Mobilfunk-Messwoche: Bürger sollen eine Woche lang Funklöcher suchen

Andreas Frischholz
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Mobilfunk-Messwoche: Bürger sollen eine Woche lang Funklöcher suchen
Bild: Breitbandmessung | Bundesnetzagentur

Die Bundesnetzagentur will Funklöcher im Mobilfunk finden und schließen. Ein neuer Ansatz, um Lücken im Netz zu finden, ist nun die Mobilfunk-Messwoche. Bürger sollen von heute an bis zum 1. Juni auf Funkloch-Suche gehen.

Die Messungen in der Breite können einen wichtigen Beitrag leisten, um ein aktuelles Bild der Netzverfügbarkeit zu erhalten, sagt der neue Bundesdigitalminister Karsten Wildberger. „Transparenz über Netzlücken und Performance“ wären relevant, um schneller handeln zu können. Die Messwoche ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern und Kommunen.

2G, 4G, 5G und Funkloch mit der App messen

Messen lässt sich die Verfügbarkeit des Mobilfunknetzes mit der Breitbandmessung- und Funkloch-App der Bundesnetzagentur. Nutzer können damit die jeweilige Netzverfügbarkeit (kein Netz, 2G, 4G, 5G) auf dem Smartphone speichern. Die Daten werden von dort aus anonymisiert an die Breitbandmessung übermittelt und in einer online verfügbaren Karte verarbeitet.

Die Karte, die unter der Breitbandmessung-Webseite abrufbar ist, wird wöchentlich aktualisiert. Speziell für die in der Messwoche erfassten Daten findet eine gesonderte Auswertung statt.

Im Gigabit-Grundbuch veröffentlicht die Bundesnetzagentur zusätzlich noch ein Mobilfunk-Monitoring. Datengrundlage für dieses System sind die Angaben der Mobilfunk-Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica (o2) und 1&1. Die Bundesnetzagentur prüft diese Daten auf Plausibilität, unter anderem mit den Ergebnissen der Smartphone-Messungen sowie eigenen Messungen.

97,53 Prozent der Fläche von mindestens einem Netzbetreiber abgedeckt

Laut der Bundesnetzagentur liegt die 4G-Flächenversorgung durch mindestens einen Mobilfunk-Netzbetreiber in Deutschland derzeit bei 97,53 Prozent. 5G ist bereits in mehr als 93,85 Prozent der Fläche durch mindestens einen Netzbetreiber verfügbar. Besonders die Versorgung mit 5G hat in den letzten Jahren stark zugenommen.

Knapp 14 Prozent der Bundesfläche bezeichnet die Bundesnetzagentur als „graue Flecken“. Dabei handelt es sich um Flächen, die von mindestens einem, aber nicht allen Netzbetreibern mit 4G oder 5G versorgt werden. 2,1 Prozent der Landesfläche sind als „weiße Flecken“ bislang weder mit 4G noch mit 5G abgedeckt.

Von dem Schließen der verbliebenen Funklöcher und grauen Flecken soll vor allem der ländliche Raum profitieren. Eine flächendeckende digitale Versorgung sei die Grundvoraussetzung für moderne Anwendungen wie „der präzisen Ausbringung von Dünger bis hin zur Tierüberwachung in Echtzeit“, erklärt Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer.

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