Im Test vor 15 Jahren: Corsairs H70 kühlte gut und laut für viel Geld

Robert McHardy
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Im Test vor 15 Jahren: Corsairs H70 kühlte gut und laut für viel Geld

Nach Corsairs erster überraschend erfolgreichen AIO-Kühlung H50 folgte mit der Corsair H70 (Test) im September 2010 eine überarbeitete Version mit mehr Leistung, höherer Flexibilität und geringerer Lautstärke. Mit einem Preis von über 80 Euro waren die Anschaffungskosten jedoch hoch.

Doppelter Radiator und doppelte Lüfter

Wie bereits bei der Corsair H50, handelte es sich bei der H70 um eine All-in-One-Wasserkühlung – also ein vorbefülltes, nicht erweiterbares und wartungsfreies Kühlsystem für die CPU. Das Herz der H70 bildete der CPU-Kühler, der zugleich die Pumpeneinheit enthielt und als Ausgleichsbehälter fungierte. Verglichen mit dem Vorgängermodell schrumpfte die Höhe des Kühlers auf nunmehr 2 cm. Die Wärmeaufnahme wurde weiterhin über eine massive, ebene Bodenplatte aus unbehandeltem Kupfer realisiert. Auf der Innenseite der Bodenplatte befanden sich zahlreiche dünne Kupferfinnen, die von der Kühlflüssigkeit für den Wärmetransfer umspült wurden. Die Pumpe wurde über einen 3-Pin-Stecker mit Strom versorgt und arbeitete mit maximal 1.400 U/min und damit deutlich leiser als der Vorgänger.

Die Verbindung zwischen CPU-Kühler und mitgeliefertem 120-mm-Radiator wurde weiterhin mittels eines circa 25 cm langen Schlauchs hergestellt. Wie bereits bei der Corsair H50 war dieser vergleichsweise verwindungssteif und daher schwierig zu verlegen, die nun drehbaren Anschlüsse am CPU-Kühler erleichterten dies jedoch im direkten Vergleich. Der Radiator selbst war mit Abmessungen von 152 × 120 × 48 mm mehr als doppelt so dick wie der der H50 (150 × 120 × 22 mm). Für eine adäquate Kühlung sorgten die zwei mitgelieferten 120-mm-Lüfter, die mit maximal 2.000 U/min arbeiteten. Verglichen mit dem einzelnen Lüfter der H50 wurde keine PWM-Steuerung mehr unterstützt, stattdessen legte Corsair einen Spannungsadapter für eine optionale Drosselung auf etwa 1.400 U/min bei. In puncto Kompatibilität wurden mit den Intel Sockeln 775, 1156 und 1366 sowie AMD AM2 und AM3 die wichtigen Desktop-Plattformen unterstützt.

Die Montage der Corsair H70 gestaltete sich etwas komplizierter als bei den meisten anderen CPU-Kühlern. Zuerst musste ein Halterahmen um den Sockel herum angebracht werden. Anschließend konnte das Mainboard wieder im Gehäuse verbaut und der Radiator inklusive Lüftern angebracht werden. Als letzter Schritt wurde der eigentliche CPU-Kühler auf dem Halterahmen montiert und das gesamte System verkabelt.

Leistung am oberen Ende

Die Kühlleistung der H70 auf einem Core i7-920 mit 2,66 GHz (Standardmodus) und auf 3,4 GHz übertaktet (Performancemodus) war sehr gut. Der Kühler konnte mit der Referenzbelüftung problemlos mit den stärksten Luftkühlern (nahezu) gleichziehen. Diese hohe Leistung bedingte allerdings hohe Lüfterdrehzahlen aufgrund des dicken Radiators mit engen Lamellen. Beispielsweise überschritt die H70 mit einem Scythe S-Flex mit 840 U/min die 100-°C-Marke im Performancemodus, während der Prolimatech Super Mega immerhin 94 °C erreichte. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch in den anderen Testszenarien: Die H70 war zwar gut, aber nicht besser als die stärksten Luftkühler.

