Arm Zena CSS: Automotive-Plattform soll Entwicklungszeit verkürzen
Mit dem Arm Zena CSS (Compute Subsystem) haben die britischen Chip-IP-Entwickler eine praktisch schlüsselfertige Plattform für den Einsatz im Automotive-Segment vorgestellt, die ein Chip-Unternehmen sozusagen „nur noch“ zu Silizium machen muss. Die bei Autos oftmals lange Entwicklungszeit soll sich damit stark verkürzen lassen.
Zena ist die neue Bezeichnung für die Automotive-Lösungen von Arm. Seit Mitte Mai setzt das Unternehmen auf durchweg neue Namen, darunter Zena für Automotive.
Arm will Entwicklungszeit verringern
Die Compute Subsystems (CSS) sind annähernd schlüsselfertige Gesamtlösungen, mit denen Arm die Abnehmer bei der Entwicklung der eigentlichen Chips unterstützen will, um im Zeitalter stetig komplexerer CPU-, GPU- oder Interconnect-Designs und anspruchsvoller Fertigungsverfahren bei anhaltend hohem Taktzyklus die Entwicklungszeit zu reduzieren. Bei der Fahrzeugentwicklung spreche man üblicherweise von drei bis fünf Jahren, erklärt Arm, das Zena CSS soll zu einer signifikanten Verkürzung um bis zu ein Jahr beim Silizium und bis zu zwei Jahre bei der Software führen. Damit sollen sich auch die Entwicklungskosten in der Automobilindustrie reduzieren lassen.
Frühe Tests mit virtuellen Plattformen
Dazu beitragen sollen unter anderem die virtuellen Plattformen von Arm, mit der Kunden die IP des Unternehmens bereits in virtueller Umgebung testen können, bevor es ums eigentliche Silizium geht. In Kooperation mit Cadence, Siemens und Synopsys werden auch für das neue Zena CSS entsprechende Tools zur Verfügung gestellt. Arm bietet für das Zena CSS eine vorab verifizierte Registertransferebene (RTL) für die Hardware-Modellierung und eine Referenz-Firmware an.
Eine Architektur für verschiedene SoCs
Das Zena CSS soll laut Arm die Einsatzgebiete In-Vehicle Infotainment (IVI), Zentralrechner im Auto und ADAS bis Level 2+ abdecken können. Es seien je nach Fahrzeugklasse und Leistungsanforderung verschiedene Abstufungen möglich, ohne jedes Mal wieder bei Null anfangen zu müssen. Die durchgängig von Arm genutzte Architektur bedeute zudem, dass sich viele Bestandteile von Software, Firmware, Middleware, Betriebssystem und Fahrzeugs-Apps auf verschiedenen SoCs mit Zena CSS von unterschiedlichen Unternehmen nutzen lassen.
Zena CSS setzt auf Automotive-CPUs und GPUs
Arm setzt bei dem Zena CSS auf eine Reihe von Komponenten, die man in abgewandelter Form teils auch aus den Consumer-Lösungen des Unternehmens etwa für Smartphones kennt. Bei der CPU setzt man auf 16 Kerne des Typs Cortex-A720AE, also die Automotive-Variante des Cortex-A720 und damit ebenfalls mit Armv9-Architektur. Bei der Grafikeinheit vertraut man auf die Mali-C720AE und somit auf etwas ähnliches wie die Mali-G720 für Consumer. Chip-zu-Chip-IO-Konnektivität übernimmt der CMN S3AE Interconnect, außerdem kommt für sicherheitskritische Funktionen (Safety Island) der Cortex-R82AE zum Einsatz.