iPad Pro mit M5 im Test: Apple überrundet die Konkurrenz

Nicolas La Rocco
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iPad Pro mit M5 im Test: Apple überrundet die Konkurrenz

Das iPad Pro ist neben dem MacBook Pro das erste Produkt von Apple, das den neuen M5 mit deutlich mehr Leistung spendiert bekommen hat. Im iPad Pro fällt der ohnehin schon große Abstand zur Android-Konkurrenz damit jetzt gigantisch aus. Ein wahrer Hingucker ist erneut das OLED-Display, im Test erstmals auch mit Nanotexturglas.

Auf die Revolution folgt die Evolution

Nachdem das iPad Pro mit M4 (Test) vor einem Jahr eine vollständige Neukonstruktion war, bei der erstmals für die Tablets von Apple ein OLED-Display zum Einsatz kam und die Technik in deutlich dünneren Gehäusen verbaut wurde, stellt das jüngste Update auf den M5 eine Evolution auf Basis dieses neuen Designs dar. Apple hat das iPad Pro auf die neueste Generation Apple Silicon aktualisiert und setzt für die drahtlose Konnektivität neuerdings ebenso auf die eigene Lösung N1 (Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, Thread) und für die Modelle mit Mobilfunk auch auf das eigene Modem C1X, das auch im iPhone Air steckt. Davon abgesehen übernimmt die Neuauflage die meisten Eigenschaften des Vorgängers.

Der M5 ist die größte Neuerung des iPad Pro
Der M5 ist die größte Neuerung des iPad Pro

Das Testgerät im Detail

Der Redaktion lag für den Test ein iPad Pro mit M5 in 13 Zoll mit 1 TB Speicher, 5G und Nanotexturglas vor, dessen unverbindliche Preisempfehlung bei 2.559 Euro liegt.

Technische Daten des iPad Pro mit M5

Apple iPad Pro (2025, 11 Zoll)
Apple iPad Pro (2025, 13 Zoll)
Software:
(bei Erscheinen)
iPadOS 26
Display: 11,00 Zoll, 2.420 × 1.668
267 ppi, 120 Hz
Tandem OLED, HDR
13,00 Zoll, 2.752 × 2.064
265 ppi, 120 Hz
Tandem OLED, HDR
Bedienung: Touch, Stylus, Physische Tastatur, Gesichtsscanner
SoC:
Apple M5
3 × ?, 4,43 GHz
6 × ?
3 nm, 64-Bit
Variante
Apple M5
4 × ?, 4,43 GHz
6 × ?
3 nm, 64-Bit
GPU: Apple Deca-Core
RAM:
12.288 MB
LPDDR5X
Variante
16.384 MB
LPDDR5X
Speicher: 256 / 512 / 1.024 / 2.048 GB
1. Kamera: 12,0 MP, 2160p
f/1,80, AF, LED
2. Kamera: Nein
3. Kamera: Nein
4. Kamera: Nein
5. Kamera: Nein
1. Frontkamera: 12,0 MP, 1080p
Display-Blitz, f/2,00
2. Frontkamera: Nein
GSM:
Nein
Variante
GPRS + EDGE
UMTS:
Nein
Variante
HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE:
Nein
Variante
Advanced Pro
5G:
Nein
Variante
NSA/SA
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac/ax/be
Bluetooth: 6.0
Ortung:
Nein
Variante
A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo, QZSS
Weitere Standards: Thunderbolt 3, Smart Connector, Magnetic Connector
SIM-Karte:
Variante
eSIM
Akku: ? (31,29 Wh), 60,0 W
fest verbaut
? (38,99 Wh), 60,0 W
fest verbaut
Größe (B×H×T): 249,7 × 177,5 × 5,30 mm 281,6 × 215,5 × 5,10 mm
Schutzart:
Gewicht: 444 / 446 g 579 / 582 g
Preis: ab 979 € / ab 1.199 € / ab 1.665 € / 2.309 € / 1.349 € / 1.599 € / 2.079 € / 2.559 € ab 1.329 € / ab 1.519 € / ab 1.980 € / ab 2.372 € / ab 1.529 € / 1.949 € / 2.429 € / 2.909 €

Ein Tablet dünner als das iPhone Air

In 13 Zoll fällt das Tablet mit 281,6 × 215,5 mm in der Fläche und lediglich 5,10 mm Tiefe noch eine Stufe dünner aus als das bereits sehr dünne 11-Zoll-Modell (5,3 mm). Beide Tablets bauen sogar dünner als das 5,64 mm schlanke iPhone Air. In puncto Bautiefe bewegen sich Apple und Samsung (Galaxy Tab S11 Ultra) derzeit auf demselben Niveau. Das kleinere Galaxy Tab S11 baut mit 5,5 mm etwas dicker. Apples Aluminiumgehäuse wirkt filigran und zeigt sich dennoch von der stabilen Seite, wenn man das Tablet an nur einer Ecke hochhebt. Materialwahl und Verarbeitung sind abermals Apples Stärken und passen damit zur Preisgestaltung.

iPad Pro mit Tastatur wiegt so viel wie MacBook Air

582 Gramm gilt es in der Variante mit Mobilfunk zu transportieren, ausschließlich mit WLAN wiegt das 13-Zoll-Tablet 3 Gramm weniger. Erstaunlich: Das optional für 399 Euro erhältliche Magic Keyboard sorgt mit 662 Gramm für mehr als eine Verdoppelung. Wer das Tablet als Alternative zu einem Notebook nutzen möchte, sollte wissen: Das iPad Pro 13" wiegt mit Magic Keyboard exakt so viel wie ein MacBook Air 13": 1,24 kg.

