Drop Duchy: Deckbuilder-Taktik auf Tetris-Schlachtfeld kommt gut an

Aileen Mäser
12 Kommentare
Drop Duchy: Deckbuilder-Taktik auf Tetris-Schlachtfeld kommt gut an
Bild: Sleepy Mill Studio

Drop Duchy ist ein strategischer Roguelite-Deckbuilder mit Tetris-Mechaniken und Mittelalter-Setting. Spieler legen zuerst ein Spielfeld aus Karten und liefern sich darauf anschließend ein kurzes taktisches Scharmützel. Die Mischung kommt an: Das kürzlich erschienene Indie-Game wird auf Steam „sehr positiv“ bewertet.

Deckbuilder trifft Tetris

In Drop Duchy ist es das Ziel, den Gegner in einem aus mehreren Schlachten zusammengesetzten Durchlauf zu besiegen. Zuerst wird eine aus drei Fraktionen gewählt, die jeweils andere Strategien und Spielweisen bieten. Jede Fraktion hat außerdem unterschiedliche Startdeck-Karten. Diese haben unterschiedliche Mechaniken, die strategisch eingesetzt werden können, um Truppen auszubilden, Ressourcen zu sammeln oder Felder umzuwandeln.

Das Spielprinzip funktioniert so: In einem Tetris-ähnlichen Feld werden Blöcke platziert. Zwar ohne drängenden Zeitdruck, aber mit verschiedenem Terrain. Neben Blöcken aus Grasland, Wäldern, Gebirgen und beispielsweise Feldern gibt es Gebäude, die als Karten im Deck des Spielers unter die Terrain-Blöcke gemischt werden. Insofern gibt es, anders als in Tetris, nicht unendlich viele Blöcke, sondern je Runde nur um die 20 bis 30 Stück. Nach und nach werden diese gezogen und können entweder gleich platziert oder in die Reserve gepackt werden – dort ist aber immer nur Platz für eine Block-Karte. Sobald die Bausteine eine waagerechte Linie füllen, verschwinden sie nicht, sondern bringen einen Ressourcen-Bonus.

Strategie ist das A und O in Drop Duchy – denn dadurch, dass der Titel keinen Stress im Sinne von Zeitdruck vermittelt, können Spieler lange überlegen, was der nächste Schachzug sein wird. Nicht nur das Ausfüllen von Linien ist wichtig, sondern auch die Mechaniken der Gebäudekarten. Der Wachturm zum Beispiel rekrutiert Bogenschützen, wenn sich in seiner Reichweite Grasland befindet. Das lädt dazu ein, Grasland um den Wachturm zu setzen. Andere Gebäude funktionieren analog. Der Clou: Auch die Gebäudekarten und damit die Einheiten des Gegners müssen vom Spieler platziert werden. Hier gilt es entsprechen, die Bausteine möglichst so zu platzieren, dass eben keine Nachbarschaftsboni greifen.

Die beste Vorbereitung für den Boss

Wenn alle Blöcke vom Stapel platziert wurden oder es keinen Platz mehr gibt, startet der Kampf. Es gibt verschiedene Truppen, die durch verschiedene Gebäude rekrutiert werden. Die Menge der Truppen hängt von den Merkmalen der Gebäude und dem platzierten Terrain ab. Auch der Gegner verfügt über Einheiten, denn viele seiner Gebäude haben – auch wenn sehr „schlecht“ platziert – einen Grundwert an Truppen, die trotzdem für ihn kämpfen werden. Es gibt Schwertkrieger, Bogenschützen und Axtkämpfer, die sich im Schere-Stein-Papier-Prinzip kontern. Bogenschützen sind zum Beispiel stärker im Kampf gegen Axtkämpfer, aber schwächer gegen Schwertkämpfer. Die Truppen können strategisch in einer Abfolge in die gegnerischen Lager geschickt werden, um am Schluss mit einem Sieg hervorzutreten.

Nach jeder Runde gibt es für die Meta-Progression eine neue Gebäudekarte zur Auswahl und eine Art Pfadentscheidung. Zwischen Regionen mit oder ohne Kämpfen, Händlern für Ressourcen oder Gebäudekarten gilt es das zu nehmen, was gerade strategisch am sinnvollsten ist. Am Ende des Pfades wartet ein Boss-Gegner und um sich darauf bestens vorbereiten zu können gibt es Verbesserungen für Karten, die mit den Ressourcen gekauft werden können. Über einen Fortschrittsbaum lassen sich neue Karten freischalten. Jeder Boss bringt im Kampf zusätzliche Mechaniken ins Spiel, die der Spieler taktisch einbinden oder umgehen muss.

Tetris-Deckbuilder kommt bei den Spielern gut an

Das französische Einzelspieler-Indiegame ist auf Steam mit über 600 Rezensionen „sehr positiv“ bewertet. 90 Prozent der Rezensenten empfehlen das Spiel weiter. Als Grund werden häufig die interessante Mischung aus Roguelite, Deckbuilder, Tetris und charmanter Mittelalter-Atmosphäre genannt, die für ein taktisches und zum Knobeln anregendes Gameplay sorgen soll. Die generelle Umsetzung sei gelungen; Drop Duchy mache einfach Spaß. Kritiker argumentieren wiederum, dass taktische Tiefe maßgeblich über die Karten und deren Platzierung entstehe, nicht aber im eigentlichen Kampf auf dem Tetris-Schlachtfeld.

Kleiner Rabatt

Drop Duchy ist auf Steam und im Epic Games Store für knapp 14 Euro erhältlich. Aktuell ist der Titel um zehn Prozent reduziert; regulär sind es 15 Euro. Drop Duchy bietet eine deutsche Textausgabe.

📊 Intel, AMD oder Nvidia? Mach' jetzt noch mit bei unserer großen Jahresumfrage!