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Im Test vor 15 Jahren: AMDs enttäuschende Radeon HD 6970 und 6950

Robert McHardy
152 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: AMDs enttäuschende Radeon HD 6970 und 6950

Nach der Radeon-HD-6800-Serie, die auf die obere Mittelklasse abzielten, setzte AMD mit den High-End-Modellen Radeon HD 6950 und 6970 (Test) im Dezember 2010 nach. Mit der Konkurrenz in Form der GeForce GTX 570 und 580 hatten die Grafikkarten zu kämpfen.

AMDs Flaggschiffe mit Cayman

Sowohl die Radeon HD 6950 als auch die Radeon HD 6970 setzten auf AMDs Cayman-Chip. Im Falle der HD 6950 wurde die GPU als Cayman Pro und bei der HD 6970 als Cayman XT bezeichnet. Die Unterschiede fanden sich zum einen bei den höheren Taktraten der XT und zum anderen bei der leicht angehobenen Anzahl an Shader-Einheiten.

Daraus resultierte eine knapp 500 GFLOPS höhere theoretische Rechenleistung. Beiden Grafikkarten gemein war der 2.048 MByte große GDDR5-Grafikspeicher, wobei die Radeon HD 6970 einen 250 MHz höheren Speichertakt und somit eine etwas höhere Speicherbandbreite bot. Verglichen mit der Vorgängergeneration hielten die Änderungen an der GPU-Architektur sich in Grenzen. Die größte dieser Änderungen war, dass ein Shader-Cluster nunmehr aus vier ALUs statt vier ALUs und einer Special-Function-Unit bestand.

Radeon HD 5870 Radeon HD 6950 Radeon HD 6970 GeForce GTX 570 GeForce GTX 580
Chip Cypress Cayman GF110
Transistoren ca. 2,15 Mrd. ca. 2,64 Mrd. ca. 3 Mrd.
Fertigung 40 nm
Chiptakt 850 MHz 800 MHz 880 MHz 732 MHz 772 MHz
Shadertakt 850 MHz 800 MHz 880 MHz 1.464 MHz 1.544 MHz
Shader-Einheiten
(MADD)
320 (5D) 352 (4D) 384 (4D) 480 (1D) 512 (1D)
FLOPS (MAD) 2.720 GFLOPS 2.253 GFLOPS 2.703 GFLOPS 1.405 GFLOPS 1.581 GFLOPS
ROPs 32 40 48
Pixelfüllrate 27.200 MPix/s 25.600 MPix/s 28.160 MPix/s 21.960 MPix/s 24.704 MPix/s
TMUs 80 88 96 60 64
TAUs 80 88 96 60 64
Texelfüllrate 68.000 MTex/s 70.400 MTex/s 84.480 MTex/s 43.920 MTex/s 49.408 MTex/s
Shader-Model SM 5
effektive Windows
Stromsparfunktion
Speichermenge 1.024 MByte GDDR5 2.048 MByte GDDR5 1.280 MByte GDDR5 1.536 MByte GDDR5
Speichertakt 2.400 MHz 2.500 MHz 2.750 MHz 1.900 MHz 2.004 MHz
Speicherinterface 256 Bit 320 Bit 384 Bit
Speicherbandbreite 153.600 MByte/s 160.000 MByte/s 176.000 MByte/s 152.000 MByte/s 192.384 MByte/s

Preislich lag die Radeon HD 6970 bei 329 Euro und die Radeon HD 6950 bei 259 Euro. Beide Grafikkarten verfügten über einen Dual-Slot-Kühler, der die gesamte Vorderseite überdeckte. Auf der GPU selbst befand sich ein Kupferblock mit eingebauter Vapor-Chamber, die mit dem eigentlichen Kühlkörper verbunden war. Die Luftzufuhr übernahm ein 80-mm-Radiallüfter. Mit einer TDP von 250 Watt verfügte die Radeon HD 6970 über einen 8- sowie einen 6-Pin-PCIe-Stecker, während die Radeon HD 6950 dank ihrer 200-Watt-TDP mit zwei 6-Pin-PCIe-Steckern auskam.

