Neue Studie: Deutsche Games-Branche im Aufwind
Rund fünf Jahre nach der letzten Erhebung wurde wieder eine offizielle Studie zur Videospielbranche in Deutschland veröffentlicht. Diese zeigt, dass sich in den vergangenen Jahren viel getan hat. Nicht zuletzt dank Förderung vom Bund hat sich die Zahl der Spieleunternehmen nahezu verdoppelt.
Unter dem Namen „Die Game-Branche in Deutschland 2025“ (PDF) hat der Branchenverband game (offizielle Schreibweise) mit Unterstützung des Bundesministeriums für Forschung, Technologe und Raumfahrt (BMFTR) eine neue Studie veröffentlicht. Durchgeführt wurde die Studie vom Unternehmen Goldmedia, das auf eine Online-Befragung bei den Firmen der Game-Branche setzte. Sie schließt an die letzte Erhebung dieser Art aus dem Dezember 2020 an und soll gezielt die Effekte der Förderung des Bundes darlegen.
Fast doppelt so viele Spielefirmen
Gegenüber den 524 Entwicklerstudios und Publishern aus dem Jahr 2018, die hier als Kernmarkt bezeichnet werden, stieg die Zahl nun auf 948 Unternehmen und somit um stolze 81 Prozent. Wird der erweiterte Kernmarkt betrachtet, zu dem auch Dienstleister zählen, stieg die Zahl der Unternehmen von 619 auf nun 1.205, was eine Steigerung von 95 Prozent bedeutet.
Vor allem kleine und junge Studios
Die Games-Branche in Deutschland ist jung, besagt die Studie, denn rund 80 Prozent der Firmen seien nach dem Jahr 2010 gegründet worden, ein Drittel davon sogar erst nach 2020. Ab diesem Zeitraum gab es die Förderrichtlinie „Computerspieleförderung des Bundes“. In den Jahren 2023 und 2024 sei die Zahl der Gründungen aber wieder deutlich zurück gegangen.
Ein Großteil der Entwicklerstudios ist klein, denn 77 Prozent der Unternehmen sollen weniger als zehn Mitarbeiter beschäftigen. Bei den meisten (81 Prozent) handelt es sich zudem um Indie-Studios, die keinem größeren Unternehmen angehören.
20 Prozent mehr Mitarbeiter als 2018
Im Zeitraum 2018 bis 2024 sei die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Games-Branche (inklusive Dienstleistern) von 12.300 auf nunmehr 14.800 und somit um etwa 20 Prozent gestiegen. In größeren Unternehmen sind fast alle sozialversicherungspflichtig beschäftigt, während in den kleineren Unternehmen fast ein Viertel als freie Mitarbeiter eingesetzt werden.
Umsätze steigen, Marktanteil gering
Die deutsche Games-Branche setzte laut Studie 2024 insgesamt 3,73 Milliarden Euro um, was 22 Prozent mehr als sechs Jahre zuvor sind. Davon wurde allerdings ein Großteil (88 Prozent) von Firmen mit ausländischem Mutterkonzern erzielt, während die Indie-Studios nur geringen Anteil daran haben.
Im Vergleich zu anderen Ländern sind die Umsätze aber immer noch gering. Zudem liege der Marktanteil der deutschen Entwicklungen selbst hierzulande bei nur etwa 5,5 Prozent. Dabei sei Deutschland der fünftgrößte Absatzmarkt für Videospiele weltweit. Im Jahr 2024 sollen deutsche Spieler insgesamt 5,5 Milliarden Euro ausgegeben haben, nur 300 Millionen Euro entfielen auf deutsche Titel.
PC-Spiele im Fokus
Zwischen 2015 und 2024 sei der Anteil der Studios, die für den PC entwickeln von 60 Prozent auf 79 Prozent angestiegen. Der Anteil der Konsolenentwickler liege konstant bei 40 Prozent, da manche Studios beide Plattformen bedienen. Mobile-Games würden nur noch 37 Prozent entwickeln, da Großkonzerne den Markt dominieren.
Die Förderung gehe auf
Laut der Studie wurden seit Beginn der Förderung durch den Bund 360 Spiele von 252 Unternehmen mit insgesamt 180 Millionen Euro unterstützt. Dass das Geld nicht zum Fenster hinaus geworfen wurde, zeigt sich daran, dass pro gefördertem Euro rund 6,50 Euro Bruttowertschöpfung und 2,50 Euro an Steuern und Sozialabgaben ausgelöst worden seien.