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Im Test vor 15 Jahren: Nvidias GeForce GTS 450 als leise Einstiegsgrafikkarte

Robert McHardy
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Im Test vor 15 Jahren: Nvidias GeForce GTS 450 als leise Einstiegsgrafikkarte

Mit der GeForce GTS 450 (Test) brachte Nvidia im September 2010 einen Konkurrenten für AMDs ATi Radeon HD 5750 auf den Markt. Mit einem GByte Speicher, einer GF106-GPU und einem sehr guten Kühler sollte die GTX 450 die Herzen der Anwender erobern.

Doppelter Radiator und doppelte Lüfter

Während die GeForce GTX 460 noch auf die GF104-GPU mit 336 Shader-Einheiten setzte, wurde die GPU für die GeForce GTS 450 weiter beschnitten, woraus der GF106 mit 192 Shader-Einheiten resultierte. Mit einem GPU-Takt von 783 MHz ergab sich daraus eine theoretische Rechenleistung von 601 GFLOPS bei einer Pixelfüllrate von 12.528 MPix/s und einer Texelfüllrate von 25.056 MTex/s.

Der 1.024 MByte große GDDR5-Speicher wurde mit 1.804 MHz betrieben und über einen 128 Bit breiten Bus angesprochen, woraus sich eine Speicherbandbreite von 57.728 MByte/s ergab.

GeForce GTS 250 GeForce GTS 450 GeForce GTX 460 Radeon HD 5750
Chip G92b GF106 GF104 RV840/Juniper
Transistoren ca. 754 Mio. ca. 1,17 Mrd. ca. 1,95 Mrd. ca. 1,04 Mrd.
Fertigung 55 nm 40 nm
Chiptakt 738 MHz 783 MHz 675 MHz 700 MHz
Shadertakt 1.836 MHz 1.566 MHz 1.350 MHz 700 MHz
Shader-Einheiten
(MADD)
128 (1D) 192 (1D) 336 (1D) 144 (5D)
FLOPS (MADD/ADD) 705 GFLOPS 601 GFLOPS 907 GFLOPS 1.008 GFLOPS
ROPs 16 24 16
Pixelfüllrate 11.808 MPix/s 12.528 MPix/s 16.200 MPix/s 11.200 MPix/s
TMUs 64 32 56 36
TAUs 64 32 56 36
Texelfüllrate 47.232 MTex/s 25.056 MTex/s 37.800 MTex/s 25.200 MTex/s
Shader-Model SM 4 SM 5
Hybrid-CF/-SLI
effektive Windows
Stromsparfunktion
Speichermenge 1.024 MByte GDDR3 1.024 MByte GDDR5 768 MByte GDDR5 1.024 MByte GDDR5
Speichertakt 1.100 MHz 1.804 MHz 1.800 MHz 2.300 MHz
Speicherinterface 256 Bit 128 Bit 192 Bit 128 Bit
Speicherbandbreite 70.400 MByte/s 57.728 MByte/s 86.440 MByte/s 73.660 MByte/s

Das Referenzdesign der GeForce GTS 450 war optisch weitgehend identisch mit der GeForce GTX 460. Das war vor allem dem Dual-Slot-Kühler zu verdanken, der zumindest von außen quasi identisch aussah. Unter der Haube hatte Nvidia den Rotstift angesetzt, um die Kosten zu senken. So verfügte der Kühler über keine Heatpipes mehr, stattdessen wurde die Abwärme der GPU direkt über den Aluminiumkühlblock an die Aluminiumlamellen abgeführt. Wie bei der GeForce GTX 460 übernahm ein 75 mm großer Radiallüfter die Luftzufuhr. Das PCB entsprach mit einer Länge von knapp 21,5 cm ebenfalls den Abmessungen der GTX 460. Die Stromversorgung erfolgte über den PCIe-Steckplatz sowie einen 6-Pin-PCIe-Stecker.

Kopf an Kopf mit der Radeon HD 5750

Im Test lieferte sich die GeForce GTS 450 ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Radeon HD 5750. Je nach Auflösung und Einstellungen lag mal die GTS 450 um neun Prozent vorne, mal die HD 5750 um vier Prozent. Für die Radeon HD 5770 reichte die Leistung der GeForce GTS 450 nicht: Der Leistungsunterschied zwischen den beiden Grafikkarten betrug meistens 20 Prozent. Lobenswert war die sehr gute SLI-Skalierung der GeForce GTS 450, eine zweite Grafikkarte des gleichen Typs brachte nahezu die doppelte Leistung. Empfehlenswert war dies jedoch nicht, da SLI mit vielen Nachteilen wie Mikrorucklern, fehlenden SLI-Profilen für bestimmte Spiele oder hoher Leistungsaufnahme und Lautstärke einherging.

