Keine Tests vorab: Nintendo bemustert Switch 2 nicht vor Marktstart an Medien
Für morgen, den 5. Juni ist der Marktstart der Nintendo Switch 2 angesetzt. Erst dann sollen Redaktionen auch mit Testgeräten bemustert werden, vorab verschickt Nintendo diesmal keine Spielkonsolen, wie VGC vom Hersteller bestätigt bekommen hat. Der Chefredakteur sieht das problematisch, auch aus eigenem finanziellen Interesse.
Testmuster erst zum Marktstart
Ob und in welcher Form sich ein Hersteller für die Bemusterung mit Testgeräten entscheidet, bleibt eben genau das: Sache des Herstellers. Ein Unternehmen wie Nintendo kann sich für Samples vorab, zum Release oder komplett dagegen entscheiden, aus welchen Gründen auch immer. Zum Launch der Switch 2 hat Nintendo entschieden, diesmal keine Leihgeräte vor dem 5. Juni zum Testen zur Verfügung zu stellen – beim Vorgänger war das noch anders. Das hat ein Unternehmenssprecher gegenüber VGC bestätigt und führt dabei wichtige Features und Updates an, die erst ab dem 5. Juni zur Verfügung stünden.
Mit Tests der Switch 2 kann demnach frühestens im Verlauf des 5. Juni begonnen werden. Redaktionen haben damit keinen Vorsprung gegenüber regulären Käufern, können somit keine Erfahrung sowohl im positiven als auch negativen Sinne vorab schildern. Wie gut sich mit der Switch 2 spielen lässt, werden Redaktionen und Käufer ab 5. Juni gleichzeitig in Erfahrung bringen können.
Switch-2-Berichte gab es dennoch schon viele
Schon vor dem morgigen Marktstart hatte Nintendo weltweit mehrere Medienevents abgehalten, in deren Rahmen sich die Switch 2 und erste Spiele ausprobieren ließen („Hands-on“), um erste Erfahrungen zu schildern. Zu diesen Veranstaltungen war ComputerBase nicht eingeladen.
Bei VGC hingegen sind neben einem Hands-on zur Switch 2 im April auch teils exklusive Gameplay-Videos zu Pokémon Scarlet & Violet und Mario Kart World zu finden. Die Erwartungen an Nintendo für die frühe Bemusterung mit einer Switch 2 waren dort vermutlich hoch, was die öffentliche Reaktion erklären dürfte – vergleichbar mit der ComputerBase-Reaktion auf vorenthaltene 8-GB-Grafikkarten-Muster.
Chefredakteur erwartet „schwieriges“ Jahr
VGC-Chefredakteur Andy Robinson war das Vorgehen von Nintendo einen längeren Meinungsartikel wert, in dem die Situation kritisiert wird. Nintendos Verhalten sei schlecht für die Leser, da man so vorab keine Aussagen zu Leistung, Laufzeiten und Features wie Game Chat oder Abwärtskompatibilität machen könne. Robinson mutmaßt zudem, dass Tests nach Marktstart wahrscheinlich möglichst schnell veröffentlicht werden, da Google und Social Media Geschwindigkeit über Qualität belohnen würden.
Robinson beschwört in seinem Artikel schon fast den Untergang der Medienlandschaft herbei. Publikationen wie VGC würden auch weiterhin über Spielkonsolen berichten, trotzdem sei Nintendos Vorgehen für „die Medien“ enttäuschend. Es sei ohnehin eine schwierige Zeit für unabhängige Publikationen, und ohne GTA 6 in diesem Jahr und ohne Vorabtest der Switch 2 sei 2025 jetzt „für jeden“ noch etwas schwieriger geworden. Außerdem müsse man jetzt auch noch die redaktionellen Kapazitäten zwischen dem Test der Switch 2 und dem ab Freitag beginnenden Summer Game Fest hin und her jonglieren.