Ubisoft Pwned: Hacker verteilen Geschenke in Rainbow Six: Siege X

Update Max Doll
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Ubisoft Pwned: Hacker verteilen Geschenke in Rainbow Six: Siege X
Bild: Ubisoft

Zum Weihnachtsfest wurden die Server von Rainbow Six: Siege X gehackt. Das hatte zwei Folgen: Spieler bekamen Millionen Ingame-Credits und seltene Gegenstände gutgeschrieben oder wurden gesperrt. Ubisoft arbeitet derweil an der Behebung des Problems.

Am zweiten Weihnachtstag verschafften sich Hacker erfolgreich Zugang zu den Servern des Taktik-Shooters Rainbow Six: Siege X. In der Folge erhielten Spieler riesige Summen der Ingame-Premiumwährung, die den Kauf sämtlicher Gegenstände und Skins im Spiel ermöglichten, sowie Zugriff auf spezielle Skins für Entwickler.

Darüber hinaus wurde das Benachrichtigungssystem genutzt, um über die Bann-Nachrichten Songtexte an alle Spieler zu schicken – und provokante Nachrichten mit offen sexuellen Anspielungen.

In den Mitteilungen wurden aber auch Ubisoft-Mitarbeiter für „toxisches Verhalten“ gesperrt, ein Seitenhieb auf die Arbeitskultur beim französischen Publisher, die vor ein paar Jahren aufgrund eines toxischen Klimas und sexueller Belästigung in die Kritik geriet. Sie verstärkte sich, weil der Unternehmensführung vorgeworfen wurde, nicht genug zu unternehmen, Manager des Konzerns wurden dafür in diesem Jahr verurteilt.

Zusätzlich wurde über das Ban-Board behauptet, dass der Name von Ubisoft-CEO Yves Guillmont in den Unterlagen des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein genannt wurde.

Spieler auf allen Plattformen gaben darüber hinaus an, dass ihre Konten gesperrt worden seien. Dies sei auch dann der Fall gewesen, wenn sie die erhaltene Ingame-Währung nicht ausgegeben hätten. Von ihrer Nutzung wurde auf dem offiziellen Discord des Spiels dringend gewarnt, Ubisoft könne dies als Verstoß gegen die Nutzungsbestimmungen werten.

Ubisoft reagiert

Ubisoft hat auf den „Vorfall“ bereits reagiert. Kurz nachdem das Unternehmen ankündigte, an einer Lösung zu arbeiten, wurden die Server sowie der Marktplatz für das Spiel abgeschaltet. Weiterer Missbrauch ist damit ausgeschlossen, während sich die Entwickler Zeit zur Ursachensuche verschaffen.

Für Ubisoft kommt der Vorfall allerdings zur ungünstigen Zeit: Nicht nur steht der Publisher schlecht da, er nimmt auch ein Spiel vom Netz, das als Service-Angebot von aktiven Spielerzahlen lebt und das zur besten Ferienzeit, wo die Anzahl (neuer) potentieller Kunden am größten ist.

Die Redaktion dankt den ComputerBase-Lesern „Aserback“ und „Konkretor“ für den Hinweis zu dieser Meldung!

Update

Mittlerweile hat Ubisoft die Server wieder hochgefahren. Ban-Nachrichten seien nicht vom Ubisoft verschickt worden, versichern die Entwickler, die jüngste Banwelle über das ShieldGuard-System, das ein freundliches Miteinander fördern soll, habe hingegen nichts mit dem Vorfall zu tun. Sie ist legitim gewesen.

Alle Käufe, die nach dem Hack getätigt wurden, werden allerdings rückgängig gemacht. Gesperrt wird jedoch niemand dafür, betont Ubisoft über den offiziellen X-Account des Spiels. Der Marktplatz bleibt indes abgeschaltet, derzeit kann lediglich gespielt werden – worum es bei einem Spiel in der Regel aber auch geht.

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