Firefox 144.0: Mozilla führt Perplexity AI als Desktop-Suchmaschine ein

Michael Schäfer
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Firefox 144.0: Mozilla führt Perplexity AI als Desktop-Suchmaschine ein
Bild: Mozilla

Mozilla hat Firefox in Version 144 veröffentlicht und nach einem begrenzten Test zu Jahresbeginn nun Perplexity AI als weitere auswählbare Suchmaschine integriert. Neben dieser Neuerung bringt das Update weitere Verbesserungen bei Datenschutz, Sicherheit und Bedienung wie eine neue Profilverwaltung mit sich.

Perplexity AI vs. Datenschutz

Wie die Entwickler in den zur neuen Browser-Version gehörenden Release Notes mitteilen, wird Perplexity AI nach den positiven Tests Anfang des Jahres nun dauerhaft in das Ensemble der auswählbaren Suchmaschinen von Firefox aufgenommen, auch wenn dies vorerst nur für die Desktop-Version gilt. Mobile Varianten sollen laut Mozilla in den „kommenden Monaten“ folgen. Die neue Suchmaschine kann wie gewohnt in den Einstellungen aktiviert werden.

Mit Blick auf etwaige kritische Stimmen den Datenschutz betreffend betont die Mozilla Foundation, weiterhin strikt an ihrer Datenschutzpolitik festzuhalten und keinerlei persönliche Daten weiterzugeben oder zu verkaufen. Nutzer sollen wie bisher die volle Kontrolle über deren Verwendung behalten. Das bezieht sich allerdings auf den Browser an sich. Welche Daten der AI-Suchmaschine anvertraut werden, sollten Nutzer unabhängig davon im Blick haben.

Unterstützung auch von Google Lens

Über einen Rechtsklick auf ein beliebiges Bild kann nun die neue Option „Bilder mit Google Lens durchsuchen“ genutzt werden, um ähnliche Produkte, Orte oder Objekte zu finden oder um Text aus Bildern zu kopieren, zu übersetzen oder zu suchen. Auch diese Funktion steht zunächst nur in der Desktop-Version zur Verfügung und setzt wiederum voraus, dass Google als Standardsuchmaschine eingestellt ist.

Neue Profilverwaltung für mehr Sicherheit

Auch wenn die Integration von Perplexity AI das Hauptmerkmal der neuen Firefox-Version darstellen dürfte, haben die Entwickler darüber hinaus weitere Funktionen ergänzt: In den kommenden Wochen soll beispielsweise schrittweise eine neue Profilverwaltung eingeführt werden, die es erlaubt, Bereiche wie Arbeit, Freizeit oder Privatleben besser voneinander zu trennen und so die Privatsphäre weiter zu stärken. Die einzelnen Profile können mit eigenen Namen, Avataren und Farbschemata versehen werden, was sowohl die Erkennbarkeit als auch den Wechsel zwischen Profilen erleichtern soll. Sämtliche Daten wie Lesezeichen, Tabs und der Browserverlauf bleiben dabei vollständig getrennt. Diese Funktion ist in ähnlicher Form bereits von Firefox-Forks wie Waterfox bekannt.

Die Profilverwaltung wurde in Firefox 144 erweitert
Die Profilverwaltung wurde in Firefox 144 erweitert (Bild: Mozilla)

Die neue Profilverwaltung wird zunächst für Nutzer von Windows 11, macOS und Linux ausgerollt, eine Unterstützung für Windows 10 soll laut Mozilla in Kürze folgen.

Neue Verschlüsselung löst altes 3DES-CBC ab

Auch in puncto Sicherheit hat Mozilla nachgebessert: Gespeicherte Logins werden mit dem Update im Password Manager ab sofort mit dem moderneren und sichereren Verschlüsselungsverfahren AES-256-CBC abgelegt, das den älteren Standard 3DES-CBC ersetzt. Logins, die über Firefox Sync synchronisiert werden, bleiben weiterhin Ende-zu-Ende-verschlüsselt und nutzen bereits AES-256-GCM.

Neue Tabs-Gruppierung und weitere Verbesserungen

Darüber hinaus wollen die Entwickler eine von vielen Nutzern gewünschte Funktion umgesetzt haben: Ab sofort können Tabs in zusammenklappbare Gruppen gezogen werden, ohne dass sich diese automatisch öffnen. Dies soll für mehr Ordnung auf dem Desktop und weniger visuelle Ablenkung sorgen.

GIF Firefox 144 enthält auch eine neue Funtkion zur Gruppierung von Tabs (Bild: Mozilla)

Zudem kann das Bild-in-Bild-Fenster nun geschlossen werden, ohne die Wiedergabe des Videos zu unterbrechen. Dazu muss beim Klick auf die Schließen-Schaltfläche die Umschalttaste gehalten werden; alternativ lässt sich das Verhalten auch durch die Kombination aus Umschalt- und ESC-Taste ausführen.

Auch zahlreiche Sicherheitslücken geschlossen

Wie bei jeder neuen Firefox-Version hat Mozilla auch diesmal mehrere Schwachstellen beseitigt. Insgesamt wurden 15 Sicherheitslücken geschlossen, von denen acht als hohes Risiko eingestuft sind. Über diese hätten Angreifer teilweise unter Umständen über präparierte Webseiten schadhaften Code einschleusen, Daten abgreifen oder sogar die Systemkontrolle übernehmen können. Ein zeitnahes Update auf Version 144 wird daher dringend empfohlen.

Ab sofort verfügbar

Firefox 144 steht ab sofort für alle genannten Plattformen bereit. Das Update kann über die integrierte Aktualisierungsfunktion angestoßen oder alternativ bequem über den am Ende dieser Meldung verlinkten Download-Bereich von ComputerBase manuell installiert werden.

Downloads

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    Firefox ist ein freier Browser der gemeinnützigen Mozilla Foundation mit vielen Erweiterungen.

    • Version 147.0 Deutsch
    • Version 148.0 Beta 2 Deutsch
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