Speicherkrise: Nvidia soll RTX-50-Produktion wegen teurem GDDR7 zügeln

Fabian Vecellio del Monego
194 Kommentare
Speicherkrise: Nvidia soll RTX-50-Produktion wegen teurem GDDR7 zügeln

Berichten aus Asien zufolge wird Nvidia die Produktion einiger RTX-50-Modelle im ersten Halbjahr 2026 zurückfahren. Betroffen seien insbesondere die GeForce RTX 5070 Ti (Test) und die GeForce RTX 5060 Ti mit 16 GB VRAM (Test). Grund sollen die gegenwärtige Knappheit und die steigenden Preise beim Speicher sein.

Teurer Speicher führt zu weniger GeForce?

Steigende Preise für Flash-Speicher und insbesondere DRAM dominieren die Berichterstattung im späten Herbst, von einem „historischen Speicherengpass“ ist die Rede, der schlimmstenfalls bis ins Jahr 2028 anhalten könnte. Die Preise für DDR-RAM haben sich in den letzten Monaten bereits mehr als verdreifacht, folgen soll alsbald auch GDDR-RAM – also Videospeicher für Grafikkarten.

Jetzt kommen aus Asien erste Gerüchte aus den Kreisen der Boardpartner, denen zufolge Nvidia die Produktion von Gaming-Grafikkarten für das erste Halbjahr 2026 anpassen werde. So berichtet Board Channels, dass die Produktion der RTX-50-Serie gegenüber dem Vorjahres­zeitraum um 30 bis 40 Prozent niedriger ausfallen soll.

According to the latest rumors, NVIDIA is also taking into account the long-cycle impact of storage products, and may adjust its GPU supply strategy for AIC brands in the Mainland China market. The goal would be to better adapt to changes in the DIY market environment and maintain a balance between supply and demand for graphics card sales.

Based on unconfirmed and potentially inaccurate information, NVIDIA is rumored to be planning production cuts for overall RTX 50 series GPU output during the first half of 2026, with supply expected to be about 30 to 40 % lower year over year compared with the first half of 2025.

Board Channels via VideoCardz

Ergänzend weist Benchlife mit Bezug auf Boardpartner und Industriekreise darauf hin, dass Nvidia voraussichtlich zunächst die Fertigung der GeForce RTX 5070 Ti (immer 16 GB) sowie der GeForce RTX 5060 Ti in der Version mit 16 GB GDDR7-Speicher nach unten korrigieren werde.

Zusätzlich [...] haben mehrere AIC-Partner sowie Komponenten­lieferanten darauf hingewiesen, dass Nvidia voraussichtlich zuerst die Liefermengen der GeForce RTX 5070 Ti und der GeForce RTX 5060 Ti mit 16 GB GDDR7 anpassen wird.

Benchlife (maschinell übersetzt)

Bei beiden Modellen fällt der VRAM im Vergleich zum verbauten GPU-Chip groß aus, zumindest gemessen an Nvidias übrigen Gaming-Grafikkarten. Dementsprechend werden höhere Kosten für den Speicher hier auch deutlich eher ins Gewicht fallen als bei einer GeForce RTX 5090 (Test). Diese verfügt zwar mit 32 GB VRAM über die doppelte Menge an Grafikspeicher, ist aber gegenwärtig auch mehr als dreieinhalb respektive mehr als sechsmal so teuer. Dass Einschnitte zunächst bei eben jenen Modellen drohen, bei denen der Grafikspeicher für einen vergleichsweise hohen Teil der gesamtem Fertigungskosten verantwortlich zeichnet, liegt insofern auf der Hand.

