WD_Black SN8100 SSD im Test: Die neue schnellste SSD noch vor der Samsung 9100 Pro
Spät, aber mit einem wahren Paukenschlag, bringt SanDisk seine erste PCIe-5.0-SSD für Verbraucher auf den Markt. Die WD_Black SN8100 setzt dabei neue Maßstäbe, denn mehr Leistung als bei der Konkurrenz gibt es nicht nur im Datenblatt, sondern auch in der Praxis. Die neue Referenz bei der Leistung ist zudem überaus effizient.
WD_Black SN8100 im Überblick
Lange und sogar noch länger als bei Samsung musste auf ein PCIe-5.0-SSD-Flaggschiff bei Western Digital (jetzt wieder SanDisk) gewartet werden. Und jetzt ist sie da, die vorab enthüllte WD_Black SN8100, die mit ähnlichen Leistungsdaten fast schon am Limit von PCIe 5.0 arbeitet und so direkt gegen die Samsung 9100 Pro (Test) und andere PCIe-5.0-SSDs der Oberklasse antritt.
Das Warten hat sich gelohnt: Im Test lässt die SN8100 eindrucksvoll ihre Muskeln spielen und lässt Samsungs neues Flaggschiff schon wieder alt aussehen. Alles weitere auf den nachfolgenden Abschnitten.
- Höchstleistung unter PCIe 5.0
- Höchste Effizienz
- Ohne Kühler ungedrosselt im Parcours
- (keine)
Trotz „WD“ von SanDisk
Auch wenn noch „WD“ dran steht, handelt es sich um ein Produkt von SanDisk – so wie auch auf dem PCB der SSD verewigt. Im Februar hat sich nämlich Western Digital von der einst übernommenen SSD-Sparte getrennt und fortan agiert SanDisk wieder eigenständig. WD konzentriert sich auf HDDs, Sandisk auf SSDs. Aber „WD-SSDs“ sind damit nicht tot: Einige Marken, so auch WD_Black, bleiben vorerst erhalten.
Sandisk vermarktet Flash-basierte Speicherlösungen unter den Markennamen SanDisk, SanDisk Professional, WD_BLACK, Western Digital und WD.
SanDisk
Der Erfolg der Vorgänger wie der WD_Black SN850X (Test) dürfte für diese Entscheidung den Ausschlag gegeben haben. WD_Black ist eine sehr starke Marke.
Dennoch gab es zwischenzeitlich konkrete Überlegungen, die SSD in knallrot mit neuem SanDisk-Schriftzug aufzulegen, wie frühere Präsentationsfolien zeigen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Pläne später doch noch parallel umgesetzt werden.
Leistungswerte laut Hersteller
Mit satten 14.900 MB/s beim sequenziellen Lesen ist das praktische Limit von PCIe 5.0 x4 nahezu erreicht. Dass die Samsung 9100 Pro in dieser Disziplin um marginale 100 MB/s überboten wird, spielt im Grunde nur im Marketing eine Rolle. Die 14.000 MB/s beim sequenziellen Schreiben sind immerhin 600 MB/s mehr als bei Samsung.
| WD_Black SN8100 (4 TB) | Samsung 9100 Pro (4 TB) | |
|---|---|---|
| Seq. Lesen/Schreiben | 14.900/14.000 MB/s | 14.800/13.400 MB/s |
| Leistungsaufnahme Lesen/Schreiben | 6,5/7,0 Watt | 9,0/8,2 Watt |
| Energieeffizienz Lesen/Schreiben | 2.292/2.000 MB/s pro Watt | 1.644/1.634 MB/s pro Watt |
| Random Lesen/Schreiben | 2.300K/2.400K IOPS | 2.200K/2.600K IOPS |
Der wesentliche Vorteil bildet sich aber durch die Kombination dieser Leistungswerte mit einer niedrigeren Leistungsaufnahme: Laut SanDisk benötigt die SN8100 nämlich nur 6,5 Watt für knapp 15 GB/s, während Samsung bei 9 Watt liegt. Die Energieeffizienz ist mit über 2.000 MB/s pro Watt zumindest auf dem Papier wesentlich besser als bei Samsung mit über 1.600 MB/s pro Watt.
