Internes Dokument: SK Hynix erwartet Knappheit bei DRAM bis 2028

Michael Günsch
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Internes Dokument: SK Hynix erwartet Knappheit bei DRAM bis 2028
Bild: SK Hynix

Der südkoreanische YouTuber @BullsLab, der regelmäßig aus der Tech-Branche berichtet, ist an mutmaßlich interne Dokumente von SK Hynix gelangt. Laut diesen erwartet der führende DRAM-Hersteller, dass die klassische DRAM-Produktion (kein HBM) die Nachfrage bis ins Jahr 2028 nicht decken kann.

DRAM-Engpass soll bis 2028 anhalten

Seit einigen Monaten herrscht eine regelrechte Speicherkrise, die durch eine extrem hohe Nachfrage für die großen KI-Rechenzentren geschürt wird. Dadurch werden Speicher­produkte wie Festplatten und SSDs, aber vor allem klassischer Arbeitsspeicher (DRAM) knapp. Das bekommen Endverbraucher derzeit durch stattliche Preisanstiege zu spüren, die RAM-Preise haben sich binnen drei Monaten sogar mehr als verdreifacht.

Vor diesem Hintergrund stimmt die „interne Analyse“ von SK Hynix, die @BullsLab auszugsweise veröffentlicht hat, nicht gerade positiv. Darin heißt es, dass die Herstellung von klassischem DRAM, also insbesondere Arbeitsspeicher für PCs, noch bis ins Jahr 2028 Engpässen unterliegen könne. Konkret sollen die Steigerungen der Produktions­mengen bis dahin nicht ausreichen, um die Nachfrage zu decken.

Das wiederum würde bedeuten, dass auch die hohen Preise noch lange Bestand haben könnten. Erst wenn DRAM wieder im Überfluss zur Verfügung steht, werden diese wieder sinken. Doch die Lager seien inzwischen bis auf Mindestbestände leergefegt. Hinzu kommt die gestiegene Nachfrage durch das Umrüsten auf Windows 11, da Windows 10 im Oktober 2025 sein reguläres Support-Ende erreicht hat.

Adata-CEO warnte vor historischer Speicherkrise

Bereits vor einigen Monaten hatte der CEO des Speicher­anbieters Adata vor einem Speicherengpass mit historischen Ausmaßen gewarnt. Die Engpässe, die DRAM, NAND-Flash und HDDs betreffen, sollen noch Jahre anhalten, so die Befürchtungen. Der in der Branche typische Schweinezyklus werde durch den globalen KI-Boom gehörig durcheinander gebracht.

Noch pessimistischer (aus Kundensicht) äußerte sich der CEO von Phison Anfang Oktober, als er in einem Interview äußerte, dass er von einem knappen NAND-Angebot für die nächsten zehn Jahre ausging. Von den derzeit hohen Preisen profitiert Phison allerdings ebenso wie die Speicher­hersteller.

DRAM für Server äußerst lukrativ

Der KI-Boom hatte dafür gesorgt, dass die DRAM-Hersteller die Produktion von High Bandwidth Memory (HBM) priorisiert haben, da damit die teuren KI-Beschleuniger von Nvidia und AMD bestückt werden. Entsprechend benachteiligt wurde die Herstellung von herkömmlichem DRAM. Doch da sich dieser inzwischen massiv verteuert hat, verspricht dessen Fertigung inzwischen sogar höhere Margen als HBM. Daher könnten laut jüngsten Berichten sowohl SK Hynix als auch Samsung die Produktionskapazitäten künftig wieder mehr in Richtung DRAM schieben. Allerdings sind die Chips dennoch primär für den Servermarkt vorgesehen, sodass eine Entlastung der DRAM-Preise für Verbraucher auch dann noch lange nicht abzusehen ist.

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