Update kommt zum Marktstart

Derzeit fehlt in der EcoFlow-App noch jegliche KI-Funktionalität, mit der man Energie Zwischenspeichern kann, indem über AC geladen wird, und das System die Solarerzeugung und den Verbrauch vorhersagt, um das AC-Laden zu planen. Wie Anker muss EcoFlow dies bis zum Marktstart noch integrieren. Eine Bewertung dieses Aspekts ist somit noch nicht möglich und steht deshalb noch aus. Aber auch EcoFlow hat hierfür durchaus noch Zeit, denn die Auslieferung der neuen Stream-Serie startet erst am 15. Mai. Aus Nutzersicht ärgerlich ist aber schon jetzt, dass EcoFlow plant, diese AI-Funktion an ein Abonnement zu knüpfen, auch wenn sie anfänglich für einen Testzeitraum für alle Nutzer kostenlos sein soll.

Technisch liefert EcoFlow erneut ab

Technisch sind sowohl die EcoFlow Stream Ultra als auch die EcoFlow Stream AC Pro erneut hervorragend umgesetzt. Sie liefern die versprochene Leistung, lassen sich bequem auch über die App konfigurieren und steuern und sind flexibel den eigenen Bedürfnissen entsprechend einsetzbar.

EcoFlow Stream Ultra
15.04.2025
ComputerBase-Empfehlung für EcoFlow Stream Ultra
EcoFlow Stream AC Pro
15.04.2025
ComputerBase-Empfehlung für EcoFlow Stream AC Pro

ComputerBase hat die Stream Ultra, Stream AC Pro und zwei 450-Watt-Solarmodule leihweise von EcoFlow zum Testen unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Test fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.

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