Bei den maximalen IOPS gibt es im Grunde ein Unentschieden zwischen den Boliden aus den USA und Südkorea.
Ein angepasster SM2508-Controller
Wer bei den obigen Angaben zu Leistung und Leistungsaufnahme direkt an neue SSDs mit dem SM2508-Controller von Silicon Motion denkt, der liegt nicht falsch. Diese Vermutung hat auch ComputerBase direkt an SanDisk gerichtet und bekam dafür die Bestätigung. Die SN8100 nutzt in der Tat einen SMI 2508, hieß es in der Antwort. Allerdings sei dieser „mit einer speziell von Sandisk entwickelten IP“ versehen, die „auf Performance-Optimierung und Energieeffizienz ausgelegt ist“, erklärte SanDisk.
Was genau dieses "Custom IP Design“ nun bedeutet, wollte SanDisk aber nicht erklären. Dass eine eigene Firmware dazu zählt, wurde auf Nachfrage der Redaktion bestätigt, doch wurde angedeutet, dass noch mehr dazu gehört. Zumindest einen kleinen Hinweis auf den Chip liefert die Kennung auf dem Package, denn dort steht „SanDisk A101-250800-AC“.
| Phison PS5026-E26 | Silicon Motion SM2508 | |
|---|---|---|
| Schnittstelle | PCIe 5.0 x4 | |
| Protokoll | NVMe 2.0 | |
| Fertigung | 12 nm (TSMC) | 6 nm (TSMC) |
| Package | 576-ball FCCSP, 16 × 16 mm | 576-ball EHS-FCBGA, 15 × 15 mm |
| CPU-Kerne | 2 × ARM Cortex R5 3 × CoX Processor |
4 × ARM Cortex R8 1 × Cortex M0 |
| NAND-Channel (CE) | 8 (32) | |
| SSD-Kapazität (max.) | 32 TB | ? |
| Durchsatz/Channel | 2.400 MT/s | 3.600 MT/s |
| DRAM | DDR4/LPDDR4 (3.200 MT/s) | DDR4/LPDDR4 (3.200 MT/s) |
| ECC | 5th Gen LDPC | LDPC |
| Sicherheit | AES 256 SHA 512 RSA 4096 TCG Opal 2.0 |
AES 256 SHA 384 TCG Opal 2.0 |
| Seq. Read | 14.000 MB/s | 14.500 MB/s |
| Seq. Write* | 12.000 MB/s | 14.000 MB/s |
| 4K Random Read | 1.500.000 IOPS | 2.500.000 IOPS |
| 4K Random Write* | 2.000.000 IOPS | 2.500.000 IOPS |
| *im SLC-Cache alle Angaben laut Phison (Stand Januar 2024) und SMI (Stand August 2024) |
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Spätere Tests werden zeigen, inwieweit es Unterschiede zu anderen SSDs mit SM2508 geben wird. Über den lange erwarteten SM2508-Controller, der seit dem Frühjahr auch den europäischen Markt erreicht hat, hat ComputerBase in den nachfolgend verlinkten Artikeln ausführlich berichtet. SSDs von Adata, Lexar und Kingston nutzen den SM2508 ebenfalls. Gegenüber dem Phison E26, der lange Zeit allein die PCIe-5.0-SSDs für Verbraucher bedient hat, ist der SM2508 weitaus sparsamer.
- Ungleiches Trio mit SM2508: Adata bringt neue Flotte schneller PCIe-5.0-SSDs
- Fury Renegade G5: Kingstons erste PCIe-5.0-SSD nutzt den SM2508-Controller
- Biwin Black Opal X570 Pro: PCIe-5.0-SSDs mit SM2508 kommen im März
- Beste Performance pro Watt: Silicon Motion protzt mit seinem SM2508-Controller
- SSD-Controller für PCIe 5.0: Das „Effizienz-Wunder“ SM2508 überzeugt im ersten Test
Während der Controller also zugekauft, aber angepasst wurde, setzt SanDisk beim NAND-Flash auf Flash-Speicher aus eigenem Hause. Der TLC-NAND gehört zur Generation BiCS8, die von Kioxia und SanDisk gemeinsam entwickelt wurde. Die Speicherzellen liegen in 218 Schichten vor und ein Chip speichert 1 Tbit, also 128 GB. Folglich sitzen auf dem Testmuster mit 2 TB Speicherkapazität insgesamt 16 Speicherchips (je 8 pro Package). Hinzu kommt noch ein DDR4-DRAM-Chip mit 2 GB von Micron. All das liegt auf der Oberseite der 80 mm langen M.2-Platine, während die Rückseite nicht bestückt ist.
