Ab 17. Juni: Adobe macht Creative Cloud teurer und streicht KI-Credits

Nicolas La Rocco
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Ab 17. Juni: Adobe macht Creative Cloud teurer und streicht KI-Credits
Bild: Adobe

Zwei Jahre nach der letzten Anpassung hebt Adobe zum 17. Juni erneut die Preise der Creative Cloud an – vorerst aber nur in Nordamerika. Das teurere Abo läuft dann unter der neuen Bezeichnung Creative Cloud Pro. Wer das nicht möchte, kann zur Creative Cloud Standard wechseln. Hierzulande gibt es teils weniger Generative Credits.

Betroffen sind von den Preisanpassungen die Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko. Am Beispiel der USA kostet das Komplettpaket „Creative Cloud All Apps“ derzeit noch 89,99 US-Dollar pro Monat, 59,99 US-Dollar bei einem Jahresvertrag mit monatlicher Abrechnung oder 659,88 US-Dollar (54,99 USD pro Monat), wenn sofort für das ganze Jahr gezahlt wird. Nur das echte monatliche Abo lässt sich jederzeit kündigen.

Aufschlag von bis zu 18 Prozent

Zum 17. Juni steigen die Preise auf 104,99 US-Dollar (+17 Prozent) pro Monat, 69,99 US-Dollar (+17 Prozent) bei einem Jahresvertrag mit monatlicher Abrechnung und 779,99 US-Dollar (64,99 USD pro Monat, +18 Prozent) für das gesamte Jahr.

Creative Cloud Pro statt Creative Cloud All Apps

Mit der Preiserhöhung erfolgt eine Umbenennung des Abos von „Creative Cloud All Apps“ zu „Creative Cloud Pro“. Laut Adobe geht mit der preislichen und namentlichen Anpassung ein erweiterter Funktionsumfang einher. Nutzer erhalten zum Beispiel in Photoshop unbegrenzten Zugang zu generativen Funktionen wie Generative Fill für Bilder und Vektorgrafiken. In Premiere Pro soll es mehr Generative Credits für Video und Audio geben. Für Firefly Boards sieht das überarbeitete Abo künftig mehrere Moodboards vor. Und in Adobe Firefly wird die Nutzung von KI-Modellen unterstützt, die nicht von Adobe stammen, darunter OpenAI GPT, Google Imagen und Veo sowie Flux.

Manueller Wechsel zur Creative Cloud Standard möglich

Wer das alles nicht nutzen und nicht den höheren Preis zahlen möchte, kann manuell über das Adobe-Konto zu dem neuen Abo „Creative Cloud Standard“ wechseln, das Adobe fortan als günstigere Alternative mit reduziertem Funktionsumfang anbietet. Es kostet 82,49 US-Dollar pro Monat, 54,99 US-Dollar bei einem Jahresvertrag mit monatlicher Abrechnung oder 599,88 US-Dollar (49,99 USD pro Monat) mit jährlicher Abrechnung. Es liegt preislich somit unterhalb des bisherigen Abos „Creative Cloud All Apps“, es kann aber auch weniger und ist vor allem bei den KI-Funktionen beschnitten. Zudem wird es nicht in vergünstigter Version für Schüler, Studenten und Lehrer angeboten, die sich zwangsweise auf Creative Cloud Pro umstellen lassen müssen.

Inkludiert sind bei „Creative Cloud Standard“ aber weiterhin die Vollversionen der mehr als 20 Desktop-Anwendungen, inklusive Photoshop, Illustrator, InDesign, Premiere Pro und Acrobat. Für die Mobile-Apps Acrobat, Adobe Express, Adobe Fresco und Adobe Podcast gibt es ebenso vollen Zugang, für alle anderen nur die Basisfunktionen. Von den Generative Credits sind 25 pro Monat enthalten, der Cloud-Storage beläuft sich auf 100 GB.

Creative Cloud Standard ist aktuell noch nicht über die Website für Neukunden verfügbar, einzig über den Support-Chat lässt es sich buchen. Ab dem 23. Mai soll sich das Abo auch ohne die Unterstützung des Supports online abschließen lassen.

Weniger Generative Credits auch außerhalb Nordamerikas

Auf Creative-Cloud-Abos für Kunden mit Wohnsitz außerhalb Nordamerikas haben die Anpassungen „zu diesem Zeitpunkt“, wie Adobe es beschreibt, keine Auswirkungen. Die Preise bleiben somit vorerst gleich, auch (fast alle) Abos werden nicht umbenannt.

Anpassungen gibt es dennoch, doch betreffen diese ausschließlich Neukunden der Mobilgeräte-Abos (Lightroom Mobile Premium, Photoshop Express, Illustrator auf dem iPad), Einzelprodukt-Abos (Photoshop, Illustrator, Premiere Pro, Lightroom, InDesign usw.) und Foto-Abos (Foto-Abo von Adobe Creative Cloud 1 TB). Dort reduziert sich die Anzahl der Generative Credits pro Monat ab dem 17. Juni auf nur noch 25 Stück.

Für Neu- und Bestandskunden von Abos für Photoshop Mobile, Adobe Express Premium, Adobe Stock, Substance Collection, Acrobat Standard und Acrobat Pro ändert sich nichts.

Neue Creative Cloud Pro Plus für Teams

Außerdem wird auch außerhalb Nordamerikas die frühere „Creative Cloud für Teams Pro Edition“ in „Creative Cloud Pro Plus für Teams“ umbenannt. Sie bietet laut Adobe Zugriff auf die erweiterten Firefly-Funktionen der generativen KI und unbegrenzte Adobe-Stock-Standardmedienelemente. Das vorherige „Creative Cloud Pro für Teams“ umfasste ebenfalls generative KI, aber keine unbegrenzten Adobe-Stock-Standardmedienelemente.

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