RTX Titan Benchmarks: Geheimer Prototyp mit 48 GB und voller AD102 aufgetaucht
Über die Existenz einer RTX Titan wurde lange gemunkelt, mit dem ersten Test zur Grafikkarte bestehen nun keine Zweifel mehr: Die Karte wurde von Nvidia nicht nur entwickelt, sondern stand mutmaßlich mit vollem AD102 auch kurz vor der Marktreife, wie Benchmarks und die Ausgereiftheit eines bisher geheimen Prototypen nahelegen.
Benchmarks: Titan zwischen 4090 & 5090
Die RTX Titan ist dem YouTuber und Reviewer der8auer in die Hände gefallen (Video). Wie ist unbekannt, doch der Prototyp ist voll funktionsfähig und wurde bereits einigen Tests unterzogen. Dabei entpuppt sich die Titan als Modell zwischen der RTX 5090 und der RTX 4090 – jedoch dank 48 GB VRAM mit deutlich mehr Reserven und Möglichkeiten für größere KI-Modelle.
Die Karte kann mit 17 Prozent mehr Stromverbrauch etwa 22 Prozent mehr Bilder pro Sekunde in Cyberpunk 2077 berechnen und ist damit im Schnitt sogar effizienter als eine RTX 4090. Im Time Spy Extreme zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier reduziert sich der Abstand zur RTX 5090 sogar auf ~11 Prozent.
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RTX Titan in Cyberpunk (Bild: YT: der8auer)
Weniger Stromverbrauch als erwartet
Damit bestehen keine Zweifel mehr: Nvidia hat eine RTX Titan bereits früh eingeplant, anders ist das ausgefeilte und vier Slot große Kühldesign mitsamt Schriftzug und funktionierenden Beta-Treibern aus dem Jahr 2023 nicht zu erklären. Die neue Generation Blackwell folgte erst im Jahr 2025, Gerüchte zu einer neuen Titan gab es bereits im Jahr 2022.
Einzig die TDP ist mit 450 Watt deutlich niedriger als es frühere Gerüchte mit bis zu 900 Watt vorhergesagt haben – und auch als das wuchtige Kühldesign nahelegt. Die TDP liegt laut dem Bericht auf demselben Niveau wie die RTX 4090, die Karte verbraucht aufgrund des Vollausbaus der AD102-GPU mehr Strom unter Last. Möglich also, dass es noch andere Prototypen mit mehr Stromverbrauch gibt, denn die vorliegende Karte verfügt über zwei 12-Pin-Stromstecker und wäre in der Lage bis zu 1.200 Watt aus dem Netzteil zu ziehen.
Totaler Vollausbau des AD102 in der RTX Titan
Der AD102 im Prototyp der RTX Titan hat dank des Vollausbaus alle SMs, Shadereinheiten und ROPs, die der größte Lovelace-Chip zu bieten hatte, aktiviert. Mit 144 aktivierten SMs verfügt die Titan über 12 Prozent mehr Shadereinheiten als die RTX 4090. Chipgröße und Takt bleiben jedoch gleich. Auch die Speichergeschwindigkeit verbleibt unverändert bei 21 Gbps und dank desselben Interfaces von 384 Bit folglich bei derselben Speicherbandbreite von knapp einem TB/s.
Frühere Leaks haben teilweise nur einen Ausbau mit 142 SMs in Aussicht gestellt, doch offensichtlich wollte Nvidia zumindest mit dem nun durchgesickerten Prototyp den AD102 voll ausschöpfen. Selbst die große RTX 6000 Ada für Workstations hatte einen leicht beschnittenen Chip.
