OpenAI: ChatGPT kann sich mehr Unterhaltungen merken

Michael Schäfer
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OpenAI: ChatGPT kann sich mehr Unterhaltungen merken
Bild: Alexandra_Koch | gemeinfrei

OpenAI hat ChatGPT ein großes Upgrade seiner Speicherfunktionen spendiert. Künftig soll der Chatbot in der Lage sein, mehr Informationen aus früheren Gesprächen zu behalten und durch verbesserte Personalisierung in späteren Konversationen zu berücksichtigen. In Deutschland wird die neue Funktion aber noch nicht verfügbar sein.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Bisher bestand eines der zentralen Probleme in der Nutzung von ChatGPT darin, dass der Chatbot bereits zu Beginn einer neuen Sitzung keine früheren Informationen mehr abrufen konnte. Das hatte zur Folge, dass dem KI-Assistenten bei wiederkehrenden Themen oder Aufgaben bereits vermittelte Erkenntnisse immer wieder neu mitgeteilt werden mussten. Wurde ChatGPT etwa zur Texterstellung verwendet, mussten Referenztexte mit jedem Mal neu eingelesen werden. Dies zog nicht nur einen höheren Aufwand mit sich, sondern hinderte das System auch daran, aus bisherigen Korrekturen zu lernen und bei ähnlichen Aufgaben nicht die gleichen Fehler zu begehen.

Umfangreiches Update für personalisierte Antworten

In einem Beitrag auf X hat OpenAI nun mitgeteilt, dass ChatGPT künftig in der Lage sei, „auf alle vergangenen Chats verweisen zu können, um personalisiertere Antworten zu geben“. Zwar war das System bereits zuvor in der Lage vereinzelt Inhalte aus Gesprächen zu speichern, allerdings nur solche, die es selbst als besonders relevant eingestuft hatte. Dadurch konnte es durchaus vorkommen, dass ChatGPT am Abend nicht mehr wusste, welche Fragen der Anwender am Morgen bereits gestellt hatte. Mit dem neuen Update soll der Chatbot nun jeden einzelnen vergangenen Chat überprüfen können, um daraus gewonnene Informationen gezielter in künftige Unterhaltungen einfließen zu lassen.

In einem Demo-Video zeigt OpenAI, wie ChatGPT bei entsprechender Nachfrage zunächst Themen aus dem letzten Gespräch vorschlägt. Wird daraufhin angegeben, dass ein Thema besonders wichtig sei, vertieft der Chatbot den Austausch und bezieht sich auf weitere Informationen aus vorherigen Unterhaltungen.

Deaktivierung der Speicherung jederzeit und komplett möglich

Wer nicht möchte, dass ChatGPT dauerhaft Informationen über ihn speichert, kann die neue Funktion wie bisher deaktivieren. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dem System gezielt mitzuteilen, dass es sich bestimmte Inhalte merken soll. Ist die Speicherfunktion temporär oder gänzlich ausgeschaltet, speichert der Chatbot ausschließlich Informationen aus der laufenden Sitzung, die nach deren Ende automatisch wieder gelöscht werden. Zusätzlich lassen sich sogenannte temporäre Chats nutzen, bei denen grundsätzlich keine Inhalte gespeichert werden. Wie gewohnt können frühere Konversationen über die Einstellungen verwaltet und bei Bedarf gelöscht werden. Auch ein vollständiger „Neuanfang“ ist weiterhin möglich, bei dem sämtliche bisherigen Chats auf einmal entfernt werden.

Nutzer in Deutschland müssen warten

Die eingangs genannten Schwächen sollen mit dem neuen Update zwar nicht vollständig ausgeräumt, jedoch deutlich verringert werden. Laut OpenAI seien die neuen Funktionen insbesondere beim Schreiben, beim Einholen von Ratschlägen sowie beim Lernen und in vielen weiteren Bereichen hilfreich.

Die neuen Speicherfunktionen werden schrittweise an alle Plus- und Pro-Abonnenten verteilt, ausgenommen sind allerdings Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), in Großbritannien, der Schweiz, Norwegen und Liechtenstein. Wann das neue Feature hier zur Verfügung stehen wird, ist bisher noch nicht bekannt. Abonnenten der Team-, Enterprise- und Education-Tarife müssen sich ebenfalls noch einige Wochen gedulden, bis ihnen das neue Update zur Verfügung steht.

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