Linux-News der Woche: Flatpak-Drama und Projekt-Updates
Fedoras fehlerhafte Flatpak-Umsetzung von OBS führt zur Androhung rechtlicher Schritte. OpenSUSE Tumbleweed wechselt von AppArmor zu SELinux. HDR-Unterstützung unter Linux macht große Fortschritte mit Wayland. Die Beta von Gnome 48 erblickt das Licht der Welt und der Gründer von Asahi Linux geht.
OBS Drama um inoffizielle Flatpaks
Flatpaks können praktisch sein, stellen sie doch funktionsfähige Versionen von Programmen unabhängig von der verwendeten Distribution bereit. Oft bieten größere Projekte sogar eigene Flatpak-Versionen ihrer Programme an, wie in diesem Fall OBS Studio. Doch da Flatpak ein freies Format ist, steht es jedem offen, eigene Versionen von Software zu implementieren. Das macht sich Fedora zu nutze und packt für das eigene Betriebssystem Flatpaks. So bietet Fedora auch ein eigenes Flatpak für OBS Studio an, welches bevorzugt vom System installiert wird, sobald der Nutzer OBS auf seinem System einrichten will. Doch die Umsetzung ist fehlerhaft und so häufen sich die Fehlermeldungen. Als Folge treffen diese das OBS Projekt selbst, da Nutzer die Probleme dort verorten. Trotz Fehlertickets und Problemmeldungen an Fedora war keine Besserung in Sicht, obwohl bereits die einfachste Lösung – der Einsatz des offiziellen statt des Fedora-Flatpaks – die Probleme gelöst hätte. In Folge dessen haben die Verantwortlichen hinter OBS Studio rechtliche Schritte angedroht und eine Unterlassungsaufforderung versendet. Diese fordert Fedora auf, innerhalb der kommenden 7 Werktage alle Verbindungen die zum OBS Projekt führen, innerhalb der Fedora-Flatpak-Implementation zu entfernen. Darunter fallen das Logo und der Name und weitere Markenrechte. Dabei behält sich das OBS Projekt weitere rechtliche Schritte vor, falls Fedora der Aufforderung nicht nachkommt.
Since it's clear that Fedora does not have any interest in a rational discussion at this point, and has decided to resort to name-calling, we are now considering the Fedora Flatpaks distribution of OBS Studio a hostile fork.
This is a formal request to remove all of our branding, including but not limited to, our name, our logo, any additional IP belonging to the OBS Project, from your distribution.
Failure to comply may result in further legal action taken. We expect a response within the next 7 business days (By Friday, February 21st, 2025).
Thank you.
Joel Bethke
OpenSUSE Tumbleweed wechselt von AppArmor zu SELinux
Lange Zeit setze OpenSUSE auf AppArmor, wenn es um das Erteilen oder Entziehen von Rechten für einzelne Anwendungen ging. Doch nun wechselt der Rolling-Release-Zweig Tumbleweed auf SELinux als Sicherheitslösung. Die reguläre Leap 15.x Ausgabe bleibt von den Änderungen unbetroffen und setzt weiterhin auf AppArmor.
We would like to announce that with the next openSUSE Tumbleweed
snapshot 20250211 the default mandatory access control (MAC) system
selected by the installer will be switched from AppArmor to SELinux in
enforcing mode. Additionally, the openSUSE Tumbleweed minimalVM will be
shipped with SELinux in enforcing mode.
Bestehende Installationen werden nicht migriert und es bleibt den Nutzern überlassen manuell zu wechseln. Somit betreffen die Neuerungen einzig Neuinstallationen. Mehr dazu findet sich in der Ankündigung auf der OpenSUSE-Mailingliste.
Beta von Gnome 48 veröffentlicht
Die Gnome 48 Beta ist erschienen und bringt zahlreiche Neuerungen für den freien Desktop mit sich. Einige Höhepunkte des Updates sind unter anderem HDR-Einstellungen für Monitore, der Wechsel zu den Adwaita Schriftarten und auch die Installation von Flatpaks via flatpak+https: link innerhalb von Gnome Software. Der Gnome Remote Desktop erfährt Unterstützung für zero-copy-rendering mit Vulkan und Hardwarebeschleunigung via VAAPI. Die vollständige Liste ist direkt auf der Website des Gnome-Projekts einsehbar.
HDR-Verbesserungen für Wayland
Eine wesentliche Voraussetzung für umfangreichen HDR-Support ist die Möglichkeit, dass Anwendungen den Status und den HDR-Umfang der angeschlossenen Ausgabegeräte abfragen können. Bislang fehlte die Möglichkeit innerhalb Waylands. Nun ist es nach fünf Jahren Arbeit endlich soweit und die Wayland Protocols erhalten das HDR-Update.
- Reliably maintain the display server color setup.
- Support professional color managed applications (presentation).
- Support displaying TV broadcasts and other high quality video content.
- Support a wide variety of monitors and application content, including wide gamut and/or HDR.
- Bring basic color management to applications that are not color-aware at all.
- Bring adequate color management to Wayland applications that are color-aware but not color managed.
Bislang war HDR-Support unter Linux nur eingeschränkt verfügbar. Einen größeren Sprung gab es zuletzt mit der Einführung des Steam Deck OLED. Prinzipiell funktioniert HDR-Ausgabe bereits jetzt, allerdings nur mit Einschränkungen. In diesem Zusammenhang ist auch die Merge Request auf Gitlab interessant.
Asahi Linux Gründer verlässt das Projekt
Hector Martin, seines Zeichens Gründer des Asahi Linux Projekts, verlässt ebendieses. In einem ausführlichen Betrag auf seinem Blog beschreibt er seinen Werdegang und die Anfänge des Projekts, welches Linux auf Apples ARM-basierte M-Prozessoren bringen sollte. Auch geht er näher auf die Probleme mit der Community ein, welche unter anderem auch zu seiner Entscheidung geführt haben. Insbesondere der Ruf nach ständig neuen Features und das Nachsagen des unnutzbaren Zustands waren Hector irgendwann zu viel. Das Projekt hatte dabei seiner Ansicht nach aber viel erreicht, von Möglichkeit Windows-Spiele auszuführen bis hin zu einem stabilen Alltags-System.
No matter how much we did, how many impossible feats we pulled off, people always wanted more.
Hector Martin
Dennoch wird es mit Asahi Linux weitergehen und das Team stellt die Ziele für 2025 vor. So soll der DP-alt-mode für USB-C kommen und die Arbeiten am Vulkan-Treiber für DX12-Titel zum Erfolg führen. Auch die internen Mikrofone der Apple-Geräte sollen in diesem Jahr nutzbar gemacht werden. Mehr dazu findet sich im Asahi-Linux-Blog.
Downloads
-
Fedora Download
4,6 SterneFedora ist eine vom Fedora-Projekt entwickelte Linux-Distribution mit Fokus auf freier Software.
- Version 43 Deutsch
-
OBS Studio Download
4,8 SterneOBS Studio (Open Broadcaster Software) ist eine Software für Videoaufnahmen und Livestreams.
- Version 32.0.4 Deutsch
- Version 32.1.0 Beta 1 Deutsch
- Version 27.2.4 Deutsch
-
openSUSE Download
4,6 SterneopenSUSE ist ein ausgereiftes Linux mit verschiedenen Release-Modellen.
- Version Tumbleweed 2026-01 Deutsch
- Version Leap 16.0 Deutsch


