Linux-News der Woche: ROCm ohne RDNA 4, Raytracing ohne Raytracing, FSR4
AMD hat eine neue Version ihrer Compute-Schnittstelle herausgebracht, allerdings noch keine Unterstützung für RDNA4 implementiert. Raytracing-Only-Spiele wie Indiana Jones und der große Kreis werden dafür standardmäßig auf älteren AMD-Grafikkarten spielbar. Die Arbeiten an FSR4 seitens der Community sind bereits im Gange.
Ohne RDNA4-Support: AMD bringt ROCm 6.4
AMDs Schnittstellen-Sammlung ROCm, welche Berechnungen jeglicher Art auf der GPU ermöglichen, ist in Version 6.4 erschienen. Trotz der bereits über einen Monat zurückliegenden Veröffentlichung von AMDs neuer RDNA-4-Grafikkarten-Generation fehlt ROCm 6.4 die Unterstützung für die neue GPU-Generation. Es bleibt bei RDNA 3 als höchste Ausbaustufe in der Kompatibilität unter den Consumer-Grafikchips. Die vollständigen Release-Notes für Interessierte und Nutzer, finden sich in der Dokumentation von AMD.
Indiana Jones und die große Strahlenverfolgung
Indiana Jones und der große Kreis (Test) gehört zu den Spielen, welche zwingend eine Grafikkarte mit Raytracing-Fähigkeiten voraussetzen. Da die Beleuchtung des Spiels immer über die Strahlenverfolgung berechnet wird, waren Grafikkarten wie AMDs erste RDNA-Generation (RX 5700 XT Test) oder die noch älteren Exemplare wie RX 480/580 außen vor.
Doch dank Linux gibt es Hoffnung, denn der freie RADV-Treiber ermöglicht Software-Raytracing über die Shader der Grafikkarte. Das ist zwar langsamer als über spezielle Raytracing-Einheiten, aber immer noch deutlich schneller als über die CPU. Entsprechend sorgt ein Patch für Mesa zukünftig dafür, dass Software-Raytracing auch auf älteren AMD-Grafikkarten standardmäßig aktiv ist und somit Indiana Jones direkt gestartet werden kann. Bis der Patch ausgerollt wird, lässt sich das Spiel auch über die Umgebungsvariable RADV_PERFTEST=emulate_rt auf betreffenden Karten starten. Mehr dazu findet sich auf GitLab.
Hardwarefehler in RDNA 4 macht Bug-Umgehung nötig
Wie Phoronix berichtet, gibt es einen Hardware-Bug in AMDs neuester Architektur, welcher für Probleme mit den Hierarchical Z-Buffer/Hierarchical Segment Buffer sorgt. In Folge dessen kann es zu einem einfrieren der GPU kommen, wie es mit Mesa 25.0.1 häufiger berichtet wurde. Bereits mit Mesa 25.0.2 wurden viele Probleme damit beseitigt, doch nimmt sich nun ein eigener Patch des Problems an.
Als Lösungsansatz standen zwei Möglichkeiten zur Wahl: Die Deaktivierung von HiZ/HiS auf Kosten von Performance, oder eines leeren Befehlaufrufs, welcher das Einfrieren verhindert und die Performance erhält. Genutzt wird dafür:
BOTTOM_OF_PIPE_TS: Bottom of the Pipe
Timestamp -- Inserted by the driver to request a bottom of pipe
timestamp be sent to memory, no flushing required.
Die Merge-Request findet sich im Mesa-Gitlab.
Arbeiten an FSR4 unter Linux bereits im Gange
FSR4 wird unter Linux noch nicht unterstützt. Doch die Community arbeitet daran das neue AI-Upscaling von AMD auf das freie Betriebssystem zu bringen. Entsprechender Dank an der Stelle an ptr1337 für den Hinweis.
Noch stehen Kompatibilitäts- und Leistungsprobleme im Weg und auch der Support für RDNA 3 wird angedacht. Letzterer zeigt aber eindrücklich, warum selbst AMD unter Windows nur unter Vorbehalt eine Freigabe für RX 7000 überlegt, denn die Implementierung kostet schlicht aktuell zu viel Leistung. RDNA 3 fehlen die entsprechenden Recheneinheiten, sodass über Software emuliert werden muss, was viele Ressourcen kostet.