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Im Test vor 15 Jahren: XFX' Radeon HD 5970 brachte zwei GPUs ans Limit

Robert McHardy
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Im Test vor 15 Jahren: XFX' Radeon HD 5970 brachte zwei GPUs ans Limit

Neben der Radeon HD 5970 im Referenzdesign hielten Hersteller wie Asus, Sapphire und XFX stark modifizierte eigene Designs im Portfolio. Die XFX Radeon HD 5970 Black Edition Limited (Test) war ein solches auf 1.000 Stück limitiertes Modell mit mehr Takt, Speicher und eigens entwickeltem PCB.

Dual-GPU der Superlative

Die XFX Radeon HD 5970 Black Edition Limited unterschied sich bereits äußerlich vom Referenzdesign mit einem zentral angebrachten 75-mm-Radiallüfter. Auf der Oberseite der Grafikkarte thronte die Aufschrift „XFX Black Edition Limited 0029“, wobei die 29 in diesem Fall für Modell 29 aus den 1.000 stand.

XFX Radeon HD 5970 Black Edition Limited (2)

Die Stromversorgung der beiden Grafikkerne erfolgte über 2 × 8-Pin-PCIe-Stecker mit jeweils 150 Watt sowie weiteren 75 Watt über den PCIe-Steckplatz. Bei dem Kühler handelte es sich wie bei dem PCB um eine Eigenentwicklung, wobei XFX auf einen Kupferkern und einen Kühlkörper aus Aluminium ohne Heatpipes setzte.

XFX Radeon HD 5970 Black Edition Limited
Merkmal Ausprägung
PCB Design Eigenes Design
Länge 30,5 cm
Stromversorgung 2 × 8 Pin
Kühler Design eigene Entwicklung, 2 Slot
Kühlkörper Kupfer-Kern, Alu-Radiator, keine Heatpipes
Lüfter 1 × 75 mm (Radial)
Lüftersteuerung Ja, aber nur bedingt
Takt (Stromsparmodus) GPU 850 MHz (157 MHz)
Speicher 2.400 MHz (300 MHz)
Speichergröße 2 × 2.048 MB GDDR5, Samsung
Anschlüsse 6 × Mini-DisplayPort
Lieferumfang Hardware 2 × Mini-DisplayPort auf Single-Link-DVI
1 x Mini-DisplayPort auf HDMI
3 x Mini-DisplayPort auf DisplayPort
CrossFire-Bridge
zahlreiche Aufkleber
20-Prozent-Gutschein für „E-Sports Hoodie“
Metallanhänger
Software Treiber-CD

Die Besonderheiten der XFX Radeon HD 5970 Black Edition Limited fanden sich primär unter der Haube. So verdoppelte der Hersteller mit 2 × 2.048 MByte GDDR5 den Grafikspeicher gegenüber dem Referenzdesign. Die Taktraten der GPUs waren mit 850 MHz zudem deutlich über den 725 MHz des Referenzdesigns angesiedelt und entsprachen denen der Radeon HD 5870. Die gleiche Situation ergab sich bei den Speichertaktraten, die mit 2.400 MHz denen der Radeon HD 5870 entsprachen (+20 Prozent gegenüber der Referenz).

Rasant und ohrenbetäubend

In den Benchmarks entpuppte sich die XFX Radeon HD 5970 Black Edition Limited als Grafikkarte der Extreme. Die Leistung lag im Mittel gute zehn Prozent über der normalen Radeon HD 5970. Die schnellsten Grafikkarten mit nur einer GPU in Form der GeForce GTX 480 und Radeon HD 5870 wurden um 30 respektive 38 Prozent zurückgelassen. Zwar war eine weitere Übertaktung im Test möglich, allerdings um nur 25 MHz auf der GPU und 100 MHz auf dem Speicher.

Diagramme
Performancerating
    • XFX HD 5970 Black Edition Limited
      110,2
    • ATi Radeon HD 5970
      100,0
    • Nvidia GeForce GTX 480
      77,2
    • ATi Radeon HD 5870
      68,6
    • Nvidia GeForce GTX 470
      62,8
    • ATi Radeon HD 5850
      58,4
Einheit: Prozent, Arithmetisches Mittel

Ob Anwender die XFX Radeon HD 5970 Black Edition Limited weiter übertakten wollten, war ohnehin fraglich. Die Lautstärke betrug bereits von Werk auf 63,5 dB(A) im Leerlauf und wahnsinnige 73 dB(A) unter Last. Zugleich lag die GPU-Temperatur mit 73 °C unter Last soweit im grünen Bereich, dass XFX die Lüftersteuerung deutlich weniger aggressiv hätte gestalten können. Die 37 °C im Leerlauf waren ebenfalls niedriger als notwendig in Anbetracht des hohen Lärmpegels. Wer darauf hoffte, dem Lüfter der Grafikkarte mittels Softwaresteuerung Einhalt zu gebieten, der sollte enttäuscht werden, da sich die XFX Radeon HD 5970 Black Edition Limited im Test als unbelehrbar erwies. Passend dazu war die Leistungsaufnahme an der Spitze des Testfeldes mit guten 100 Watt extra verglichen mit dem Referenzdesign der Radeon HD 5970.

Fazit

Bei der Radeon HD 5970 Black Edition Limited setzte XFX voll auf Leistung und ignorierte alles andere. Daraus resultierte ein Leistungssprung von etwa 10 Prozent gegenüber dem Referenzdesign. Trotzdem war die Grafikkarte nur für die wenigsten Anwender interessant. Die Lautstärke war so weit jenseits von Gut und Böse, dass ComputerBase damals urteilte: „Wer sein Headset nicht mit voller Lautstärke betreibt, hört mehr von der Grafikkarte als vom Spiel selbst“. Zu einem Preis von 999 Euro fiel der Kreis der potenziellen Kunden vor 15 Jahren auch von Beginn an relativ klein aus.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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