Google zur I/O: Android-Geräte sollen mit neuen Funktionen sicherer werden
Im Rahmen der „Android Show“ hat Google gestern nicht nur einen Ausblick auf das Material 3 Expressive für Android 16 und Wear OS 6 gegeben, sondern auch neue Sicherheitsfunktionen für Android-Mobilgeräte vorgestellt.
Google Messages wird schlauer
Wie Google mitteilte, habe unter anderem die im März 2025 eingeführte, KI-gestützte Betrugserkennung in der Nachrichten-App, welche SMS-, MMS- und RCS-Nachrichten unbekannter Absender auf verdächtige Muster hin analysiert, bereits mehr als eine Milliarde verdächtige Nachrichten erkannt und gefiltert – und das, obwohl diese bisher ausschließlich in englischsprachigen Ländern wie den USA, Großbritannien und Kanada verfügbar war. Nun wurde diese Sicherheitsfunktion um weitere Szenarien erweitert, um künftig auch Betrugsversuche in den Bereichen Kryptowährungen, Finanzen, Maut oder Geschenkkarten frühzeitig identifizieren zu können. Die gesamte Erkennung erfolgt lokal auf dem Gerät, wodurch keine Inhalte an Google-Server übertragen werden. Das Unternehmen will dadurch sicherstellen, dass private Gespräche auch privat bleiben.
„Find My Device“ wird zum erweiterten „Find Hub“
Das bereits zur I/O 2023 angekündigte und seit 2024 verfügbare Netzwerk „Find My Device“ zum Auffinden von Geräten und Gegenständen wird mit neuen Funktionen zum „Find Hub“, in dem nun auch markierte Objekte sowie Geräte auffinden lassen. Laut Google soll dies auch dazu dienen können, um festzustellen, „ob Ihre Lieben sicher nach Hause gekommen sind“, sofern diese ihren Standort teilen. Die Anzahl der zum Dienst kompatiblen Geräte und Bluetooth-Tags soll laut Google stetig erweitert werden.
Im weiteren Verlauf des Jahres soll sich das System darüber hinaus auch mit Satellitenverbindung verstehen, sofern diese von den jeweiligen Geräten unterstützt werden. Damit soll das Orten auch außerhalb von Mobilfunknetzen möglich werden.
Zusätzlich kündigt Google die Einführung weiterer personalisierter Stile für ab Werk integrierte Tracker in Gepäck oder Skiern an, die entsprechend in der App visualisiert werden. Für Tags mit Ultra-Wideband-Unterstützung (UWB) sollen später im Jahr neue Funktionen folgen, wobei Motorola mit den Moto-Tags den Anfang machen soll. Auch das Auffinden von verloren gegangenem Gepäck will Google verbessern: Ab Anfang des kommenden Jahres sollen Nutzer in der Lage sein, den Standort von Bluetooth-Tags direkt an ihre Fluggesellschaft zu übermitteln, die sich dann um die Wiederbeschaffung kümmern kann. Apple hat für die AirTags ein entsprechendes Feature bereits umgesetzt.
Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen
Auch die 2017 eingeführte Sicherheitsfunktion „Advanced Protection“ wurde mit Blick auf Android 16 deutlich erweitert. Das System erhält dabei eine zusätzliche Sicherheitseinstellung auf Geräteebene, die laut Google den bislang stärksten Schutz für Android-Geräte darstellen soll. Dabei sollen alle wesentlichen Sicherheitsfunktionen des Betriebssystems aktiviert sein und im Rahmen einer „Defense-in-Depth“-Strategie ineinandergreifen, indem neue und bestehende Mechanismen miteinander kombiniert werden. Ergänzend bringt das System wichtige Sicherheitseinstellungen für viele der bevorzugten Google-Apps mit und verhindert, dass diese versehentlich oder gezielt deaktiviert werden können.
Zu den Neuerungen gehört auch „Intrusion Logging“, eine branchenweit erstmals angebotene Funktion, mit der sich Protokolle auf sichere und nicht manipulierbare Weise speichern lassen. Diese sollen zudem ausschließlich für den jeweiligen Nutzer zugänglich sein.
Im Laufe des Jahres ist zudem die Einführung weiterer Funktionen für Googles Sicherheitsmechanismus vorgesehen, darunter ein USB-Schutz, der dafür sorgt, dass das jeweilige Gerät im gesperrten Zustand und bei angeschlossenem Kabel nur geladen werden kann, sowie Echtzeit-Benachrichtigungen bei erkannten Betrugsversuchen. Eine genauere Beschreibung der neuen und künftigen Funktionen gibt Google in einem eigenen Blog-Beitrag.
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