Türkis für automatisiertes Fahren: Mercedes darf in Deutschland Markierungsleuchten erproben

Nicolas La Rocco
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Türkis für automatisiertes Fahren: Mercedes darf in Deutschland Markierungsleuchten erproben
Bild: Mercedes-Benz

Woran können Außenstehende erkennen, dass ein Auto hochautomatisiert fährt (Level 3) und sich der Fahrer deshalb legal mit Nebentätigkeiten beschäftigen darf? Künftig könnte sich diese Frage über die türkisfarbene Außenbeleuchtung beantworten lassen, die Mercedes-Benz für den Drive Pilot jetzt auch in Deutschland erproben darf.

Seit Frühjahr 2022 bietet Mercedes-Benz den nach SAE-Level 3 agierenden Drive Pilot in Deutschland für die S-Klasse und den EQS an, zunächst bis maximal 60 km/h, perspektivisch ab diesem Frühjahr auch in einer Variante mit bis zu 95 km/h (Fahrbericht), die das Unternehmen letztes Jahr als kostenloses Upgrade für aktuelle Besitzer respektive zum gleichen Preis für Neufahrzeuge angekündigt hat.

Fahrzeuge mit aktivem Level-3-Assistenzsystem sollen diesen Zustand künftig auch an andere Verkehrsteilnehmer kommunizieren. Dafür kommen türkisfarbene Markierungsleuchten zum Einsatz. Türkis wurde international bereits in mehrere Vorschriftsentwürfe in Europa, den USA und China aufgenommen. Die Farbe sei deutlich unterscheidbar von bestehenden Fahrzeugbeleuchtungen und Verkehrssignalen wie Ampeln oder Notbeleuchtungen, sodass Verwechslungen unterbunden werden können und eine zuverlässige Erkennung durch andere Verkehrsteilnehmer gewährleistet wird.

Sind Nebentätigkeiten erlaubt?

Andere Verkehrsteilnehmer sollen demnach auf einen Blick erkennen können, ob die hochautomatisierte Fahrfunktion aktiviert ist. Das gilt auch im Hinblick auf Verkehrsbehörden und Polizei, die so feststellen können, ob sich die Person während der hochautomatisierten Fahrt Nebentätigkeiten widmen darf. In Stausituationen bildet der Drive Pilot bereits in der aktuellen Version eigenständig eine Rettungsgasse.

Genehmigung für Testfahrten in Deutschland

Für die Erprobung dieser Außenbeleuchtung hat Mercedes-Benz jetzt auch in Deutschland eine Genehmigung erhalten. Das Regierungspräsidium Stuttgart erlaubt dem Unternehmen bundesweite Testfahrten, die zunächst bis Juli 2028 befristet sind. Bereits seit Ende 2023 darf Mercedes-Benz die Markierungsleuchten im Rahmen ähnlicher Freigaben in den US-Bundesstaaten Nevada und Kalifornien testen.

Unterdessen soll für den Drive Pilot mit bis zu 95 km/h die Verkaufsfreigabe laut Mercedes-Benz dieses Frühjahr erfolgen. Die vorausgesetzte Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamtes liegt dem Unternehmen seit Ende letzten Jahres vor.

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