Material 3 Expressive: Android 16 und Wear OS 6 führen neues UI-Design ein
Google führt mit den Betriebssystemen Android 16 und Wear OS 6 eine neue Designsprache namens Material 3 Expressive für die Benutzeroberfläche ein. Das neue UI soll sich natürlicher anfühlen, expressiver ausfallen, eine haptische Verbindung der Software mit dem Anwender herstellen und damit auch einfacher zu bedienen sein.
Material 3 Expressive ist eine Weiterentwicklung des vor rund vier Jahren für Android 12 eingeführten Material You, bei dem Farben, Formen, Licht und Bewegungen eine wichtige Rolle einnahmen und zu neuen Möglichkeiten der Personalisierung führten. Damals war von dem größten Redesign in der Geschichte des Betriebssystems die Rede. Material 3 Expressive sei jetzt ebenfalls das größte Update seit Jahren, erklärte Google zur ausgegliederten „Android Show“, die heute eine Woche vor der I/O 2025 stattfand.
Material 3 Expressive kommt später im Jahr
Die neue UI-Designsprache ist für Android 16 und Wear OS 6 designiert und soll laut Google im späteren Verlauf dieses Jahres zuerst auf die eigenen Pixel-Geräte kommen. Material 3 Expressive wird es aus diesem Grund voraussichtlich nicht sofort in Android 16 schaffen, das nach der bisherigen Roadmap noch im zweiten Quartal und somit bis Ende Juni fertiggestellt werden soll. Ob Material 3 Expressive sogar zuerst auf der bevorstehenden Pixel-10-Serie verfügbar sein wird, dazu wollte sich Google in einem Vorabgespräch nicht äußern. Android 16 ist für das Pixel 6 (Pro) und neuer vorgesehen.
Neue Möglichkeiten der Personalisierung
Personalisierung sei der Kern von Android, erklärte Google heute, und mit Material 3 Expressive wolle man diesen Aspekt des Betriebssystem weiter vertiefen. Anwendern gibt Google deshalb neue dynamische Farb-Themes, neue Schriftarten und neue responsive UI-Elemente zur Hand. Das Unternehmen will bei seinen eigenen Apps zunächst Google Fotos, Gmail und Fitbit auf Material 3 Expressive aktualisieren, weitere Anwendungen sollen schrittweise folgen.
Animationen mit Sprungeffekt
Material 3 Expressive führt auch neu gestaltete Animationen ein, die sich natürlicher anfühlen und eine haptische Verbindung der Software mit dem Anwender herstellen sollen. Das betrifft zum Beispiel Benachrichtigungen, die beim Wegwischen auch leicht die benachbarten Benachrichtigungen zur Seite ziehen, als würde man ein physisches Element aus einem Stapel ziehen. Sobald die ausgewählte Benachrichtigung entfernt wurde, springt der restlich Stapel mit einem Sprungeffekt und haptischem Feedback wieder zusammen.
Dieser neue Stil für Animationen kommt auch für die Übersicht der aktuell geöffneten Apps, das Öffnen und Schließen der Schnelleinstellungen oder für den Lautstärke-Schieberegler zum Einsatz. Darüber hinaus will Google dem Betriebssystem mit Material 3 Expressive mehr Tiefe verleihen, sodass das Öffnen der Benachrichtigungen und Schnelleinstellungen neuerdings mit einem Unschärfeeffekt im Hintergrund einhergeht.
Google unterstützt Live-Updates in Android 16
Google will laut eigener Beschreibung eine Balance aus moderner Ästhetik und verbesserter Funktionalität mit Material 3 Expressive gefunden haben. Die Schnelleinstellungen lassen sich jetzt zum Beispiel individualisieren, um mehr respektive andere favorisierte Schaltflächen an gewünschter Position ablegen zu können. Wichtige Benachrichtigungen sollen zudem nicht mehr in der Flut anderer Hinweise untergehen. Und für im Hintergrund laufende Prozesse wie Essenslieferungen, Fahrdienste oder die Navigation führt Google Live-Updates ein, die auf dem Sperrbildschirm und in der Benachrichtigungsleiste ihren aktuellen Status anzeigen.
Wear OS 6 erhält Material 3 Expressive
Die neue Designsprache hört zudem nicht beim Smartphone auf, auch Smartwatches werden von Google bedacht, wobei auch hier die eigene Pixel-Geräte zum Start im Fokus stehen. Material 3 Expressive führt dort ebenfalls neue Animationen ein und soll mehr die runden Bildschirme der Pixel Watches berücksichtigen. Anwender sollen ein besseres responsives Feedback bei Berührungen erhalten und das Betriebssystem auf den kleineren Displays besser bedienen können. Erstmals führt Google auch für Smartwatches die dynamischen Farb-Themes ein, die auf Basis des gewählten Zifferblatts das weitere Design hinsichtlich der primären Farben und Akzente bestimmen.
Anwender sollen anhand neu gestalteter Schaltflächen einfacher und früher erkennen können, für was diese zuständig sind und das Betriebssystem somit schneller bedienen können. Kacheln habe man in Wear OS 6 zudem platzsparender für die reduzierte verfügbare Fläche umgesetzt und dennoch angenehmer zu bedienen gestaltet, um wichtige Aktionen wie Kurznachrichten oder Workouts schnell zugänglich zu machen.
10 Prozent längere Akkulaufzeiten
Wear OS 6 soll darüber hinaus ein allgemein höheres Leistungsniveau als Wear OS 5 aufweisen und sich somit schneller auf der jeweiligen Smartwatch bedienen lassen. Effizienter sei das neue Betriebssystem ebenso und könne damit bis zu 10 Prozent längere Laufzeiten ermöglichen.
Neue Richtlinien für App-Entwickler
Entwicklern gibt Google mit Material 3 Expressive neue Richtlinien zur Hand, damit diese das Design studieren und ihre Apps entsprechend der Anforderungen gestalten können.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Google unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
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