| RTX 5090 | RTX Titan* | RTX 4090 | RTX 5080 | RTX 3090 Ti | |
|---|---|---|---|---|---|
| Architektur | Blackwell | Ada Lovelace | Blackwell | Ampere | |
| GPU | GB202 | AD102-450-A1 | AD102-200-A1 | GB203 | GA102-350 |
| Fertigung | TSMC 4N | Samsung 8 nm | |||
| Transistoren | 92,2 Mrd. | 76,3 Mrd. | 45,6 Mrd. | 28 Mrd. | |
| Chipgröße | 750 mm² | 609 mm² | 378 mm² | 628 mm² | |
| SM | 170 | 144 | 128 | 84 | 84 |
| FP32-ALUs | 21760 | 18432 | 16384 | 10752 | 10752 |
| RT-Kerne | 170, 4th Gen | 144, 3rd Gen | 128, 3rd Gen | 84, 4th Gen | 84, 2nd Gen |
| Tensor-Kerne | 680, 5th Gen | 576, 4th Gen | 512, 4th Gen | 336, 5th Gen | 336, 3rd Gen |
| Boost-Takt | 2.407 MHz | 2.520 MHz | 2.617 MHz | 1.860 MHz | |
| FP32-Leistung | 104,8 TFLOPS | ? | 82,6 TFLOPS | 56,3 TFLOPS | 40,0 TFLOPS |
| FP16-Leistung | 104,8 TFLOPS | ? | 82,6 TFLOPS | 56,3 TFLOPS | 40,0 TFLOPS |
| FP16-Leistung über Tensor | 419 TFLOPS | ? | 330 TFLOPS | 225 TFLOPS | 156 TFLOPS |
| Textureinheiten | 680 | 576 | 512 | 336 | 336 |
| ROPs | 176 | 192 | 176 | 112 | 112 |
| L2-Cache | 98 MB | ~98 MB | 74 MB | 66 MB | 6 MB |
| Speicher | 32 GB GDDR7 | 48 GB GDDR6X | 24 GB GDDR6X | 16 GB GDDR7 | 24 GB GDDR6X |
| -durchsatz | 28 Gbps | 21 Gbps | 30 Gbps | 21 Gbps | |
| -interface | 512 Bit | 384 Bit | 256 Bit | 384 Bit | |
| -bandbreite | 1.792 GB/s | 1.008 GB/s | 960 GB/s | 1.008 GB/s | |
| Slot-Anbindung | PCIe 5.0 ×16 | PCIe 4.0 ×16 | PCIe 5.0 ×16 | PCIe 4.0 ×16 | |
| TDP | 575 Watt | 450 Watt | 360 Watt | 450 Watt | |
| *Daten von der8auer | |||||
Kühldesign besonders leise
Zum Kühldesign selbst gibt es wenig Überraschungen: Es ist massiv und aufgrund des kaum gestiegenen Stromverbrauchs daher auch leise, wie von der8auer erwähnt wird. Das Kühldesign wurde bereits zur CES gezeigt. Verbaut sind wie auch schon bei der Founders Edition der RTX 4090 (Test) 3 × Displayport 1.4 sowie 1 × HDMI 2.1.
Stand die RTX Titan den Blackwell-GPUs im Weg?
Wieso Nvidia die RTX Titan nie veröffentlicht hat, lässt sich jedoch weiterhin nur mutmaßen. Vielleicht hatte Nvidia Angst vor sich selbst: Die Ergebnisse von der8auer legen einen spürbaren Leistungszuwachs zur RTX 4090 nahe, der zwar nicht an die RTX 5090 heranreicht, jedoch sich deutlich in die Leistungslücke der aktuellen RTX 5080 und RTX 5090 schiebt.
Gekoppelt mit 48 GB an VRAM, hätte eine RTX Titan die aktuelle Blackwell-Architektur womöglich noch unaufregender erscheinen lassen, als sich die Karten in den Tests der Redaktion gezeigt haben. Einzig die RTX 5090 konnte neue Leistungsrekorde aufstellen und wäre unter einer RTX Titan durch „nur“ 32 GB VRam in KI-Anwendungen möglicherweise dennoch in Bedrängnis gekommen. Wie die Benchmarks von der8auer nahelegen, kann der auf 98 MB vergrößerte L2-Cache zudem wohl teilweise den deutlich schnelleren GDDR7-Speicher der RTX 5090 ausgleichen. Die Titan setzt wie die 4090 auf GDDR6X, doch letztere nur auf 74 MB L2-Cache, die der GPU direkt zur Verfügung stehen.
Zuletzt ist die RTX Titan im Test sogar effizienter als eine RTX 4090 und RTX 5090 – wenn auch nur knapp. Dass bei Nvidia sich mit Blackwell im Bereich der Effizienz wenig getan hat, wurde der Titan hier möglicherweise ebenfalls zum Verhängnis.