Nvidia GeForce RTX 5000: Preisentwicklung
Nvidia GeForce RTX 5000: Preisentwicklung (Bestpreis)
01.0002.0003.0004.0005.000Euro 05.02.202513.02.202521.02.202501.03.202509.03.202517.03.202525.03.202502.04.202510.04.202518.04.202526.04.202504.05.202512.05.202520.05.202528.05.202505.06.202513.06.202521.06.202529.06.202507.07.202515.07.202523.07.202531.07.202508.08.202516.08.202524.08.202501.09.202509.09.202517.09.202525.09.202503.10.202511.10.202519.10.202527.10.202504.11.202512.11.202520.11.202528.11.202506.12.202514.12.202522.12.202530.12.202507.01.202615.01.2026

Zweifel sind angebracht

Direkt für bare Münze genommen werden sollte das Gerücht allerdings nicht. Die Quelle spricht von Anpassungen gegenüber dem Vorjahr, nicht gegenüber dem letzten Plan für kommendes Jahr. Und dass die Generation, die Anfang 2026 in das zweite Jahr gehen wird, weniger Nachfrage gegenüber stehen dürfte, verwundert nicht – zumal nicht nur der Speicher auf den Grafikkarten selbst, sondern Speicherprodukte allgemein dem PC-Markt im neuen Jahr einen herben Dämpfer versetzen könnten.

Daher bleibt abzuwarten, inwiefern sich tatsächlich eine Knappheit bei den betroffenen Grafikkarten einstellen wird. Derweil hieß es schon im Oktober, dass Nvidia auch die Produktion der beiden 8-GB-Grafikkarten GeForce RTX 5060 (Test) und GeForce RTX 5060 Ti 8G (Test) zügeln werde. Hier wurden steigende Lagerbestände aufgrund einer bereits stark gefallenen Nachfrage als Grund genannt.

Auch bei AMD ist der Speicherpreis ein Thema

Bei Konkurrent AMD indes wiesen Branchenquellen schon Ende November darauf hin, dass Radeon-Grafikkarten aufgrund der angezogenen Speicher-Preise mittelfristig teurer werden sollen. Es ist von Preiserhöhungen um rund 10 Prozent über die gesamte Produktline die Rede. Zuvor habe AMD die Preise schon im Oktober nach oben korrigiert, allerdings nur marginal.

AMD Radeon RX 9000: Preisentwicklung
AMD Radeon RX 9000: Preisentwicklung (Bestpreis)
0180360540720900Euro 06.03.202514.03.202522.03.202530.03.202507.04.202515.04.202523.04.202501.05.202509.05.202517.05.202525.05.202502.06.202510.06.202518.06.202526.06.202504.07.202512.07.202520.07.202528.07.202505.08.202513.08.202521.08.202529.08.202506.09.202514.09.202522.09.202530.09.202508.10.202516.10.202524.10.202501.11.202509.11.202517.11.202525.11.202503.12.202511.12.202519.12.202527.12.202504.01.202612.01.2026

Damals war davon am Markt noch nichts zu merken, mit Blick auf die jüngste Preisentwicklung lässt sich inzwischen jedoch insbesondere bei der Radeon RX 9060 XT mit 16 GB VRAM (Test) eine entsprechende Entwicklung feststellen: Waren einzelne Custom-Designs Anfang November noch ab rund 322 Euro und in jedem Fall unter 340 Euro erhältlich, müssen zur Stunde mindestens 357 Euro gezahlt werden.

Diskussion um GPU-VRAM-Bündel

Nvidia wiederum denke laut Gerüchten sogar darüber nach, GPU und zugehörigen GDDR7-Speicher in Zukunft nicht mehr gebündelt zu verkaufen. Bislang ist es üblich, dass die Chip-Hersteller den Speicher gleich mit einkaufen und für Boardpartner ein Paket schnüren, weil auf diesem Weg günstigere Preise zu erzielen sind – Mengenrabatt, sozusagen. Sollte sich Nvidia von dieser Praxis tatsächlich abkehren, wäre der GPU-Hersteller bei den Speicherpreisen fein raus. Gerade für kleinere Boardpartner mit wenig Marktmacht wären die Folgen allerdings fatal. Bislang gibt es für diesen Kurswechsel aber keine handfesten Belege.

Und was ist jetzt mit RTX 50 Super?

