Symfonisk-Lautsprecher: Sonos und Ikea beenden Zusammenarbeit
Nach mehr als acht Jahren haben das Einrichtungshaus Ikea und der Hersteller von Multiroom-Systemen Sonos das Ende ihrer Kooperation bekannt gegeben. Restbestände der gemeinsamen Produktlinie sollen abverkauft werden, bestehende Systeme werden weiterhin mit Updates versorgt.
Mit einer Tischlampe fing alles an
Vor rund sechs Jahren setzte Ikea seine Bestrebungen, Wohnungseinrichtungen mit Unterhaltungselektronik zu kombinieren, mit der Kooperation mit Sonos fort. Das erste Kind dieser Ehe kam mit der Symfonisk-Reihe, bestehend aus Regal- und Lampenlautsprecher (Test), Mitte 2019 in die Verkaufsräume des schwedischen Möbelhauses. Diese umfasste zunächst Regal- und Lampenlautsprecher, die vollständig in das Sonos-Ökosystem integriert werden konnten. Später folgten weitere, teils ungewöhnliche Kreationen, wie eine Standleuchte oder ein Bilderrahmen. Diese Produkte waren aufgrund ihrer unauffälligen Integration in die Wohnumgebung oft eine beliebte Wahl für Surround-Systeme, da sie sich gut „verstecken“ ließen. Zudem boten sie einen vergleichsweise günstigen Einstieg in die Multiroom-Welt von Sonos, auch wenn der niedrigere Preis meist mit einer etwas geringeren Ausstattung erkauft wurde.
Nach acht Jahren ist Schluss
Jetzt haben beide Unternehmen das Ende der Zusammenarbeit erklärt. „In den letzten acht Jahren hatten wir das Vergnügen, eng mit Ikea zusammenzuarbeiten und sind stolz auf das, was wir erreicht haben“, erklärte Sonos-Sprecherin Erin Pategas in einer E-Mail gegenüber The Verge. Auch wenn keine neuen gemeinsamen Produkte mehr geplant seien, sollen bestehende Geräte der Symfonisk-Reihe weiterhin mit Software-Updates unterstützt werden.
Rückläufige Absatzzahlen
Die Ankündigung des Kooperationsendes könnte für Sonos zu einem ungünstigen Zeitpunkt kommen, da das Unternehmen in Kürze seine Quartalszahlen präsentieren wird. Sonos hatte zuletzt mit sinkenden Absatzzahlen zu kämpfen und daraufhin die Preise für seine Einsteiger-Lautsprecher Era 100 und die Ray Soundbar gesenkt. Zu der sinkenden Akzeptanz der Produkte dürfte immer noch das Nachhallen des im Oktober 2019 gestartete „Trade Up Program“ seinen Teil beitragen, bei dem Sonos funktionierende ältere Produkte für einen Rabatt beim Neukauf neuerer Modelle in den „Recycle Mode“ versetze und damit unbrauchbar machen wollte. Dieser Schritt hatte eine Welle der Empörung ausgelöst und wurde schließlich Anfang März 2020 wieder eingestellt. Auch die genau vor einem Jahr eingeführte neue und ebenfalls stark kritisierte Sonos-App dürfte ebenfalls nicht zwangsweise für neue Kunden gesorgt haben. Darüber hinaus könnten die Quartalszahlen Erkenntnisse darüber liefern, wie negativ sich die US-Zölle auf das Geschäft des Unternehmens auswirken.