Nach Sieg gegen Apple: Epic Games bietet neues Bezahlsystem für Entwickler an
Nachdem Apple vor Gericht eine Niederlage hinnehmen musste, hat Epic Games nun bekannt gegeben, Bezahlsysteme und Services anzubieten, die es Entwicklern ermöglichen, große Teile der Gebühren von Apple vollständig zu umgehen. Epic Games greift Apple damit frontal an.
Epic bietet Alternative zu Apples Bezahlsystem an
In einem knappen Blogeintrag kündigt Epic Games an, ab Juni 2025 sogenannte „Webshops“ für Entwickler bereitzustellen, die In-App-Transaktionen ersetzen können. Im Gegensatz zu klassischen In-App-Käufen finden diese jedoch außerhalb der App statt, der Nutzer muss das Spiel oder die Anwendung dementsprechend kurz verlassen.
Zwar skizziert Epic den Plan nur grob, plant jedoch Entwicklern die Fähigkeit zu geben, ihren eigenen „Webshop“ zu eröffnen und so mutmaßlich alle In-App-Käufe auch als Out-Of-App-Käufe anzubieten.
Gebühren sinken
Der Clou: Epic Games senkt die Gebühren für Umsätze über den Epic Games Store für die erste Million US-Dollar pro App pro Jahr auf Null Prozent. Damit sinken die Gebühren von 15 % auf 0 % für Entwickler, die das neue Out-Of-App-Bezahlsystem von Epic nutzen. Auch nach der ersten Million will Epic günstiger sein: Nur 12 anstelle von 30 Prozent bei Apple soll die Gebühr betragen.
Epic Games Store will take 0% on the first $1,000,000 of payments we process per game per year (vs 15% for Apple), and 12% after that (vs 30% for Apple).
— Tim Sweeney (@TimSweeneyEpic) May 1, 2025
Next month, we launch EGS Webshops for out-of-app purchases, as an alternative to in-app purchases.https://t.co/yTufyZbiqR
Hintergrund
Möglich macht diesen Angriff gegen Apple eine Niederlage in den USA für den iPhone-Hersteller. Zwar gewann Apple im Jahr 2021 größtenteils eine Klage von Epic Games und durfte die 30 Prozent Gebühr auf In-App-Käufe behalten, jedoch hat das Gericht auch die Etablierung von Out-of-App-Käufen angeordnet. Apple hat daraufhin eine 27 Prozent Gebühr für Käufe außerhalb von Apps eingeführt, wogegen Epic erneut klagte.
Das Gericht folgte Epic nun und hatte erhebliche Zweifel an der Aufrichtigkeit der 27-Prozent-Gebühr, welche Apple für Out-of-App-Zahlungen verlangte, und hat nach „offensichtlichen Vertuschungen“ den Konzern nun zu Änderungen gezwungen.
Keine Gebühren mehr für Out-Of-App-Payments
Als Folge müssen iOS-Apps in den USA jetzt Out-Of-App-Bezahlsysteme zulassen, ohne dass Gebühren an Apple fällig werden. Die Anbieter dieser alternativen Bezahlmethoden dürfen jedoch weiterhin Gebühren verlangen, dem Gericht geht es um eine Stärkung des Wettbewerbs, den Apple bisher unterbunden hat.
Apple ist der Entscheidung bereits gefolgt und hat sein Regelwerk in den USA angepasst. Der Konzern hat jedoch auch angekündigt, Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Das letzte Wort ist demnach wohl noch nicht gesprochen.