GeForce RTX 5000: Das richtige Netzteil für 5090 & 5080 (mit 12V-2x6-Adapter)
Die Stromversorgung von RTX-5000-Grafikkarten erfolgt weiterhin über einen 12V-2x6-Anschluss. Auch wenn Netzteile nicht zwingend den ATX-3.1-Standard oder den neuen Stecker nativ bereitstellen müssen, gilt es bei der Antwort auf die Frage, welches Netzteil es für RTX 5090 und RTX 5080 sein soll, einiges zu beachten.
Um eine Nvidia GeForce RTX 5000 mit Strom zu versorgen, gibt es zwei verschiedene Wege:
- Über einen 12V-2×6-Anschluss (in erster Version noch 12VHPWR) direkt vom Netzteil.
- Über einen Adapter, der klassisch PCIe 8 Pin auf 12V-2×6 übersetzt.
1. Anschluss an nativ 12V-2×6 (Netzteil bietet das Kabel)
Netzteile, die von sich aus einen einstrangigen 12V-2×6-Anschluss (Revision des original 12VHPWR) mitliefern, können werksseitig wahlweise im Kabel oder intern in der Elektronik so kodiert sein, dass sie nur einen Bruchteil der Dauerleistung von 600 W liefern, die das Stecksystem maximal erlaubt. Das heißt, nur weil das Kabel vorliegt, läuft eine RTX 5090 nicht zwangsläufig daran – 650-Watt-Netzteile mit 12V-2×6 besitzen beispielsweise oftmals nur einen Anschluss mit 300 Watt.
Nicht jedes 12V-2x6-Kabel funktioniert mit der RTX 5090
Die dafür erforderliche Kodierung erfolgt elektrisch über zwei der vier Sense-Kontakte. Möglich sind vier verschiedene Leistungsstufen:
| Kabeltyp | Codierung | max. elektrische Leistung (dauerhaft) |
kompatibel mit | |
|---|---|---|---|---|
| Sense0 | Sense1 | |||
| Typ 1 | Gnd | Gnd | 600 W | RTX 5090, 5080, 5070 (Ti) |
| Typ 2 | Open | Gnd | 450 W | RTX 5090*, 5080, 5070 (Ti) |
| Typ 3 | Gnd | Open | 300 W | RTX 5070 (Ti) |
| Typ 4 | Open | Open | 150 W | – |
| * dann nur noch mit 450 statt 575 Watt TDP | ||||
Je nach Konfiguration des Grafikkarten-Bios kann es sein, dass bei Rückmeldung einer zu niedrigen Leistungsstufe die TDP eingegrenzt, oder der Bootvorgang komplett verweigert wird.
- Eine GeForce RTX 5090 benötigt ein mit mind. 600 W kodiertes 12V-2×6-Kabel.
- Eine GeForce RTX 5080 benötigt ein mit mind. 450 W kodiertes 12V-2×6-Kabel.
- Eine GeForce RTX 5070 (Ti) benötigt ein mit mind. 300 W kodiertes 12V-2×6-Kabel.
Generell sollte die freigeschaltete Leistung des Kabels immer das Power Target (i.d.R. die TDP oder TBP) der Grafikkarte übersteigen.
Wie viel Leistung der Anschluss am Netzteil maximal bietet, steht manchmal direkt auf dem Stecker, aber immer auf dem Datenblatt (online oder im gedruckten Handbuch).
2. Anschluss mittels Adapter (Netzteil bietet kein 12V-2×6)
Verfügt das Netzteil lediglich über die älteren 8-Pin-PCIe-Stecker, kann die erforderliche Leistung über den jeder RTX 5000 beiliegenden Adapter (RTX 5090: viermal 8 Pin auf 12V-2×6, RTX 5080: dreimal 8 Pin auf 12V-2×6) bereitgestellt werden. In dem einen Fall signalisiert der Adapter eine verfügbare Leistung von 450 W (3x8 Pin), in dem anderen 600 W (4x8 Pin). Das Netzteil muss dafür selbstverständlich über genügen 8-Pin-Anschlüsse verfügen.
Bei modularen Netzteilen ist allerdings darauf zu achten, dass der Kabelstrang nicht überlastet wird, sofern dieser eine Y-Verzweigung auf zwei PCIe-Stecker realisiert. So erlaubt Corsair eine Doppelbelegung eines solchen Kabelstrangs nur für Type-4- und 5-Kabelsätze (diese sind seit Modellreihen ab etwa 2013 der Standard).
ATX-3.x-Netzteile: Mehr Puffer für Spitzenlasten
Für Netzteile, die dem ATX-3.0- oder 3.1-Standard folgen, gelten erhöhte Anforderungen an die dynamische Belastbarkeit der 12-Volt-Schiene. Demnach darf die Spannung auf dieser Schiene auch bei kurzzeitiger Belastung in Höhe der doppelten Nennleistung des Netzteils nicht einbrechen. Beziehungsweise darf die Ausgangsspannung kurzzeitig auch niedriger sein als nach ATX 2.x, jedoch dürfen die Schutzschaltungen des Netzteils dabei nicht fälschlicherweise ansprechen. Weil die Lastspitzen in den Kondensatoren des Netzteils abgefangen werden, gibt es nach dem neuen Standard die Anforderung einer minimalen Stützzeit von 12 ms. Gerade Einstiegsnetzteile nach ATX 2.x verfehlen diese Anforderung aber oftmals.
Während ATX-3.x-Netzteile sehr viel näher an der benötigten Dauerleistung aller Systemkomponenten in Summe bemessen werden können, muss für ATX-2.x-Netzteile aus genannten Gründen eine Sicherheitsmarge eingerechnet werden. Zertifizierungsstellen wie Cybenetics oder PPLP.INFO bewerten Netzteile nach ihrer Fähigkeit mit dynamischen Lasten umzugehen, geben aber natürlich keine konkreten Kompatibilitätsgarantien. Intel pflegt mit dem Power Supply Selector eine Kompatibilitätsliste, mit der lediglich eine Kompatibilität zu dynamischen Lasten gegeben wird, die von der CPU ausgeht. Der 12V-2x6-Anschluss wird einzig auf seine Dauerleistung spezifiziert.
Winkelstecker: Nicht immer kompatibel
Da eine enorme Kühlleistung von Grafikkarten mit TDPs von über 300 W gefordert ist, sind diese in der Breite stark angewachsen. Weil damit vom 12V-2x6-Anschluss zum Seitenpanel des Gehäuses nur noch wenig Luft bleibt, bieten diverse Netzteilhersteller Winkelstecker an, da ansonsten das Kabel stark gebogen werden müsste. Zu enge Biegeradien werden auch als Fehlerursache für einen überlasteten Steckverbinder gehandelt, weshalb in Systemen mit begrenztem Bauraum ein abgewinkelter Stecker bevorzugt werden sollte. Mit der Founders Edition begegnet Nvidia dem Problem, indem der Stecker hochkant und diagonal nach außen montiert ist. Für die meisten Custom-Modelle besteht aber weiterhin das Problem, sodass im Falle eines Winkelsteckers die Kompatibilität gesondert geprüft werden muss.