Google Gemini: KI wird Bestandteil von Chrome in Windows 10 und 11

Michael Schäfer
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Google Gemini: KI wird Bestandteil von Chrome in Windows 10 und 11
Bild: Google Deepmind

Schon länger wurde vermutet, dass Google die eigene KI Gemini fest in den Chrome-Browser integrieren könnte. Nun hat das Unternehmen, wenn auch eher unbeabsichtigt, bestätigt, dass dieser Schritt nicht nur unter Windows 11, sondern auch unter dem offiziell noch bis Oktober unterstützten Windows 10 erfolgen wird.

Noch nicht offiziell bekannt gegeben

Wie Windows Latest berichtet, soll eine im Rahmen des Kartellverfahrens zwischen 38 Generalstaatsanwälten und dem Justizministerium der Vereinigten Staaten gegen Google gezeigte Präsentation belegen, dass die Integration von Gemini Live in die Desktop-Version von Chrome unter Windows 10 und Windows 11 konkret geplant ist. Die KI soll dabei als in ihrer Größe anpassbares Widget umgesetzt werden, das entweder über eine Schaltfläche in der Taskleiste oder über ein Symbol in der Symbolleiste aufgerufen werden kann, das sich darüber hinaus seine letzte Position und Größe merken kann. In seiner Funktionalität soll die geplante Umsetzung einer der früheren Copilot-Versionen ähneln.

Ein Beitrag im Google Chromium-Review mit dem Titel „make clicking glic system tray icon close floaty if open“ vom 11. April dieses Jahres soll laut Bericht ebenfalls Hinweise darauf liefern. Dabei steht „glic“ für den internen Codenamen von Gemini. In dem Beitrag bestätigten die Entwickler zudem die Integration in die Taskleiste.

Pläne begannen schon 2024

Die Präsentation mit dem ausschweifenden Titel „Chrome is on a journey to bring the best of Google and personal AI agents to one of our most loved platforms“ zeigt, dass die Pläne zur Integration von KI-Funktionen in Chrome bereits im vergangenen Jahr erste Konturen angenommen hatten. Hier sollten erste grundlegende Funktionen wie Google Lens und diverse Vergleichstools hinzugefügt werden. In diesem Jahr liegt der Fokus des Unternehmens hingegen auf Gemini Live, das eine konversationelle KI direkt in Chrome einbetten soll. Laut Präsentation sei auch vorgesehen, diesen Schritt auf der in etwa einer Woche startenden Google I/O offiziell zu verkünden. Für die Zeit nach 2025 seien darüber hinaus zahlreiche weitere Funktionen geplant, die Google bislang jedoch noch als „vertraulich“ einstuft.

Mithalten mit der Konkurrenz

Der Schritt wird offensichtlich auch deswegen angestrebt, um Microsoft etwas entgegenzusetzen, das Copilot bereits fest in Windows 11 integriert hat und dessen Fähigkeiten stetig erweitert. Weniger begeistert von den Plänen dürfte dagegen OpenAI sein, da ChatGPT im Chrome-Browser unabhängig von der zugehörigen Website nach wie vor nur über Erweiterungen genutzt werden kann.

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