Computex

Wasser marsch: Noctua steigt in den Markt für All-in-One-Wasserkühler ein

Jan-Frederik Timm
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Wasser marsch: Noctua steigt in den Markt für All-in-One-Wasserkühler ein

Lange wurde es erwartet, passiert ist über Jahre nichts. Doch jetzt ist es so weit: Zur Computex 2025 gibt Noctua den Einstieg in den Markt für All-in-One-Wasserkühler bekannt. Vorerst nutzt der Hersteller aus Österreich eine klassische, aber modifizierte Asetek-Plattform. Die Phasen-Wechsel-AiO „Thermosiphon“ braucht noch Zeit.

Noctuas erste AIOs im Überblick

Noctua setzt bei der ersten eigenen AiO, die noch keinen Namen hat, auf die aktuelle Plattform von Asetek (G8 V2). Zwar ist Aseteks Patent auf AiOs mit integrierter Kühler-Pumpe-Einheit zuletzt ausgelaufen und Verletzungen werden schon seit Jahren nicht mehr verfolgt. Doch mit Blick auf Leistung und Zuverlässigkeit der Produkte habe sich Noctua entschieden, keine von Grund auf eigene Entwicklung anzustreben, sondern das Gebotene zielgerichtet zu verbessern.

Noctua gibt zur Computex 2025 den Einstieg in den Markt für AIO-Kühler bekannt
Noctua gibt zur Computex 2025 den Einstieg in den Markt für AIO-Kühler bekannt

Akustisch optimierte Asetek-Plattform

Die eigene Expertise hat Noctua in die Schallisolierung der Pumpe-Kühler-Einheit gesteckt. Neben einer dreilagigen Schallisolierung sollen Schwingungen der Pumpe durch einen integrierten Massedämpfer reduziert werden. Für den Betrieb der Pumpe stehen drei Profile (quiet, balanced und manual) zur Wahl.

Die Pumpe ist dreilagig gedämmt, die Dämmung fungiert auch als Schwingungsdämpfer
Die Pumpe ist dreilagig gedämmt, die Dämmung fungiert auch als Schwingungsdämpfer
Noctua hat die Basis von Asetek akustisch optimiert
Noctua hat die Basis von Asetek akustisch optimiert (Bild: Noctua)

Mit Noctuas aktuellsten Lüftern

Als Lüfter kommen der NF-A14x25 G2 (140 mm) oder der ganz neue NF-A12x25 G2 (120 mm) zum Einsatz. Die Lüfter laufen nicht mit der exakt selben Drehzahl, um Störgeräusche in Folge von Resonanzen zu vermeiden.

Drei Varianten: 420, 360 und und 240 mm

Noctua bringt die All-in-One-Wasserkühlung in drei Größen auf den Markt: Mit 420-mm- (3× 140-mm-Lüfter), 360-mm- (3× 120-mm-Lüfter) und 240-mm-Radiator (2× 120-mm-Lüfter).

Installation im SecuFirm2+-System

Die All-in-One von Noctua nutzt das aktuelle Montagesystem SecuFirm2+. Wer von einem Noctua-Luftkühler auf die neue AIO wechselt, muss höchstwahrscheinlich nicht einmal die Halterung wechseln.

Optional mit aufsetzbarem 80-mm-Lüfter

Um die Stromversorgung, den RAM und die M.2-SSD im 1. Slot durch die AIO mitkühlen zu können, bietet Noctua als Zubehör einen 80-mm-Lüfter mit angepasstem Rahmen an.

Optional kann ein 80-mm-Lüfter per Magnet als VRM-Kühler aufgesetzt werden
Optional kann ein 80-mm-Lüfter per Magnet als VRM-Kühler aufgesetzt werden

Preise und Verfügbarkeit

Preise hat Noctua zur Messe noch keine genannt. Bis die neue Serie auf den Markt kommt, dauert es aber auch noch: Erst im 1. Quartal 2026 sollen die All-in-One-Wasserkühlungen gemäß aktueller Roadmap auf den Markt kommen. Nicht immer werden Termine bei Noctua eingehalten.

Noctuas „Thermosiphon“ läuft

Spekulationen, der Hersteller könnte den vor einem Jahr als Machbarkeitsstudie ausgestellten „Thermosiphon“ in eine serienreife AiO gegossen haben, haben sich damit nicht bewahrheitet. Allerdings zeigt Noctua auf dem Messestand in Taipeh in diesem Jahr ein lauffähiges Muster und bekräftigt: Serienprodukte kommen, aber serienreif ist die Technologie noch nicht. Einen anvisierten Termin gibt es nicht.

GIF Zur Computex 2025 stellt Noctua erstmals einen funktionsfähigen Prototypen des „Thermosiphon“ aus

Anvisiert wird eine Variante mit 360-mm-Radiator, der prinzipbedingt unter dem Gehäusedeckel respektive über dem Kühlkörper installiert werden muss, damit das verdampfte Kühlmittel aufsteigen, im Radiator kondensieren und dann zurückfließen kann.

Chiplet-CPUs sind eine Herausforderung

Eine Herausforderung ist die punktuelle Hitzeabgabe aktueller Chiplet-Prozessoren. Sie erhitzen den CPU-Kühler nicht gleichmäßig. Das Phasen-Wechsel-Prinzip stellt das vor besondere Herausforderungen, weil die verwendete Kühlflüssigkeit (ein „R“-Kühlmittel) an den Hotspots zu schnell verdampft, was zu einer Siedekrise (Leidenfrost-Effekt) führen kann.

CPU-Hotspots sind die große Herausforderung bei der Phasenwechsel-Kühlung ohne Pumpe (Bild: Noctua)

Um das zu verhindern und generell den autarken Fluss des Fluids im Kühlkörper zu optimieren, hat Noctua unzählige Kühler-Varianten im Labor getestet. Die perfekte Lösung für einen serienreifen Kühler, die alle verfügbaren High-End-Chiplet-CPUs bei Volllast verlässlich bei hoher Leistung kühlt, existiert aber bis dato noch nicht.

Ultimativ „eine AIO“ ohne bewegliche Teile

Die Leistung, so Noctua, sei nämlich ein weiteres „Problem“: Schließlich gehe es nicht darum, dass der Kühler mit seinem Prinzip nur funktioniert, sondern man wolle auch das Niveau klassischer AiO-Kühler in deren Formfaktor, aber eben ohne bewegliche Teile erreichen.

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