Lego Education: Sets für Bildung werden kleiner, weniger funktional und teurer
Lego hat mit „Informatik & AI“ einen neuen, für Bildungseinrichtungen gedachten Robotik-Bausatz vorgestellt. Auch hier macht die vor einiger Zeit eingeleitete Preiserhöhung keinen Halt, als Ausgleich müssen Schulen mit weniger Teilen und Funktionen vorliebnehmen. Der Vorgänger „Spike“ wird dafür Mitte des Jahres eingestellt.
Bekanntes und Neues
Neben den bereits bekannten Themenbereichen „Naturwissenschaften“ und „MINT“ wurde die Bildungsreihe um die Sets „Informatik & AI“ erweitert. Lego stattet die einzelnen Sets dabei je nach Alters- beziehungsweise Klassenstufe mit unterschiedlichen Teilen und Funktionen aus,. Jedes Set ist für eine Arbeitsgruppe von bis zu vier Schülern vorgesehen.
Die stapelbaren und mit Sortierfächern ausgestatteten Boxen des weiterhin erhältlichen Themas Naturwissenschaften enthalten je nach Ausführung bis zu 424 Bausteine, zwei Motoren, einen Controller, einen Farb- beziehungsweise Helligkeitssensor, drei Verbindungskarten sowie das benötigte USB-Kabel. Wird eine komplette Klassenausstattung bestellt, legt der Hersteller bis zu drei Multi-Charger, bis zu acht zusätzliche Verbindungskarten sowie eine vollständige Ausstattung an Ersatzsteinen obendrauf.
Lego nennt für den deutschsprachigen Raum auf der zugehörigen Website noch keine Preise, in den USA verlangt der Hersteller hierfür zwischen 330 und 500 US-Dollar zuzüglich Mehrwertsteuer.
Lego setzt auf KI
Neu hinzugekommen ist der Themenbereich „Informatik & AI“, der die bisherige Spike-Robotik-Serie ersetzen soll. Lego blickt dabei mit Serien wie Mindstorms EV3 (Test), WeDo (Test) sowie den eher für den Heimbereich gedachten Robotik-Kästen von Boost (Test) auf eine lange Tradition zurück. Auffällig ist, dass die neuen Sets einerseits teurer, inhaltlich jedoch deutlich abgespeckt sind.
Die kleinste Ausführung der Serie für die Klassen eins bis drei bietet 276 Bausteine, einen einfachen Motor, einen Farb- beziehungsweise Helligkeitssensor, eine Verbindungskarte sowie ein USB-Ladekabel. Für die Klassen vier bis sechs wächst der Umfang auf 321 Bausteine, außerdem enthält das Set anstelle des einfachen Motors einen doppelten Antrieb. Die Klassen sieben bis neun erhalten 379 Steine, einen einfachen und einen doppelten Motor, einen Controller sowie zwei Verbindungskarten.
Materialien für Lehrer inklusive
Alle Sets sind für bis zu 30 Unterrichtsstunden ausgelegt. Zum Lieferumfang gehören neben grundlegenden Erläuterungen auch Materialien zu Themen wie Schleifen, Bedingungen, Variablen, Funktionen sowie KI und Daten.
Gesteuert wird das System über die Coding-Canvas-App, die erneut auf das von Lego bekannte blockbasierte Programmieren setzt, das in angepasster Form bereits bei WeDo und Boost zum Einsatz kam. Aktuell steht die App als Web-Oberfläche und iOS-Version zur Verfügung. Die Daten werden lokal und nicht in einer Cloud gespeichert, eine Internetverbindung ist lediglich für Updates erforderlich.
Neben den bereits von früheren Robotik-Sets bekannten Funktionen verfügt die neue Serie über zahlreiche KI-Features, mit denen unter anderem Muster- und Bilderkennungen umgesetzt werden können, mit denen Kinder spielerisch an das Thema künstliche Intelligenz herangeführt werden sollen. Auch hier nennt Lego für Deutschland bislang keine Preise, in den USA werden die drei Sets für jeweils 340, 430 und 530 US-Dollar zuzüglich Mehrwertsteuer angeboten.
Günstigeres und besser ausgestattetes Spike wird eingestellt
Die neuen Informatik-Sets können von Bildungseinrichtungen ab sofort vorbestellt und sollen ab September ausgeliefert werden. Sie lösen die bislang aktuellen Spike-Sets ab, die noch bis Ende Juni 2026 erhältlich sein sollen. Die zugehörige Software will Lego noch bis 2031 pflegen. Diese Sets waren mit 400 beziehungsweise 515 Euro etwas günstiger und boten sogar deutlich mehr Steine, Motoren und Sensoren – und damit einen spürbar größeren Funktionsumfang.