| WD_Black SN8100 (2 TB) | |
|---|---|
| Formfaktor | M.2-2280 |
| Schnittstelle (Protokoll) | PCIe 5.0 x4 (NVMe 2.0) |
| Controller | SMI SM2508 (8 Channel) |
| NAND-Flash-Speicher | 3D-TLC (SanDisk BiCS8, 218 Layer, 1 Tbit) |
| DRAM-Cache | 2 GB DDR4 |
| SLC-Cache | ✓ |
| Seq. Lesen/Schreiben (max.) | 14.900/14.000 MB/s |
| Random Read/Write (max.) | 2.300K/2.400K IOPS |
| Garantiedauer | 5 Jahre |
| TBW | 1.200 TB |
| Kühler | ohne (optional erhältlich) |
| Leistungsaufnahme (Sleep/Read/Write) | ? mW/6,5/7,0 W |
| Abmessungen (L × B × H) | ohne Kühler: 80 × 22 × 2,38 mm mit Kühler: 80 × 25 × 11,25 mm |
Mit Kühler oder ohne
Die WD_Black SN8100 wird in Varianten mit oder ohne Kühler (Heatsink) erhältlich sein. Zunächst kommen die Modelle ohne Kühler auf den Markt, die Heatsink-Version folge aber „bald“, voraussichtlich wird es Herbst. Als Kühler kommt ein überarbeitetes Design zum Einsatz. Gegenüber dem vorherigen WD_Black-Heatsink sind die Lamellen nun waagerecht statt senkrecht angeordnet, laufen also parallel zum Modul.
Damit sollen sie besser zum Standard-Luftstrom im Gehäuse ausgerichtet sein, argumentiert SanDisk. In der Tat verläuft der Luftstrom in den meisten Gehäusen über die einsaugenden Frontlüfter zum ausblasenden Hecklüfter, sodass die Luft so den Kühler besser durchströmen kann.
Garantie und TBW im Vergleich
Bei üblichen fünf Jahren Garantie erlischt selbige nach Überschreiten einer vom Hersteller festgelegten Schreibmenge vorzeitig: die „Total Bytes Written“ (TBW). Bei der WD_Black SN8100 mit 2 TB liegt diese bei typischen 1.200 TB für SSDs mit TLC-Speicher.
| Modell | 5xx GB | 1 TB | 2 TB | 4 TB | 8 TB |
|---|---|---|---|---|---|
| Crucial P310 (QLC) | – | 220 TB | 440 TB | – | – |
| WD Blue SN5000 (TLC/QLC) | 300 TB (TLC) | 600 TB (TLC) | 900 TB (TLC) | 1.200 TB (QLC) | – |
| Kingston NV2 (TLC/QLC) | 160 TB | 320 TB | 640 TB | 1.280 TB | – |
| Corsair MP600 Core (QLC) | – | 225 TB | 450 TB | 900 TB | – |
| WD_Black SN8100 (TLC) | – | 600 TB | 1.200 TB | 2.400 TB | 4.800 TB |
| Samsung 9100 Pro (TLC) | – | 600 TB | 1.200 TB | 2.400 TB | 4.800 TB |
| Kioxia Exceria Plus G4 (TLC) | – | 600 TB | 1.200 TB | – | – |
| Seagate FireCuda 530R (TLC) | – | 1.100 TB | 2.400 TB | 5.050 TB | – |
| Kingston KC3000 (TLC) | 400 TB | 800 TB | 1.600 TB | 3.200 TB | – |
| WD_Black SN850X (TLC) | – | 600 TB | 1.200 TB | 2.400 TB | 4.800 TB |
| Samsung 990 Pro (TLC) | – | 600 TB | 1.200 TB | 2.400 TB | – |
| Corsair MP700 Pro SE (TLC) | – | – | 1.400 TB | 3.000 TB | – |
| MSI Spatium M580 Frozr (TLC) | – | 700 TB | 1.400 TB | 3.000 TB | – |
| Crucial T705 (TLC) | – | 600 TB | 1.200 TB | 2.400 TB | – |
| Kioxia Exceria Plus G3 (TLC) | – | 600 TB | 1.200 TB | – | – |
| WD_Black SN770M (TLC) | 300 TB | 600 TB | 1.200 TB | – | – |
