Im Test vor 15 Jahren: Die GeForce GTX 470 war die bessere Fermi
Als Teil von Nvidias GeForce-GTX-400-Generation mit GF100-GPU gab es nicht nur das hitzköpfige Topmodell GeForce GTX 480, sondern mit der GeForce GTX 470 (Test) auch ein kleineres und in vielen Punkten besseres Modell.
Die kleinere GF100
Wie die GeForce GTX 480 setzte auch die GeForce GTX 470 auf Nvidias GF100-Fermi-GPU mit 3 Milliarden Transistoren und 40-nm-Fertigung. Im Vergleich zum größeren Modell waren 14 statt 15 Streaming-Multiprocessors (SMs) aktiv, wodurch die Anzahl der Shader-Einheiten von 480 auf 448 fiel. Im Zusammenspiel mit den niedrigeren Taktraten von 1.215 statt 1.401 MHz resultierte dies in einer von 1.345 GFLOPS auf 1.089 GFLOPS gefallenen Rechenleistung.
Im gleichem Atemzug fiel die Anzahl der TMUs von 60 auf 56 und die der ROPs von 48 auf 40, wodurch auch das Speicher-Interface von 384 Bit auf 320 Bit schrumpfte. Aufgrund der geringeren Anzahl der ROPs war der Grafikspeicher mit 1.280 MByte ebenfalls kleiner als auf der GeForce GTX 480. Die Speicherbandbreite war des geringeren Speichertakts und verkleinerten Interfaces wegen mit 134 GByte/s knapp 25 Prozent geringer.
| Radeon HD 5850 | Radeon HD 5870 | GeForce GTX 285 | GeForce GTX 470 | GeForce GTX 480 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Chip | RV870/Cypress | GT200b | GF100 | ||
| Transistoren | ca. 2,15 Mrd. | ca. 1,4 Mrd. | ca. 3 Mrd. | ||
| Fertigung | 40 nm | 55 nm | 40 nm | ||
| Chiptakt | 725 MHz | 850 MHz | 648 MHz | 607 MHz | 700 MHz |
| Shadertakt | 725 MHz | 850 MHz | 1.476 MHz | 1.215 MHz | 1.401 MHz |
| Shader-Einheiten (MADD) |
288 (5D) | 320 (5D) | 240 (1D) | 448 (1D) | 480 (1D) |
| FLOPS (MADD/ADD) | 2.090 GFLOPS | 2.720 GFLOPS | 1.063 GFLOPS | 1.089 GFLOPS | 1.345 GFLOPS |
| ROPs | 32 | 40 | 48 | ||
| Pixelfüllrate | 23.200 MPix/s | 27.200 MPix/s | 20.736 MPix/s | 24.280 MPix/s | 33.600 MPix/s |
| TMUs | 72 | 80 | 56 | 60 | |
| TAUs | 72 | 80 | 56 | 60 | |
| Texelfüllrate | 52.200 MTex/s | 68.000 MTex/s | 51.840 MTex/s | 33.992 MTex/s | 42.000 MTex/s |
| Shader-Model | SM 5 | SM 4 | SM 5 | ||
| effektive Windows Stromsparfunktion |
✓ | ||||
| Speichermenge | 1.024 MByte GDDR5 | 1.024 MByte GDDR3 | 1.280 MByte GDDR5 | 1.536 MByte GDDR5 | |
| Speichertakt | 2.000 MHz | 2.400 MHz | 1.242 MHz | 1.676 MHz | 1.848 MHz |
| Speicherinterface | 256 Bit | 512 Bit | 320 Bit | 384 Bit | |
| Speicherbandbreite | 128.000 MByte/s | 153.600 MByte/s | 158.976 MByte/s | 134.080 MByte/s | 177.408 MByte/s |
Mit einer Länge von 25 cm war die GeForce GTX 470 kürzer als das Topmodell. Anders als dieses verfügte die GeForce GTX 470 nicht über die Metallabdeckung auf dem Kühler, die bei der großen GeForce für zusätzliche Wärmeabführung genutzt wurde. Mit einer TDP von 215 Watt war die Grafikkarte für eine um 35 Watt niedrigere thermische Verlustleistung spezifiziert. Die rückseitigen Lufteinlässe für den 65-mm-Radiallüfter fanden sich auch auf der GeForce GTX 470. Wie bei der GeForce GTX 480 standen in puncto Anschlüsse zwei Dual-Link-DVI- sowie ein Mini-HDMI-Anschluss bereit, wobei Nvidia vollständig auf DisplayPort verzichtete. Im Vergleich zur Konkurrenz von AMD konnte die GeForce GTX 470 maximal zwei Monitore gleichzeitig ansprechen, sodass für ein 3D-Vision-Surround-Setup mindestens ein SLI-Gespann aus zwei Grafikkarten genutzt werden musste.
Besser, aber nicht gut
In Sachen Leistung verbrachte die GeForce GTX 470 keine Wunder und landete im Durchschnitt etwa 18 bis 20 Prozent hinter der GeForce GTX 480. Damit war sie deutlich schneller als eine GeForce GTX 285 und ließ die Radeon HD 5850 meistens hinter sich. Damit bestätigte sich das gleiche Bild wie bei der GeForce GTX 480: Die Leistung war erstklassig, das war aber nicht das Problem der beiden Grafikkarten.
Der niedrigeren Leistung entsprechend fielen auch die B-Noten der GeForce GTX 470 weniger extrem – und somit besser – aus. Mit 62 dB(A) statt 68,5 dB(A) unter Last war so beispielsweise der Schalldruckpegel nicht mehr ohrenbetäubend, sondern nur noch ausgesprochen störend und immerhin etwas geringer als bei den Dual-GPU-Grafikkarten Radeon HD 5970 und GeForce GTX 295. Ähnlich sah es bei der GPU-Temperatur unter Last aus, die mit 91 °C etwas besser aber weiterhin ziemlich schlecht ausfiel. Die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems war ebenfalls etwas gemäßigter und platzierte sich zumindest auf Platz 4 nach den beiden Dual-GPU-Grafikkarten sowie natürlich der GeForce GTX 480 auf dem ersten Platz.
Fazit
Summa summarum war die GeForce GTX 470 in ihrer Gesamtheit eine bessere Grafikkarte als die GeForce GTX 480, aber weiterhin bedingt durch die Leistungsaufnahme, Lautstärke und Temperatur jenseits jeder Vernunft nicht zu empfehlen. Für Anwender konnte damals nur die Empfehlung lauten eine Grafikkarte der Radeon-HD-5000-Serie zu kaufen, wenn es nicht unbedingt Nvidia sein musste. Mit einem Preis von 350 Euro war die GeForce GTX 470 zudem knappe 70 Euro teurer als die Radeon HD 5850 und nur 25 Euro günstiger als die schnellere, leisere und sparsamere Radeon HD 5870.
In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:
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