Wasser marsch: Noctua steigt in den Markt für All-in-One-Wasserkühler ein
Lange wurde es erwartet, passiert ist über Jahre nichts. Doch jetzt ist es so weit: Zur Computex 2025 gibt Noctua den Einstieg in den Markt für All-in-One-Wasserkühler bekannt. Vorerst nutzt der Hersteller aus Österreich eine klassische, aber modifizierte Asetek-Plattform. Die Phasen-Wechsel-AiO „Thermosiphon“ braucht noch Zeit.
Noctuas erste AIOs im Überblick
Noctua setzt bei der ersten eigenen AiO, die noch keinen Namen hat, auf die aktuelle Plattform von Asetek (G8 V2). Zwar ist Aseteks Patent auf AiOs mit integrierter Kühler-Pumpe-Einheit zuletzt ausgelaufen und Verletzungen werden schon seit Jahren nicht mehr verfolgt. Doch mit Blick auf Leistung und Zuverlässigkeit der Produkte habe sich Noctua entschieden, keine von Grund auf eigene Entwicklung anzustreben, sondern das Gebotene zielgerichtet zu verbessern.
Akustisch optimierte Asetek-Plattform
Die eigene Expertise hat Noctua in die Schallisolierung der Pumpe-Kühler-Einheit gesteckt. Neben einer dreilagigen Schallisolierung sollen Schwingungen der Pumpe durch einen integrierten Massedämpfer reduziert werden. Für den Betrieb der Pumpe stehen drei Profile (quiet, balanced und manual) zur Wahl.
Mit Noctuas aktuellsten Lüftern
Als Lüfter kommen der NF-A14x25 G2 (140 mm) oder der ganz neue NF-A12x25 G2 (120 mm) zum Einsatz. Die Lüfter laufen nicht mit der exakt selben Drehzahl, um Störgeräusche in Folge von Resonanzen zu vermeiden.
Drei Varianten: 420, 360 und und 240 mm
Noctua bringt die All-in-One-Wasserkühlung in drei Größen auf den Markt: Mit 420-mm- (3× 140-mm-Lüfter), 360-mm- (3× 120-mm-Lüfter) und 240-mm-Radiator (2× 120-mm-Lüfter).
Installation im SecuFirm2+-System
Die All-in-One von Noctua nutzt das aktuelle Montagesystem SecuFirm2+. Wer von einem Noctua-Luftkühler auf die neue AIO wechselt, muss höchstwahrscheinlich nicht einmal die Halterung wechseln.
Optional mit aufsetzbarem 80-mm-Lüfter
Um die Stromversorgung, den RAM und die M.2-SSD im 1. Slot durch die AIO mitkühlen zu können, bietet Noctua als Zubehör einen 80-mm-Lüfter mit angepasstem Rahmen an.
Preise und Verfügbarkeit
Preise hat Noctua zur Messe noch keine genannt. Bis die neue Serie auf den Markt kommt, dauert es aber auch noch: Erst im 1. Quartal 2026 sollen die All-in-One-Wasserkühlungen gemäß aktueller Roadmap auf den Markt kommen. Nicht immer werden Termine bei Noctua eingehalten.
Noctuas „Thermosiphon“ läuft
Spekulationen, der Hersteller könnte den vor einem Jahr als Machbarkeitsstudie ausgestellten „Thermosiphon“ in eine serienreife AiO gegossen haben, haben sich damit nicht bewahrheitet. Allerdings zeigt Noctua auf dem Messestand in Taipeh in diesem Jahr ein lauffähiges Muster und bekräftigt: Serienprodukte kommen, aber serienreif ist die Technologie noch nicht. Einen anvisierten Termin gibt es nicht.
Anvisiert wird eine Variante mit 360-mm-Radiator, der prinzipbedingt unter dem Gehäusedeckel respektive über dem Kühlkörper installiert werden muss, damit das verdampfte Kühlmittel aufsteigen, im Radiator kondensieren und dann zurückfließen kann.
Chiplet-CPUs sind eine Herausforderung
Eine Herausforderung ist die punktuelle Hitzeabgabe aktueller Chiplet-Prozessoren. Sie erhitzen den CPU-Kühler nicht gleichmäßig. Das Phasen-Wechsel-Prinzip stellt das vor besondere Herausforderungen, weil die verwendete Kühlflüssigkeit (ein „R“-Kühlmittel) an den Hotspots zu schnell verdampft, was zu einer Siedekrise (Leidenfrost-Effekt) führen kann.
Um das zu verhindern und generell den autarken Fluss des Fluids im Kühlkörper zu optimieren, hat Noctua unzählige Kühler-Varianten im Labor getestet. Die perfekte Lösung für einen serienreifen Kühler, die alle verfügbaren High-End-Chiplet-CPUs bei Volllast verlässlich bei hoher Leistung kühlt, existiert aber bis dato noch nicht.
Ultimativ „eine AIO“ ohne bewegliche Teile
Die Leistung, so Noctua, sei nämlich ein weiteres „Problem“: Schließlich gehe es nicht darum, dass der Kühler mit seinem Prinzip nur funktioniert, sondern man wolle auch das Niveau klassischer AiO-Kühler in deren Formfaktor, aber eben ohne bewegliche Teile erreichen.
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