| Lexar NM790 (TLC) | 500 TB | 1.000 TB | 1.500 TB | 3.000 TB | 6.000 TB |
| Seagate FireCuda 540 (TLC) | – | 1.000 TB | 2.000 TB | – | – |
Preise und Eckdaten im Überblick
Ab sofort kommt die WD_Black SN8100 in der Version ohne Kühler mit Speicherkapazitäten von 1 TB, 2 TB und 4 TB auf den Markt. Die unverbindlichen Preisempfehlungen stehen in der nachfolgenden Tabelle. Im Herbst sollen die Varianten mit Kühler folgen. Die 8-TB-Modelle sind mit und ohne Kühler für Ende 2025 geplant.
| ohne Heatsink | mit Heatsink | |
|---|---|---|
| 1 TB | 174,99 | 194,99 (ab Herbst) |
| 2 TB | 264,99 | 284,99 (ab Herbst) |
| 4 TB | 484,99 | 504,99 (ab Herbst) |
| 8 TB | ? (Ende 2025) | ? (Ende 2025) |
| Sandisk WD_Black SN8100 | Samsung 9100 Pro | |
|---|---|---|
| Controller: | Silicon Motion SM2508, 8 NAND-Channel | Samsung Presto, 8 NAND-Channel |
| DRAM-Cache: | 1.024 MB DDR4 Variante 2.048 MB DDR4 Variante 4.096 MB DDR4 Variante 8.192 MB DDR4 |
1.024 MB LPDDR4X Variante 2.048 MB LPDDR4X Variante 4.096 MB LPDDR4X Variante 8.192 MB LPDDR4X |
| Speicherkapazität: | 1.000 / 2.000 / 4.000 / 8.000 GB | |
| Speicherchips: | Sandisk ? ? TLC (3D, 218 Lagen) NAND, 1.024 Gbit | Samsung ? Toggle DDR 5.0 TLC (3D, 236 Lagen) NAND, 1.024 Gbit |
| Formfaktor: | M.2 (80 mm) | |
| Interface: | PCIe 5.0 x4 | |
| seq. Lesen: | 14.900 MB/s | 14.700 MB/s Variante 14.800 MB/s |
| seq. Schreiben: | 11.000 MB/s Variante 14.000 MB/s Variante 13.200 MB/s |
13.300 MB/s Variante 13.400 MB/s |
| 4K Random Read: | 1.600.000 IOPS Variante 2.300.000 IOPS Variante 2.200.000 IOPS |
1.850.000 IOPS Variante 2.200.000 IOPS |
| 4K Random Write: | 2.400.000 IOPS | 2.600.000 IOPS |
| Leistungsaufnahme Aktivität (typ.): | ? | |
| Leistungsaufnahme Aktivität (max.): | ? | |
| Leistungsaufnahme Leerlauf: | ? | |
| Leistungsaufnahme DevSleep: | ? | |
| Leistungsaufnahme L1.2: | ? | |
| Funktionen: | NVMe, NCQ, TRIM, SMART, Garbage Collection | NVMe, NCQ, TRIM, SMART, Garbage Collection, DevSleep |
| Verschlüsselung: | TCG Opal 2.0 | AES 256, IEEE-1667, TCG Opal 2.0 |
| Total Bytes Written (TBW): | 600 Terabyte Variante 1.200 Terabyte Variante 2.400 Terabyte Variante 4.800 Terabyte |
|
| Garantie: | 5 Jahre | |
| Preis: | ab 179 € / ab 300 € / ab 1.248 € / ab 2.245 € | ab 195 € / ab 280 € / ab 489 € / 964,99 € |
| Preis je GB: | € 0,18 / € 0,15 / € 0,31 / € 0,28 | € 0,19 / € 0,14 / € 0,12 / € 0,12 |
PCIe 5.0 vs. PCIe 3.0/4.0 und SATA im neuen Testsystem
Die Probanden müssen im Test gegen die High-End-Konkurrenz mit PCIe 5.0 wie die Crucial T705 (Test) und die Corsair MP700 Pro (Test) sowie die Flaggschiffe der PCIe-4.0-Generation in Form der WD_Black SN850X (Test) und der Samsung 990 Pro (Test) antreten. Auch ein Vergleich mit SSDs der langsameren Sorte auf Basis von PCIe 3.0 und SATA sowie mit externen Modellen wird gezogen.
