Slate: Simpler DIY-Elektro-Pick-up kostet unter 20.000 US-Dollar
Das 2022 in den USA gegründete Automotive-Start-up Slate hat mit einem simplen Elektro-Pick-up sein erstes und nach aktueller Planung einziges Fahrzeug vorgestellt, das nach staatlicher Förderung unter 20.000 US-Dollar kosten soll. Das bewusst extrem einfach ausgelegte Basismodell können Käufer mit Extras individuell anpassen.
Slate hat seinen Sitz in Troy, Michigan, wo das Fahrzeug (neben Kalifornien) auch designt wurde. Die Fertigung soll im Mittleren Westen der USA in Serie stattfinden, voraussichtlich in Indiana. Mitbegründer ist Jeff Wilke, der zuvor CEO der Consumer-Sparte von Amazon war. Auch Amazon-Gründer Jeff Bezos hat in Slate investiert.
Unter 20.000 US-Dollar nach staatlicher Förderung
Das Unternehmen hat sich ein massentaugliches, erschwingliches E-Auto zum Ziel gesetzt, das mit einer extrem einfachen Basisausstattung ab Werk kommt und von Käufern zur Bestellung oder nach dem DIY-Prinzip im Nachgang durch selbst oder von Dritten angebotenes Zubehör aufgerüstet werden kann. Slate selbst baut das Basismodell und bietet Zubehör an, das man zum Kauf oder später anbringen lassen oder selbst verbauen kann. Der Slate Truck soll unterm Strich weniger als 20.000 US-Dollar (~17.600 Euro) kosten, vor staatlicher Förderung ist von rund 27.500 US-Dollar auszugehen.
Viel kleiner als andere Pick-up-Modelle
Der Slate Truck ist in Relation zu aktuell angebotenen, modernen Pick-ups anderer US-Autohersteller ein kleines Auto. Er liegt einem Vergleich auf der Website des Unternehmens zufolge leicht oberhalb der Abmessungen eines 1985er Toyota SR5 Pick-up, deutlich unterhalb eines aktuellen Ford Maverick und meilenweit entfernt von einem Chevrolet Silverado EV. Dem Datenblatt (PDF) des Slate Truck ist eine Größe von 4.435 × 1.793 × 1.760 mm (L × B × H) zu entnehmen. Das Leergewicht beträgt 1.634 kg, beladen lässt sich das Fahrzeug mit 650 kg und die Anhängelast liegt bei 454 kg.
Nicht mal elektrische Fensterheber gibt es
Das Fahrzeug ist derart einfach aufgebaut, dass es nicht mal elektrische Fensterheber, ein Navigationssystem oder Lautsprecher gibt. Die Fenster müssen klassisch gekurbelt werden und als Navigationssystem sieht der Hersteller das eigene Smartphone oder Tablet vor. Eigene Lautsprecher lassen sich per Bluetooth mit dem persönlichen Endgerät verbinden und im Innenraum montieren. Das Auto bietet aber sechs Airbags, Traktionskontrolle, ESP, Notbremsassistent, Klimaanlage, Rückfahrkamera, automatisches Fernlicht, Keyless Entry und soll fünf Sterne im US-NCAP-Crashtest erreichen.
241 km Reichweite mit dem Basismodell
Auf technischer Seite ist der Slate Truck ab Werk mit einer 52,7-kWh-Batterie bestückt, die für 241 km Reichweite ausgelegt ist. Eine Option auf 84,3 kWh soll 386 km Reichweite ermöglichen. Der Antrieb erfolgt per Heckantrieb mit einem einzelnen Motor, der 150 kW und 264 Nm leistet. Slate gibt 8 s für den Sprint von 0 auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h an. Zum Laden setzt Slate auf den von Tesla bekannten NACS mit maximal 120 kW für eine DC-Ladezeit von unter 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent. Das AC-Laden mit 11 kW oder 3,6 kW dauert 5 respektive 11 Stunden.
Das Zubehör macht den Unterschied
Wer den Slate Truck nicht als Pick-up mit 152 cm langem Ladebett nutzen möchte, kann ihn im Konfigurator mit zwei angebotenen SUV-Kits zum Fünfsitzer mit erweitertem Überrollkäfig und zwei weiteren Airbags umrüsten – wahlweise ohne Dach oder Türen. Andere Farben kommen mittels Folierung auf das Fahrzeug, mit Aufklebern lässt sich die Optik weiter anpassen. Auch mehrere Arten von Felgen, Beleuchtung, Interieur-Designelementen, Lenkrädern, Türen, Fenstern, Armaturenbrettern, Lautsprechern und weiteren Accessoires stellt Slate zur Auswahl. Die Preise für das Zubehör, das sich zum Kauf oder im Nachgang selbst montieren lässt, stehen allerdings noch nicht fest.
Auslieferung nicht vor Ende 2026
Der Slate Truck lässt sich aktuell für 50 US-Dollar über die Website reservieren. Den Geschäftsbedingungen ist zu entnehmen, dass die Auslieferung nicht vor Ende 2026 beginnen soll. Slate will nach aktueller Planung ausschließlich in den USA verkaufen.