Android 16 QPR1 Beta 2: Google startet Vorschau für neuen Desktop-Modus
Samsung zeigt mit DeX seit Jahren, dass sich Android auch als Desktop-System eignet und bei bestimmten Aufgaben sogar einen herkömmlichen PC ersetzen kann. Nun plant Google gemeinsam mit dem südkoreanischen Hersteller, Android gezielt für große externe Bildschirme zu optimieren.
Im Laufe der Jahre existierten zahlreiche Konzepte, Android als Desktop-Betriebssystem nutzbar zu machen. Die Ansätze gingen dabei teilweise weit auseinander: Während auf der einen Seite Tablets durch immer größere Displays zunehmend Notebooks ähneln sollten, war es andererseits das Ziel, ein Smartphone durch Anschluss von Monitor, Tastatur und Maus in einen PC-Ersatz zu verwandeln. Zumeist beschränkten sich diese Umsetzungen auf einzelne Hersteller, die die Entwicklung mit nur auf ihren Geräten vorhandenen Lösungen eigenständig vorantrieben – so unter anderem Samsung mit DeX. Das Windows-Mobile-Pendant von Microsoft war vor rund zehn Jahren Continuum.
Eine Desktop-Umgebung für Android-Smartphones
Inzwischen arbeiten Google und Samsung gemeinsam daran, Android für den produktiven Einsatz auf großen Displays zu gestalten. Grundlage des Vorhabens ist die Fensterfunktion, die bereits letztes Jahr in einer Vorschau präsentiert wurde und künftig auch auf Geräten anderer Hersteller verfügbar sein soll. Erste Ergebnisse dieser Zusammenarbeit finden sich in der nun veröffentlichten Android 16 QPR1 Beta 2 für die Pixel-Modelle der Serien 8 und 9. Dabei geht es nicht nur um die einfache Spiegelung des Smartphone-Displays, vielmehr wird das zusätzliche Ausgabegerät zur Erweiterung auf einen klassischen Desktop genutzt, wie ihn Nutzer etablierter Betriebssysteme bereits kennen.
Dies bedeutet, dass mit einem angeschlossenen Monitor mehrere Anwendungen gleichzeitig betrieben und über verschiedene Bildschirme verteilt werden können. Die Fenstergrößen sollen flexibel anpassbar sein, während ein optimiertes Multitasking für die Produktivität sorgen soll. Zudem soll die neue Funktion nahtlos mit geteilten Bildschirmen und anderen Multitasking-Funktionen zusammenarbeiten.
Einfache Nutzung im Vordergrund
Je nach Quellgerät unterscheidet sich die Nutzung jedoch: Wird ein externer Monitor über eine DisplayPort-Verbindung erkannt, startet auf diesem automatisch eine neue Desktop-Sitzung. Das Quellgerät und das externe Display arbeiten unabhängig voneinander, wobei Apps jeweils auf dem Display laufen, dem sie zugewiesen wurden. Unterstützt das Gerät die Desktop-Fensterfunktion, erstreckt sich die Sitzung hingegen über beide Bildschirme und schafft damit einen vergrößerten Arbeitsbereich. Beide Ausgabegeräte verhalten sich dann wie ein einheitliches System, in dem sich Fenster, Inhalte und der Mauszeiger frei bewegen lassen. Die Bedienung soll sich nicht von bekannten Desktop-Systemen unterscheiden: Auch hier soll eine Taskleiste mit angehefteten und aktiven Anwendungen sowie frei positionierbaren Fenstern zur Verfügung stehen.
Viele Verbesserungen in neuer Beta-Version
Mit der nun veröffentlichten Beta-Version hat Google die Desktop-Funktion weiter optimiert. Flexible Fensterkacheln ermöglichen es, mehrere Applikationen nebeneinander oder in unterschiedlichen Anordnungen darzustellen, was das parallele Arbeiten auf großen Displays vereinfacht. Darüber hinaus lassen sich mehrere Desktop-Sitzungen gleichzeitig starten, um für unterschiedliche Anforderungen passende Umgebungen zu schaffen. Der Wechsel zwischen diesen Desktops ist unter anderem mittels Tastenkombinationen oder Trackpad-Gesten möglich.
Auch die Kompatibilität mit älteren Anwendungen wurde verbessert, um den Aufwand für Entwickler gering zu halten und dennoch eine einwandfreie Darstellung der Programme sicherzustellen. Zudem ist es jetzt möglich, mehrere Instanzen unterstützter Apps zu starten, sodass diese auf verschiedenen Desktops unterschiedliche Aufgaben erledigen können.
Noch 2025 für alle Nutzer
Die Einführung der Desktop-Fensterfunktion direkt auf dem Mobilgerät ist von Google noch für dieses Jahr vorgesehen und soll auf kompatiblen Tablets mit Android 16 zur Verfügung stehen. Bis es soweit ist, dürften allerdings noch weitere Testversionen erscheinen.