Der Wechsel auf PCIe 5.0 seitens der SSDs machte auch einen Wechsel des Testsystems von ComputerBase nötig. Die Wahl fiel auf AMDs aktuelle AM5-Plattform mit einem B650E-Mainboard von Asus und dem mit 65 Watt TDP antretenden 12-Kern-Prozessor Ryzen 9 7900 (Test). Der primäre M.2-Slot des Mainboards erhält PCIe 5.0 x4 direkt über die CPU. Beim Betriebssystem fand ein Umstieg auf Windows 11 statt.
Nachfolgend werden die ab jetzt für SSD-Tests verwendete Hard- und Software aufgelistet.
- Windows 11 Pro 22H2 22621.1413
- AMD Ryzen 9 7900
- Asus B650E-F Strix Gaming Wifi
- DDR5-5200, 38-38-38-84
- AMD-Chipsatztreiber 5.02.19.2221
- GeForce RTX 2080 Ti mit GeForce-Treiber 531.29
- GeForce RTX 3080 Ti mit GeForce-Treiber 552.22 (Zusatztest Direct Storage)
- SoftPerfect RAMdisk 4.4
- Asus BIOS 1222
Die Angabe und die dauerhafte Verwendung der konkreten Version von Windows 11 sind entscheidend, denn Microsoft hat zuletzt verstärkt an der Datenträger-Leistung im Explorer gearbeitet. So erzielt die neue Plattform beim Kopieren aus der RAM-Disk auf eine sehr schnelle SSD über 6,0 GB/s, wo die alte Plattform mit denselben SSDs bei unter 2,5 GB/s an eine Grenze stieß. Auch das Kopieren auf der SSD ist mit dem neuen System und insbesondere dem aktuelleren Windows viel schneller. Die letzten inkrementellen Updates für Windows 11 22H2 brachten dabei noch mal einen deutlichen Schub gegenüber der ersten Hauptversion aus dem 4. Quartal 2022 – mit der lag das Limit im Explorer noch bei knapp unter 4,0 GB/s.
Testergebnisse und Benchmarks
Das Testmuster wurde für die nachfolgenden Tests, sofern nicht anders vermerkt, unter dem SSD-Kühler des Asus ROG Strix B650E-F Wifi mit darüber blasendem 120-mm-Lüfter getestet.
Schreibleistung (SLC-Modus)
Wie ausdauernd der SLC-Modus ausfällt, testet ComputerBase wie folgt: Eine komprimierte RAR-Datei mit 10 GB Größe wird aus einer RAM-Disk mit fortlaufender Nummer in der Dateibezeichnung so oft ohne Pause auf die leere Test-SSD geschrieben, bis die Kapazitätsgrenze erreicht ist (grün). Für jeden Kopiervorgang wird die erreichte Transferrate protokolliert. Direkt nach dem letzten Transfer werden 50 Prozent der erstellten Dateien gelöscht. Im Anschluss wird der SSD für die interne Speicherverwaltung eine halbe Stunde Ruhe gegönnt. Dann wird sie abermals mit den RAR-Dateien vollgeschrieben (gelb). Der Test soll die Abhängigkeit des SLC-Modus vom Füllgrad der SSD ermitteln beziehungsweise aufzeigen, ob der einmal genutzte SLC-Modus sich nach Ruhephasen erholt.
