Digital Markets Act: Microsoft nervt nicht mehr mit Edge als Standard-Browser

Nicolas La Rocco
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Digital Markets Act: Microsoft nervt nicht mehr mit Edge als Standard-Browser
Bild: Microsoft

Um die Auflagen des Digital Markets Act (DMA) im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zu erfüllen, nimmt Microsoft weitere Veränderungen an Windows 10, Windows 11 und den eigenen Apps vor. Mehrere davon betreffen das Verhalten des Edge Browsers, der Anwender künftig nicht mehr mit Anfragen zum Standard-Browser nerven soll.

Edge fragt nicht mehr nach Standard-Browser

Die Veränderungen am Edge Browser hat Microsoft bereits mit dem letzten Update auf Version 137.0.3296.52 umgesetzt, das seit dem 29. Mai verteilt wird. Demnach wird Edge im Europäischen Wirtschaftsraum nicht mehr danach fragen, als Standard-Browser gesetzt zu werden, es sei denn der Browser wird vom Anwender selbst geöffnet.

Wird Edge deinstalliert, was für europäische Anwender ebenfalls möglich ist, sollen Anwender auch nicht mehr über andere Microsoft-Apps gefragt werden, den Browser wieder zu installieren. Im Juni sollen für weitere Microsoft-Apps entsprechende Updates unter Windows 10 und 11 erfolgen.

Microsoft passt Windows-Suche an

Ebenfalls im Juni soll das Verhalten der Windows-Suche in Windows 10 und 11 angepasst werden. In dieser werden über die Bing-App auch Suchergebnisse aus dem Web dargestellt, die künftig über den vom Anwender gewählten Standard-Browser geöffnet werden sollen. Zuvor kam dafür noch Edge zum Einsatz. Diese Anpassung betrifft auch die Start-Experiences-App, über die Inhalte auf dem Widgets-Board und Sperrbildschirm geladen werden, sodass sich auch dort der vom Nutzer gewählte Standard-Browser öffnet. Darüber hinaus können abseits von Bing auch andere „Web Search Provider“ Suchergebnisse aus dem Web in der Windows-Suche anzeigen. Auch deren Reihenfolge lässt sich in den Einstellungen anpassen.

Mehr Dateitypen für selbst gewählten Browser

Für den vom Anwender selbst gewählten Standard-Browser werden bislang auch die Link- und Dateitypen http, https, .htm und .html verknüpft. Im EWR greift die Einstellung weiter und verknüpft auch die Linktypen ftp und read sowie die Dateitypen .mht, .mhtml, .shtml, .svg, .xht, .xhtml und .xml. Im EWR lässt sich außerdem der Dateityp .pdf dem Standard-Browser zuweisen. Und wird ein Standard-Browser festgelegt, wird dieser im EWR auch an die Windows-Taskleiste angepinnt.

Einstellung des Standard-Browsers
Einstellung des Standard-Browsers (Bild: Microsoft)

All diese Veränderungen für den Standard-Browser sind zum 19. Mai für Windows Insider im Beta-Kanal mit Windows 11 Build 26120.4151 umgesetzt worden, für reguläre Windows-Anwender sollen die Veränderungen später im Juli Einzug halten.

Microsoft Store deinstallieren

Der Microsoft Store lässt sich im EWR wie andere Apps auf Wunsch deinstallieren, Updates der darüber installierten Apps sind laut Microsoft dennoch möglich. Anwender können den Microsoft Store wahlweise auch wieder installieren. Diese Veränderung soll aber erst später im Jahr umgesetzt werden.

Microsoft Store deinstallieren
Microsoft Store deinstallieren (Bild: Microsoft)

Entwickler konnten ihre Microsoft-Store-Apps schon immer auch über den Microsoft Store Web Installer anbieten. Daran verändert sich mit der Deinstallation nichts.

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