Grafikkarten-Absatz: Nvidias Marktanteil war noch nie so hoch wie jetzt

Michael Günsch
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Grafikkarten-Absatz: Nvidias Marktanteil war noch nie so hoch wie jetzt

Wieder ist ein Quartal rum und eine neue Studie zum globalen Absatz von dedizierten Grafikkarten für Desktop-PCs liegt vor. Laut Jon Peddie Research (JPR) hat Nvidia seine Führungsposition noch weiter ausgebaut und kommt nun mit GeForce auf 90 Prozent Marktanteil vor AMD Radeon. Intel spielt nach wie vor kaum eine Rolle.

Nvidia steht jetzt bei 90 Prozent

Lag Nvidia zuvor bereits bei 88 Prozent Anteil beim Absatz von Add-in-Boards (AIB), wie JPR die dedizierten Grafiklösungen für den PC-Sektor nennt, waren es im dritten Quartal 2024 noch einmal 2 Prozentpunkte mehr. Somit stehen runde 90 Prozent in den Diagrammen zum Marktanteil vom kalifornischen Hersteller der GeForce-Grafikkarten. Nvidias Anteil war noch nie so hoch wie aktuell.

Marktanteile bei Grafikkarten (AIB) im Zeitverlauf
Marktanteile bei Grafikkarten (AIB) im Zeitverlauf (Bild: 3D Center)

AMD Radeon bleibt die zweite Kraft mit rund 10 Prozent, verlor aber entsprechend etwa 2 Prozentpunkte an den großen Konkurrenten. Ganz bei 0 steht Intel zwar nicht, besitzt aber einen so geringen Anteil, dass es gerundet bei eben nur „0 %“ Marktanteil für die Grafikkarten der Arc-Familie bleibt.

Marktanteile bei Grafikkarten (AIB), Nvidia jetzt bei 90 Prozent
Marktanteile bei Grafikkarten (AIB), Nvidia jetzt bei 90 Prozent (Bild: Jon Peddie Research)

Neue Radeon gegen hohe GeForce-Preise?

Was Nvidia freut, ist für den Wettbewerb ein Problem. Ohne schlagkräftige Konkurrenz bleiben auch die Preise der GeForce-Grafikkarten hoch. Für die kommende Generation Blackwell alias GeForce RTX 5xxx wird sogar ein noch höheres Preisniveau erwartet.

Doch besteht Hoffnung auf neue Alternativen, zumindest in der Mittelklasse, die nach Stückzahlen ein wichtigeres Segment sein dürfte. Bereits Anfang Januar könnte AMD die Radeon RX 8xxx mit neuer RDNA-4-Architektur vorstellen. Diese sollen vor allem bei der Raytracing-Leistung zu Nvidia GeForce aufschließen. Allerdings werden sie sich wohl nur mit der RTX-4xxx-Generation von Nvidia messen können. Die ebenfalls nächstes Jahr startenden Blackwell-Modelle von Nvidia könnten bei der Leistung dann erneut weit vorne liegen.

Schlechte Zeiten für den Grafikkarten-Markt

Für den AIB-Gesamtmarkt war das dritte Quartal 2024 nicht gerade rosig. Die Marktforscher stellten bei insgesamt 8,1 Millionen verkauften AIBs einen Rückgang um 7,9 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum fest. Im Vergleich zum zweiten Quartal sank der Absatz sogar um 14,5 Prozent, obwohl das dritte Quartal eines Jahres sonst meist stärker als das vorherige ist.

Verkäufe von Grafikkarten (AIB) im Zeitverlauf
Verkäufe von Grafikkarten (AIB) im Zeitverlauf (Bild: Jon Peddie Research)

Für die Zukunft sei keine Verbesserung in Sicht. So befürchtet JPR, dass durch hohe Zölle die Endverbraucherpreise weiter steigen, was die Kaufbereitschaft entsprechend beeinträchtigen wird.

Wir glauben, dass die Zölle und das Ausbleiben entsprechender Lohnerhöhungen in den nächsten zwei Jahren die US-Wirtschaft in eine Rezession treiben werden, und andere Länder werden die Folgen spüren, wenn die Verbraucher ihre Ausgaben zurückfahren“, erklärte Dr. Jon Peddie, der Leiter des Instituts.

Absatz von Desktop-PCs und Grafikkarten gegenübergestellt
Absatz von Desktop-PCs und Grafikkarten gegenübergestellt (Bild: Jon Peddie Research)
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