- WD_Black SN8100 2 TB
- Samsung 9100 Pro 4 TB Heatsink
- WD_Black SN850X 2 TB
- Samsung 990 Pro 2 TB
- Crucial T705 2 TB
- Corsair MP700 Pro SE 4 TB
- Lexar NM790 4 TB
Knapp ein Drittel der noch freien Speicherkapazität wird im schnellen SLC-Modus beschrieben. Die etwa 6.000 MB/s Spitzenlast entsprechen dem Maximum des Testsystems mit Windows 11 und werden auch von anderen PCIe-5.0-SSDs wie der Samsung 9100 Pro (Test) oder der Crucial T705 (Test) erreicht.
Anschließend fällt die Schreibrate auf zunächst etwa 3.500 MB/s ab und endet auf einem schwankenden Niveau zwischen 1.500 MB/s und 2.000 MB/s. Das Minimum liegt so höher als bei der Samsung 9100 Pro und auch höher als beim Vorgänger WD_Black SN850X (Test).
- Schwarz/Weiß: NVMe-SSDs (PCI Express 5.0, M.2)
- Rot: NVMe-SSDs (PCI Express 4.0, M.2)
- Blau: NVMe-SSDs (PCI Express 3.0, M.2)
- Grün: Externe SSDs (USB, Thunderbolt)
- Gelb: SATA-SSDs (2,5 Zoll)
Hinweis: Über die Schaltfläche oben rechts im Diagramm (+...Einträge) lassen sich weitere Ergebnisse einblenden, die zur besseren Übersicht zunächst versteckt sind.
Leseleistung
Zur Überprüfung der praktischen Leseleistung wird der Installationsordner des Spiels Shadow of the Tomb Raider (SotTR, 32 GB) auf das Testmuster kopiert und anschließend in die RAM-Disk gelesen. Das Gegenstück sollte in diesem Fall also erneut keinen Flaschenhals darstellen. Dies geschieht einmal mit völlig leerem Laufwerk und einmal praxisnah mit 80 Prozent Füllstand. Der Testlauf im leeren Zustand erfolgt 30 Minuten nach der Formatierung. Der Testlauf bei 80 Prozent wird auf dem zuerst zu 100 Prozent und dann ausgehend von 50 Prozent vollgeschriebenen Laufwerk durchgeführt, auf dem 20 Prozent gelöscht und dann 30 Minuten Pause eingelegt wurden.
Das erste Ausrufezeichen setzt die WD_Black SN8100 beim praktischen Lesen. Fast 4.800 MB/s hat bisher noch keine SSD dabei erreicht und der Vorsprung zum vorherigen Spitzenreiter (Crucial T705) liegt bei immerhin 6 Prozent. Die Samsung 9100 Pro ist 13 Prozent langsamer.
Das oben geschriebene gilt aber nur für den frisch formatierten Leerzustand. Bei 80 Prozent Füllstand reicht es nicht ganz für die Spitze. Dort bleibt der Vorgänger WD_Black SN850X ungeschlagen, die Crucial T700 (Test) ist auch noch etwas schneller.
Kopierleistung
Als Kopiertest (Lesen + Schreiben) hat die Redaktion einen 195 GB großen Steam-Ordner mit fünf installierten Spielen auf der SSD dupliziert. Dies geschieht einmal mit völlig leerem Laufwerk und einmal praxisnah mit 80 Prozent Füllstand. Der Testlauf im leeren Zustand erfolgt 30 Minuten nach der Formatierung. Der Testlauf bei 80 Prozent wird auf dem zuerst zu 100 Prozent und dann ausgehend von 50 Prozent vollgeschriebenen Laufwerk durchgeführt, auf dem 20 Prozent gelöscht und dann 30 Minuten Pause eingelegt wurden.
Beim Kopiertest kann sich die WD_Black SN8100 frisch formatiert erneut den Spitzenplatz sichern. Die Samsung 9100 Pro liegt aber in Schlagweite. Bei 80 Prozent Füllstand schlägt die SN8100 trotz „nur“ 2 TB Speichervolumen sogar alle Kontrahenten mit 4 TB. Nur die SN850X mit 8 TB ist dank des Speichervorteils noch schneller.
