Linux Kernel 6.14: NTSYNC, AMD-NPU-Support und Optimierungen für RX 9000

Marek Lindlein
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Linux Kernel 6.14: NTSYNC, AMD-NPU-Support und Optimierungen für RX 9000

Linux Kernel 6.14 bringt neben dem ersehnten NTSYNC-Treiber für eine bessere Windows-Kompatibilität auch Support für AMDs NPU und weitere Optimierungen für Radeon RX 9000. Ebenfalls neu: Ein „Screen of Death“ für GPUs von AMD.

Bessere Windows-Kompatibilität mit NTSYNC

Lange Zeit erwartet und nun endlich nutzbarer Teil des Linux Kernels ist NTSYNC. Damit werden Windows-Synchronisierungsmechanismen direkt im Kernel des freien Betriebssystems umgesetzt statt wie in bisherigen Ansätzen (Stichworte: esync/fsync) über User-Level bzw. Kernel-Schnittstelle gelöst.

Ziel des Patches ist dabei nicht nur eine höhere Kompatibilität mit Windows-Software und speziell Spielen, sondern auch eine bessere Performance im Vergleich zu den bisherigen Ansätzen.

Auch wenn erste (vorab) Benchmarks von merklichen FPS-Steigerung in vereinzelten Spielen sprechen, handelt es sich um keinen Wundertreiber. Bereits der Vorgänger in Form von fsync beseitigte viel Overhead. Dennoch stellt NTSYNC einen großen Schritt für Linux-Gaming dar. Reale Vergleiche mit Kernel 6.14 dürften bald Klarheit schaffen.

The gain in performance varies wildly depending on the application in question and the user's hardware. For some games NT synchronization is not a bottleneck and no change can be observed, but for others frame rate improvements of 50 to 150 percent are not atypical.

Kernel Patch
Extreme Leistungssteigerungen sind mit NTSYNC in ausgewählten Spielen messbar.
Extreme Leistungssteigerungen sind mit NTSYNC in ausgewählten Spielen messbar. (Bild: Kernel.org)

AMDs NPU unter Linux nutzbar

AMDs SoCs kommen seit Phoenix alias Ryzen 7000 Mobile mit einer NPU. Auch wenn es schon länger eine freie Treiberentwicklung dazu gibt, war diese bislang nicht Teil des Kernels. Mit 6.14 zieht der AMDXDNA-Treiber ein und macht die KI-Beschleunigung auch für den Endnutzer auf dem Linux-Desktop möglich. Die vollständigen Patch-Notes und weitere Änderungen finden sich bei Kernel.org.

RDNA-4-Unterstützung wird weiter ausgebaut

RDNA 4 ist noch relativ neu, entsprechend wird mit Kernel 6.14 weiterhin am Treiber gearbeitet und es ziehen zahlreiche Verbesserungen für die neue Grafik-Architektur von AMD ein. Neben besserem Shader-Support und diversen Fixes gibt es im Rahmen des Grafiktreiber-Patches unter anderem Abhilfe für bis dato fehlerhafte Meldung der PCIe-Anbindung. Interessant ist auch die Funktion GFXOFF, welche Teile des Grafikchips während Compute Workloads abschaltet.

Screen of Death nun auch für AMD

Wenn ein System ohne erkennbaren Grund abstürzt ist oft guter Rat teuer. Bei Windows ist der berühmte Blue Screen of Death (BSOD) durchaus in der Lage Hilfestellung zu bieten. Unter Linux mussten Nutzer und Administratoren im Nachhinein Log-Dateien durchforsten. Als Gegenmaßnahme wurde kürzlich ein Modus eingeführt, der bei einem Absturz einen QR-Code mit weiterführenden Informationen anzeigt. Die Unterstützung dieser DRM-Panic wurde bereits Ende 2024 eingereicht und ist nun Teil des AMD-Grafiktreibers in Kernel 6.14.

Die Seite Phoronix hat im Vorfeld der Veröffentlichung eine Zusammenfassung aller anstehenden Änderungen erstellt. Darunter finden sich auch die Unterstützung für Qualcomms Snapdragon-8 Elite-Chips, zahlreiche AMD-P-State-Änderungen, schnellere Verschlüsselung auf AMD-Prozessoren, Hardware-Support für Microsofts Copilot-Taste und Änderungen am Speichersystem.

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    Der Linux Kernel ist die Grundlage aller Linux-Distributionen wie z. B. Ubuntu oder Fedora.

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