Das beste Display in einem Apple-Tablet

Das iPad Pro und das MacBook Air mögen sich in einigen Punkten auf Augenhöhe begegnen, in einem Aspekt zieht das Tablet allerdings dem MacBook Air, dem MacBook Pro und allen anderen Apple-Tablets meilenweit davon: dem Bildschirm. Was Apples Marketing-Abteilung als „Ultra Retina XDR Display“ bezeichnet, ist in der Praxis ein „Tandem OLED“ mit zwei Schichten, um unter anderem die Lichtausbeute zu erhöhen. Ein Tandem-OLED-Panel hat in der Praxis folgende Eigenschaften und Vorteile.

  • Zwei oder mehr OLED-Emissionseinheiten werden übereinander geschichtet.
  • Der Strom durchfließt mehrere Leuchtschichten, was die Lichtausbeute erhöht.
  • Höhere Helligkeit bei gleichem oder geringerem Energieverbrauch.
  • Längere Lebensdauer, da jede Schicht weniger stark beansprucht wird.

Stechend helle HDR-Effekte

Das OLED-Display des iPad Pro sieht schlichtweg fantastisch aus. Kein anderes iPad, MacBook Air oder MacBook Pro verfügt über einen derart guten Bildschirm, der perfektes Schwarz mit hoher Spitzenhelligkeit, genauen Farben und Werkskalibrierung kombiniert. Apple gibt für den Bildschirm eine Helligkeit von bis zu 1.000 cd/m² für SDR und vollflächiges HDR sowie bis zu 1.600 cd/m² in der Spitze an. Das Testgerät kam auf 989 cd/m² im Vollbild und 1.608 cd/m² auf einer Weißfläche von 10 Prozent. Bei doppelt so großen 20 Prozent waren noch 1.532 cd/m² möglich.

Diagramme
Display-Helligkeit max.
  • Automatikmodus 100% APL:
    • Huawei MatePad Pro 12.2 (2025)
      1.118
      Weißpunkt: ca. 6.840 Kelvin
    • Apple iPad Pro 11" (2024)
      1.010
      Weißpunkt: ca. 6.600 Kelvin
    • Apple iPad Pro 13" (2025)
      989
      Weißpunkt: ca. 6.500 Kelvin
    • Huawei MatePad Pro 12.2 (2024)
      956
      Weißpunkt: ca. 6.880 Kelvin
    • Samsung Galaxy Tab S11
      952
      Weißpunkt: ca. 7.120 Kelvin
    • Huawei MatePad 12 X (2024)
      941
      Weißpunkt: ca. 7.380 Kelvin
    • Huawei MatePad 12X (2025)
      892
      Weißpunkt: ca. 7.430 Kelvin
    • Huawei MatePad Pro 13.2 (2025)
      800
      Weißpunkt: ca. 6.800 Kelvin
    • Xiaomi Pad 6S Pro
      625
      Weißpunkt: ca. 7.450 Kelvin
    • Apple iPad Pro 12,9" (2021)
      616
      Weißpunkt: ca. 6.500 Kelvin
    • Samsung Galaxy Tab S9 Ultra
      613
      Weißpunkt: ca. 6.900 Kelvin
    • Samsung Galaxy Tab S8 Ultra
      601
      Weißpunkt: ca. 7.100 Kelvin
    • Apple iPad Air 13" (2024)
      592
      Weißpunkt: ca. 6.900 Kelvin
    • Apple iPad Pro 11" (2018)
      591
      Weißpunkt: ca. 7.000 Kelvin
    • Huawei MatePad 11.5" (2025)
      585
      Weißpunkt: ca. 7.360 Kelvin
    • Apple iPad Air (2022)
      528
      Weißpunkt: ca. 6.500 Kelvin
    • Apple iPad mini (2021)
      524
      Weißpunkt: ca. 6.500 Kelvin
    • Apple iPad (2025)
      524
      Weißpunkt: ca. 6.400 Kelvin
    • Google Pixel Tablet
      513
      Weißpunkt: ca. 6.900 Kelvin
    • Apple iPad Air (2020)
      496
      Weißpunkt: ca. 6.500 Kelvin
    • Lenovo Tab P11 Pro
      496
      Weißpunkt: ca. 7.800 Kelvin
    • Xiaomi Pad 5
      496
      Weißpunkt: ca. 7.280 Kelvin
    • Deutsche Telekom T Tablet
      474
      Weißpunkt: ca. 8.450 Kelvin
    • Amazon Fire HD 8 (2020)
      470
      Weißpunkt: ca. 6.680 Kelvin
    • Huawei MatePad 11.5"S (2024)
      466
      Weißpunkt: ca. 7.980 Kelvin
    • Apple iPad (2020)
      464
      Weißpunkt: ca. 6.600 Kelvin
    • Amazon Fire Max 11
      462
      Weißpunkt: ca. 7.250 Kelvin
    • Huawei MatePad Pro
      454
      Weißpunkt: ca. 8.800 Kelvin
    • Samsung Galaxy Tab S7+
      438
      Weißpunkt: ca. 7.040 Kelvin
    • Amazon Fire HD 8
      437
      Weißpunkt: ca. 6.250 Kelvin
    • Lenovo Tab Extreme
      420
      Weißpunkt: ca. 7.700 Kelvin
    • Amazon Fire HD 10 (2023)
      416
      Weißpunkt: ca. 6.750 Kelvin
    • Lenovo Tab P11
      408
      Weißpunkt: ca. 7.300 Kelvin
    • Amazon Fire HD 10 (2021)
      400
      Weißpunkt: ca. 6.950 Kelvin
    • Amazon Fire HD 10 (2019)
      392
      Weißpunkt: ca. 5.890 Kelvin
    • Samsung Galaxy Tab S6
      377
      Weißpunkt: ca. 6.030 Kelvin
    • Huawei MatePad Pro 12.6
      375
      Weißpunkt: ca. 7.570 Kelvin
    • Honor Pad 8
      373
      Weißpunkt: ca. 7.800 Kelvin

