HP Dimension with Google Beam: Das erste 3D-Videokonferenzsystem kostet 25.000 US-Dollar
Das weltweit erste 3D-Videokonferenzsystem auf Basis von Google Beam ist das HP Dimension with Google Beam, das Ende des Jahres zum Preis von 24.999 US-Dollar für erste Kunden zur Verfügung stehen soll. Ein Lichtfeld-Display soll beim Empfänger dafür sorgen, dass dieser ein „lebensechtes Bild“ der anderen Person vor sich erhält.
Google und HP wollen mit Beam und Dimension verändern, wie Menschen virtuell miteinander kommunizieren können. Das 3D-Videokonferenzsystem soll eine beinahe lebensechte Interaktion zwischen zwei Personen ermöglichen. Dafür braucht es ein Zusammenspiel aus mehreren Kameras und einem hochauflösenden Lichtfeld-Display.
Sechs Kameras nehmen die Teilnehmer auf
Bei Google Beam werden die an der 3D-Videokonferenz teilnehmenden Personen von jeweils sechs rund um den Bildschirm platzierten Kameras aus mehreren Blickwinkeln aufgenommen, um daraus eine 3D-Ansicht zu generieren. Wie Google zur Entwicklerkonferenz I/O im Mai erklärte, komme dabei ein speziell dafür trainiertes KI-Modell für volumetrische Videoinhalte zum Einsatz, das einen 2D- in einen 3D-Videostream für das Lichtfeld-Display von Google Beam wandeln kann.
65 Zoll großes Lichtfeld-Display mit 8K-Auflösung
Die Darstellung erfolgt auf einem 65 Zoll großen Lichtfeld-Display mit 8K-Auflösung. Über dem eigentlich Panel, bei dem es sich um LCD, OLED oder Micro-LED handeln kann, sitzt dabei ein optisches Layer zum Beispiel aus Mikrolinsen oder Lentikularlinsen, die die Richtung der vom Panel abgegebenen Lichtstrahlen so beeinflussen können, dass daraus eine je nach Blickwinkel unterschiedliche dreidimensionale Ansicht der Person entstehen kann – Details blieben Google und HP schuldig. Der 3D-Effekt wird in Abhängigkeit zur Ausrichtung der teilnehmenden Personen erzeugt, für eine noch tiefere Immersion sollen Spatial Audio und eine Hintergrundbeleuchtung vergleichbar zum Ambilight von Philips sorgen.
Es gibt erste Kunden
Google hatte Beam erstmals zur I/O im Jahr 2021 noch unter der Bezeichnung Project Starline vorgestellt und dann zwei Jahre später ein Update angekündigt, mit dem das 3D-Videokonferenzsystem durch ein verkleinertes Design der Massentauglichkeit einen bedeutenden Schritt näher kommen sollte. Zur diesjährigen I/O wurde aus Project Starline schließlich Google Beam. Das erste Gerät wird mit dem 24.999 US-Dollar teuren „HP Dimension with Google Beam“ jetzt auf der AV-Messe InfoComm ausgestellt. Zusagen für die Nutzung von Google Beam gab es zur Entwicklerkonferenz von Deloitte, Salesforce, Citadel, NEC, Hackensack Meridian Health, Duolingo und Recruit.
Google Meet, Zoom, Webex und Teams
Auf dem HP Dimension with Google Beam werden Videokonferenzen in 3D-Ansicht mit Google Meet und Zoom unterstützt, es lassen sich mit den genannten Diensten und zusätzlich Cisco Webex und Microsoft Teams aber auch klassische Konferenzen in 2D darauf ausführen. Neben der Einmalzahlung für das Gerät wird für Beam eine separat über Google erhältliche Lizenz benötigt, deren Laufzeiten und Kosten noch nicht bekannt sind.
Google entwickelt Live-Übersetzung
Die Entwicklung von Beam geht obgleich des bevorstehenden Serieneinsatzes unterdessen weiter bei Google. Auf dem Weg zur Serienreife sei zuletzt auch die Live-Übersetzung in den Fokus der Erprobung gerückt. Diese Funktion führte Google zur I/O für Google Meet vor und will sie künftig auch bei Google Beam anbieten. Die Übersetzung soll annähernd in Echtzeit erfolgen, sodass der Eindruck entsteht, als würde man gemeinsam in derselben Sprache mit der eigenen Stimme kommunizieren.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von HP und Google unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.