Für in der EU geteilte Inhalte: Meta nimmt KI-Training mit Nutzer-Inhalten wieder auf

Michael Schäfer
31 Kommentare
Für in der EU geteilte Inhalte: Meta nimmt KI-Training mit Nutzer-Inhalten wieder auf
Bild: Verbraucherzentrale NRW

Meta hat angekündigt, das Training seiner KI-Modelle mit von europäischen Nutzern auf Facebook und Instagram geteilten Inhalten wieder aufzunehmen, nachdem die irische Datenschutzbehörde das Unternehmen zur Verschiebung des Vorhabens veranlasst hatte. Erst Ende März startete Meta AI, wenn auch eingeschränkt, auch in der EU.

Training in Europa seit Juni 2024 ausgesetzt

Bereits Ende Juni des vergangenen Jahres hatte Meta den Beginn des Trainings seiner LLM-Modelle mit Informationen aus den genannten sozialen Netzwerken geplant. Eine Woche vor dem vorgesehenen Start hatte jedoch die irische Data Protection Commission (DPC) das Unternehmen dazu aufgefordert, das Vorhaben auszusetzen – obwohl Meta nach eigenen Angaben bereits im März 2023 begonnen hatte, die europäischen Datenschutzbehörden über die Pläne zu informieren. Ungeachtet dessen fiel die Reaktion auch in anderen europäischen Ländern kritisch aus. Darüber hinaus reichte die österreichische Non-Profit-Organisation NOYB, die sich für die Durchsetzung von Datenschutzgesetzen einsetzt, in insgesamt elf europäischen Staaten Beschwerden ein, wodurch die irische Aufsichtsbehörde zusätzlich zum Handeln gezwungen wurde.

In etwa zur gleichen Zeit hatte auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen eine Abmahnung gegen Meta ausgesprochen. Den Verbraucherschützern war insbesondere die geplante Nutzung nicht öffentlich zugänglicher Inhalte aus privaten Nutzerprofilen ohne vorherige Zustimmung ein Dorn im Auge. Kritisch bewertet wurde zudem, dass das Training auch Inhalte umfassen sollte, die vor Bekanntwerden der Pläne gepostet worden waren – zu einem Zeitpunkt also, an dem den Nutzern keine Informationen über Metas Vorhaben vorlagen.

Nutzer werden über Widerspruchsmöglichkeit unterrichtet

Nun hat das Unternehmen angekündigt, das KI-Training in angepasster und abgeschwächter Form zeitnah wieder aufnehmen zu wollen. Nutzer von Facebook und Instagram sollen bereits in dieser Woche sowohl In-App- als auch E-Mail-Benachrichtigungen erhalten, mit denen Meta über die beabsichtigte Nutzung verschiedener Datenarten informieren will. Diese Mitteilungen sollen einen Link zu einem Online-Formular enthalten, über den der Verwendung der eigenen Inhalte widersprochen werden kann. Gleichzeitig erklärte Meta, dass der Europäische Datenschutzausschuss (EDPB) als übergeordnete EU-Datenschutzbehörde der geplanten Umsetzung zugestimmt habe. Diese Genehmigung sei demnach erfolgt, weil die überarbeiteten Maßnahmen mit den Anforderungen der europäischen Datenschutzgesetzgebung in Einklang stehen. Verwunderlich erscheint dies allerdings vor dem Hintergrund, dass gerade das fehlende Einverständnis zur Datennutzung zuvor zu den zentralen Kritikpunkten gehört hatte.

Trotz selbst auferlegte Einschränkungen bleiben Fragen offen

Darüber hinaus hat sich Meta verpflichtet, keine „privaten Nachrichten mit Freunden und Familie“ sowie keine „öffentlichen Daten“ von europäischen Nutzern unter 18 Jahren in das Training seiner KI-Modelle einzubeziehen. Keine Klarheit besteht hingegen darüber, wie mit privat geposteten Inhalten umgegangen wird und ob diese ebenfalls unter die Bezeichnung „private Nachrichten“ fallen. In seiner Mitteilung betont das Unternehmen dennoch, dass der gewählte Ansatz „transparenter sei als der vieler unserer Branchenkollegen“.

📊 Intel, AMD oder Nvidia? Mach' jetzt noch mit bei unserer großen Jahresumfrage!