Wer Fotos bearbeiten, die Farbkorrektur von Videos durchführen oder schlichtweg Filme und Serien in bestmöglicher visueller Qualität konsumieren möchte, erhält mit dem Tandem-OLED-Display des iPad Pro den passenden Bildschirm. Auf maximaler Helligkeitsstufe sind ausgewählte HDR-Effekte in Filmen teilweise schon stechend hell.

Nanotextur­glas für seidenmattes Finish

Der Redaktion lag für den Test erstmals ein iPad Pro mit der 130 Euro teuren Option auf das Nanotexturglas vor, das sich die Redaktion zuletzt beim MacBook Pro mit M4 (Test) ansehen konnte, aber zuvor noch nie bei einem iPad Pro. Was beim Notebook als sinnvolle Ergänzung wahrgenommen wurde, stellt beim Tablet eine weniger einfache Entscheidung dar. Ob man das Nanotexturglas benötigt oder nicht, hängt von der individuellen Nutzung ab, wie es auch Apple im eigenen Store erläutert.

Beide Optionen für das iPad Pro – Standardglas oder Nanotexturglas – wurden für extrem geringe Spiegelung entwickelt. Schau dir deine Arbeits­umgebung an, um zu entscheiden, welche Option die richtige für dich ist.

Ein Display aus Nanotextur­glas ist perfekt für High‑End Workflows mit Farb­management oder das Ansehen in anspruchs­vollstem Umgebungs­licht. Das nanometer­genau geätzte Nanotexturglas behält die Bildqualität und den Kontrast bei und streut gleichzeitig Umgebungs­licht für noch weniger Blendeffekte. Nanotexturglas ist für die Konfigurationen mit 1 TB und 2 TB Speicher erhältlich.

Apple Store

Maximale Brillanz vs. weniger Reflexionen

Die maximale Brillanz behält definitiv die klassische Ausführung mit Standardglas. Da kann das alternative Glas noch so „nanometer­genau geätzt“ sein, die seidenmatte Ausführung wird in diesem Punkt immer einen leichten Nachteil haben. Das Nanotexturglas bleibt im Gegenzug aus fast jedem Winkel frei von Reflexionen, selbst bei sehr spitzer Betrachtung. Ein überraschender Nebeneffekt ist außerdem, dass die Touch-Bedienung auf dem Nanotexturglas geschmeidiger vonstatten geht. Auf der geätzten Oberfläche gleiten die Finger mit nie dagewesener Leichtigkeit. Fettige Fingerabdrücke lassen sich hingegen weniger leicht etwa mit dem T-Shirt wegwischen.

Nanotexturglas sorgt für weniger Reflexionen selbst bei spitzen Winkeln
Nanotexturglas sorgt für weniger Reflexionen selbst bei spitzen Winkeln

Eine konkrete Empfehlung pro oder contra Nanotexturglas ist an dieser Stelle kaum möglich, zu stark hängt diese Entscheidung von der individuellen Nutzung und Arbeitsumgebung ab. Die Empfehlung der Redaktion: angucken und ausprobieren im Apple Store. Diese Zeit sollte man sich bei einem hochpreisigen Produkt wie dem iPad Pro nehmen. Für sich alleine betrachtet schneidet das Nanotexturglas aber gut ab.

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