Angesichts dieser Nachrichten und des gegenwärtigen Marktumfelds mag es nicht überraschen, wie still es in der Gerüchteküche zuletzt um ein potenzielles Super-Refresh der RTX-50-Generation geworden ist. Bereits seit Anfang des Jahres ist Stand der Dinge, dass Nvidia ursprünglich hinsichtlich der GPU weitestgehend unveränderte Varianten der GeForce RTX 5070 (Test), der GeForce RTX 5070 Ti und der GeForce RTX 5080 (Test) geplant hat, die allerdings beim Grafikspeicher mit neuen, 3 GB großen GDDR7-Modulen um 50 Prozent zulegen sollten.

Vor rund einem Monat hieß es dann, dass der Marktstart vom ersten ins dritte Quartal 2026 verschoben wurde. Je nachdem, wie sich die Situation bei den Speicherpreisen entwickelt, könnte aber auch das hinfällig sein: Das Letzte, was aus Hersteller­perspektive angesichts des immer teurer werdenden DRAMs und des KI-Geschäfts mit schier gigantischen Margen Sinn ergibt, sind Gaming-Grafikkarten mit mehr VRAM.

Nvidia GeForce RTX 50 – Spezifikationen
RTX 5090 RTX 5080 RTX 5070 Ti RTX 5070 RTX 5060 Ti RTX 5060 RTX 5050
Architektur Blackwell
GPU GB202 GB203 GB203 GB 205 GB206 GB207
Fertigung TSMC 4N
Transistoren 92,2 Mrd. 45,6 Mrd. 31,1 Mrd. 21,9 Mrd. 16,9 Mrd.
Chipgröße 750 mm² 378 mm² 263 mm² 181 mm² 149 mm²
SM 170 84 70 48 36 30 20
FP32-ALUs 21.760 10.752 8.960 6.144 4.608 3.840 2.560
RT-Kerne 170, 4th Gen 84, 4th Gen 70, 4th Gen 48, 4th Gen 36, 4th Gen 30, 4th Gen 20, 4th Gen
KI-Kerne 680, 5th Gen 336, 5th Gen 280, 5th Gen 192, 5th Gen 144, 5th Gen 120, 5th Gen 80, 5th Gen
Boost-Takt 2.407 MHz 2.617 MHz 2.452 MHz 2.512 MHz 2.572 MHz 2.500 MHz 2.572 MHz
FP32-Leistung 104,8 TFLOPS 56,3 TFLOPS 43,9 TFLOPS 30,9 TFLOPS 23,7 TFLOPS TFLOPS 19,2 TFLOPS 13,2 TFLOPS
FP16-Leistung 104,8 TFLOPS 56,3 TFLOPS 43,9 TFLOPS 30,9 TFLOPS 23,7 TFLOPS TFLOPS 19,2 TFLOPS 13,2 TFLOPS
FP16-Leistung über Tensor 419 TFLOPS 225 TFLOPS 175,8 TFLOPS 123,5 TFLOPS 94,8 TFLOPS 76,8 TFLOPS 50,0 TFLOPS
Textureinheiten 680 336 280 192 144 120 80
ROPs 176 112 96 80 48 48 32
L2-Cache 98.304 KB 65.536 KB 49.152 KB 32.768 KB
Speicher 32 GB GDDR7 16 GB GDDR7 12 GB GDDR7 8/16 GB GDDR7 8 GB GDDR7 8 GB GDDR6
 -durchsatz 28 Gbps 30 Gbps 28 Gbps 20 Gbps
 -interface 512 Bit 256 Bit 192 Bit 128 Bit
 -bandbreite 1.792 GB/s 960 GB/s 896 GB/s 672 GB/s 448 GB/s 320 GB/s
Slot-Anbindung PCIe 5.0 ×16 PCIe 5.0 ×8
Video-Engine 3 × NVENC (9th Gen)
2 × NVDEC (6th Gen)
2 × NVENC (9th Gen)
2 × NVDEC (6th Gen)
2 × NVENC (9th Gen)
1 × NVDEC (6th Gen)
1 × NVENC (9th Gen)
1 × NVDEC (6th Gen)
TDP 575 Watt 360 Watt 300 Watt 250 Watt 180 Watt 145 Watt 130 Watt

(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.

📊 Intel, AMD oder Nvidia? Mach' jetzt noch mit bei unserer großen Jahresumfrage!