Huawei: Die Notebook-Zukunft ohne Intel soll derzeit getestet werden

Frank Hüber
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Huawei: Die Notebook-Zukunft ohne Intel soll derzeit getestet werden

Seit Mitte dieses Jahres dürfen auch Intel und Qualcomm aufgrund der US-Sanktionen keine Chips mehr an Huawei verkaufen. Gerüchte, dass Huawei weltweit PC-Systeme und Notebooks auf Basis eigener Kirin-SoCs veröffentlichen könnte – PCs gibt es in China bereits –, kamen schnell auf. Nun soll dies im großen Stil getestet werden.

Intel-Prozessoren stellen bisher die Basis für Huaweis Notebooks, nachdem Prozessoren von AMD schon vorher dem Handelsembargo unterlagen. Mit Modellen wie dem Huawei MateBook X Pro (Test) und Huawei MateBook 14 (Test) hat der Hersteller auch in diesem Jahr gezeigt, dass man hervorragende Hardware bauen kann, die sich nicht vor der Konkurrenz fürchten muss. Auch die dadurch in den USA erzeugte Aufmerksamkeit führte schlussendlich zum Bann der Intel-Prozessoren. Da Huawei mit weiteren Sanktionen rechnete, sind die Lager jedoch gut gefüllt, beide Notebooks sind weiterhin problemlos erhältlich, wie ein Blick in den Preisvergleich zeigt.

Huawei testet Kirin-PC-Chip

Neuen Gerüchten zufolge soll Huaweis Eigenentwicklung für den PC-Markt weiter voranschreiten. Nun sollen großangelegte interne Tests mit PCs basierend auf Kirin-SoCs gestartet sein. Eine offizielle Markteinführung könnte den Gerüchten zufolge bereits im ersten Halbjahr 2025 erfolgen – und vielleicht auch müssen, möchte man das Segment nicht ohne neue Modelle vorerst auslaufen lassen, sobald die Lager leer sind.

Chip mit KI-Funktionen

Welcher Kirin-SoC dabei eingesetzt wird und wie leistungsstark dieser schlussendlich tatsächlich ist, kann aktuell nur spekuliert werden. Huawei soll jedoch auch KI-Funktionen auf künftigen PCs und Notebooks planen, wie sie Microsoft mit Copilot+ bewirbt. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass der Kirin-Chip auf einer Architektur basieren könnte, die Intels Lunar-Lake-Design ähnelt. Dabei verbindet eine Unified Memory Architecture (UMA) Haupt- und Grafikspeicher, was die Effizienz und Performance des Chips steigern könnte.

Als Betriebssystem soll eine spezielle Version von HarmonyOS eingesetzt werden, das insbesondere mit den Smartphones wie dem Huawei Pura 70 Ultra (Test) und Tablets wie dem MatePad Pro 12.2 (Test) des Unternehmens nahtlos interagieren kann.

Selbstversorgung als strategisches Ziel

Huawei verfolgt mit der Entwicklung eines Kirin-Prozessors für Notebooks und Desktop-PCs das übergeordnete Ziel, sich von westlicher und insbesondere US-amerikanischer Technologie unabhängig zu machen.

Im Smartphone-Bereich ist das Unternehmen schon weiter. Eigene Prozessoren, 5G-Chips und das HarmonyOS-Next-Betriebssystem ohne Android-Basis sorgen dafür, dass man Smartphones wie das erste Tri-Foldable Mate XT (Hands-On), das Mate X6 und Mate 70 herausbringen kann, wovon mindestens das Mate X6 auch für den europäischen Markt erwartet wird.

Offizielle Informationen von Huawei zu den neuen Entwicklungen gibt es bislang nicht.

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