Gaming-Leistung
Im ersten Teil wird fortan der DirectStorage-Benchmark (Avocados) stellvertretend für das Spiel Forspoken genutzt, da letzteres durch regelmäßige neue Versionen Probleme bei der Vergleichbarkeit machte. Im zweiten Teil wird der auf die Gaming-Leistung von Massenspeichern ausgerichtete 3DMark Storage verwendet.
Auch die WD_Black SN8100 kann die SSDs mit Phison-Controller nicht vom Thron stoßen, die noch einmal 10 Prozent höhere Durchsatzraten ermöglichen. Denkbar ist, dass Phisons Optimierungen der Firmware für die DirectStorage-API hier weiterhin Früchte tragen. Das würde aber auch bedeuten, dass Silicon Motion mit angepasster Firmware auch hier gleichziehen könnte.
Im 3DMark Storage liegt die SN8100 hingegen mit 4.270 Punkten etwa 5 Prozent vor den Modellen mit E26-Controller. Die Samsung 9100 Pro liegt in diesem Test 14 Prozent hinter der neuen WD_Black.
Office-Leistung
Der Quick System Drive Benchmark des PCMark 10 soll leichtere Aufgaben im Alltag widerspiegeln. Das Szenario reicht vom Schreiben, Lesen und Duplizieren von Bilddateien über die Anwendung von Adobe Illustrator und Photoshop bis Microsoft Excel.
Der nächste Benchmark bringt schon wieder einen Spitzenplatz für die SN8100. Erstmals knackt eine SSD im Testfeld der Redaktion die Marke von 5.000 Punkten und mit 5.371 Punkten sogar deutlich. Das bedeutet einen Vorsprung von 8 Prozent vor der Crucial T705 mit Phison E26 und von sogar 13 Prozent vor der Samsung 9100 Pro.
Theoretische Leistung
Der CrystalDiskMark hat sich quasi zum Standard-Benchmark der Branche gemausert und dient auch den SSD-Herstellern zur Ermittlung der beworbenen Leistungswerte. Wenig praxisnah, wird der Test an dieser Stelle zur Überprüfung der theoretischen Spitzenleistung verwendet.
Bei den „bis zu 14.900 MB/s“ hat SanDisk nicht zu viel versprochen. Im CrystalDiskMark ist die neue Bestmarke tatsächlich zu erreichen. Während der Vorsprung zur Konkurrenz beim sequenziellen Lesen dennoch nur klein ausfällt, gab es beim wahlfreien Lesen (RND4k Q1T1) eine Überraschung: Mehr als 100 MB/s hat noch keine SSD auf dem aktuellen Testsystem unter gleichen Bedingungen geschafft. Der Test wurde mehrfach wiederholt, stets mit dem gleichen Resultat. Auch die Konkurrenz wurde zur Sicherheit noch einmal gegengetestet: Sie erreicht aber weiterhin das zuvor protokollierte Niveau. Interessanterweise erreichte die SN8100 bei der Messung der Leistungsaufnahme per Adapter im 1. PCIe-x16-Slot nur ca. 85 MB/s – in der Regel sind SSDs über diese Anbindung etwas schneller. Bei der SN8100 verhält es sich anders.
Bärenstark ist die WD_Black SN8100 auch beim sequenziellen Schreiben mit der nächsten neuen Bestmarke und sogar mehr als den versprochenen 14.000 MB/s in der Spitze.
Leistungsaufnahme
Für den SM2508-Controller hatte Silicon Motion mehrfach versprochen, dass dieser deutlich sparsamer als der Phison E26 agiert und die SSDs bei ähnlicher Leistung dadurch weitaus effizienter arbeiten.
Das kann ComputerBase nun mit eigenen Messungen bestätigen. Brauchen SSDs mit Phison E26 wie die Crucial T700 in der Spitze 12 Watt, sind es mit dem SM2508 auf der SN8100 nur noch rund 7 Watt. Damit wird auch die Samsung 9100 Pro bei der Leistungsaufnahme unter Last unterboten, die sich bis zu 9 Watt genehmigt.
Noch sparsamer sind in der PCIe-5.0-Generation derzeit nur die SSDs mit Phison E31T wie zum Beispiel die Kioxia Exceria Plus G4 (Test). Diese sind aber auch ein gutes Stück langsamer.