Rating
Rating – 1680x1050
    • ATi Radeon HD 5970
      266,5
    • Nvidia GeForce GTX 480
      226,2
    • ATi Radeon HD 5870
      198,6
    • Nvidia GeForce GTS 450 (SLI)
      190,9
    • Nvidia GeForce GTX 470
      187,7
    • ATi Radeon HD 5850
      171,9
    • Nvidia GeForce GTX 465
      152,4
    • Nvidia GeForce GTX 460
      147,3
    • ATi Radeon HD 5830
      144,3
    • Nvidia GeForce GTX 460 768
      141,6
    • ATi Radeon HD 5770
      121,2
    • ATi Radeon HD 5750
      103,8
    • Nvidia GeForce GTS 450
      100,0
    • ATi Radeon HD 5670
      75,2
Einheit: Prozent, Arithmetisches Mittel

Ein gemischtes Bild ergab sich in den B-Noten. Während die Leistungsaufnahme im Leerlauf sehr gut war, lag sie unter Last im Verhältnis zur gebotenen Leistung zu hoch. Sowohl die Radeon HD 5750 als auch die schnellere Radeon HD 5770 benötigten weniger Energie unter Volllast. An der Kühlung der GeForce GTS 450 gab es hingegen nichts zu bemängeln. Niedrigere Temperaturen im Leerlauf und unter Last bei einer sehr angenehmen Lautstärke waren lobenswert. Mit 41,5 dB(A) unter Last stellte die GTS 450 einen Spitzenwert auf. Wer diese Kühlreserven nutzen wollte, um der GTS 450 etwas mehr Leistung zu entlocken, konnte mittels Übertaktung auf etwa zehn Prozent mehr Leistung hoffen.

Diagramme
Leistungsaufnahme
  • Idle – Windows:
    • ATi Radeon HD 5670
      159
    • Nvidia GeForce GTS 450
      159
    • ATi Radeon HD 5750
      161
    • Nvidia GeForce GTX 460
      164
    • ATi Radeon HD 5770
      165
    • ATi Radeon HD 5850
      165
    • ATi Radeon HD 5870
      165
    • Nvidia GeForce GTX 460 768
      165
    • ATi Radeon HD 5830
      168
    • Nvidia GeForce GTX 465
      175
    • Nvidia GeForce GTX 470
      182
    • Nvidia GeForce GTS 450 (SLI)
      183
    • Nvidia GeForce GTX 260
      187
    • Nvidia GeForce GTX 480
      188
    • ATi Radeon HD 5970
      194
    • ATi Radeon HD 4870
      213
  • Last:
    • ATi Radeon HD 5670
      230
    • ATi Radeon HD 5750
      239
    • ATi Radeon HD 5770
      259
    • Nvidia GeForce GTS 450
      273
    • ATi Radeon HD 5850
      299
    • ATi Radeon HD 5830
      307
    • Nvidia GeForce GTX 460 768
      310
    • Nvidia GeForce GTX 460
      310
    • ATi Radeon HD 5870
      320
    • ATi Radeon HD 4870
      326
    • Nvidia GeForce GTX 260
      327
    • Nvidia GeForce GTX 465
      332
    • Nvidia GeForce GTS 450 (SLI)
      372
    • Nvidia GeForce GTX 470
      383
    • ATi Radeon HD 5970
      417
    • Nvidia GeForce GTX 480
      448
Einheit: Watt (W)

Fazit

Insgesamt war die GeForce GTS 450 eine gute Grafikkarte, wenn ein niedriges Budget vorhanden war oder die Ansprüche geringer waren. Pluspunkte sammelte sie für die niedrige Leistungsaufnahme im Leerlauf sowie die in allen Lebenslagen sehr leise Kühlung. Auf der anderen Seite war der Preis von 129 Euro im Vergleich zur Konkurrenz zu hoch. Die Radeon HD 5750 war bereits ab 100 Euro erhältlich, die deutlich schnellere Radeon HD 5770 ab 125 Euro.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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