Anthropic: Claude Sonnet 4 und Claude Opus 4 freigegeben
Anthropic hat die neuen KI-Modelle Claude Sonnet 4 und Claude Opus 4 vorgestellt, die durch ein verbessertes Denkvermögen und neue Funktionen eine deutlich gesteigerte Leistung und erweiterte Möglichkeiten bieten sollen.
Claude Sonnet an vielen Stellen leistungsfähiger
Die Nutzung des Nachfolgers von Claude Sonnet 3.7 ist derzeit nur über die Web- oder Mobilversion möglich, wo das Modell unter der Auswahl „KI-Modell“ erscheint. Im Vergleich zu vorherigen Versionen soll Claude Sonnet 4 ein spürbar leistungsfähigeres Sprachmodell darstellen, das über fortgeschrittene Denkprozesse und ausgeprägte Programmierfähigkeiten verfügt. Zudem soll es komplexere Anweisungen deutlich besser umsetzen können. Laut Angaben der Entwickler wurde die störende Nutzung von Abkürzungen und Schlupflöchern bei agentenbasierten Aufgaben gegenüber dem Vorgängermodell um 65 Prozent reduziert.
Auch Drittanbieter zeigen sich offenbar von der Qualität des neuen Modells überzeugt: GitHub plant, Claude Sonnet 4 in den neuen Coding Agent des GitHub Copilot zu integrieren.
Claude Opus 4 noch limitiert
Zusätzlich wurde Claude Opus 4 vorgestellt, das von Anthropic als „das beste Codierungsmodell der Welt“ beworben wird und bei komplexen, langanhaltenden Aufgaben sowie in Agenten-Workflows mit stabiler Leistung überzeugen soll. Hierzu verweist das Unternehmen auf Ergebnisse im Software Engineering Benchmark (SWE-Bench) und Terminal-Bench, in denen das Modell 72,5 Prozent beziehungsweise 43,2 Prozent erzielt haben soll. Damit positioniert sich Anthropic mit seiner neuen Modellgeneration vor Wettbewerbern wie dem vor ein paar Tagen von Google vorgestellten Gemini 2.5 Pro. Bleeping Computer weist jedoch darauf hin, dass das Modell bislang auf 200.000 Kontextfenster beschränkt ist, was ein möglicher Grund für die guten Benchmark-Ergebnisse sein könnte – bei einem größeren Kontextfenster könnte die Leistung geringer ausfallen.
Die Speicherkapazität soll sich bei Claude Opus 4 im Vergleich zu den Vorgängerversionen ebenfalls deutlich erweitert haben. Entwickeln Programmierer Anwendungen, die den Zugriff von Claude auf lokale Dateien erlauben, werden Speicherdateien erstellt, in denen wichtige Informationen abgelegt werden, die die künstliche Intelligenz später wieder verwenden kann.
Neuer Modus soll komplexe Antworten verbessern
Der sich aktuell in der Beta-Phase befindende Thinking-Modus soll bei beiden neuen KI-Modellen dazu beitragen, dass bei komplexeren Aufgaben Antworten zunächst schrittweise ausgegeben werden, die dann aber ausführlicher ausfallen. Während dieses erweiterten Modus kann zusätzlich die Websuche verwendet werden, wodurch Claude abwechselnd denken und externe Werkzeuge einsetzen kann, um seine Ausgaben zu verbessern. Die Anwender haben in den Einstellungen die Möglichkeit, zwischen schnellen Ergebnissen und den nun umfassend analysierten Antworten zu wählen. Das Standard-Kontextfenster erlaubt zudem die Verarbeitung umfangreicher und komplexer Konversationen, etwa bei fortgeschrittener Programmierung oder wissenschaftlichen Fragestellungen.
Beide Modelle können nun Werkzeuge gleichzeitig nutzen und Anweisungen präziser befolgen. Haben sie Zugriff auf lokale Dateien, profitieren sie von verbesserten Gedächtnisfunktionen, mit denen wichtige Informationen extrahiert und langfristig gespeichert werden. Auf diese Weise soll im Hintergrund mit der Zeit ein wachsender Wissensspeicher entstehen.
Weitere Module und Funktionen vorgestellt
Zeitgleich mit den neuen KI-Modellen wurde das agentenbasierte Programmierwerkzeug Claude Code für alle Nutzer veröffentlicht. Es bietet unter anderem Unterstützung für Hintergrundaufgaben über GitHub Actions sowie eine native Integration in VS Code und JetBrains, wobei sich diese Funktionen noch im Beta-Stadium befinden.
Zudem hat Anthropic vier neue Schnittstellenfunktionen vorgestellt, die sich in KI-Agenten integrieren lassen. Dazu gehören ein Tool zur Codeausführung, der MCP-Connector, die Files-API sowie die Möglichkeit, Prompts für bis zu einer Stunde zwischenzuspeichern.
Ab sofort verfügbar
Claude Opus 4 steht derzeit nur Nutzern der Pro-, Max-, Team- und Enterprise-Abonnements zur Verfügung. Claude Sonnet 4 hingegen wurde auch für die kostenfreie Nutzung freigegeben.