Gemeinnützigkeit bleibt: OpenAI gibt Umwandlungs­pläne vorerst auf

Michael Schäfer
5 Kommentare
Gemeinnützigkeit bleibt: OpenAI gibt Umwandlungs­pläne vorerst auf
Bild: OpenAI

OpenAI hat die seit längerem verfolgten Pläne, das Unternehmen in ein kommerzielles Start-up umzuwandeln, vorerst auf Eis gelegt. Der KI-Entwickler bleibt damit weiterhin unter der Kontrolle einer gemeinnützigen Organisation, wie OpenAI-CEO Sam Altman in einem internen Schreiben mitteilte.

Alles bleibt, wie es ist

Darüber berichtet das Handelsblatt. Laut Altmans Mitteilung soll die bestehende Struktur der Organisation erhalten bleiben. Der gewinnorientierte Teil von OpenAI solle in eine sogenannte Public Benefit Corporation (PBC) überführt werden – ein Modell, das auch von anderen KI-Entwicklern wie Anthropic oder xAI verfolgt wird. „Wir haben die Entscheidung getroffen, nachdem wir mit führenden Vertretern der Zivilgesellschaft sowie mit den Generalstaatsanwälten der US-Bundesstaaten Delaware und Kalifornien einen Dialog geführt haben“, erklärte Altman in dem Schreiben.

Microsoft mit Bedenken

Angesichts der bisherigen Entschlossenheit, mit der OpenAI die Umwandlung in ein kommerzielles Unternehmen vorangetrieben hatte, kommt der jetzige Schritt durchaus überraschend. Offenbar hatte Microsoft als einer der Hauptgeldgeber Bedenken angemeldet und damit die Umwandlung vorläufig verhindert. Weder OpenAI noch Microsoft haben sich allerdings bislang dazu geäußert. Eine Umstrukturierung hätte OpenAI auch für Investoren attraktiver gemacht, da sich deren Beteiligungen potenziell stärker ausgezahlt hätten. Kritiker warnten jedoch wiederholt vor möglichen negativen oder gar gefährlichen Folgen für die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz.

Auseinandersetzung mit Elon Musk

Welche Auswirkungen die nun vorerst ausgesetzte Umwandlung auf die Auseinandersetzung mit OpenAI-Mitbegründer Elon Musk haben wird, bleibt abzuwarten. Im September vergangenen Jahres war Musk mit dem Versuch gescheitert, die Transformation OpenAIs per Eilantrag vor einem kalifornischen Gericht zu stoppen, auch wenn sich im März dieses Jahres kurzfristig ein Hoffnungsschimmer für ihn ergeben hatte. OpenAI reagierte darauf mit einer Gegenklage wegen „böswilliger Taktik. Auch aktuell wirkt Altman gegenüber Musk genervt: So erklärte er, die Öffentlichkeit sei von Musk „besessen“, er selbst wolle sich lieber auf die weiterhin verfolgten Ziele von OpenAI konzentrieren.

📊 Intel, AMD oder Nvidia? Mach' jetzt noch mit bei unserer großen Jahresumfrage!