Enttäuschende Leistung

Die Leistung der beiden Cayman-Grafikkarten blieb unter den Erwartungen. Die Radeon HD 6950 war je nach Auflösung und Einstellungen etwa mit einer Radeon HD 5870 vergleichbar. Bei sehr hohen Auflösungen oder starker Kantenglättung konnte sie zunehmend einen Vorsprung verbuchen. Für die Nvidia GeForce GTX 570 reichte es jedoch in keiner Lebenslage. Ähnlich sah die Situation bei der Radeon HD 6970 aus, die generell etwa auf dem Niveau der GeForce GTX 570 lag und in höheren Auflösungen leicht davon zog. Die GeForce GTX 580 war in jeder Lebenslage unantastbar.

Rating
Rating – 1680x1050
    • Nvidia GeForce GTX 580
      114,8
    • Nvidia GeForce GTX 570
      102,5
    • AMD Radeon HD 6970
      100,0
    • ATi Radeon HD 5870
      92,8
    • AMD Radeon HD 6950
      91,6
    • AMD Radeon HD 6870
      85,7
    • Nvidia GeForce GTX 470
      84,4
    • ATi Radeon HD 5850
      79,8
    • AMD Radeon HD 6850
      73,1
    • Nvidia GeForce GTX 460
      66,4
Einheit: Prozent, Arithmetisches Mittel

Bei der Lautstärke hoben sich die Radeons nicht besonders positiv hervor und waren unter Last relativ laut, aber weit entfernt von notorischen Krachmachern wie der GeForce GTX 480. Die GPU-Temperaturen lagen im grünen Bereich und ließen etwas Spielraum für Übertaktungsversuche. Die Leistungsaufnahme war der Leistung entsprechend vergleichsweise hoch. Viele Möglichkeiten für Übertakter ließen die GPUs nicht. Im Test konnten knapp vier bis sechs Prozent mehr Leistung erzielt werden.

Diagramme
Lautstärke
  • Idle – Windows:
    • AMD Radeon HD 6850
      40,0
    • AMD Radeon HD 6870
      40,0
    • Nvidia GeForce GTX 460
      40,0
    • ATi Radeon HD 5870
      40,5
    • ATi Radeon HD 5850
      41,5
    • Nvidia GeForce GTX 570
      42,0
    • Nvidia GeForce GTX 470
      43,0
    • Nvidia GeForce GTX 580
      43,0
    • AMD Radeon HD 6950
      44,0
    • AMD Radeon HD 6970
      44,0
  • Last:
    • Nvidia GeForce GTX 460
      47,5
    • AMD Radeon HD 6850
      52,5
    • ATi Radeon HD 5870
      54,5
    • AMD Radeon HD 6950
      54,5
    • ATi Radeon HD 5850
      56,0
    • AMD Radeon HD 6870
      56,0
    • Nvidia GeForce GTX 570
      57,0
    • AMD Radeon HD 6970
      57,5
    • Nvidia GeForce GTX 580
      58,5
    • Nvidia GeForce GTX 470
      63,0
Einheit: dB(A)

Fazit

AMDs High-End-Brigade in Form der Radeon HD 6950 und HD 6970 war insgesamt enttäuschend. An Nvidias sehr gute GeForce GTX 570 und GTX 580 kamen sie nicht heran, die Radeon HD 6950 bot für einen Aufpreis von 20 Euro immerhin den doppelten Speicher verglichen mit der älteren und gleich schnellen Radeon HD 5870. Die Radeon HD 6970 hatte abseits ihres größeren Speichers wenige Vorzüge gegenüber der nahezu gleich teuren GeForce GTX 570. Wirklich wie High-End fühlte sich die Radeon-HD-6900-Serie in Anbetracht der GeForce GTX 580 nicht an.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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