Diagramme
Standardmodus mit Referenzlüftern
  • Scythe S-Flex (840 U/min):
    • Thermalright Venomous X
      57,50
    • Prolimatech Super Mega
      57,50
    • Noctua NH-D14 (zentral)
      57,75
    • Scythe Ninja 3
      57,75
    • Prolimatech Megahalems
      58,00
    • Coolink Corator DS
      58,00
    • Prolimatech Armageddon
      58,00
    • Danamics LMX Superleggera
      58,00
    • Alpenföhn Matterhorn
      58,00
    • Cogage Arrow
      58,00
    • Corsair H70
      58,00
    • Corsair H50
      58,25
    • Xigmatek Thor's Hammer
      58,50
    • Noctua NH-U12P
      58,50
    • EKL Nordwand
      58,50
    • Thermalright IFX-14 (zentral)
      58,50
    • Scythe Orochi (Tower)
      58,75
    • Zalman CNPS 10X Quiet
      58,75
    • CM Hyper 212 Plus
      58,75
    • Tuniq Tower 120 Extreme
      58,75
    • Scythe Mugen 2
      59,00
    • Scythe Yasya
      59,00
    • Coolermaster V6 GT
      59,00
    • Zalman CNPS 10X Extreme
      59,25
    • Akasa Nero-S
      59,25
    • EKL Brocken
      59,50
    • Thermolab Baram
      59,50
    • Noiseblocker Twintec
      59,50
    • Cogage True Spirit
      60,00
    • Scythe Zipang 2
      63,25
    • Thermalright AXP-140
      63,50
    • Scythe Grand Kama Cross
      63,50
  • Noctua NF-P12 (1380 U/min):
    • Prolimatech Super Mega
      53,75
    • Prolimatech Megahalems
      54,00
    • Thermalright Venomous X
      54,00
    • Noctua NH-D14 (zentral)
      54,25
    • Danamics LMX Superleggera
      54,25
    • Corsair H50
      54,50
    • Corsair H70
      54,50
    • Xigmatek Thor's Hammer
      54,75
    • Alpenföhn Matterhorn
      54,75
    • Thermalright IFX-14 (zentral)
      55,00
    • Prolimatech Armageddon
      55,00
    • Cogage Arrow
      55,00
    • Scythe Ninja 3
      55,00
    • Noctua NH-U12P
      55,25
    • EKL Nordwand
      55,25
    • Coolink Corator DS
      55,25
    • Scythe Yasya
      55,25
    • Thermolab Baram
      55,50
    • Tuniq Tower 120 Extreme
      55,50
    • Coolermaster V6 GT
      55,50
    • Scythe Mugen 2
      55,75
    • Scythe Orochi (Tower)
      55,75
    • Zalman CNPS 10X Extreme
      55,75
    • CM Hyper 212 Plus
      55,75
    • Akasa Nero-S
      56,00
    • Zalman CNPS 10X Quiet
      56,50
    • Noiseblocker Twintec
      56,75
    • Cogage True Spirit
      57,00
    • EKL Brocken
      57,50
    • Scythe Zipang 2
      58,75
    • Thermalright AXP-140
      59,25
    • Scythe Grand Kama Cross
      59,50
  • Scythe S-Flex (1860 U/min):
    • Prolimatech Super Mega
      50,00
    • Prolimatech Megahalems
      50,25
    • Thermalright Venomous X
      50,50
    • Thermalright IFX-14 (zentral)
      51,00
    • Cogage Arrow
      51,00
    • EKL Nordwand
      51,25
    • Tuniq Tower 120 Extreme
      51,25
    • Noctua NH-D14 (zentral)
      51,25
    • Coolink Corator DS
      51,25
    • Danamics LMX Superleggera
      51,50
    • Scythe Yasya
      51,75
    • Alpenföhn Matterhorn
      51,75
    • Scythe Ninja 3
      51,75
    • Corsair H70
      51,75
    • Zalman CNPS 10X Extreme
      52,00
    • Corsair H50
      52,00
    • Prolimatech Armageddon
      52,00
    • Coolermaster V6 GT
      52,50
    • Xigmatek Thor's Hammer
      52,75
    • Thermolab Baram
      52,75
    • Zalman CNPS 10X Quiet
      52,75
    • Akasa Nero-S
      52,75
    • Scythe Mugen 2
      53,00
    • Noctua NH-U12P
      53,00
    • Cogage True Spirit
      53,25
    • CM Hyper 212 Plus
      53,25
    • Scythe Orochi (Tower)
      53,75
    • Noiseblocker Twintec
      53,75
    • EKL Brocken
      54,25
    • Thermalright AXP-140
      54,50
    • Scythe Zipang 2
      55,00
    • Scythe Grand Kama Cross
      55,00
Einheit: °C

Mit der Serienbelüftung konnte die H70 zumindest im Performancemodus bei den höchsten Drehzahlen die Leistungskrone erobern. Erwähnenswert war an dieser Stelle jedoch, dass quasi kein anderer Kühler mit zwei Lüftern – vor allem mit solch hohen Drehzahlen – ausgeliefert wurde. Speziell gegenüber der Corsair H50 waren die Verbesserungen bei der Kühlleistung jedoch nicht von der Hand zu weisen.

Diagramme
Standardmodus mit Serienbelüftung / Drehzahl
455565758595°C 300400500600700800900100011001200130014001500160017001800190020002100

Fazit

Die Corsair H70 war ohne Zweifel ein beträchtlicher Schritt nach vorne von der H50 ausgehend. Die Pumpeneinheit war kompakter und arbeitete zudem deutlich leiser. Auch die Kühlleistung stieg im Vergleich zum Vorgänger kräftig an, wobei die zusätzliche Dicke des Radiators einen gemischten Eindruck machte. Die verbesserte Kühlleistung war primär auf den zweiten Lüfter zurückzuführen, der dickere Radiator war jedoch für die schlechte Leistung bei niedrigen Drehzahlen verantwortlich zu machen. Kritik musste sich der Hersteller für die fehlende Unterstützung von PWM-Regelung gefallen lassen. Im Vergleich zu den stärksten Luftkühlern machte der enorm hohe Anschaffungspreis von über 80 Euro einen negativen Eindruck. Wer jedoch ohnehin eine AIO-Wasserkühlung wie die Corsair H50 wollte, der war mit der H70 sehr gut bedient.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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