10.600 Baumaßnahmen: Vodafone plant Netzausbau auch mit Open RAN von Samsung
Den heutigen Netzetag der Deutschen Telekom begleitet der Mitbewerber Vodafone mit einer eigenen Ankündigung zum Netzausbau. 10.600 Baumaßnahmen seien demnach für dieses Jahr vorgesehen, die zu „mehr Netz, mehr Mbit/s und mehr Leistung“ für alle Verbraucher führen sollen. Dabei setzt Vodafone auch auf Open RAN von Samsung.
Vodafone will dem Wettbewerb heute nicht die Bühne überlassen. Bevor die Telekom ab 11 Uhr mit ihrem Netzetag beginnt, kündigt Vodafone an, über die kommenden zwölf Monate 5G-Upgrades, neue Funkmasten, Kapazitätserweiterungen und weitere Modernisierungsmaßnahmen im Mobilfunknetz geplant zu haben.
Zusätzliche Antennen und neue Standorte
Im Fokus stehen dem Netzbetreiber zufolge gezielte Maßnahmen auch an bestehenden Masten, um die Netzqualität zu erhöhen. An „vielen Standorten“ sollen zusätzliche Antennen installiert werden, um die Breitbandkapazitäten zu erweitern, darunter Erweiterungen in den Frequenzbereichen 3,5 GHz, 700 MHz und 800 MHz.
An 4.300 Mobilfunkstationen soll erstmals überhaupt 5G installiert werden. Mit der Verdichtung strebt Vodafone bis Ende des Jahres eine Haushaltsabdeckung mit 5G von 96 Prozent an. Mit Stand vom 22. Dezember 2025 lässt sich 5G von 94 Prozent der deutschen Haushalte nutzen, bei LTE liegt der Anteil über 99 Prozent.
Vodafone betreibt insgesamt mehr als 27.000 Mobilfunkstationen. Sieben vollständig neue Mobilfunkstationen rund um die Orte Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels sollen schnelles Netz ab sofort dorthin bringen, wo teils noch komplette Funkstille herrschte.
Datenverbrauch um 40 Prozent gestiegen
Hintergrund der Maßnahmen ist der stetig wachsende Bandbreitenbedarf in der Bevölkerung. Bereits die ersten drei Wochen des neuen Jahres hätten laut Vodafone gezeigt, dass der mobile Datenverbrauch um 40 Prozent zugenommen habe.
Open-RAN-Technik von Samsung
Bei dem Ausbau will Vodafone mit Samsung zudem auf einen dritten Technologiepartner und auf Open RAN setzen. Eine entsprechende Ankündigung hatte es bereits Ende Oktober des letzten Jahres gegeben. Der Mobilfunkausbau in Deutschland erfolgt derzeit in erster Linie mit Equipment von Ericsson und Nokia.
Open RAN (Open Radio Access Network) ist ein Ansatz für Mobilfunknetze, bei dem die bisher proprietären und eng gekoppelten Komponenten der Funkzugangsnetze durch offene, standardisierte Schnittstellen getrennt werden. Dadurch können Netzbetreiber Hardware und Software verschiedener Hersteller flexibel kombinieren, was den Wettbewerb fördern, Kosten senken und Innovation beschleunigen soll.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Mobilfunk-Standorten mit einem einzigen Anbieter lässt sich bei der von Vodafone eingesetzten OpenRAN-Technologie die Software und Hardware aus einer Lieferkette von verschieden Anbieter nutzen und miteinander kombinieren.
Vodafone
Im Jahresverlauf sollen Funkmasten im unteren dreistelligen Bereich mit Open-RAN-Technik ausgestattet werden, erklärt Vodafone. Im Frühjahr soll die Hansestadt Wismar in Mecklenburg-Vorpommern zur ersten „Open-RAN-Stadt“ werden.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Vodafone unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.