Temperaturen
Die vergleichsweise niedrige Leistungsaufnahme führt zu moderaten Temperaturen, sodass die WD_Black SN8100 respektive ihr Controller unter dem Mainboard-Kühler (Strix) nur 60 °C warm wird. Das Diagramm „Schreibleistung nach Kühlung“ belegt zudem, dass selbst komplett ohne Kühler, also „nackt“, keine temperaturbedingte Leistungsdrosselung beim Vollschreiben erfolgt. Dann werden allerdings fast 80 °C erreicht.
Fazit
Das lange Warten auf die erste PCIe-5.0-SSD von SanDisk für PC-Enthusiasten hat sich definitiv gelohnt. Direkt gelingt mit der WD_Black SN8100 der Sprung an die Spitze mit vielen neuen Bestwerten im Testparcours von ComputerBase. Die gerade erst hoch gelobte Samsung 9100 Pro (Test), die bei geringerer Leistungsaufnahme SSDs mit Phison-E26-Controller einholt, ist damit schon wieder nur die zweite Wahl, wenn es um die absolute Spitzenleistung geht.
Die WD_Black SN8100 ist dabei nicht nur schneller als die Samsung 9100 Pro, sondern auch noch sparsamer. Die nur 7 Watt unter Last kann keiner der Konkurrenten auf diesem Leistungsniveau bieten. Möglich macht dies alles der neue SM2508-Controller von Silicon Motion, der sich schon im Vorfeld als wahres Effizienzmonster angekündigt hatte.
Trotz High-End-Leistung lässt sich die WD_Black SN8100 sogar komplett ohne Kühler nutzen, ohne dass es zu Leistungsverlust kommt.
Höchste Leistung und höchste Effizienz bei einem moderaten Energiebedarf auf dem Niveau der PCIe-4.0-Generation – das Gesamtpaket gefällt und offenbart bisher keine Schwächen.
Doch all dies hat eben auch seinen Preis, der passend zur Leistung selbstbewusst ausfällt. Die WD_Black SN8100 kostet in der getesteten Version mit 2 TB und ohne Kühler stolze 265 Euro (UVP). Bei breiter Verfügbarkeit könnten die Preise bei den Händlern allerdings später darunter liegen und sich jenen 250 Euro, die aktuell für eine Samsung 9100 Pro mit 2 TB verlangt werden, annähern. Doch letztlich wird verlangt, was verlangt werden kann und das ist eben Spitzenleistung zum Spitzenpreis.
- Höchstleistung unter PCIe 5.0
- Höchste Effizienz
- Ohne Kühler ungedrosselt im Parcours
- (keine)
SanDisk ist längst nicht der einzige Hersteller, der den SM2508-Controller einsetzt. So wird es zum Beispiel von Adata drei SSDs der Serie Mars 980 mit diesem Chip geben. Von Lexar hat die NM1090 Pro bereits den Handel erreicht, was auch für die Kingston Fury Renegade G5 gilt. Diese Hersteller haben allerdings nicht damit geworben, den Controller „angepasst“ zu haben.
SSDs mit SM2508 könnten sich nichtsdestoweniger bald zum neuen Standard bei den High-End-SSDs für Verbraucher mausern und einen ähnlichen Siegeszug wie der Phison E26 antreten, der nun langsam zum alten (und heißen) Eisen zählt.
Mehr Informationen zu SSDs gewünscht? Die 17. Episode von „CB-Funk – der ComputerBase-Podcast“ bietet Details satt. Welche Unterschiede gibt es eigentlich zwischen SATA und PCIe Gen 3 bis 5 sowie TLC und QLC? Wie testet die Redaktion, was gilt es beim Kauf einer neuen SSD zu beachten und welche Modelle sind empfehlenswert? Die 17. Folge CB-Funk liefert Antworten.
CB-Funk lässt sich nicht nur über den eingebetteten Podigee-Player abspielen, sondern auch bequem direkt in den Podcast-Apps eurer Wahl abonnieren und hören. Verfügbar ist der ComputerBase-Podcast auf Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts, Amazon Music und Deezer.
ComputerBase hat die WD_Black SN8100 SSD leihweise von SanDisk zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
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